Der Mitaufsteiger aus dem Süden hat klangvolle Namen im Team aber noch keinen Sieg
Paderborn. Auch wenn der augenblickliche Tabellenstand nach sechs Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren für den Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager sehr erfreulich ist, lassen sich die Verantwortlichen davon nicht blenden. „Wir stehen zwar derzeit auf dem sechsten Rang, können aber die gute Platzierung realistisch einschätzen“, sagt Teamchef Marc Renner, „denn wir benötigen noch einen Sieg, um den Klassenerhalt perfekt zu machen.“ Das eine gewisse Skepsis und letztlich auch eine gewisse Demut in seinen Worten mit schwingt, hängt zweifelsohne mit der bevorstehenden siebten Meisterschaftsrunde am kommenden Sonntag (04. August) zusammen, die Klarheit über die beiden Absteiger bringen könnte.
Mehr oder weniger wird sich das Schlusslicht Blau-Weiß Aachen bei einem 0:12 Punktekonto, somit bereits drei Zähler Rückstand auf fläsh TC Weinheim als Tabellenneunten (3:9 Punkte), die sich wohl wieder mit der 2. Liga im kommenden Jahr anfreunden müssen. Zumal für die Kaiserstädter die anstehende Herausforderung beim noch ungeschlagenen Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld kaum lösbar ist. Krefelds Teamchef Olaf Merkel wird „alle Spieler, die noch in Europa sind, wollen für uns spielen“ eine spielstarke Formation aufbieten, denn die Tabellenführung soll unbedingt bis zum Duell beim Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim am vorletzten Spieltag (10. August) verteidigt werden. Demzufolge dürfte am Sonntagabend auch die Entscheidung über den ersten Absteiger gefallen sein. Eine weitere Vorentscheidung könnte sich in der Domstadt anbahnen. Die Kurpfälzer liegen mit nur einem Punkt weniger auf der Habenseite hinter dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss, die die Weinheimer zu Gast haben. Ein Sieg für die Rheinländer, die seit 2015 dem Oberhaus angehören, könnte sie von Abstiegsängsten befreien.
Auf Grund des besseren Satzverhältnisses rangiert der bayerische Aufsteiger TC Großhesselohe mit einem Punktestand von 4:8 vor den Domstädtern, denen ein Sieg Luft zum Atmen im Tabellenkeller verschaffen könnte. Nicht anders sieht es beim traditionsreichen Münchner Vorstadt-Club aus, der im Duell der beiden Liganeulinge die Ostwestfalen erwartet. „Unsere beiden Siege am letzten Wochenende haben alle aufhorchen lassen“, so Renner, „und ich bin überzeugt, dass Großhesselohe gegen uns mit einer sehr starken Formation antreten wird.“ Mit dieser Einschätzung liegt Renner sicherlich nicht daneben, zumal die Siege der Paderborner die Konkurrenz aufgeschreckt und somit die potentiellen Kandidaten im Duell um den Klassenverbleib gegen die >Hämmerlinger< gewarnt hat. Nach 16 Jahren Abstinenz ist der TC Großhesselohe im vergangenen Jahr als Südmeister ins Oberhaus zurückgekehrt und Teamchef Bernard Eßmann formulierte eine deutliche Zielvorgabe: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“
Dass eine gewisse Nervosität auf der Anlage am Isarhochufer vorherrscht, ist auch daran zu erkennen, dass man sich angesichts der möglichen Formation in Schweigen hüllt. „Bekanntgeben kann ich nur, dass Florian Mayer spielen wird“, sagte Großhesselohes Pressesprecher Robert M. Frank, „mehr will Teammanager Christopher Kas nicht verraten.“ Fakt ist, sie wollen sich langfristig in der 1. Tennis-Bundesliga etablieren und mit ihrem prominent besetzten Kader von bayerischen Weltklassespielern – vor allem im Vergleich zum TuS Sennelager – haben sie sich sicherlich aktuell mehr ausgerechnet als gegenwärtig Tabellenplatz sieben.
Namen gefällig? Zum Einsatz kamen bis dato unter anderem der zweifacher German-Open-Sieger Nikoloz Basilashvili (ATP 16) aus Georgien, Dennis Novak (ATP 119), Kamil Majchrzak (ATP 100), Matthias Bachinger (ATP 125), Peter Gojowczyk (ATP 122) oder der aktuelle Doppel-French-Open-Sieger Kevin Krawietz (ATP-Doppelweltrangliste 25). „Viele unserer Spieler kennen die 1. Liga. Unser Ziel ist ein im Saisonverlauf möglichst frühzeitiger Klassenerhalt.“, sagt Eßmann. In einem sind die Ostwestfalen dem Mitaufsteiger aus dem Süden einen Schritt voraus. Sennelager hat zwei Siege, dass Team um den früheren deutschen Davis-Cup-Spieler Christopher Kas hat noch keinen Sieg verbuchen können. Ihre vier Punkte resultieren aus den Unentschieden gegen Allpresan Rochusclub Düsseldorf, Kölner THC Stadion Rot-Weiss, Badwerk Gladbacher THC und Kurhaus Lambertz Aachen. Folge dessen soll sich dies am Sonntag ändern und angesichts der mageren Informationspolitik der Gastgeber muss angesichts des möglichen Personals spekuliert werden.
Die beiden Österreicher Dennis Novak und Sebastian Ofner (ATP 167) sind in Kitzbühel beim 250er ATP-World-Event sowohl im Einzel als auch im Doppel ausgeschieden, ebenso wie Matthias Bachinger. Mit Ihnen ist ebenso zu rechnen wie mit Daniel Brands (ATP 277) oder dem Polen Majchrzak, der beim ATP-Challenger im polnischen Sopot als Nummer zwei der Setzliste bereits in der ersten Runde gegen den Mannheim Jeremy Jahn (ATP 420) verloren hat. Auf keinen Fall werden Peter Gojowczyk und Kevin Krawietz da sein, denn die weilen bereits in den USA.
Derweil noch nicht in den Staaten sind die beiden Hämmerling-Spitzenspieler Antoine Hoang (ATP 109) und Jozef Kovalik (ATP 326), die demzufolge dem Team zur Verfügung stehen werden. Offen ist noch die Position des Nicht-EU-Spielers, wobei sich die Nominierung zwischen den beiden Russen Alexey Vatutin (ATP 199) und Ivan Gakhov (ATP 381) entscheiden wird. Die Reise nach Pullach in den Ortsteil Großhesselohe werden auf jeden Fall Dragos Dima (ATP 322), Arthur Rinderknech (ATP 357) und David Pel (ATP-Doppel 109) antreten. Diese personelle Sennelager-Formation besitzt sicherlich nicht die großen Namen, wie die der Bayern. Ist aber leistungsmäßig so ausgeglichen, dass ihnen auch bei der dritten Auswärtsbegegnung in Folge eine Überraschung zuzutrauen ist. Wie sagte unlängst ein optimistischer Hauptsponsor Ralf Hämmerling: „Die halbe Miete ist geschafft, denn nun können wir es selber schaffen und sind von keiner anderen Mannschaft mehr abhängig. Noch ein Sieg und wir bleiben drin.“

