Unternehmer, Hauptsponsor, Namensgeber und 2. Abteilungsvorsitzender, Ralf Hämmerling, freut sich mit dem Team Hämmerling TuS Sennelager auf den Ligastart der 1. Tennis-Point Bundesliga an. © Ralf Meier

Start der Tennis-Bundesliga Herren am 09. Juli 2021
Team Hämmerling TuS Sennelager beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss
Zum Ligastart kommt Badwerk Gladbacher HTC • 500 Zuschauer sind zugelassen

? Herr Hämmerling, fangen wir mit etwas erfreulichem an. Nach dem umjubelten Klassenerhalt im Debütjahr 2019 und der Coronabedingten Pause im letzten Jahr, freuen Sie sich nun darauf, dass wieder gespielt wird.
Ralf Hämmerling: Dass kann man wohl sagen. Die vergangenen Wochen waren sehr anstrengend. Zum einen die Diskussionen um den Spielplan, zum anderen aber auch die Gespräche mit unseren Partnern und Sponsoren. Erfreulicherweise habe ich feststellen können, dass wir als Team Hämmerling TuS Sennelager ein sehr gutes Standing haben, so dass wir uns entschieden haben, wieder an der Tennis-Bundesliga teilnehmen. Um auf Ihre Frage zurückzukommen, ja ich freue mich sehr darauf.

? Verändert hat sich der Austragungsort Ihrer Heimspiele. Warum nicht mehr in Paderborn bei Blau-Rot oder Grün-Weiß.
Ralf Hämmerling: Auf Grund der langen Zeit der Ungewissheit, ob überhaupt die Saison stattfinden wird, haben unabhängig davon die angesprochenen Vereine ihr sportliches Clubleben geplant. Deshalb mussten wir uns nach einem anderen Club umsehen.

? Wie sind Sie auf den Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss gekommen.
Ralf Hämmerling: Ich kannte den HTC-Vorsitzenden Daniel Didier und habe ihn diesbezüglich angesprochen. Da es ein ambitionierter Tennisclub ist, der etwas bewegen will, waren wir uns schnell mit ihm und dem Vorstand einig, unsere Heimspiele dort auszutragen.

? Nun hat der HTC ja keine Bundesliga-Erfahrung. Konnten trotzdem alle Bundesliga-Vorschriften des DTB umgesetzt werden.
Ralf Hämmerling: Auf jeden Fall. Mit großer Begeisterung ist man beim HTC dieses Bundesliga-Vorhaben angegangen und ich bin mir sicher, wir werden dort eine optimale Bundesliga-Anlage vorfinden. Ich kann heute schon sagen, wir streben eine längerfristige Partnerschaft an.

? Nun ist der Bundesliga-Start vom 04. Juli auf den 09. Juli verschoben worden. Warum?
Ralf Hämmerling: Es war so, dass die Vorschriften auf Grund der Pandemie alles in Frage gestellt hat. So sind Turniere ausgefallen und verschoben worden. Die Damen-Bundesliga ebenfalls. So dass es letztlich bis vor zehn Tagen gebraucht hat, bis ein Spielplan für alle akzeptabel war.

? Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Bundesliga-Vereine und der DTB konträr gegenüberstanden. War der Spielbetrieb gefährdet.
Ralf Hämmerling: Es gab unterschiedliche Ansichten und Meinung, sowohl beim DTB als auch unter den Bundesliga-Vereinen. Von daher hatten auch einige Vereine die Absicht geäußert, sich vom Spielbetrieb zurückzuziehen. Von daher, ja, die Saison war gefährdet.

? Täuscht mich mein Gefühl, dass der DTB wenig Rücksicht auf die Bundesliga-Vereine nimmt?
Ralf Hämmerling: Es ist ein vielschichtiges Problem. Sicherlich hat die Tennis-Bundesliga der Herren nicht den sportlichen Einfluss auf den Verband, wie man ihn sich auf Grund der rund 50 Jahre Liga gerne hätte. Vielleicht ist man auch beim DTB zu weit weg von dieser Ligabasis. Zum anderen ist festzustellen, dass die zehn Clubs – was ich verstehen kann – sehr ihre eigenen Interessen im Blick haben. Hier hätte ich mir schon etwas mehr Solidarität auf Seiten der Bundesliga-Clubs gewünscht.

? Was muss sich in dieser Hinsicht ändern.
Ralf Hämmerling: Meiner Meinung nach, da die Tennis-Bundesliga zweifelsfrei ein Profispielbetrieb ist, muss man sich auch so aufstellen. Ein loser Zusammenschluss, wie es derzeit in einem Ausschuss der Fall ist, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Fragen nach Ligavermarktung, Sponsoren, TV-Rechte und andere Themen müssen professioneller gelöst werden. Das kann man nicht dem DTB alleine überlassen, die Bundesliga-Vereine müssen hier gestaltend mitwirken. Durchaus unter dem Dach des DTB, aber mit einer eigenen Ligastruktur bzw. -organisation.

