Teammanager Ralf Hämmerling (2. von links) begrüßte am Rande der Bundesliga-Begegnung auf der Anlage des Hövelhofer Tennisclub Blau-Weiss (von links) Fabian Wohlgemuth (Sportdirektor SC Paderborn), Lukas Kwasniok (Trainer SC Paderborn und den stellvertretenden CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Carsten Linnemann. © Ralf Meier

Paderborn. Was auf Seiten des Team Hämmerling TuS Sennelager seit dem Saisonstart in die 1. Tennis-Point Bundesliga wie ein Damoklesschwert über sie hing, trat an diesem 5. Spieltag ein: Sie hatten nicht genügend Spieler zum Heimduell gegen den TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse zur Verfügung. „Heute kam alles zusammen“, sagte Teammanager Marc Renner, „denn die Nachwirkungen von Corona sowie Spieler bei Olympia in Tokio, aktuelle Turniererfolge und sechs verletzte Spieler haben uns arg dezimiert.“ So war Renner zumindest am Sonntagmorgen zunächst froh, dass er vier Spieler hatte. Doch es gab kein Ende des Schreckens an diesem Sonntag. Der 22-jährige Kacper Zuk (ATP 170) war zwar da, aber nicht spielfähig. „Im rechten Oberschenkel habe ich eine Entzündung“, so der polnische Davis Cup-Spieler, „ich kann nur gehen, an laufen ist nicht zu denken.“

Demzufolge lagen die Gastgeber bereits mit 0:1 im Hintertreffen, bevor die ersten Bälle überhaupt gespielt worden waren. Dabei hatte das Team Hämmerling eigentlich einen Sieg eingeplant, wollte man nicht zu diesem Zeitpunkt bereits fest im Tabellenkeller sitzen. Mit drei Hämmerling-Profis war natürlich gegen das oberbayerische Quartett wenig auszurichten, denn mit Damir Dzumhur (ATP 127), Blaz Rola (ATP 167), Alessandro Giannessi (ATP 117) und Matteo Viola (ATP 262) waren die Rosenheimer spielerisch gut aufgestellt. Das soll nicht heißen, dass die Gastgeber chancenlos waren, aber durch die Bank weg waren sie in letzter Konsequenz nicht routiniert genug, den durchweg 30-Jährigen Gästen in den jeweils entscheidenden Phasen eine Niederlage beizubringen. Immer wenn es eng wurde, war das Quäntchen Glück oder auch Können oder auch Routine bei den Anderen.

Lediglich der an Nummer vier aufgestellte 26-jährige Israeli mit französischen Pass, Daniel Cukiermann (ATP 664), biss sich gegen den acht Jahre älteren Matteo Viola (ATP 262) durch. Beide boten sehenswertes, schnelles Tennis bei hochsommerlichen Temperaturen und trotz des verloren gegangenen ersten Satzes, steckte der Mann aus Tel Aviv gegen den Italiener nicht auf. Je länger die Auseinandersetzung andauerte, umso sicherer wurde das Spiel des mehrfachen israelischen Meister. Der Lohn seiner schweißtreibenden Auseinandersetzung war ein Dreisatzerfolg und das zwischenzeitliche Unentschieden.

Dass dies der einzige Einzelpunkt sein würde, hatte man zu diesem Zeitpunkt nicht glauben wollen, doch es war so. Der 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 664) musste sich in zwei Sätzen dem zehn Jahre älteren Italiener Alessandro Giannessi (ATP 117) geschlagen geben und nun lag Hoffnung beim erstmals aufgebotene 19-jährige Juan Manuel Cerundolo (ATP 144), Die Nummer eins im Hämmerling-Team sollte für den zweiten Einzelsieg sorgen. Doch daraus wurde nichts, trotz einer großartigen Leistung des Südamerikaners. Sein Gegenüber, der mit einem kroatischen Pass ausgestattete Damir Dzumhur, ließ immer dann, wenn es für ihn vom Zwischenstand her eng wurde, seine Klasse aufblitzen. So bedankten sich am Ende rund 600 Zuschauer für großartige Ballwechsel und zahlreichen Stoppbällen mit viel Applaus, doch auch rhythmischen Klatschen brachten Dzumhur nicht aus dem spielerischen Takt. Viel Beifall und aufmunterndes Schulterklopfen für den jungen Mann aus Buenos Aires, doch zwei deutliche Tiebreak-Niederlagen sorgten für ein ernüchterndes 1:3.

Das traurige Kapitel an diesem Tag war aber die Tatsache, dass keine Doppel ausgetragen werden konnte. Das Team Hämmerling hatte sowieso keinen vierten Spieler im Aufgebot und Matteo Viola hatte sich im Einzel eine Zerrung zugezogen, so dass dieser Sonntag mit einem vorzeitigen 4:2 Erfolg für die Oberbayern endete. „Mir tut es sehr leid“, sagte Hauptsponsor Ralf Hämmerling Cora publico im Interview, „dass wir ihnen kein Doppel bieten können. Doch ich lasse mir etwas einfallen, wie wir das im letzten Heimspiel am 13. August gegen Neuss wieder gut machen können.“ Fakt ist aber auch, das Team Hämmerling TuS Sennelager ist durch die Niederlage und der Punktegewinne der ebenfalls abstiegsgefährdeten Mannschaften ans Tabellenende gerutscht! Möglicherweise nur eine Momentaufnahme.

Unterhaltsam endete trotzdem der Spieltag auf dem Centre Court. Zu einer Talkrunde mit Moderator Frank Hofen hatten sich der stellvertretende CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, sowie vom Fußball-Zweitligisten SC Paderborn der Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und Trainer Lukas Kwasniok eingefunden. Die Unterhaltung brachte aber eines zutage: sie alle wollen gewinnen. Der Paderborner Bundestagsabgeordnete die Bundestagswahl am 26. September und die beiden SCP-Persönlichkeiten unter anderem zahlreiche Ligasiege und einen möglichen Erfolg in der ersten DFB-Pokalrunde am 06. August bei Dynamo Dresden.