Wer letztlich am Sonntag für den TC Großhesselohe im Duell gegen das Team Hämmerling TuS Sennelager auflaufen wird, ist nicht bekannt, bis auf eine Ausnahme: der 35-jährige Florian Mayer, ehemals die Nummer 18 der Weltrangliste, tritt gegen die Ostwestfalen an. © GERRY WEBER OPEN_KET

Nach den Titelanwärtern kommen nun vermeintlich leichtere Aufgaben
Marc Renner: „Konnten teilweise spielerisch mithalten, es fehlte das Quäntchen Glück“
? Herzlichen Glückwunsch, Sie sind nicht mehr Tabellenletzter. Macht die Tennis-Bundesliga jetzt eigentlich mehr Spaß.
Marc Renner: Absolut. Das war aber auch schon in den ersten Spielen so, nur nach dem der letzten Begegnung noch mehr. Wir haben auf der Anlage vom Paderborner TC Blau-Rot bei drei Heimspielen tolle Events gehabt und unsere Zuschauer dabei hervorragenden Tennissport geboten, wie er so sicherlich bei uns noch nicht zu sehen war. Sportlich gesehen ist die erste Tennis-Point-Bundesliga doch noch einmal ein riesiger Unterschied zur zweiten Liga. Von daher ist es großartig zu sehen, dass wir dabei sind.
? Nach dem geglückten Punktgewinn am letzten Sonntag ist die Freude sicherlich recht groß. Sie sind jetzt Tabellenvorletzter. Beginnt nun die eigentliche Herausforderung.
Marc Renner: Gegen Krefeld wurden wir nun endlich auch vom Ergebnis her belohnt. Wobei sicherlich auch ein Sieg möglich gewesen wäre. Leider fehlte uns in den Begegnungen gegen Mannheim und Gladbach das Quäntchen Glück, um auch gegen große Teams zu punkten. Ja, jetzt beginnt der wichtige Teil der Saison, gegen Mannschaften, gegen die wir mehr holen wollen. Allerdings sind wir auch keine Träumer. Wir wussten von Anfang an, dass es schwer für uns wird und wir nur der krasse Außenseiter sind. Auf Grund unseres kleinen Etats haben wir, bis auf wenige Ausnahmen, nur Spieler die auf der Challenger- oder Future-Tour zu Hause sind. Unsere Chance in der Liga zu bleiben ist daher sehr gering, aber durchaus möglich.
? Sie mussten in den ersten vier Partien nur gegen ambitionierte Clubs antreten. Das wussten Sie aber auch vorher. Hat Sie trotzdem die Leistungsstärke überrascht.
Marc Renner: Nicht wirklich. Zu Beginn einer jeden Bundesliga-Saison treten die Mannschaften fast nur in starker Besetzung auf. Hinzu kam, dass wir an den ersten vier Spieltagen auf drei Meisterschaftsfavoriten trafen, die aktuell auch die Tabelle anführen. Wenn die dann auch noch mit ihren Topspielern kommen, dann wird es nun einmal sehr schwer für uns. Wir haben aber immer gut dagegen gehalten.
? Dafür kann man Ihrer Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Gleichwohl waren einige aber spielerisch überfordert.
Marc Renner: Das sehe ich etwas anders. An den ersten beiden Spieltagen konnten alle spielerisch durchaus mithalten. Leider fehlte uns hier und da ein wenig das Glück, oder auch ein Ticken mehr Erfahrung. Natürlich gibt es da Qualitätsunterschiede, sonst würden die gegnerischen Spieler ja auch nicht in der Weltrangliste teilweise bis zu 200 Plätze höher stehen als unsere.
? Hinzu kam, dass einige Ihrer Spieler an den Spieltagen nicht da waren. Lief da in der Absprache etwas falsch.
Marc Renner: Wir können nicht an jedem Spieltag in Bestbesetzung auflaufen. Auch aufgrund unseres niedrigen Etats schon nicht. Von daher müssen einige Spieler ihren Schwerpunkt auf die Turniere legen, weil das letztlich ihr Business ist. Das war aber vorher klar und so deutlich besprochen worden. Leider trifft uns der verletzungsbedingt Ausfall von Karue Sell sehr, denn er war fest eingeplant und er wollte die Saison in Paderborn verbringen.
? Erfreulich ist mit fast immer 1.000 Zuschauern bei den Heimspielen, Damit war aber nicht zu rechnen.
Marc Renner: In der Tat. Darüber freuen wir uns sehr. Es zeigt auf, dass in und um Paderborn großes Interesse am Tennis- und Spitzensport besteht. Trotz der Sommerferien war die Anlage auch am letzten Spieltag sehr gut besucht. Ich glaube zudem, da wir zu den Heimspielen auch immer andere Sportler zu Talkrunden und Autogrammstunden einzuladen wie zuletzt die SCP-Fußballer, macht das alles zusammen für die Besucher zu einem erlebnisreichen Sporttag.
? Insofern hat sich der Ortswechsel zum Paderborner TC Blau-Rot positiv auf das Image von TuS Sennelager ausgewirkt. Welche Erkenntnisse haben Sie.
Marc Renner: Ich habe nur positive Resonanzen erhalten. Sowohl von den gegnerischen Teams, als auch von den prominenten Besuchern und von den Zuschauern. Nüchtern gesehen ist die parkähnliche Tennisanlage von Blau-Rot tatsächlich auch eine der Schönsten in Ostwestfalen-Lippe. Ein Düsseldorfer Zuschauer meinte sogar, dass sei die kleine Rochusclub-Anlage. Hier könnte man auch größere Tennisturniere stattfinden lassen.
? Fünf Spieltage stehen noch an. Davon müssen Sie drei in Folge auswärts bestritten. Zhalen Sie als Ligadebütant Lehrgeld.
Marc Renner: Ich denke, dass der DTB-Spielleiter Oliver Weber sein Bestes gegeben hat. Jeder Verein durfte vor der Saison einen Wunsch äußern und jeder konnte, soweit ich das beurteilen kann, erfüllt werden. Nun dreimal auswärts zu spielen, sehe ich nicht als Nachteil an. Wir sind immer der Underdog und können daher nur positiv überraschen, wie zuletzt gegen Krefeld. Am Ende der Saison werden wir sehen, ob es zum Klassenerhalt gereicht hat oder nicht. Nur kampflos geben wir nichts her.
? Im Duell gegen Abstieg helfen nur Siege weiter. Der Optimismus ist gegeben, dass das zu schaffen ist.
Marc Renner: Die Spieler glauben an die Chance. Sie wissen natürlich, dass es verdammt schwierig sein wird. Aber alle werden motiviert sein und ihr Bestes geben. Wir glauben an die Mannschaft, da ihr Charakter auch in den vergangenen Jahren der Schlüssel zum Erfolg war.
? Einige Ihrer Spitzenleute fehlten. Steht Ihnen ab jetzt die beste Formation zur Verfügung.
Marc Renner: Nein. Spieler wie Antoine Hoang oder Norbert Gombos stehen unmittelbar davor in die Top 100 der Weltrangliste aufzurücken bzw. zurückzukehren. Da ist es verständlich, dass sie ihren Schwerpunkt auf die Turniere legen. Zudem wird Jozef Kovalik auch bald seine Hartplatzsaison in den USA starten wollen.
? Ein Sieg am Freitag bei Blau-Weiß Aachen würde zweifelsohne die Moral stärken. Auch, um den Klassenerhalt realistisch erscheinen zu lassen.
Marc Renner: Natürlich. Nur die Aachener sind sehr ausgeglichen besetzt und spielte teilweise von der Mannschaftsmeldung her von oben herunter. Mit den Neuzugängen Tallon Griekspoor, Thiemo de Bakker und Aslan Karatsev haben sie sich im Vergleich zu ihrer letzten Zweitliga-Saison enorm verbessert. Hinzu kommt, das De Bakker und Karatsev große Bundesligaerfahrungen haben. Sie haben so manchen Fight für Blau-Weiss Halle in der Bundesliga bestritten und gewonnen. Und mit 23 Jahren gehört Tallon zur aufstrebenden Spielergeneration.
? Sie sind vom Klassenerhalt überzeugt, Ralf Hämmerling auch. Wie beurteilt die Mannschaft die Situation.
Marc Renner: Wir haben einen enormen Teamspirit, der uns schon in der Vergangenheit ausgezeichnet hat. Zwar spielte ein Großteil der Mannschaft schon im letzten Jahr für uns, aber noch nicht in der ersten Liga. Und selbst für unserer Neuzugänge, nur Kovalik und Gombos haben Bundesliga-Vergangenheit, ist dies für sie sportliches Neuland. Alle wussten aber, dass sie über sich hinaus wachsen müssen, wenn der Ligaverbleib realisiert werden soll. Gemeinsam werden wir das auch schaffen. Ich bin davon überzeugt, dass wir nach sieben Aufstiegen in sieben Jahren nun ein neues Erfolgskapitel schreiben werden.
Wünsche ihnen und dem Team Hämmerling TuS Sennelager viel Erfolg!