? Kommen wir zu Ihrem Team. Ist die Mannschaft stark genug um erneut den Klassenerhalt zu ermöglichen.
Ralf Hämmerling: Davon gehe ich aus. Wir haben in unserem Debütjahr 2019 mit Enthusiasmus und großem Teamspirit die Liga halten können. Das wird auch in dieser Saison so sein.

? Vergleicht man das aktuelle Aufgebot mit dem der Saison 2019, so fällt auf, dass sich Profis wie Norbert Gombos, Arthur Rinderknech oder Jozef Kovalik spielerisch und im ATP-Ranking enorm verbessert haben. Wie konnten Sie die überzeugen beim Team Hämmerling zu bleiben.
Ralf Hämmerling: Es ist ja so, dass Marc (Renner als Teamchef, Anm. Red.) und Marius (Kur als Coach, Anm. Red.) nicht nur zur Saison, sondern das ganze Jahr über den Kontakt zu den Profis halten. Auf allen Social-Media-Kanälen tauscht man sich aus und diese persönliche Verbindung gibt eine Zugehörigkeit zum Team. Dieses Miteinander über den aktuellen Spieltag hinaus, lässt so einen Teamspirit entstehen.

? Trotz Profisport und Geld, ist Teamgeist auch heutzutage ein Faktor um erfolgreich zu sein.
Ralf Hämmerling: Generell kann ich das nicht beurteilen, denn ich weiß zu wenig wie andere Clubs dies händeln. Für uns kann ich dies uneingeschränkt bejahen.

? Sie sind der Haupt- und Namenssponsor. Ist durch die Pandemie das Interesse am Sport verloren gegangen.
Ralf Hämmerling: Das kann man wohl sagen, denn an der Basis hat ja in den Vereinen nichts stattgefunden. Es wird so seine Zeit brauchen, bis die Vereine diese Defizite aufgeholt haben. Man muss ja bedenken, die Vereinsarbeit erfolgt ja zumeist ehrenamtlich. Nach all den Beschränkungen für jeden Einzelnen und der Rückkehr in die Normalität, muss ein jeder auch wieder bereit sein, sich zu engagieren. Wir alle sind aufgefordert, den Vereinssport wieder zu beleben.

? Hat der Tennissport in Paderborn eine wirtschaftliche Basis.
Ralf Hämmerling: Da wir lange nicht wussten, wie es weiter geht, konnten wir auch keine Sponsorenakquise betreiben. Seit vier Wochen führen wir nun Gespräche mit unseren vorhandenen Sponsoren. Ich kann nur sagen, keine einzige Firma oder Unternehmen hat uns abgesagt. Sie alle sind dabei geblieben. Diese wirtschaftliche Rückendeckung hat uns letztlich bewogen, in der Bundesliga zu bleiben. Es ist sogar etwas mehr an Geldern zusammengekommen, so dass wir sicherlich ein starkes Team aufbieten können.

? Ein anderes Thema sind die Hygienevorschriften. Was gibt es eigentlich alles zu beachten.
Ralf Hämmerling: Der HTC hat mit dem örtlichen Gesundheitsamt alles besprochen. Die Vorgaben, geimpft, genesen oder der Nachweis eines Tests, können umgesetzt werden. Am Eingang werden entsprechende Listen ausgelegt, wo – wer das nicht nachweisen kann – sich der Einzelne zur Nachverfolgung eintragen kann.

?…und Zuschauer dürfen auch kommen. Wenn ja, wieviel sind zugelassen.
Ralf Hämmerling: Bis zu 500 Zuschauer sind zugelassen. Auf der Tribüne sind die entsprechenden Sitzplätze markiert und nummeriert, so dass wie exakt wissen, wer wo Platz genommen hat. Gottlob sind aber in Hövelhof und Paderborn die Inzidenzen rückläufig.

? Kann man sagen: Der Hövelhofer Tennis Club und Ihr Team Hämmerling sind am kommenden Freitag bereit zum Ligaauftakt gegen den Gladbacher HTC.
Ralf Hämmerling: Wenn der eigentliche Saisonstart am 4. Juni hätte stattfinden müssen, wären sicherlich auf der Anlage ein paar Nachtschichten erforderlich gewesen. So aber hat alles just in time geklappt und es kann losgehen. Wie eingangs gesagt, wir freuen uns auf die Bundesliga-Saison 2021.

! Dann wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Saison.

Kurzportrait Ralf Hämmerling
Alter: 64 Jahre
Geboren in: Elze (Wedemark)
Status: Verheiratet
Kinder: Zwei und zwei Enkelkinder
Beruf: Selbstständiger Kaufmann
Name des Unternehmens: Hämmerling Group GmbH
Stammsitz des Unternehmens: Paderborn
Branche: Handel und Logistik
Beschäftigte: 500 Mitarbeiter
Hobbys: Tennis, Fußball, Rennsport
Entspanne mich am besten bei… …gutem Rotwein und einer Zigarre
Lebensphilosophie: Geht nicht, gibt´s nicht!