Erst in der späten Samstagnacht war Arthur Rinderknech von Kitzbühel aus kommend in Krefeld eingetroffen, am sonntäglichen Spieltag jedoch hellwach. Der 26-jährige Franzose überzeugte bei seinem Saisondebüt für das Team Hämmerling TuS Sennelager mit seinen Siegen im Einzel und im Doppel. Agentur Klick

Paderborn. >Verlieren verboten< war beim Team Hämmerling TuS Sennelager die Parole vor dem 7. Spieltag beim HTC Blau-Weiss Krefeld. Als gegen 17.25 Uhr die Begegnung auf der Anlage am Stadtwald vor knapp 400 Zuschauern beendet war, war die Vorgabe umgesetzt: Man hatte nicht verloren. Doch gewonnen wurde auch nicht. Letztlich reichte es nur zu einem 3:3 Unentschieden und die Ostwestfalen bleiben weiterhin Tabellenletzter. „Die Partie hat auch keinen Sieger verdient gehabt“, so Hämmerlings Teamchef Marc Renner, „was mich aber zufrieden stellt, ist die Tatsache, dass keiner enttäuscht hat.“

Gleichwohl gab es an diesem Sonntag doch einen Gewinner, der erst knapp 12 Stunden vor Beginn der Begegnung von Kitzbühel aus kommend in der Seidenstadt eingetroffen war: Arthur Rinderknech. Der 26-jährige Franzose, der im Debütjahr 2019 mit einer ATP-Rankingposition um 390 nach Paderborn gekommen war, hat sich mittlerweile zu einer sportlichen Größe auf der ATP World Tour entwickelt. Er ist mittlerweile zu einem Top 100-Mann in der Tenniswelt gereift und seine bislang beste Platzierung (vor Kitzbühel) ist ATP-Platz 91.

Gegen den niederrheinischen Gastgeber eröffnete der 26-jährige Rinderknech die Begegnung als Nummer eins seiner Mannschaft und er traf auf den erstmals eingesetzten drei Jahre älteren Stefano Travaglia (ATP 88). Der Italiener startete furios mit Satzgewinn, doch je länger die Auseinandersetzung andauerte, umso spielerisch wacher wurde Hämmerlings Topspieler. Im Tiebrack kam der fast 2,0 Meter große Franzose zum Satzausgleich und am Ende reichte sein 2:6, 7:5(5) 11:9 Erfolg zum zwischenzeitlichen 1:1. Zuvor hatte sich nämlich Jozef Kovalik (ATP 131) dem glänzend aufgelegten Italiener Marco Cecchinato (ATP 83) mit 4:6, 3:6 geschlagen geben müssen.

Die Ausgeglichenheit beider Mannschaften setzte sich anschließend in den beiden weiteren Einzelbegegnungen fort. Mit Federico Gaio (ATP 149) schickten die Hausherren ihren dritten Italiener in die Partie, der auf Manuel Guinard (ATP 265) traf. Für den 25-jährigen Franzosen war dies die Saisonpremiere und die Hoffnungen auf einen Einzelsieg waren gegeben. Sein Satzgewinn nährte die Hoffnungen, doch daraus wurde leider nichts. Die knappe 6:4, 4:6, 6:10 Niederlage brachte den Krefeldern einen weiteren Punkt ein. „Der Sieg von Federico war sicherlich recht glücklich“, sagte Blau-Weiss-Pressesprecher Jörg Zellen, „dafür hatte Viktor aber etwas Pech bei seiner Niederlage.“

Gemeint ist der an Nummer vier spielende Norweger Durasovic, der sich Daniel Cukierman in drei Sätzen geschlagen geben musste. Der mit einem französischen Pass ausgestattete Israeli präsentierte sich in bester kämpferischer Verfassung. Die Auseinandersetzung begann Cukierman mit Satzgewinn, doch der in Oslo lebende 24-Jährige konterte mit dem Gewinn des zweiten Satzes. Doch diesmal schlug das Pendel für das Team Hämmerling aus und das 6:3, 4:6, 10:6 bedeutete ein Remis nach vier Einzeln.

Für die Doppel brachten beide Teams Doppelspezialisten auf die rote Asche: Beim Gastgeber kam der 35-jährige Simone Bolelli (ATP-Doppel 35), der bereits die Nummer acht der ATP-Doppel-Weltrangliste war, und Marc Renner stellte den elf Jahre jüngeren Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) auf. Der aus Bologna stammende Bolelli trat mit Federico Gaio an und sie hatten das Hämmerling-Duo Cukierman/Zielinski als Kontrahent. Während ihre sportliche Auseinandersetzung noch andauerte, hatte das französische Duo Rinderknech/Guinard mit 6:4, 7:6(5) das Team Hämmerling mit 3:2 in Führung gebracht. Doch die Hoffnungen auf einen doppelten Punktgewinn für die Ostwestfalen erfüllten sich nicht, denn eine 5:7, 5:7 Niederlage bracht schlussendlich das Unentschieden zustande.

Übrige Resultate

Grün-Weiss MannheimBadwerk Gladbacher HTC 4:2 (3:1)
Tennis Ewige Liebe BW NeussAllpresan Rochusclub Düsseldorf 2:4 (1:3)
TSV 1860 Rosenheimer UnterstützungskasseTC Großhesselohe2:4 (2:2)
Kölner THC Stadion Rot-WeissKurhaus Lambertz Aachen 4:2 (2:2)

Tabelle

  SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)656:3325:1110:2
2.Badwerk Gladbacher HTC651:3723:139:3
3.TC Großhesselohe649:3422:148:4
4.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)649:3521:157:5
5.Kölner THC Stadion Rot-Weiss638:5115:216:6
6.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)643:3918:185:7
7.Allpresan Rochusclub Düsseldorf640:5014:225:7
8.HTC Blau-Weiss Krefeld632:4914:224:8
9.Kurhaus Lambertz Aachen635:4814:223:9
10.Team Hämmerling TuS Sennelager634:5114:223:9

M = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019