Dieses Duo, Ralf Hämmerling (links) und Teamchef Marc Renner, ist davon überzeugt, dass das Team Hämmerling TuS Sennelager den Klassenerhalt in der 1. Tennis-Point Bundesliga schafft. © Agentur Klick

1. Tennis-Point Bundesliga Herren: Team Hämmerling TuS Sennelager
Über die alte Kaiserstadt Aachen in die Sepp Herberger’sche Stadt Weinheim
Marc Renner hat derzeit mit Dima, Scholz und Hillmann nur ein rudimentäres Team
Paderborn. „Das nächste Spiel ist immer das schwerste“, so die Binsenweisheit des legendären Sepp Herberger. Das trifft zweifelsohne auch auf das Team Hämmerling TuS Sennelager in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren zu und gilt sicherlich gleich für das gesamte bevorstehende Wochenende. Am Freitag haben die Paderborner beim Mitaufsteiger Blau-Weiß in der alten Kaiserstadt Aachen anzutreten. Von dort geht die Reise der Ostwestfalen in die Heimatstadt des am 28. April 1977 verstorbenen Trainers der ruhmreichen WM-Fußball-Nationalmannschaft von 1954.
Der am 28. März 1897 geborene spätere Reichs- und Bundestrainer hat die Grundschule Sachsenhausen in Weinheim – kurpfälzerisch auch Woinem ausgesprochen – besucht und folge dessen trägt zum einen die Schule und das Fußballstadion seinen Namen. Weinheim liegt etwa 18 Kilometer nördlich von Heidelberg und etwa 15 Kilometer nordöstlich vom Tabellenführer Grün-Weiss Mannheim an der Badischen Bergstraße. Sie hat etwa 46.000 Einwohner und wird auf Grund der beiden Wahrzeichen, Ruine Windeck und Wachenburg, die >Zwei-Burgen-Stadt< genannt. Allerdings wird die Mannschaft um Teamchef Marc Renner keine Zeit damit verbringen können, sich mit Historischem in Aachen oder mit Zeitgeschichte in Weinheim zu beschäftigen.
Das Einzige was auf diesem Weg für sie zählt sind mögliche Siege und somit Punktgewinne an den beiden Spieltagen. Sowohl beim Tabellenletzten Blau-Weiß Aachen und zwei Tage später bei fläsh TC Weinheim. Während Sennelager mit Frederico Ferreira Silva, Dragos Dima, Ivan Gakhov und David Pel immerhin noch mit vier Tennisspielern aus dem Aufstiegsjahr die Saison bestreitet, wird beim 1962 gründeten Tennis-Klub Blau-Weiss ein spielstarkes neues Team aufgeboten. Dazu gehören der topgesetzte Inder Prajnesh Gunneswaran (ATP 88), die beiden Niederländer Thiemo de Bakker (war bereits als Nummer 40 der Weltrangliste) und Tallon Griekspoor, sowie der Russe Aslan Karatsev. Die drei letztgenannten sind nach dem Rückzug von Blau-Weiss Halle zu den Blau-Weissen in die Stadt mit der größten und traditionsreichsten technischen Universität (RWTH) Europas gewechselt. Sportliches Neuland haben die Aachener aber nicht betreten, denn bereits in den Jahren 2016 und 2017 gehörten sie der 1. Tennis-Point Bundesliga an. Nun haben sie als Nachrücker den frei gewordenen Ligaplatz für die Ostwestfalen im Oberhaus des nationalen Mannschaftssports eingenommen.
Während Team Hämmerling TuS Sennelager mit dem 3:3-Unentschieden gegen BW Timberland Finance Krefeld und mit dem damit verbundenen Punktgewinn die rote Laterne an eben den nächsten Gegner weitergereicht haben, gab es für den rheinischen Mitaufsteiger bis dato vier Niederlage. Dreimal ein 2:4 gegen fläsh TC Weinheim, Grün-Weiss Mannheim und am vergangenen Sonntag daheim gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Dazwischen gab es ein 0:6 bei Badwerk Gladbacher HTC. Drei Punkte haben bereits die Weinheimer auf Ihrem Konto verbuchen können, denn nach ihrem Auftaktsieg gegen Aachen glückte ihnen am vierten Spieltag ein überraschendes 3:3 beim kurpfälzischen Nachbarn Grün-Weiss Mannheim. Niederlagen gab es für die Weinheimer mit 1:5 beim Rochusclub Düsseldorf und ein 2:4 auf eigener Anlage gegen Kurhaus Lambertz Aachen. Der TC Weinheim, der Sponsor Name fläsh steht für ein deutsches Unternehmen der professionellen Zahnaufhellung, ist mit seinem Gründungsjahr 1902 der älteste Tennisclub an der Bergstraße und bestreitet seine dritte Erstliga-Saison.
