Glückwunsch, die Abstiegsnöte sind verscheucht!

Der Grundstein zum Klassenerhalt wurde am ersten Spieltag mit einem deutlichen Sieg gegen den Tennis-Club SCC Berlin gelegt (stehend von links): David Pel, Alfredo Perez, Antoine Cornut-Chauvinc, Julien Cagnina, Chefcoach Ewald Spaaij sowie kniend (von links) Corentin Denolly, Matteo Martineau und Riccardo Bonadio. Des Weiteren kamen im Saisonverlauf noch Nick Hardt, Yshai Oliel, Lucas Bouquet, Benedikt Henning und Sean Hess zum Einsatz. © HTC (Ralf Meier)

Das vorweg: Der Klassenerhalt in der 2. Tennis-Bundesliga ist dem Team Hämmerling TuS Sennelager am vorletzten Spieltag geglückt. Und noch mehr: Aktuelle Platzierung ist der 4. Tabellenplatz. So glücklich und zufriedenstellend das auch ist, es war eine Saison zwischen Hoffen und Bangen. Der Start am 10. Juli glückte mit einem deutlichen Sieg gegen den SCC Berlin, doch es folgten auch schmerzhafte Niederlagen. Und immer wieder schwebte das Damoklesschwert des Abstiegs über die von Chefcoach Ewald Spaaij geführte Mannschaft. Doch dieser 05. August mit seinem 8. Spieltag zeigte noch einmal auf, welch spielerisches Potential der Kader hat, wenn die Besten dabei sind. Das war nicht immer so, dafür aber am Freitag beim Oldenburger TeV, wo sich die Ostwestfalen einen überzeugenden 6:3-Sieg erspielen konnten und so das Abstiegsgespenst endgültig verscheuchen konnten.

„Heute hatten wir unser stärkstes Aufgebot“, sagte ein zufriedener Chefcoach Ewald Spaaij, der sich um 17.59 Uhr mit einem 5:1 Zwischenresultat nach sechs Einzeln über den Klassenerhalt freuen konnte. Der Saisonabschluss findet am Sonntag beim Tabellenführer TK BW Aachen statt. Dass im Team Hämmerling Teamgeist praktiziert wird, ist an einem aktuellen Beispiel zu belegen. Der 25-jährige US-Amerikaner Alfredo Perez kam nicht zum Einsatz, denn mit dem Israeli Yshai Oliel stand bereits ein Nicht-EU-Spieler im Team. Er wollte allerdings nicht untätig herum sitzen und hat infolge dessen die Schläger seiner spielenden Mannschaftskollegen bespannt! Demzufolge ist anzunehmen, dass er am Sonntag in Aachen wieder auf dem Court stehen wird, denn der 22-jährige Yshai Oliel hat sich bereits verabschiedet. Welch spielerisches Potential in dem Hämmerling-Kader steckt, verdeutlichte die erste Dreier-Einzelrunde. An den Positionen zwei, vier und sechs gab es drei glatte Zweisatzsiege von Paul Brancaccio, Julien Cagnina und vom erstmals eingesetzten Deutsch-Argentinier Sean Hess. Die 3:0-Führung baute Yshai Oliel ebenfalls in zwei Sätzen aus.

Topgesetzt war zum zweiten Mal in dieser Saison Riccardo Bonadio, der in der Partie gegen den mit einem französischen Pass spielenden Uzbeken Gleb Sakharov stark begann. Der stand zunächst auf verlorenem Posten, doch je länger die Auseinandersetzung andauerte, umso sicherer wurde der aus Tashkent stammende Oldenburger. Hinzu kam eine gehörige Portion Routine, den Sakharov ist mittlerweile 34 Jahre und war im weltweiten ATP-Ranking bereits auf Position 153 notiert gewesen. Der Satzausgleich war die logische Folge und auch im Champions-Tiebreak führte zunächst der Gastgeber. Allerdings konnte er das nicht siegreich zu Ende führen und der Dreisatzerfolg des Italieners führte zur klassenverbleibenden 5:0-Triumph.

„Ihm fehlt so ein wenig der Glaube an sein eigenes Können“, sagte Ewald Spaaij, „denn letztlich verliert er immer die engen Matches.“ Gemeint ist der 25-jährige sympathische Benedikt Henning, dessen kämpferisches Bemühen wieder einmal nicht belohnt wurde. Der erste Satz ging im Tiebreak verloren. Den Zweiten holte sich der Bad Hersfelder, so dass der Champions-Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Schnell in Führung ging der 32-jährige Routinier Florian Barth, doch Henning gab nicht auf. Selbst bei einem 4:8-Rückstand und Aufschlag des Kontrahenten, wurde dagegen gehalten. Mit Erfolg, doch es reichte nur zum zwischenzeitlichen 8:8. Schlussendlich fehlte letztlich die Konzentration und so gab es abermals eine weitere Niederlage. Insgesamt betrachtet tat dieser Punktverlust aber nicht weh, denn auch in der Saison 2023 gehört das Team Hämmerling TuS Sennelager der zweithöchsten nationalen Tennisliga an.

Oldenburger TeV – Team Hämmerling TuS Sennelager 3:6 (1:5)
Einzel: Sakharov, Gleb (FRA/ATP 989) – Bonadio, Riccardo (ITA/ATP 192) 3:6, 7:5, 7:10, Dornbusch, Michel (GER/—) – Brancaccio, Raul (ESP/206) 2:6, 1:6, Muscheites, Lasse (GER/—) – Oliel, Yshai (ISR/320) 2:6, 2:6, Donders, Dax (NED/1048) – Cagnina, Julien (BEL/1047) 1:6, 4:6, Barth, Florian (GER/—) – Henning, Benedikt (GER/—-) 7:6(4), 4:6, 12:10, Meyer, Alexander (GER/—) – Hess, Sean (GER/1192) 6:7(2), 4:6. Doppel: Sakharov/Dornbusch – Bonadio/Cagnina 5:7, 6:3, 10:8, Muscheites/Wetzel, Mattis – Brancaccio/Pel, David 6:7(4), 6:7(2), Barth/Meyer – Oliel/Hess 7:6(5), 6:3. Zuschauer: 250