In Bremen eine 4:5-Niederlage

Spielerisch top, Nerven wie Drahtseile. Auf diese Formal kann man den Auftritt des 23jährigen Franzosen Matteo Martineau bringen. Er lieferte Tennis vom Allerfeinsten, wehrte Matchbälle ab, und rettete so in einem Dreisatzkrimi seinen Sieg. © HTC_Ralf Meier

Während der gastgebende Bremer TV von 1912 so gegen 21.45 Uhr am Freitagabend seine 120-Jahrfeier auf seiner Anlage an der Biermannstraße jubelnd starten konnte, trat das Team Hämmerling TuS Sennelager eine enttäuschende Rückreise an. Eigentlich hatten die Ostwestfalen am zweiten Spieltag der 2. Tennis-Bundesliga mit einem Sieg liebäugelt, doch es hat nicht sollen sein. Nach einem 3:3-Zwischenresultat nach sechs Einzelmatches, gab es zwei Niederlagen in den Doppeln und auf dem Spielbogen stand eine 4:5-Niederlage. Am kommenden sonntäglichen dritten Spieltag (17. Juli) hat das Team Hämmerling TuS Sennelager spielfrei und ist erst wieder am 22. Juli (Freitag/Beginn 13.00 Uhr) gefordert, wenn in Hövelhof der deutsche Rekordmeister LTTC Rot-Weiß Berlin sich vorstellt.

„Wir hätten zwei Einzel mehr gewinnen können“, meinte Ewald Spaaij, „doch der Regen hat uns nicht geholfen. Morgens waren die Plätze noch sehr gut, doch nach der Regenpause waren sie weicher. Zudem mussten wir auch auf andere Courts ausweichen, denn auf denen wir begonnen hatten stand das Wasser.“ Folge dessen wurde es auch nichts mit einer erhofften Führung nach den Einzeln. Die erste Dreierrunde konnten die Ostwestfalen für sich buchen, denn sowohl der erstmals eingesetzte Israeli Yshai Oliel lieferte eine ebenso starke Leistung wie der 28-jährige Belgier Julien Cagnina ab. Beide siegten überzeugend in jeweils zwei Sätzen gegen ihre beiden spanischen Kontrahenten Pol Toledo Baque und Alberto Barroso-Campos. Stark begonnen hatte auch an Position sechs der aus Bad Hersfeld stammende Benedikt Henning, der bis zur Regenunterbrechung gegen Lukas Rüpke mit 6:2, 5:3 geführt hatte. Doch nach einer fast zweistündigen Pause lief nichts mehr so richtig für den 25-jährigen Deutschen. Die Folge war eine im Champions-Tiebreak mit 6:10 besiegelte Dreisatzniederlage.

In der zweiten Einzelrunde war es durchaus möglich, denn Vorsprung des Hämmerling-Teams auszubauen. Allerdings kamen die Hausherren mit den widrigen Platzverhältnissen besser zurecht und stellten mit zwei Siegen das Unentschieden her. Die Spitzenposition hatte Ewald Spaaij mit dem Ex-Bremer Raul Barcaccio, denn die Hansestädter gerne weiterhin in ihren Reihen gehabt hätten. Ob sie diese Meinung auch nach dem Match noch gehabt haben, bleibt offen. Jedenfalls bot die Bremer Nummer eins, der Spanier Johan Nikles, sein bestes Tennis auf höchstem Niveau. Mit 7:5 gewann er den ersten Satz, mit 2:6 ging zwar der zweite Duchgang an Barcaccio, doch der Paderborner blieb nicht stabil und musste sich im Champions-Tiebreak mit 6:10 geschlagen geben.

Ein druckvolles und stabiles Spiel lieferte Estlands Davis-Cup-Spieler Jürgen Zopp und sein Zweisatzerfolg (6:4, 6:4) gegen Antoine Cornut-Chauvinc brachte den Hausherren die Führung ein. Demzufolge drohte den Ostwestfalen sogar ein Rückstand nach den Einzeln, doch der 23-jährige Matteo Martineau lieferte sich mit dem Spanier Pedro Vives Marcos ein sehenswertes Duell. Beide Tennisprofis agierten mit blitzschnellen Grundlinienschlägen, wussten allerdings auch technische Finessen einzustreuen, so dass letztlich auch hier der Champions-Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Diese spielerische Auseinandersetzung kam einem Krimi gleich, denn in der spielentscheiden Phase hatte beide Matchbälle auf ihrem Schläger. Den entscheidenden Ball konnte jedoch der Franzose zum 15:13-Sieg für sich entscheiden und stellte die Partie somit auf ein 3:3.

Bremer TV von 1912 – Team Hämmerling TuS Sennelager 5:4 (3:3)
Einzel: Nikles, Johan (ESP/ATP 256) – Brancaccio, Raul (ESP/ATP 304) 7:5, 2:6, 10:6, Toledo Baque, Pol (ESP/674) – Oliel, Yshai (ISR/344) 2:6, 1:6, Vives Marcos, Pedro (ESP/1066) – Martineau, Matteo (FRA/383) 3:6, 7:5, 13:15, Barroso-Campos, Albertos (ESP/406) – Cagnina, Julien (BEL/1092) 3:6, 4:6, Zopp, Jürgen (EST/954) – Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/804) 6:4, 6:4, Rüpke, Lukas (GER/—) – Henning, Benedik (GER/1839) 2:6, 7:6(4), 10:6. Doppel: Nikles/Vives Marcos – Brancaccio/Cagnina 2:6, 4:6, Toledo Baque/Barroso-Campos – Martineau/Cornut-Chauvinc 6:4, 6:4, Zopp/Podlipnik-Castillo, Hans – Oliel/Henning 6:4, 6:2.