Vom spielerischen Potential her dürften die Kurpfälzer eigentlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben, denn die bis dato eingesetzten Tennisprofi gehören oder gehörten zu den Top 100 der Welt. Zum Beispiel der hochtalentierte 20-jährige Norweger Casper Ruud (ATP 69) oder der zehn Jahre ältere Italiener Thomas Fabbiano (ATP 90) oder dessen Landsmann Olivo Renzo (ATP 78). ATP-Ranking 99 hatte der 27-jährige Deutsche Yannick Hanfmann inne und Luca Vanni (Italien) wurde auf Platz 100 der Welt notiert. Allerdings plagt alle Bundesliga-Teamchefs eine Sorge, wie weit kommen ihre Spieler bei den Turnieren? So finden derzeit zwei ATP Tour-Events in Hamburg und Gstaad statt, ATP Challenger-Turniere werden aktuell in Prag und Tampere gespielt, und neben dem deutschen ITF Future-Turnier in Bad Schussenried laufen derzeit in Europa noch Turniere dieser Kategorie in Pontedera (Italien), Denia (Spanien), Porto (Portugal), Troyes (Frankreich) und im österreichischen Wels. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass nach eigener Aussage von Sennelagers Teamchef Marc Renner er mit Dragos Dima, Philipp Scholz und dem Junior Julius Hillmann derzeit nur ein rudimentäres Team zur Verfügung hat.

Gegen Krefeld war auch mehr möglich • Tabellenletzter ist nun Blau-Weiß Aachen

Paderborn. An den ersten drei Spieltagen in der 1. Tennis-Point-Bundesliga gab es für den Liga-Neuling Team Hämmerling TuS Sennelager immer wieder Lob für die gezeigten sportlichen Leistungen, doch dafür gab es keine Punkte. Es war für die Paderborner immer eine gewisse Genugtuung, dass man auf dem richtigen Weg in der neuen sportlichen Liga sei, doch unterm Strich standen drei Niederlagen und mit 0:6 Punkten das Tabellenende. Diese zuvor gesagten tröstenden Worte wurden an diesem Sonntag, dem vierten Spieltag (21. Juli), nach dem letzten Matchball belohnt. Zu Gast auf der Anlage des Paderborner TC Blau-Rot waren nicht nur die aufgestiegenen Erstliga-Fußballer des SC Paderborn, Leo Zingerle, Uwe Hünemeier, Christian Strohdieck und der SC-Vizepräsident sowie der stellvertretende Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Carsten Linnemann, sondern als sportliche Herausforderung der ungeschlagene Tabellenvierte BW Timberland Finance Krefeld.

Die Gäste vom Niederrhein hatten sich zweifelsohne mehr versprochen, doch diesmal hatten die gastgebenden Ostwestfalen das erforderliche Quäntchen Glück zum Teilerfolg. Aber es hätte auch mehr als nur ein Teilerfolg sein können, denn statt eines 3:3 (2:2) war vor 1.050 Zuschauern durchaus auch ein Sieg möglich gewesen. Doch auf Seiten des Hämmerling Teams trauerte man dem nicht länger nach, man freue sich vielmehr über den ersten Punktgewinn. Vor allem darüber, dass man die rote Laterne an Blau-Weiß Aachen weiterreichen konnte, dem nächsten Gegner am kommenden Freitag (26. Juli). Dann treffen in der Kurstadt die beiden Aufsteiger aufeinander. „Unserer Mannschaft kann ich nur ein großes Lob aussprechen“, sagt Ralf Hämmerling (Namens- und Hauptsponsor), „denn sie haben einmal mehr gezeigt, welch spielerische Möglichkeiten sie haben. Der Punktgewinn bestätigt, dass wir durchaus den Klassenerhalt schaffen können.“ Klassenerhalt war sowieso an diesem sommerlichen Sonntag das Thema, denn in der Talkrunde mit den Paderborner Bundesliga-Fußballern stand die Frage nach ihrem Verbleib in der ersten Fußball-Bundesliga im Vordergrund. Unisono fasst der Paderborner Bundestagsabgeordnete Linnemann dies in seinem Statement so zusammen: „Wir kommen als Mannschaft und setzten auf Teamgeist. Das hat uns letztlich den Aufstieg gebracht und was gelebter Teamspirit bewirken kann, sieht man am Beispiel der Tennis-Bundesliga-Mannschaft von Ralf Hämmerling. Die haben heute das erreicht, was wir auch immer erreichen wollen: Punkte gegen vermeintlich große Gegner.“

