Seit Jahren gehört der baumlange Niederländer David Pel dem Team Hämmerling TuS Sennelager an und am Freitag bestreitet er sein Saisondebüt. © Agentur Klick

Paderborn. Am Freitag (Beginn 13.00 Uhr) stehen sich in der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren erstmals beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss der Tabellenletzte Team Hämmerling und die Tennis Ewige Liebe BW Neuss gegenüber. Dieser etwas ungewöhnliche Vereinsname geht auf den Ex-Tennisprofi Marius Zay zurück, der unter diesem Namen in Neuss und in Solingen mit Clinton Thomson zwei Tennisschulen führt. Seit 2016 ist der heute 38-jährige gebürtige Düsseldorfer Zay Teamchef und er kennt die Bundesliga wie kein zweiter, denn seine Stationen waren Rochusclub Düsseldorf, Etuf Essen, Blau-Weiss Krefeld, TC Solingen und Blau-Weiss Neuss. Mit letzterem stieg er 2019 wieder ins Oberhaus auf und es hat den Anschein, als dauere der Aufenthalt länger als nur ein Jahr an. Gegenwärtig belegt der Traditionsverein vom Niederrhein mit 7:7 Punkten den 5. Tabellenplatz. „Damit haben wir den Klassenerhalt so gut wie sicher“, sagt Marius Zay, „aber die Saison hat gezeigt, dass wir uns nicht sicher fühlen dürfen. Wir müssen mindestens einen Punkt holen.“

Folge dessen ist davon auszugehen, die Neusser wurden im Übrigen zwischen 1983 und 1994 zehn Mal Deutscher Meister und gewannen 1998 zudem den Europapokal, nicht mit einer B-Formation nach Ostwestfalen kommen werden. Denn nach ihrer goldenen Ära mit deutschen Spitzenspielern wie Eric Jelen, Michael Westphal und Andreas Maurer gab es einige Auf- und Abstiege, und das soll der Vergangenheit angehören. Den Grundstein für den augenblicklichen Tabellenstand haben die Niederrheiner mit ihren drei Auswärtserfolgen gelegt. Der siebte Pluspunkt resultiert aus einem Unentschieden gegen Kurhaus Lambertz Aachen.

Zustande gekommen ist dies, weil dem Neusser Teamchef immer ein breitgefächerter Spielerkader zur Verfügung stand. Von den 16 gemeldeten kamen immerhin bis dato 12 Spieler zum Einsatz und die wissen unisono mit dem Schläger umzugehen. Namen wie Martin Klizan (ATP 230), Thomas Fabbiano (ATP 214), Renzo Olivo (ATP 215), Luca Vanni (ATP 416) oder Frederik Nielsen (ATP-Doppel 96), alles gestandene Top-100-Profis mit einem Alter in den 30er Jahren, haben die Basis zum Klassenerhalt geschaffen. Zweifelsohne wird aus diesem Quintett sicherlich der eine oder andere am Freitag in Hövelhof dabei sein, aber auch Profis wie Botic van de Zandschulp (ATP 121), Roberto Marcora (ATP 216), Dmitriy Popko (ATP 181), Constant Lestienne (ATP 245) und Javier Barranco Cosano (ATP 329) sind möglicherweise dabei.

Hämmerling-Teamchef Marc Renner ist genauso unzufrieden mit dem aktuellen Tabellenstand ist wie Ralf Hämmerling, denn nur zwei Siege an diesem finalen Doppelspieltag können den drohenden Abstieg verhindert. „In dieser Saison ist fast alles gegen uns gelaufen“, sagt Hauptsponsor Ralf Hämmerling und macht das auch an der Corona-Pandemie fest: „Die Einreise war nicht immer ganz einfach für die Spieler, sie waren teilweise auch nicht bereit, was ich verstehen kann, bei nur einer Impfung ein Risiko einzugehen. Und zum anderen gab es Quarantänevorschriften, die einzuhalten waren. Letztlich fehlte uns daher immer der eine oder andere Spieler auf einem der vorderen Plätze, was insgesamt das Team geschwächt hat. Aber kein Vorwurf an diejenigen, die da waren, sie haben sich in den Heimspielen bestens präsentiert.“

So wird es auch Freitag sein. „Es ist unser letztes Heimspiel und nur gemeinsam können wir erfolgreich sein“, sagt Teamchef Marc Renner, „und mit einer größtmöglichen Zuschauerunterstützung können wir sportlich noch alles abwenden.“ Der Funke der Begeisterung muss natürlich von den Hämmerling-Spielern auf der roten Asche ausgehen, doch da ist sich Marc Renner sicher: „das wird so sein, denn nur mit einem Sieg haben wir am Sonntag noch eine Chance beim Rochusclub Düsseldorf, die Saison erfolgreich abschließen zu können.“ Aufgeboten werden voraussichtlich Juan Manuel Cerundolo (ATP 148), Kacper Zuk (ATP 171), Zdenek Kolar (ATP 177), Daniel Cukierman (ATP 756), Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und erstmals der Niederländer David Pel (ATP-Doppel 79). Um diesem Sextett den erforderlichen Rückenwind zu geben, wird zur Schicksalsbegegnung kein Eintrittsgeld erhoben. „Wir benötigen eine große Zuschauerunterstützung“, sagt Ralf Hämmerling, „zumal die Besucherzahlen bisher recht positiv waren. Positiv will ich auch festhalten, wir sind in der Stadt und beim HTC bestens aufgenommen worden.“