In der Domstadt zweite Saisonniederlage

Der mit einem luxemburgischen Pass ausgestattete Nick Hardt, der gebürtig aus der Dominikanischen Republik stammt, debütierte erfolgreich für das Team Hämmerling TuS Sennelager. © ITF

Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt. So könnte man auch das vergangene Wochenende mit den beiden Spieltagen in der 2. Tennis-Bundesliga Nord beschreiben. Am letzten Freitag gab es einen überragenden 7:2-Erfolg gegen den LTTC Rot-Weiß Berlin und zwei Tage später pure Ernüchterung. „Das war nicht das, was wir uns ausgerechnet haben“, so Chefcoach Ewald Spaaij nach der sonntäglichen 2:7-Niederlage beim Aufstiegskandidaten Kölner THC Stadion RW, „denn von den Paarungen her hätte es eigentlich ausgeglichener sein müssen.“ In der Domstadt sah sich das Team Hämmerling TuS Sennelager am 5. Spieltag zwischenzeitlich mit einem deutlichen 1:5-Rückstand konfrontiert. Nicht viel besser wurde es in den Doppeln, denn lediglich das Duo Matteo Martineau/Julien Cagnina konnte einen siegbringenden Punkt beisteuern. „Leider konnten wir nicht an das Niveau von Freitag anknüpfen“, meinte Teambetreuer Marc Renner, „denn irgendwie waren wir heute mental nicht gut drauf. Dieses Ergebnis haken wir ab und konzentrieren uns auf das nächste Wochenende.“ Dann stehen die beiden letzten Saison-Heimspiel an: Am Freitag (29. Juli) kommt es zum ostwestfälischen Nachbarschaftsduell gegen den TP HerzensSACHE Versmold und zwei Tage später reist der THC Brühl in Hövelhof an.

In der ersten Dreierrunde von sechs Einzelbegegnungen glaubten die Ostwestfalen noch gut mithalten zu können, obwohl bereits zwei Partien recht schnell zu Gunsten der Rheinländer zu Ende gegangen waren. Gegenüber seinem Spiel vom Freitag gegen den Ukrainer Krutykh, war der 23-jährige Matteo Martineau nicht wiederzuerkennen. Der aus Koblenz stammende Jan Choinski, drei Jahre älter als sein französischer Kontrahent, dominierte das Duell und gestattete seinem Gast ganz vier Spiele. Eine ernüchternde 1:6, 3:6 Zweisatzniederlage brachte die Kölner in Führung. Diese wurde an Position sechs auf 2:0 ausgebaut. Der Niederländer Wesley Koolhof, aktuell die Nummer 6 der ATP-Doppel-Weltrangliste, traf auf Benedikt Henning. Der zog sich gut aus der Affäre und musste sich letztlich dem 33-jährigen Routinier, der in diesem Jahr bereits fünf Doppelturniere auf der ATP-Tour gewinnen konnte, am Ende mit 5:7, 3:6 geschlagen geben.

Offen bis in den Champions-Tiebreak verlief das Duell zwischen Adam Pavlasek und Antoine Cournut-Chauvinc. Der 27-jährige Tscheche in Reihen der Kölner, der bereits als Nummer 79 im ATP-Ranking notiert wurde, leistete dem sechs Jahre jüngeren Franzosen im Team von Chefcoach Ewald Spaaij erbitterten Widerstand. Während am Freitag das Quäntchen Glück bei drei gewonnenen Champion-Tiebreaks auf Seiten der Paderborner war, fehlte diesmal dieses Momentum. Selbst vier Matchbälle reichten nicht aus, so dass ein 4:6, 6:2, 11:13 die 3:0-Führung bedeutet. Irgendwie war danach ein wenig der Glaube an das eigene Können und die Hoffnung an eine Ergebniswende verloren gegangen und es wurde bitter für das Team Hämmerling TuS Sennelager.

Der schillernde Tennisprofi Dustin Brown, der immer schon Tennis nach dem Motto alles oder nichts gespielt hat, brannte auch an diesem Sonntag ein spielerisches Feuerwerk gegen Julien Cagnina ab. Wie entfesselt knallte der 37-jährige Deutsch-Jamaikaner, der mit seiner unorthodoxen Spielweise unter anderem ein Rafael Nadal besiegen konnte, die Bälle auf die andere Seite des Netzes. Seiner 9:0-Führung gegen den zehn Jahre jüngeren Belgier schreibt sich am Ende 6:0, 6:3 für den Mann mit den Rasta-Locken. Tsitsipas ist ein großer Namen auf der ATP-Tour, doch dies gilt lediglich für den Profi mit dem Vornamen Stefanos, immerhin die Nummer 4 im ATP-Ranking. Sein jüngerer Bruder Petros ist mit der Position 1020 im Tennis-Niemandsland. Gleichwohl reichte es an diesem Tag, mit 6:1, 6:3 dem 24-jährigen Franzosen Lucas Bouquet eine glatte Niederlage beizubringen. Somit führen die Domstädter mit 5:0 und fundamentierte die zweite Saisonniederlage für die Ostwestfalen.

Dass es nicht auch noch eine sechste Einzelniederlage gab, verhinderte der erstmals an Nummer eins eingesetzte Nick Hardt. Der 21-jährige Tennisprofi, der aus der Dominikanischen Republik stammt und einen luxemburgischen Pass besitzt, war am Sonntagvormittag in Köln gelandet und schnurstracks zur Anlage gekommen war. Da fand er zunächst kein spielerisches Mittel gegen den elf Jahre älteren Argentinier Marco Trungelitti und verlor den ersten Durchgang mit 3:6. Doch mit einer ungeheuren Willenskraft stemmt sich der junge Luxemburger gegen die Niederlage und glich im Tiebreak des zweiten Satzes aus. Zwar wurde es im abschließenden Champions-Tiebreak noch einmal spannend, aus seiner 8:5-Führung wurde zwischenzeitlich ein 9:9, doch das 11:9 brachte wenigsten einen Einzelsieg für Spaaij, Renner und Co. ein.

Kölner THC Stadion RW – Team Hämmerling TuS Sennelager 7:2 (5:1)
Einzel: Trungelliti, Marco (ARG/ATP 229) – Hardt, Nick (LUX/ATP 297) 6:3, 6:7(4), 9:11, Choinski, Jan (GER/561) – Martineau, Matteo (FRA/ATP 380) 6:1, 6:3, Brown, Dustin (GER/ATP-Doppel 145) – Cagnina, Julien (BEL/1083) 6:0, 6:3, Pavlasek, Adam (CZE/960 – Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/828) 6:4, 2:6, 13:11, Tsitsipas, Petros (GRE/1020) – Bouquet, Lucas (FRA/874) 6:1, 6:3, Koolhof, Wesley (NED/ATP-Doppel 6) – Henning, Benedik (GER/1847) 7:5, 6:3. Doppel: Trungelitti/Koolhof – Martineau/Cagnina 3:6, 2;6, Brown/Broska, Florian – Cornut-Chauvinc/Pel, David 5:7, 6:4, 10:8, Pavlasek/Tsitsipas – Bouquet/Henning 6:1, 7:5.