Gegenüber den ersten personellen Überlegungen in der vergangenen Woche hatten beide Teams dann doch noch eine spielstarke Nummer eins aufbieten können, was letztlich das gesamte Mannschaftsgefüge verschoben hat. Die Hausherren traten erstmals daheim mit dem Slowaken Jozef Kovalik (ATP 184) an, auf Seiten der Seidenstädter lief topgesetzt der Italiener Simone Bolelli (ATP 216) auf. Doch dieses Spitzenduell stand erst in der zweiten Runde an. Zunächst trafen der Rumäne Dragos Dima (ATP 326) und Rogerio Dutra Silva (ATP 228) sowie der erstmals in dieser Saison für den TuS Sennelager aufschlagende Russe Ivan Gakhov (ATP 361) und Andrea Collarini (ATP 316) aufeinander. Der 27-Jährige Krefelder Profi Collarini wird in der Meldeliste als Argentinier geführt, war aber – geboren in New York – bis zu seinem 21. Lebensjahr US-Amerikaner und spielt in der Bundesliga mit einem italienischen Pass. Das alles half ihm aber nicht, denn der in Moskau geborene und in Barcelona lebende Gakhov war die spielbestimmende Persönlichkeit.

Sein Zweisatzsieg (6:4, 6:2) brachte die Hausherren in Führung, doch fast zeitgleich gewann der Brasilianer Rogerio Dutra Silva sein Duell gegen den 27-jährigen Dragos Dima zu sehen. Großartige Ballwechsel mit unglaublicher Geschwindigkeit schossen die beiden Kontrahenten von ihren Grundlinien ins gegnerische Gegenüber, was von den Zuschauern immer wieder mit Szenenapplaus belohnt wurde. Das kann der kampfstarke Rumäne durchaus als tröstende Belohnung für seine Leistung ansehen, aber das Duell holte sich mit 6:2, 6:3 der aus Sao Paulo stammende brasilianische Krefelder.

Sehenswertes Tennis gab es auch in beiden folgenden Partien und mit jedem Ballwechsel mehr wuchs das Selbstvertrauen beim Aufsteiger. Jozef Kovalik, vor einem Jahr bereits die Nummer 80 der Welt, war nach seinem Qualifikationsaus in Hamburg in die ostwestfälische Domstadt gekommen und dies zahlte sich aus. Er ließ seinem 33-jährigen italienischen Kontrahenten Simone Bolelli, war vor ein paar Jahren die Nummer acht der ATP-Doppel-Weltrangliste, wenig Möglichkeiten zur spielerischen Entfaltung, so dass der sich mit 2:6, 5:7 geschlagen geben musste. Ein völlig neues Gefühlt, Team Hämmerling TuS Sennelager führte erstmal in einem Ligaduell mit 2:1. Und man hätte den Vorsprung durchaus ausbauen können.

In der Partie der an vier gemeldeten Akteure führte Sennelagers 22-jähriger Pole Jan Zielinski, auf Grund seines derzeitigen Stipendiums in den USA ohne ATP-Ranking, zwischenzeitlich im Champions Tiebreak mit 5:2. Doch plötzlich war die Lockerheit wie weggeflogen, die Beine wollten auch nichts mehr so wie gewünscht und der 26-jährige Spanier Ricardo Ojeda Lara konnte mit seinem 6:4, 3:6, 10:6-Erfolg das 2:2 Zwischenresultat herstellen. „Schade, da war mehr drin“, sagt Teamchef Marc Renner, „aber wir haben ja noch mit unseren beiden Doppeln alle Möglichkeiten.“

Diese Aussage ist nicht als großspurig zu verstehen, denn der glatte Zweisatzsieg von Jozef Kovalik/David Pel gegen Collarini/Ojeda Lara brachte die Führung ein. Dass Simone Bolelli ein exzellenter Doppelspieler ist, bewies er in einigen kritischen Situationen. „Er spielt fast nur noch Doppel“, so Krefelds Pressesprecher Jörg Zellen, „uns deshalb brauchen wir ihn auch in solchen Situationen, wo er seine ganze Routine und Erfahrung ausspielen kann.“ Last but not least. Mit 6:3, 3:6, 10:5 stellte das Krefelder Duo Bolelli/Dutra Silva gegen Kovalik/Dima das Unentschieden sicher. Freuen konnte sich das Team Hämmerling TuS Sennelager über den Punktgewinn, bedeutet der doch zugleich, dass man sportlich in der 1. Tennis-Point Bundesliga angekommen ist!

Erstmals hatte der Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager zwei Siegertypen dabei. Jozef Kovalik setzte sich als Nummer eins ebenso souverän in zwei Sätzen gegen seinen Krefelder Kontrahenten Simone Bolelli durch…© Agentur Klick
…wie sein an Position drei platzierter Teamkollege Ivan Gakhov im Duell gegen den mit italienischen Pass spielenden Argentinier Andrea Collarini. © Agentur Klick

Am Freitag bei Badwerk Gladbacher HTC • Sonntag kommt Rochusclub Düsseldorf
Kovalik noch im Turnier in Braunschweig • Dafür aber Vatutin und Matkowski dabei

Paderborn. Es war am letzten Sonntag eine gewisse Anspannung spürbar, was allerdings auch nicht verwunderlich war. Denn das Team Hämmerling TuS Sennelager gab an diesem 07. Juli sein Debüt in der seit 1972 bestehenden 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren. Auch wenn nach dem letzten Matchball gegen den Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim auf dem Mannschaftsmeldebogen eine 2:4 Niederlage geschrieben stand, als Verlierer fühlten sich die Paderborner allerdings nicht. „Wir haben am Abend mit der Mannschaft zusammen gegessen und gemeinsam die Begegnung analysiert“, sagt Teamchef Marc Renner, „und wir waren uns alle einig, dass wir uns sehr gut präsentiert haben. Wenn man zudem bedenkt, dass uns sozusagen mit Kovalik und Vatutin zwei Spieler gegen Mannheim gestrichen wurden, so ist die Leistung unseres Teams als außer ordentlich gut zu bezeichnen.“

