Ein sehenswertes Match lieferte Zdenek Kolar und buchte so für das Team Hämmerling TuS Sennelager den einzigen Sieg in der Partie gegen Badwerk Gladbacher HTC. © Ralf Meier

Beide Teamchefs waren sich einig: Resultat spiegelt die spannende Partie nicht wieder

Deftige Niederlagen für Rochusclub und Köln

Titelverteidiger Mannheim 4:0 nach Einzel

Paderborn-Sennelager. Endlich wieder Tennis-Bundesliga der Herren. Nach 101 Wochen glückte der Saisonauftakt am heutigen Freitag (09. Juli) in der 1. Tennis-Point Bundesliga, trotz zeitweiser Wetterkapriolen, ansonsten problemlos. Sieht man einmal von einigen Schlussresultaten ab. So musste der Rochusclub Düsseldorf eine bittere 0:6 Niederlage beim bayerischen Aufsteiger TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse hinnehmen und nur etwas Ergebniskorrektur gab es für den rheinischen Gastgeber Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Vor 1.000 Zuschauern kam der der Traditionsverein TC Großhesselohe, mit unter anderem den beiden deutschen Davis Cup-Spielern Jan-Lennard Struff (ATP 45) und Philipp Kohlschreiber (ATP 115), zu einem 5:1 (3:1) Erfolg in der Domstadt. Damit haben diese beiden Teams schon einmal eine Duftmarke gesetzt. 3:3 Unentschieden trennte man sich in der Partie zwischen Kurhaus Lambertz Aachen und BW Timberland Finance Krefeld. Kräftige Regenschauer sorgten für arge Zeitverschiebungen am Neckarplatt zwischen Grün-Weiss Mannheim und dem zweiten Neuling BW Ewige Liebe BW Neuss. Nach den vier Einzelbegegnungen führte der aktuelle Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim mit 4:0. Zu dieser Zeit zeigte die Uhr 21.50 an und die beiden Doppelbegegnungen stehen noch aus!

Mehrstündiger Dauerregen am Vormittag sorgte beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC), in dieser Saison Gastgeber für das Team Hämmerling TuS Sennelager, für einen verspäteten Spielbeginn. Doch eine große Schar enthusiastischer Helfer sorgte letztlich dafür, dass gegen 14.55 Uhr die Debütveranstaltung auf der schmucken HTC-Anlage vor 400 Zuschauern beginnen konnte. Als nach gut fünfeinhalb Stunden die Auseinandersetzung der Ostwestfalen gegen Badwerk Gladbacher HTC mit 5:1 für die Gäste vom Niederrhein beendet wurde, gab es von beiden Teamchefs fast deckungsgleiche Analysen. „Wir haben sehr gutes Tennis gesehen und uns fehlte letztlich das Quäntchen Glück, um schlussendlich zu einem besseren Resultat zu kommen“, meinte Marc Renner und sein Gladbacher Kollege, Henrik Schmidt, beurteilte dies so: „Alle Partien waren sehr ausgeglichen. Und wenn wir Albert nicht so gepusht hätten, dann hätte es nach den Einzeln 2:2 gestanden. Was nicht unverdient gewesen wäre. So sind wir letztlich sehr zufrieden, hier gewonnen zu haben. Das Hämmerling Team hat uns schon sehr gefordert.“

Dieses sportliche Lob nahmen die Hausherren gerne zur Kenntnis und gehen zuversichtlich in diese Saison. „Ich kann nur sagen“, so Teammanager Ralf Hämmerling, „wir haben hier heute Weltklassetennis gesehen. Und wenn wir diese Leistungen konstant bringen, dann bin ich vom Klassenerhalt überzeugt.“ Während das das Ziel der Ostwestfalen ist, scheint die Aussage von Gladbachs Coach Patrice Hopfe „wir wollen den Klassenerhalt schaffen“ scheint auf Grund des personellen Aufgebots etwas tiefgestapelt zu sein. Dies zunächst aufgrund der Bewertung der ATP-Ranglistenpositionen. Doch dieser Liga-Auftakt in der Stadt zur Senne hat gezeigt, dass dies bei den Begegnungen auf der roten Asche fast keine Rolle spielt. Sieht man einmal von der glatten Zweisatzniederlage des 20-jährigen Jonas Forejtek gegen Mario Vilella Martinez („der spielt seit Wochen allerbestes Tennis“, so Schmidt) ab, waren in den drei übrigen Partien die Auseinandersetzungen denkbar knapp.

