Mit der Saison kann man zufrieden sein!

Er ist aus dem Team Hämmerling TuS Sennelager der Spieler der Saison: Raul Brancaccio. Der 25-jährige Italiener absolvierte eine 9:1 Bilanz, siegte in vier von fünf Einzelbegegnungen und in fünf Doppelpartien blieb er gänzlich ungeschlagen. Glückwunsch! © HTC (Ralf Meier)

Das war die Saison 2022 in der 2. Tennis-Bundesliga Herren der Gruppe Nord! Und unter dem Strich kann man eine sportliche Zufriedenheit bilanzieren: Ein ausgeglichener Punktestand (8:8) mit dem 4. Tabellenplatz und knapp 500 Zuschauer bei den jeweiligen Heimspielen auf der Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß zeigen auf, dass das Team Hämmerling TuS Sennelager auch in der neuen Liga Akzente setzen konnte. Vor dem Ligastart am 10. Juli war man mit einigen Unabwägbarkeiten gestartet, denn als Erstliga-Absteiger war die neue Klasse nicht einschätzen. Zum anderen wusste der erstmals neu agierende Chefcoach Ewald Spaaij auch nicht wie stark seine Mannschaft tatsächlich ist. Doch der letzte Spieltag am 07. August gab dem Niederländer die Antworten auf seine Fragen. Zwar gab es noch eine knappe 4:5-Niederlage beim bis dato führen Spitzenreiter TK BW Aachen, doch die Begegnung zeigt einmal mehr das sportliche Potential des Teams auf.

Nach einem 3:3-Zwischenstand nach den Einzeln erspielte das Duo Brancaccio/Pel den vierten Punkt. Allerdings war dieser Erfolg der Gastgeber gegen die spielstarken Ostwestfalen nur ein Pyrrhussieg. Da zeitgleich der TP HerzensSACHE Vermold mit 8:1 beim Bremer TC von 1912 triumphierte, verdrängten sie somit den Spitzenreiter und übernahmen damit am letzten Spieltag die Tabellenführung. Die wiederum bedeutet zugleich für sie erstmals der Aufstieg in das nationale Oberhaus. „Mit den Spielern, die mir auf Grund von Turnierverpflichtungen zur Verfügungen standen, haben wir viel erreicht. Ein ausgeglichener Punktstand und eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte lassen eine positive Beurteilung zu“, so die Bilanz von Ewald Spaaij.

Mit einer großartigen sportlichen Einstellung bestritt das Team Hämmerling die Begegnung gegen den favorisierten Gastgeber aus der Drei-Länder-Region, denn die hatten sich mehr ausgerechnet. Nach den sechs Einzelmatches war das 3:3-Zwischenresultat ein sehr erfreulicher Aspekt für Sennelager. „Man hat unseren Spielern angemerkt, dass sie spielen, um zu gewinnen“, so Ewald Spaaij. Die erste Dreier-Einzelrunde konnten die Ostwestfalen mit einer 2:1-Führung für sich entscheiden. Der an Nummer zwei spielende Spanier Raul Brancaccio entschied glatt in zwei Sätzen die Begegnung gegen Michael Gerts. Er ist mit einer 9:1-Bilanz der erfolgreichste Spieler der Saison. Im Einzel musste er bei fünf Einsätzen nur eine Niederlage hinnehmen und seine fünf Doppelpartien gewann er alle. Der Franzose Lucas Bouquet zeigte einmal mehr eine gewisse Spielfreude und siegte ebenfalls. Auch Hämmerlings Nummer sechs, der niederländische Doppelspezialist David Pel, fightete wie immer in seinem Einzel, doch er verlor in zwei Sätzen. Aber es gab Lob vom Trainer: „Toller Einsatz, denn so viele Spiele hat David in dieser Saison noch in keinem Match gewonnen.“

In der zweiten Einzelrunde wurde seitens des Teams Hämmerling TuS Sennelager der Vorsprung zwischenzeitlich sogar noch ausgebaut. Riccardo Bonadio traf als Nummer eins auf den Argentinier Santiago Rodriguez Taverna, der Einzige der keine belgische Staatsangehörigkeit besaß, doch der Südamerikaner war ohne Chancen. Der 29-jährige Italiener bestimmte in dem Grundlinienduell mit seinen schnellen Vorhandschlägen das Spielgeschehen und eingestreute technische Finessen sorgten für einen deutlichen Zweisatzsieg. Ein weiterer möglicher Einzelerfolg war durchaus im Bereich des Möglichen. Eine 5:3-Führung sowie Satzbälle hatte Yshai Oliel auf dem Schläger, doch Joris De Loore an Position drei kämpfte verbissen um jeden Ball. Ihm war klar, dass Duell darf angesichts des möglichen Aufstiegs nicht verloren gehen. So war es dann auch, zumal der Israeli mit zunehmender Spieldauer müder wurde. „Er war erst am Freitagmorgen von einem Turnier mit dem Zug aus Tschechien gekommen und wenn man dann nicht frisch ist, wird man auch mental müder“, so Ewald Spaaij. Der Belgier De Loore stellte das zwischenzeitliche 3:3 her, denn zuvor hatte Benedikt Henning seine Partie verloren.

TK BW Aachen – Team Hämmerling TuS Sennelager 5:4 (3:3)
Einzel: Rodriguez Taverna, Santiago (ARG/ATP 161) – Bonadio, Riccardo (ITA/ATP 192) 4:6, 3:6, Geerts, Michael (BEL/233) – Brancaccio, Raul (ESP/206) 4:6, 4:6, De Loore, Joris (BEL/368) – Oliel, Yshai (ISR/320) 7:6(1), 6:2, Mertens, Yannick (BEL/851) – Bouquet, Lucas (FRA/803) 3:6, 7:5, 3:10, Geens, Clement (BEL/1612) – Henning, Benedikt (GER/—) 6:1, 6:3, Reuter, Yannik (BEL/1735) – Pel, David (NED/ATP-Doppel 124) 6:2, 6:4. Doppel: Rodriguez Taverna/Geerts – Bonadio/Henning 6:3, 6:3, De Loore/Desein, Niels – Oliel/Bouquet 7:5, 6:4, De Bakker, Thiemo/Mertens – Brancaccio/Pel 2:6, 2:6. Zuschauer: 450 (ATP-Rangliste: 01. August 2022)

Abschlusstabelle

  SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.TP HerzensSACHE Versmold8111:5153:1914:2
1.TK BW Aachen8109:5351:2112:2
3.Kölner THC Stadion RW899:6444:2812:4
4.Team Hämmerling TuS Sennelager887:7539:338:8
5.LTTC Rot-Weiß Berlin889:8137:358:8
6.Bremer TC von 1912875:8633:396:10
7.THC Brühl864:10225:476:10
8.Oldenburger TeV865:9729:434:12
9.Tennis-Club SCC Berlin834:12413:590:16

Aufsteiger 1. Tennis-Bundesliga: TP HerzensSACHE Versmold
Absteiger Regionalligen: Oldenburger TeV, Tennis-Club SCC Berlin