Zufrieden mit dem dargebotenen Tennissport, Zufriedenheit auch beim Namens- und Hauptsponsor Ralf Hämmerling. „Im Nachhinein haben wir von vielen Seiten großes Lob bekommen, denn Tennis-Bundesliga haben sie in Paderborn noch nicht erlebt. Und wenn Bürgermeister Michael Dreier von >unglaublichem Stolz< und einem >Hochgefühl für die Sportstadt Paderborn< spricht, dann zeigt das auf, dass unser Dabeisein in dieser Eliteliga des nationalen Tennissports in der Öffentlichkeit anerkannt wird.“ Diese emotionale Begeisterung ist inzwischen beim Aufsteiger der Realität gewichen, denn am bevorstehenden Wochenende gibt es einen doppelten Spieltag mit großen Herausforderungen. Und angesichts der kommenden Herausforderungen hat es der auch in sich. Am morgigen Freitag (12. Juli) steht das erste Aufwärtsspiel bei Badwerk Gladbacher HTC an und zwei Tage später auf der Tennisanlage des Paderborner TC Blau-Rot an der Hermann-Kirchhoff-Straße wird Allpresan Rochusclub Düsseldorf erwartet. „Das sind noch nicht die Mannschaften, gegen die wir punkten können“, so Marc Renner, „denn diese Teams kommen noch.“

Gleichwohl so Renner, „ich habe nichts dagegen, wenn wir uns schon mal ein Pünktchen holen könnten“, ist das Hämmerling-Team an den bevorstehenden beiden Spieltagen wesentlich besser als zum Saisonstart aufgestellt. Während über eine lange Zeit hinweg, der Mehrspartenverein in Mönchengladbach begeht in diesem Jahr sein 100-jähriges Vereinsjubiläum, das Hockeyspiel die dominierende Sportart im Club war, hat sich das in den vergangenen sechs Jahren geändert. Zwar haben GHTC-Spieler und Teams Gold-, Silber-, und Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie Europapokalsiege und zahlreiche Deutsche Meisterschaften feiern können, doch das Badwerk-Team kam zwei Jahre nach dem Erstliga-Aufstieg 2016 zum Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Dieser Titelgewinn zeigt auf, dass die Tennis-Bundesliga ein fester Bestandteil beim Gladbacher HTC geworden ist und seitdem wird das Team um Henrik Schmidt immer als Titelfavorit gehandelt. Dies ist allerdings auch keine Überraschung, denn der Kader ist personell bestens aufgestellt.

„Wir können Erster oder auch Sechster werden, Es geht darum, welche Spieler zur Verfügung stehen. Wir versuchen immer die bestmögliche Formation zu haben, aber einen Meistertitel kann man nicht planen“, sagt Teamchef Schmidt. Einen möglichen ersten Sieg in der Saison 2019 hat der kommende Sennelager-Gastgeber am letzten Sonntag verspielt. Bereits mit 3:1 lagen die Niederrheiner im Nachbarschaftsduell bei BW Timberland Finance Krefeld vor 1.450 Zuschauern in Führung und die Ausgangssituation für einen Sieg war bestens. Zwar gewannen die Gladbacher in ihren beiden Doppelpartien jeweils den ersten Satz, doch am Ende unterlagen die Duos Andrej Martin/Aleksandr Nedovyesov und Philipp Kohlschreiber/Tim Sandkaulen jeweils im Match-Tiebreak. „Auch wenn wir uns natürlich einen Sieg gewünscht hätten, können wir insgesamt mit dem Auftakt zufrieden sein und freuen uns auf den kommenden Spieltag“, so Henrik Schmidt.

Auch wenn längst noch nicht alle personellen Planungen auf Seiten des GHTC für die Begegnung gegen den Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager bekannt sind, werden sie zweifelsohne ein spielstarkes und prominent besetztes Team auf der Anlage An den Holter Sportstätten (41069 Mönchengladbach) aufbieten. Topgesetzt ist auf jeden Fall der deutsche Davis Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber (ATP-Weltrangliste 57) und dahinter folgt Robin Haase (ATP 76). Der Niederländer ist nach dem Rückzug von Blau-Weiss Halle zum Team Badwerk Gladbacher HTC gewechselt. “Mit ihm haben wir im Einzel und Doppel einen Weltklassespieler, der seit Jahren in der Bundesliga seine Leistungen bringt. Er ist der Spieler, wenn es um die Tagesform und um den Match-Tiebreak geht, dann immer die letzten zehn Prozent mehr abrufen kann. Auf ihn kann man sich verlassen“, meint Schmidt, der seinen Neuzugang morgen erstmals im Aufgebot hat.

Des Weiteren werden der 32-jährige Kasache Aleksandr Nedovyesov (ATP 200) und der elf Jahre jüngere deutsche Tim Sandkaulen auflaufen. Der wurde vor allem als Junior als großes Talent gehandelt. Bei den U18-Jährigen gewann er 2015 den deutschen Meistertitel, wurde Europameister, bestritt alle Grand Slam-Events der Junioren, und war damals die nationale Juniorennummer zwei hinter Alexander Zverev. Eine Profikarriere wurde avisiert, dann aber verschoben. So nahm der heute 21-Jährige zunächst ein Stipendium an der University of Alabama („Ole Miss“) in Birmingham im US-Staat Alabama an und studiert an der mit 17.600 von Studenten belegten zweitgrößten Universität in den USA Marketing- und Kommunikations-Wissenschaft. Es ist sein zweites Bundesliga-Jahr in Gladbach und ist ein Einsatz bei sechs von neun Bundesligabegegnungen geplant. Wer ansonsten noch hinzukommt, ist für die morgige Partie noch offen.

