Gegen den THC Brühl am Sonntag siegen!

Sein Debüt vor heimischer Kulisse war für den 22-jährigen Israeli Yshai Oliel nicht von Erfolg geprägt, denn er musste sich dem bereits für Deutschland im Davis-Cup eingesetzten Versmolder Daniel Masur geschlagen geben. © HTC (Ralf Meier)

Das war leider nichts, was sich da am Freitag in dem ostwestfälischen Derby zwischen dem Team Hämmerling TuS Sennelager und dem Aufstiegskandidaten TP HerzensSACHE Versmold am 6. Spieltag in der 2. Tennis-Bundesliga abgespielt hat. Zumindest nicht aus Sicht des gastgebenden Teams auf der Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß. Am Ende des Tages gab es vor 400 Zuschauern eine 1:8-Niederlage und sie zeigt den Versmoldern den Aufstieg in die 1. Tennis-Bundesliga auf. Bereits nach den sechs gespielten Einzel war das Duell entschieden, denn mit dem 6:0-Zwischenresultat hatten die Gäste schon schon alles erreicht. Eine minimale Resultats-Verbesserung gab es dann noch im Doppel, denn das an Nummer eins aufgebotene Hämmerling-Duo Duo Corentin Denolly/Julien Cagnina siegten mit 6:1, 6:3 gegen das Gästegespann Jelle Sels/Frederico Ferreira Silva.

So schmerzlich dieses Resultat für das Team Hämmerling auch ist, ein weiteres Abrutschen in die untere Tabellenregion kann schnell wettgemacht werden. Auf den Plätze fünf bis sieben sind derzeit mit jeweils 4:6 Punkten der Bremer TC von 1912, Team Hämmerling TuS Sennelager und der THC Brühl platziert. Die Ostwestfalen empfangen nun im letzten Heimspiel am Sonntag (31. Juli) den Aufsteiger THC Brühl (Spielbeginn 11.00 Uhr) und zum Kader stoßen mit Francesco Passaro (ATP 144), Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 844) und Alfredo Perez (ATP 589) drei spielstarke Profi, die das Mannschaftsgefüge gegenüber Freitag komplett verändert. Spannend zu sehen sein wird auch die Auseinandersetzung zwischen den Hansestädtern aus Bremen sein, die den Tabellenzweiten Kölner THC Stadion RW (10:2 Punkte) empfangen. Der neue Spitzenreiter TP HerzensSACHE Versmold (10:2 Punkte) hat spielfrei und bei einem möglichen Sieg der Domstädter könnte diese Spitzenposition wieder verloren gehen. Auf dem dritten Rang befindet sich derzeit TK BW Aachen (8:2 Punkte), die beim bis dato noch sieglosen Tabellenletzten Tennis-Club SCC Berlin (0:10 Punkte) anzutreten haben. Tabellenachter ist aktuell mit einem 2:8 Punktestand der Oldenburger TeV, der daheim den LTTC Rot-Weiß Berlin (6:6 Punkte) zu Gast hat.

Zurück zum OWL-Duell. Betrachtet man nur das nackte Ergebnis, so ist anzunehmen, dass die Begegnungen unisono eine einseitige Angelegenheit zu Gunsten der Versmolder gewesen war. Mitnichten, dass war es alle Male nicht. „Versmold war ein kleines Stückchen besser, ein klein wenig routinierter und spielerisch auch ein wenig abgeklärter“, so das Fazit von Hämmerlings Chefcoach Ewald Spaaij, „denn vielfach haben wir mithalten können, aber leider auch nicht mehr. Wir haken das Ergebnis ab.“ In der ersten Einzelrunde zeigte der 26-jährige Niederländer Jelle Sels (ATP 241) gegen Hämmerlings Corentin Denolly (ATP 548) vor allem im ersten Satz eine fehlerlose Vorstellung. Mit seiner bärenstarken Vorhand hielt er seinen Kontrahenten in der Defensive: der 6:1-Satzgewinn bestätigt das. Etwas ausgeglichener wurde der zweite Durchgang, doch gegen die von der Grundlinie pfeilschnell gezogenen Schüsse konnte der Franzose wenig druckvoll returnieren und es gab ein 1:6, 3:6.

