Nicht stolpern beim Oldenburger TeV!

Vor jeder Begegnung bildet das Team Hämmerling TuS Sennelager einen Kreis und stimmt sich auf den Teamgeist ein. HTC (Ralf Meier)

Reisen stehen am Wochenende an. Zwar nicht in die Ferien, sondern in der 2. Tennis-Bundesliga Nord, denn das Team Hämmerling TuS Sennelager muss zum Saisonende 2022 noch zweimal die Tennis-Bags packen. Am Freitag (05. August) geht die Tour in die Universitätsstadt Oldenburg und zwei Tage später in die 180 Kilometer weiter südlich gelegene Drei-Länder-Metropole Aachen. Nach dem die Ostwestfalen am vergangenen Sonntag vor 400 begeisterten Zuschauern das letzte Heimspiel auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß klar mit 8:1 gegen den THC Brühl gewinnen konnte, kann nun beim Tabellenvorletzten Oldenburger TeV der Klassenverbleib endgültig festgeschrieben werden.

Seine über 33.000 Quadratmeter große Tennisanlage umschreibt der Club mit >Ein Hauch Urlaub inmitten der Stadt< und der 1905 gegründete Verein gehört mit seinen 600 Mitgliedern zu den drei größeren Vereinen in der rund 150.000 Einwohner zählenden Großstadt. Deren berühmteste Persönlichkeit ist der 1969 verstorbene Karl Jaspers, der als der bedeutendste deutschsprachige Philosoph des 20. Jahrhunderts gilt. Er bediente geistreich philosophisch, literarisch die Intellektuellen, den Sport in der Stadt verkörpern die EWE Baskets der Herren in der Bundesliga sowie der VfL Oldenburg mit seinem Bundesliga-Handball-Team der Frauen und mit den Fußballern in der 3. Liga. Dahinter reiht sich dann der Oldenburger TeV ein, der mehrfach Norddeutscher Mannschaftsmeister wurde. Nach dem Abstieg 2017 gehört das >Pro-Team 1. Herren< seit der vergangenen Saison wieder der 2. Tennis-Bundesliga an und in ihrem Aufstiegsjahr belegten sie den 6. Tabellenplatz. Heuer kämpfen die Niedersachsen mit nur einem Saisonsieg (5:4 Bremer TV von 1912) gegen den drohenden Abstieg, aber OTeV-Sportleiter Daniel Greulich gibt noch nichts verloren: „Es ist unser letztes Heimspiel. Von daher hoffen wir auf großen Zuschauerzuspruch und der damit verbundenen Publikumsunterstützung.“ Die Gastgeber könnten den Tabellenfünften Team Hämmerling TuS Sennelager in der Tabelle zwar noch überholen, doch dabei müssten die Ostwestfalen auch den Vorteil von elf Matchpunkten in Oldenburg und in Aachen verspielen. Fix ist bis dato, dass zwei Vereine aus der 2. Liga absteigen. Hinzu kommt allerdings, was sich sportlich in der 1. Tennis-Bundesliga ergibt. Steigen zwei Teams ab, die in die Gruppe Nord eingeordnet werden müssen, erhöht sich die Anzahl der Absteiger auf drei. Aktuell schwebt im Oberhaus der Traditionsclub Blau-Weiß Krefeld (2:10 Punkte) als Tabellenletzter in höchster Abstiegsgefahr und gefährdet ist des Weiteren Blau-Weiß Neuss (5:7 Punkte) als Tabellen-Siebter. Allerdings stehen dort mit dem 07. August, 12. August und 14. August noch drei Spieltage aus. Da mit einem Sieg in Oldenburg definitiv der Klassenerhalt gerettet wäre, arbeitet Chefcoach Ewald Spaaij an einem spielstarken Kader: „Wir werden ein spielerisch starkes Team aufbieten, denn von den Ergebnissen der anderen Vereine will ich nicht abhängig sein.“ Zwar deckt Hämmerlings niederländischer Trainer noch nicht alle Karten auf, aber folgende Akteure dürften nomminiert werden: Raul Brancaccio (Spanien/ATP 206), Yshai Oliel (Israel/ATP 320), Julien Cagnina (Belgien/ATP 1047), Alfredo Perez (USA/ATP 573), Benedikt Henning (ATP 1770), David Pel (Niederlande/ATP-Doppel 124) und der Argentinier mit deutschem Pass Sean Hess (ATP 1192). Das OTeV-Aufgebot setzt sich wie folgt zusammen: Gleb Sakharov (Usbeke mit französischem Pass/ATP 989), Jack Findel-Hawkins (Großbritannien/ATP 1435), Niels Visker (Niederlande) sowie die Deutschen Michel Dornbusch, Lasse Muscheites, Florian Barth, Alexander Meyer und Mattis Wetzel.