Im Aufgebot von Marc Renner ist Sennelagers Nummer eins, der Slowake Jozef Kovalik (ATP 165), noch nicht vorgesehen. Möglicherweise aber am Sonntag (14. Juli) gegen die Düsseldorfer. Allerdings ist er noch im Turnier des mit knapp 70.000 Euro Preisgeld dotierten ATP-Challenger in Braunschweig und steht dort im Viertelfinale. Heutiger Gegner ist der ungesetzte 20-jährige Italiener Javier Barranco Cosano (ATP 328), ein durchaus schlagbarer Kontrahent für den 26-jährigen Bundesligaprofi des TuS Sennelager. Die Nummer eins am morgigen Freitag ist bei den Paderborner daher der Russe Alexey Vatutin (ATP 202), der in Braunschweig nach seiner Auftaktniederlage ausgeschieden ist. Ihm folgen in der Formation der Portugiese Frederico Ferreira Silva (ATP 296), Dragos Dima (ATP 330/Rumänien), Manuel Guinard (ATP 355/Frankreich) und der 22-jährige Pole Jan Zielinski.

Während in den Einzelpartien die TuS-Spieler nur Außenseiterchancen haben, ist im Doppel alles möglich. Hier wird der Niederländer David Pel (ATP-Doppel 124), der am letzten Sonntag mit dem im Einzel siegreichen Franzosen Arthur Rinderknech im Doppel gegen das Mannheimer-Duo Robin Kern/Andreas Beck gewinnen konnte, und erstmals Marcin Matkowski zum Einsatz kommen. Der Pole war bereits die Nummer sieben der Doppel-Weltrangliste und hat 17 Titel auf der ATP World Tour gewonnen. Zwar ist er bereits 38-Jahre, doch er ist ein Tennisprofi Par Excellence und macht jedes Team sportlich betrachtet besser.

Ein gutes Turnier spielt derzeit Sennelagers Nummer Eins Jozef Kovalik in Braunschweig, so dass er am Freitag in Gladbach fehlen wird. © Susanne Hübner

Sein Debüt im >Trikot< des Bundesliga-Aufsteigers Team Hämmerlig TuS Sennelager gibt im ersten Auswärtsspiel bei Badwerk Gladbacher HTC der Pole Marcin Matkowski. © Jürgen Hasenkopf

2. Spieltag • Freitag • 12. Juli 2018 • 13.00 Uhr
Badwerk Gladbacher HTC – Team Hämmerling TuS Sennelager
Allpresan Rochusclub Düsseldorf – fläsh TC Weinheim
BW Timberland Finance Krefeld – Kurhaus Lambertz Aachen
Blau-Weiß Aachen – Grün-Weiß Mannheim
TC Großhesselohe – Kölner THC Stadion Rot-Weiss

3. Spieltag • Sonntag• 14. Juli 2018 • 11.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Allpresan Rochusclub Düsseldorf
Grün-Weiß Mannheim – TC Großhesselohe
Badwerk Gladbacher HTC – Blau-Weiß Aachen
fläsh TC Weinheim – Kurhaus Lambertz Aachen
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – BW Timberland Finance Krefeld

1. Tennis-Point Bundesliga Herren
Mit sieben Aufstiegen zum Erstligist: Team Hämmerling TuS Sennelager
Das Interview mit Ralf Hämmerling, zugleich Hauptsponsor und Namensgeber

Der Tennisverband Schleswig-Holstein stellte bereits 1970 auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Tennis Bundes (DTB) den Antrag eine Tennis-Bundesliga der Herren einzuführen, zog aber den Antrag wieder zurück. Kurios in dem Zusammenhang: Dieser nördlichste Verband hat bis zum heutigen Tage mit noch keinem Herren-Team in der dann 1972 eingeführten Liga gespielt. Insgesamt gehörten bis heute 53 Vereine dem Oberhaus des nationalen Mannschaftssports an und aus dem Gründungsjahr ist lediglich noch der HTC Blau-Weiß Krefeld mit 26 Jahre Zugehörigkeit dabei. Am längsten gehört der aktuelle Deutsche Meister TK Grün-Weiss Mannheim mit 43 Jahren dazu. Die letztjährig abgestiegenen Neusser gehörten 37 Jahre und der Rochusclub Düsseldorf 31 Jahre dazu.

Berlin Rekordhalter

Auch unter den nationalen Titelträgern gibt es einige längst vergessene Namen, wobei der erste Mannschaftstitel bereits 1921 vergeben wurde: Blau-Weiß Berlin. Erster Bundesliga- Meister wurde 1972 der LTTC Rot-Weiß Berlin, der mit elf nationalen Meisterschaften Rekordhalter ist. Neuss kommt auf 10 Titelgewinne vor Mannheim (7) und dem TC Amberg am Schanzl mit sechs Meisterschaften. Über eine einzige Meisterschaft konnten sich unter anderem der Berliner SC (1924), Schwarz-Weiß Bonn (1966), Eintracht Frankfurt (1968) und Iphitos München mit Wimbledonchampion Michael Stich (1990) freuen. In dieser Reihe der illustren Clubs hat sich nun das Team Hämmerling TuS Sennelager eingereiht und die Paderborner starten am 07. Juli mit einem Heimspiel gegen Grün-Weiss Mannheim in die 48. nationale Saison. Sportjournalist Frank Hofen (hofmedia Kommunikation) hat mit dem Unternehmer und zugleich auch Hauptsponsor Ralf Hämmerling ein Interview geführt.

Bildzeile: Der Unternehmer Ralf Hämmerling, zugleich Hauptsponsor des gleichnamigen Tennis- Bundesliga-Teams, beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und hat seinen Firmensitz in Paderborn. © hofmedia

? In gut acht Wochen beginnt die Tennis-Bundesliga der Herren. Freuen Sie sich darauf.
Ralf Hämmerling: Ja, natürlich. Nachdem wir entschieden haben die Herausforderung anzunehmen, hat unser Team sofort mit den Vorbereitungen begonnen und wir freuen uns sehr darauf.

? Ich frage auch deshalb so, weil die Herausforderung mit David und Goliath zu vergleichen ist. Also ungleich aussichtsloser für den Aufsteiger.
Ralf Hämmerling: Wir wissen, dass wir nur eine Außenseiterrolle spielen. Aber die Mannschaft hat in den letzten Jahren mit so viel Engagement, Teamgeist und Spielfreude begeistert, dass sie es verdient haben, jetzt auch 1. Bundeliga zu spielen. Wir sind optimistisch und rechnen uns eine kleine Chance aus.

? Man muss Ihnen Respekt zollen, diese Herausforderung angenommen zu haben. War das letztlich Leichtsinn.
Ralf Hämmerling: Nicht Leichtsinn, sondern pure Euphorie und Spaß daran die Herausforderung anzunehmen.

