Hubert Hurkacz gewann sein Auftaktmatch bei den US Open gegen den Deutschen Peter Gojowczyk vom TC Großhesselohe. © Jürgen Hasenkopf

Hubert Hurkacz gewann sein Auftaktmatch bei den US Open gegen den Deutschen Peter Gojowczyk vom TC Großhesselohe. © Jürgen Hasenkopf

Teamchef Marc Renner: Was in der nächsten Saison sein wird ist heute nicht planbar

Paderborn-Sennelager. Dass weltweit größte Sportevent in Europa, die Tour de France, ist am Samstag gestartet. Auch der Tennissport beginnt mit den US Open am Montag ein Turnier, welches auch Sportler aus aller Welt zusammenbringt. Ob dies angesichts der Pandemie richtig ist, weiß niemand und beurteilen muss das jeder Athlet aus seiner eigenen Verantwortung heraus. Die Veranstalter haben sich zweifelsohne große Mühen in punkto Sicherheit gemacht und dass der internationale Tennissport wieder beginnt, beurteilt Dirk Hordorff, Vize-Präsident des Deutschen Tennis Bundes, als richtig: „Ich würde sagen, dass die Corona-Hotspots derzeit woanders als in New York liegen und die Veranstalter sehr darum bemüht sind, ein Corona-freies und -sicheres Turnier zu gewährleisten. Deshalb ist das Risiko nicht als wahnsinnig hoch zu bewerten, zumal man ja überall ein Risiko hat. Wenn man sich anschaut, wie hier in Deutschland einige Anti-Corona-Demonstrationen ablaufen, ist es wahrscheinlich weitaus sicherer, an den US Open teilzunehmen, als in der Berliner Innenstadt an solch einer Demonstration teilzunehmen.“

Kritik übt Hordorff allerdings daran, dass die Spieler vorher eine Verpflichtung unterschreiben mussten, dass sie für mögliche körperliche Folgeschäden nach einer Corona-Erkrankung keine Rechtsansprüche an den Veranstalter stellen können. „Warum die ATP, die ja für Vertretung der Spieler zuständig ist, das genehmigt hat, ist mir ein Rätsel. Wenn ich die Spieler vertreten würde, hätte ich den US Open gesagt, dass sie nicht einfach das Risiko auf die Spieler abwälzen können. Ein solcher Paragraph ist fast schon sittenwidrig.“

Nach wie vor bleibt es aber ein Grand Slam-Turnier, auch wenn es auf Grund einiger Absagen von Weltstars an sportlichem Niveau verloren hat. So treten unter anderem bei den Herren der spanische Titelverteidiger Rafael Nadal (ATP 2) ebenso wenig an wie die Schweizer Roger Federer (krankheitsbedingt) und Stan Wawrinka sowie der Australier Nick Kyrgios. Fünf deutsche Tennisprofis sind bei dem mit 2,165 Millionen US-Dollar Preisgeld Tennisspektakel ohne Zuschauer dabei, welches vom 31. August bis 13. September andauert. So trifft die deutsche Nummer eins, Alexander Zverev (ATP 7), auf den Südamerikaner Kevin Anderson (ATP 124) und der Warsteiner Jan-Lennard Struff (ATP 34) muss zunächst gegen den Spanier Pedro Martinez (ATP 105) antreten. Philipp Kohlschreiber (ATP 74) spielt in der 1. Runde gegen den Kanadier Vasek Pospisil und Dominik Koepfer (Grün-Weiss Mannheim) hat den spielstarken US-Amerikaner Taylor Fritz (ATP 124) zugelost bekommen.

Der fünfte Name der deutschen Tennisprofis ist der 31-jährige Peter Gojowczyk (ATP 126) vom TC Großhesselohe, der sich der Herausforderung von Hubert Hurkacz stellen muss. Der 23-jährige Pole, Nummer 29 der ATP-Weltrangliste, war für die diesjährig ausgefallene Tennis-Bundesliga-Saison im ostwestfälischen Team Hämmerling TuS Sennelager als neue Nummer eins gemeldet. „Hubi hätte uns sicherlich sportlich weitergebracht“, so Teamchef Marc Renner, „und was im nächsten Jahr sein wird, können wir heute noch nicht planen.“ Des Weiteren sind mit den beiden Slowaken Norbert Gombos (ATP 109) und Jozef Kovalik (ATP 121) sowie dem Inder Sumit Nagal (ATP 122) drei weitere Hämmerling Profis im 128er Hauptfeld vertreten. Der 30-jährige Gombos trifft auf den für Grün-Weiss Mannheim spielenden Mazedonier Radu Albot (ATP 67), sein slowakischer Landmann Kovalik muss das Auftaktduell gegen den US-Amerikaner Maxime Cressy (163) bestreiten und der indische Davis Cup-Spieler Nagal tritt gegen Bradley Klahn (ATP 128/USA) an.