Fast fehlerfrei spielte der Bielefelder Louis Weßels (ATP 279) im Duell gegen Lucas Bouquet (ATP 820) auf. Keine Schwächen, gutes und schnelles Antizipieren bei den Stoppbällen, ließen den Franzosen nie so richtig ins Spiel kommen. Der 6:2, 6:4-Erfolg von Weßels war bereits der dritte Einzelpunkt, denn zuvor hatte auch schon Hämmerlings Doppelspezialist David Pel (ATP-Doppel 117) mit 4:6, 2:6 gegen den Österreicher David Pichler (ATP 612) verloren. Hoffnungen auf mögliche Punktgewinne waren insgeheim auf Seiten der Hausherren für die zweite Einzelrunde geplant. Doch leider erfüllten sich diese Wünsche nicht, denn auch hier blieb es nur gutes Mithalten.

Eigentlich hatte nur der an Nummer sechs spielende Benedikt Henning (ATP 1793) eine reale Chance auf den Punktgewinn. Um 16.03 Uhr gewann er den ersten und letztlich mit 7:6(3) auch den einzigen Satzgewinn für das Team. Seine Partie gegen den hageren Lucas Gelhardt (ATP 1652), es war das letzte noch andauernde Einzel, war nach dem Geschmack des Publikums. Vor allem aus Sicht der Gastgeber, denn der Bad Hersfelder lieferte sich gegen den wie eine Ballmaschine spielenden Gelhardt sehenswerte und schnelle Grundlinienduelle. Als Henning dann beim Stande von 5:4 und 40:0 Matchbälle hatte, schien der Punktgewinn greifbar. Doch der aus Koblenz stammende Versmolder packte spielerisch alles aus, wehrt die ab und im Tiebreak stellte er den Satzausgleich her. Damit war auch dieses Duell gelaufen und der 6:7, 7:5, 10:7 sorgte für das makellose 6:0 Zwischenresultat.

Zuvor hatte bereits der erstmals vor eigenem Publikum spielende Israeli Yshai Oliel (ATP 335) in der Partie der Topgesetzten gegen Daniel Masur (ATP 192) gut mitgehalten, doch er verlor gegen den bereits für Deutschland im Davis-Cup eingesetzten Versmolder in zwei Sätzen. Auch Julien Cagnina (ATP 1067) lieferte sich mit dem Ukrainer Vitaliy Sachko (ATP 265) eine spielerische Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Als der 28-jährige Belgier allerdings beim Stande von 4:4 ein überflüssiges Break kassieren musste, sich darüber mächtig ärgerte, war insgesamt gesehen auch dieses Spiel in zwei Sätzen verloren.

Team Hämmerling TuS Sennelager – TP HerzensSACHE Versmold 1:8 (0:6)
Einzel: Oliel, Yshai (ISR/ATP 335) – Masur, Daniel (GER/ATP 192) 3:6, 4:6, Denolly, Corentin (FRA/ATP 548) – Sels, Jelle (NED/241) 1:6, 3:6, Cagnina, Julien (BEL/1067) – Sachko, Vitaliy (UKR/265) 4:6, 2:6, Bouquet, Lucas (FRA/874) – Weßels, Louis (GER/279) 2:6, 4:6, Henning, Benedik (GER/11793) – Gelhardt, Luca (GER/1652) 7:6(3), 5:7, 7:10, Pel, David (NED/ATP-Doppel 112) – Pichler, David (AUT/612) 4:6, 2:6. Doppel: Denolly/Cagnina – Sels/Ferreira Silva, Frederico 6:1, 6:3, Oliel/Pel – Masur/Weßels 2:6, 4:6, Bouquet/Henning – Sachko/Pichler 1:6, 4:6.