? …zumal der TuS Sennelager noch nicht einmal eine Bundesliga-taugliche Anlage besitzt. Wo tragen Sie die Heimspiele aus.
Ralf Hämmerling: Wir haben uns nach einem Partnerverein umgesehen und hatten Angebote aus ganz Ostwestfalen-Lippe. Wir haben uns aber sehr schnell für Blau-Rot Paderborn entschieden. Gemeinsam möchten wir die Heimspiele zu einem Event werden lassen mit einem Angebot für die ganze Familie. Die Kooperation ist groß und wir bleiben in Paderborn. Das sind wir unseren Fans auch schuldig.

? Aber eine Bundesliga-taugliche Mannschaft haben Sie.
Ralf Hämmerling: Ja, davon können Sie ausgehen 😀. Jeder Einzelne ist maximal motiviert und sieht darin auch eine Chance, sich sportlich auf dieser Plattform zu präsentieren sowie auf sich aufmerksam zu machen.

? Bundesliga-Tennis ist auch Profisport. Wie haben Sie dies finanziert bekommen.
Ralf Hämmerling: Unsere Unternehmensgruppe wird nach wie vor als Hautsponsor fungieren. Alle bisherigen Sponsoren sind wieder dabei und auch neue Partner konnten gewonnen werden.

? Sie sind ein erfolgreicher Firmeninhaber und haben Ihr Unternehmen kontinuierlich entwickelt. Wollen Sie das auch auf das Bundesliga-Team Hämmerling übertragen.
Ralf Hämmerling: Ich habe immer versucht, aus dem Unmöglichen das Mögliche zu machen. Diese Philosophie leben wir auch beim Tennis.

? Sie sind ja auch Fußballfan und der SC Paderborn ist erfreulicherweise wieder eine Marke. Könnte das mit dem Team Hämmerling TuS Sennelager auch gelingen.
Ralf Hämmerling: Fußball hat in der Öffentlichkeit einen ganz anderen Stellenwert. Aber mittlerweile ist es uns gelungen, auch die Tennisabteilung des TUS SG Sennelager in der Region als Marke zu etablieren.

? Welche Voraussetzungen sind zu erbringen um eine Marke zu sein.
Ralf Hämmerling: Wir müssen bei den Kindern und Jugendlichen anfangen, sie wieder mehr für den Tennissport zu begeistern. Wir haben mit Marc Renner als Sportwart und Marius Kur als Trainer ein erfahrenes und engagiertes Duo. Marius Kur ist ein anerkannter Experte, der in seiner Tennis Base Germany in Münster Kinder ab 12 Jahren und Jungprofis aus- und weiterbildet. Von dort kommen unsere neuen Talente.

? Was überwiegt: Einmal die Liga gespielt zu haben oder langfristig das Ziel zu verfolgen, sich sportlich zu etablieren.
Ralf Hämmerling: Sollte es uns gelingen, die 1. Liga zu halten, werden wir versuchen, ein Langzeitprojekt zu starten. Die Gespräche mit den Sponsoren lassen mich optimistisch in die Zukunft schauen.

? Weltklasse im Club, ist die Headline der Tennis-Bundesliga. Wird das in der Stadt Paderborn auch so gesehen.
Ralf Hämmerling: Wir haben die Stadt natürlich auch angesprochen und sind auf offene Ohren gestoßen. Bei der Renovierung der Plätze auf der Anlage von Blau-Rot haben wir bereits Unterstützung erhalten. In einer ersten Pressekonferenz konnten wir die Medien schon für das Thema Weltklassetennis in Paderborn sensibilisieren. Je näher wir dem ersten Spieltag kommen, umso mehr werden wir über Zeitung und Radio die Öffentlichkeit informieren.

? Die Bundesliga-Teams strotzen nur so von Top 100 Profis. Mehr als 30 an der Zahl. Warum bietet Ihre Mannschaft keinen solchen Spieler auf.
Ralf Hämmerling: Wir haben mit Jozef Kovalik zum Zeitpunkt der Verpflichtung einen Top 85-Spieler gehabt, der leider verletzungsbedingt aus der ATP-Ranking 100 gerutscht ist.

? TuS Sennelager war in all den Ligen, wo sie gespielt haben, immer nur Außenseiter. Am Ende kamen sieben Aufstiege in sieben Jahren heraus. Ist das >wenig beachtetet< letztlich die Stärke des Teams.
Ralf Hämmerling: Ja, ohne Druck zu spielen ist natürlich ein Vorteil. Aber die Mannschaft ist auch außergewöhnlich gut als Team aufgetreten, einschließlich Trainer und Sportwart. Sie haben sich immer gegenseitig gepuscht und unterstützt. Sie sind teilweise regelrecht über sich hinausgewachsen.

? Also, Wunder gibt es immer wieder. Glauben Sie daran.
Ralf Hämmerling: Immer positiv denken!

? Kann der außergewöhnliche TuS-Teamgeist dies womöglich realisieren.
Ralf Hämmerling: Die Jungs freuen sich jetzt schon riesig darauf und werden alles geben. Möglicherweise am 07. Juli erlebbar, wenn der Deutsche Meister aus Mannheim nach Paderborn kommt.

? Die haben eine Reihe von Tennisstars dabei. Aber Bange machen gilt nicht, oder.
Ralf Hämmerling: Letztlich kommt es auch darauf an, mit welchen Top-Spielern Grün-Weiss Mannheim antritt und dann schau ́n wir mal.

Wünsche dem Liga-Debütanten viel Glück!

 

Alter: 62 Jahre
Geboren in: Elze (Wedemark)
Status: Verheiratet
Kinder: Zwei und zwei Enkelkinder
Beruf: Selbstständiger Kaufmann
Name des Unternehmens: Hämmerling Group
Stammsitz des Unternehmens:/td> Paderborn
Branche: Handel und Logistik
Beschäftigte: 500 Mitarbeiter
Umsatz: 120 Millionen Euro
Übe welchen Sport aus: Tennis
Hobbys: Tennis, Fußball, Rennsport
Entspanne mich am besten bei… einem guten Glas Rotwein und einer Zigarre
Lebensphilosophie: Geht nicht, gibt ́s nicht!

Team Hämmerling TuS Sennelager Frank Hofen (Bundesliga-Pressestelle) 33790 HalleWestfalen, 18. Mai 2019