Ein erfolgreiches Debüt feierte der 23-jährige Alex Molcan im Team Hämmerling TuS Sennelager und brachte so die Ostwestfalen auf den Erfolgsweg am dritten Spieltag. © Ralf Meier

Großer Stress in der Vorbereitung auf den dritten Spieltag am Freitag (16. Juli) beim Team Hämmerling TuS Sennelager, denn Turnierverpflichtungen, Regenunterbrechungen in Amersfoort und Hamburg sowie die Naturkatastrophe in Nordrhein-Westfalen mit den eingeschränkten Reisemöglichkeiten in den Bahnverbindungen warfen so manche Planungen über den Haufen. „Das war ein Riesenaufwand, die Jungs zusammenzubekommen“, so Coach Marius Kur, „doch die Mühen haben sich gelohnt.“ Das Brisante an dieser Paarung gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiss war, beide Mannschaften streben den Klassenverbleib an und eine dritte Niederlage hätte die Hämmerling-Formation ans Tabellenende rutschen lassen.

Pünktlich gegen 13.00 Uhr hatte Coach Kur sein Team beieinander und das spannende Duell konnte beginnen. Nach exakt 199 Minuten war dann bereits alles entschieden und beim Hauptsponsor Ralf Hämmerling hatte sich Zufriedenheit eingestellt: „Mein Kompliment an die Jungs, die haben nicht nur bestens Tennis gezeigt, sie haben trotz einiger Rückstände bravourös gekämpft.“ Die Zufriedenheit war darin begründet, dass das Team Hämmerling unisono alle vier Einzel gewonnen hatte und uneinholbar mit 4:0 in Führung lag. „Dass das so glatt gehen würde“, sagte Marius Kur, „habe ich gehofft. Dass es auch so eingetreten ist, zeigt den Willen unserer Spieler auf.“ Als dann am Ende auch die beiden Doppel von den Hämmerling-Duos auf der Habenseite gebucht wurden, ergab dies einen sehr erfolgreichen Spieltag. Bemerkenswert ist zudem, dass es überhaupt erst ihr erster Heimerfolg seit der Zugehörigkeit zur 1. Tennis-Bundesliga ist. In der Debütsaison 2019 gab es zwei Niederlagen und zwei Unentschieden und eine weitere Niederlage zum Saisonstart 2021. Doch diese Bilanz wurde nun mit dem 6:0 Erfolg gegen die Rheinländer aufgebessert.

In der ersten Runde startete der erstmals als Nummer eins aufgebotene Alex Molcan (ATP 160) furios gegen den tschechischen Kölner Adam Pavlasek und ging mit 6:1 in Führung. Das hohe Tempo, was beide von der Grundlinie boten, war aber nicht durchzuhalten. Doch das Heft des Handels behielt der Slowake Molcan und sein 6:1, 7:5 ergab die Führung. Auf dem Court daneben hatte der 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 498) gegen den baumlangen Daniel Brands so seine Mühen. Der aus dem bayerischen Deggendorf stammende 33-jährige Ex-Profi servierte quasi knallhart und schnell dem aus der Nähe von Lyon stammenden Hausherrn die Filzkugeln um die Ohren. Er lag schnell mit 1:4 im Rückstand, kämpfte verbissen, doch der Satz war verloren. Diese Qualität behielt er aber bei und mit zunehmender Dauer kam er in seinen Spielrhythmus. Mit großen Applaus wurde sein 4:6, 6:4, 10:5 Sieg beklatscht.

Diese 2:0-Führung gab Selbstvertrauen. Der dreifache Junioren-Grand-Slam-Sieger Jonas Forejtek (ATP 317) legte gegen Hazem „Hans“ Naw an Nummer zwei ein makelloses 6:1 vor. Auch wenn das deutlich ist, der vor vier Jahren aus Syrien stammende sympathische Spieler steckte nicht auf, und wurde gleichwertiger. Allerdings konnte er die Niederlage nicht verhindert. Der im Tiebreak geholte Zweisatzerfolg des jungen Tschechen war im Hinblick auf den Gesamtsieg ein weiterer Schritt. Danach fanden sich die 450 Zuschauer zur bereits laufenden Begegnung zwischen Daniel Cukierman (ATP 693) und Petros Tsitsipas (ATP 906) ein. Hier hatte der zwei Jahre jüngere Bruder des griechischen Weltklassespielers Stefanos Tsitsipas einen überzeugenden ersten Satz absolviert.

Seine dynamische Spielweise behagte den Franzosen aus Tel Aviv überhaupt nicht und es schien als ob diese Partie verloren zu gehen drohte. Schien aber auch nur so. Der mehrfache israelische Meister nahm sein >Kämpferherz< in beide Hände und bot seinem Kontrahenten im zweiten Satz mit einem knappen 7:5 Paroli zum Satzausgleich. Relativ schnell und deutlich war dann der Match-Tiebreak mit 10:4 entschieden und fortan herrschte beste Stimmung auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss. Und wenn es läuft, dann läuft es eben. In Windeseile gewann das französische Duo Antoine Cornut-Chauvinc mit 6:0, 6:3 gegen Daniel Brands/Yannick Born und Jonas Forejtek/Jan Zielinski ließen sich ebenfalls nicht hängen und besiegten mit 6:7(4), 6:2, 10:8 das Kölner Gespann Adam Pavlasek/Petros Tsitsipas. Wie wichtig dieser vor allem deutliche Sieg für das Team Hämmerling TuS Sennelager war, zeigt die Tabelle auf. Hinter dem Quartett Badwerk Gladbach HTC (6:0 Punkte), TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (5:1 Punkte), Grün-Weiss Mannheim sowie Sennelagers Gegner TC Großhesselohe am Sonntag (beide 4:2 Punkte), sind die Ostwestfalen mit einem Kontostand von 2:4 auf dem 5. Tabellenplatz vor vier weiteren Mannschaften platziert. Tabellenletzter ist Blau-Weiss Krefeld mit 1:5 Punkten.

Am Sonntag stellt sich ab 11.00 Uhr auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC) der TC Großhesselohe vor. Eine Mannschaft die um den Titel spielen kann. Darüber täuscht auch nicht die überraschende Niederlage am zweiten Spieltag gegen Neuss hinweg, denn bis dato hatten sie mit unter anderem Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff zwei deutsche Spitzenspieler aufgeboten. Während sich Kohlschreiber auf Olympia in Tokio vorbereitet, wird der aus Warstein stammende deutsche Davis-Cup-Spieler Struff am Sonntag dabei sein. Ein großer Namen und eine spannende Herausforderung für das Team Hämmerling auf der HTC-Anlage. Das verspricht abermals bestens Tennis und man hofft auf den entsprechenden Zuschauerzuspruch zur Publikumsunterstützung der heimischen Mannschaft.

Tabelle
Spieltage Sätze Matches Punkte
1. Badwerk Gladbacher HTC 3 28:13 14:4 6:0
2. TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A) 3 29:14 13:5 5:1
3. Grün-Weiss Mannheim (DM) 3 27:16 12:6 4:2
4. TC Großhesselohe 3 25:16 11:7 4:2
5. Team Hämmerling TuS Sennelager 3 19:24 8:10 2:4
6. Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A) 3 17:24 7:11 2:4
7. Kurhaus Lambertz Aachen 3 16:24 7:11 2:4
8. Allpresan Rochusclub Düsseldorf 3 18:25 6:12 2:4
9. Kölner THC Stadion Rot-Weiss 3 16:28 6:12 2:4
10. BW Timberland Finance Krefeld 3 14:25 6:12 1:5