So überzeugte der an zwei spielende Tscheche Zdenk Kolar (ATP 223) auf Seiten Hämmerlings in der Partie gegen den Slowaken Andrej Martin (ATP 111). Hohes Tempo von der Grundlinie bevorzugten beide Profis, doch das variantenreichere Spiel bot der Gastgeber. Rund 101 Minuten dauerte das Match an und das 6:3, 6:3 bedeutete ein 1:1 Zwischenergebnis. Bei der Präsentation beider Mannschaften vor der Begegnung auf dem Centre Court bekam der Israeli mit französischem Pass, Daniel Cukierman (ATP 805), eine Geburtstagstorte aus Anlass seines 25-jährigen Geburtstags überreicht. Das war aber auch das einzige Geschenk an diesem Tag, obwohl er sich hätte selbst beschenken können. Doch die nötigen Breakbälle gegen den 35-jährigen Routinier Lukas Rosol (ATP 204) konnte der zehn Jahre jüngere US-College-Spieler aus Los Angeles nicht nutzen. So stand letztlich mit 4:6, 4:6 eine unverdiente Niederlage im Spielbericht und die Gäste vom Niederrhein hatten mit einem 2:1 Zwischenergebnis die Nase vorn.

Sehenswertes Tennis boten die beiden topgesetzten Spieler. Dies gilt sowohl für den Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 39), der immerhin schon das ATP-Ranking 17 innehatte, als auch für den Gastgeber Kasper Zuk (ATP 168). Der 22-jährige polnische Davis Cup-Spieler zeigte keinerlei Respekt vor dem großen Namen und spielte unbekümmertes und variantenreiches Tennis. Beide Profis nutzen die Länge und Breites des Centre Courts, doch die immer wieder eingestreuten Stoppbälle behagten dem Spanier überhaupt nicht und so gab es den Satzgewinn für Zuk. Es kam Hoffnung beim Team Hämmerling auf, dass man möglicherweise aus den vier Einzeln mit einem Unentschieden heraus kommt. Doch eine Schwächephase zu Beginn des zweiten Satzes wusste Ramos-Vinolas zu nutzen und nach einem 5:7 gab es nun ein 6:3 für ihn.

Dieses hohe Tennisniveau muss die Zuschauer beeindruckt haben, denn plötzlich machte die Gladbacher-Bank Stimmung und dies schien ihre Nummer eins zu beflügeln. Auch wenn Kacper Zuk bewundernswert dagegen hielt, am Ende gewann nach knapp zwei Stunden der aus Barcelona stammende Linkshänder den Matchtiebreak mit 10:7 und holte den dritten Punkt für den Deutschen Meister des Jahres 2016. Die Niederlage besiegelte das Badwerk-Duo Lukas Rosol/Tim Sandkaulen mit 6:3, 6:4 gegen Kacper Zuk/Daniel Cukierman und zu einer Ergebniskorrektur hat es im Spitzendoppel auch nicht gereicht. Der Matchtiebreak zwischen Jonas Forejtek/Antonie Cornut-Chauvinc buchte mit 15:13 das Duo Andrej Martin/Robin Haase auf ihrer Habenseite. Was in der Erinnerung bleibt, ist die Tatsache, schön dass die Tennis-Bundesliga mit ihrem Slogan „Weltklassetennis im Club“ wieder auf der roten Asche zurück ist.

1. Spieltag • Sonntag • 09. Juli 2021 • 13.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Badwerk Gladbacher HTC 1:5 (1:3)
Zuk, Kacper (POL/168) – Ramos-Vinolas, Albert (ESP/39) 7:5, 3:6, 7:10
Kolar, Zdenek (CZE/223) – Martin, Andrej (SVK/111) 6:3, 6:3
Forejtek, Jonas (CZE/314) – Vilella-Martinez, Mario (ESP/179) 3:6, 2:6
Cukierman, Daniel (FRA/745) – Rosol, Lukas (CZE/204) 4:6, 4:6
Forejtek/Cornut-Chauvine, Antoine – Martin/Hasse, Robin 3:6, 6:3, 13:15
Zuk/Cukierman – Rosol/Sandkaulen, Tim 3:6, 4:6
Zuschauer: 400

Übrige Resultate
Grün-Weiss Mannheim – TC Ewige Liebe BW Neuss 0:0 (4:0)
Zuschauer: 0.000
Kurhaus Lambertz AachenBW Timberland Finance Krefeld 3:3 (2:2)
Zuschauer: 250
TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse – Allpresan Rochusclub Düsseldorf 6:0 (4:0)
Zuschauer: 400
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – TC Großhesselohe 1:5 (1:3)
Zuschauer: 1.000
Gesamtbesucher: 0.000 Zuschauer

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019

Nächster Spieltag: 2. Spieltag • Sonntag • 11. Juli 2021 • 10.00 Uhr
Grün-Weiss Mannheim – Team Hämmerling TuS Sennelager
Kurhaus Lambertz Aachen – TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse
Badwerk Gladbacher HTC – BW Timberland Finance Krefeld
TC Großhesselohe – TC Ewige Liebe BW Neuss
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – Allpresan Rochusclub Düsseldorf