Noch bestehen Hoffnungen Alex Molcan im Abstiegsduell in Aachen im Team Hämmerling TuS Sennelager zu haben, doch derzeit ist er noch im Turnier im tschechischen Liberec. © Ralf Meier

Paderborn. Der kommende Sonntag (08. August) in der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren, der siebte von insgesamt neun Spieltagen, könnte so manche Vorentscheidung bringen. Sowohl an der Tabellenspitze als auch im Tabellenkeller. Der aktuelle Deutsche Mannschaftsmeister Grün-Weiss Mannheim (10:2 Punkte) ist derzeit als Tabellenführer Ligaprimus mit einem Zähler Vorsprung vor Badwerk Gladbacher HTC und zwei Zählern vor dem TC Großhesselohe. Die Kurpfälzer treten beim HTC Blau-Weiss Krefeld an (4:8 Punkte), die Gladbacher erwarten die TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse und der Tabellendritte vom Isarhochufer hat den Rochusclub Düsseldorf (5:7 Punkte) zu Gast. Der Ausgang dieser drei Begegnungen wirkt sich zweifelsohne auch auf das Tabellenende aus, denn sowohl die Krefelder als auch die NRW-Landeshauptstädter sind zu Siegen verdammt. Gleiches gilt natürlich auch für den Tabellenvorletzten Kurhaus Lambertz Aachen sowie für das Schlusslicht Team Hämmerling TuS Sennelager, die beide jeweils 3:9 Punkte aufweisen. Und beide Mannschaften treffen am Sonntag im Aachener Kurpark aufeinander.

Während die Ostwestfalen sowohl in ihrem Bundesliga-Debütjahr 2019 als auch in dieser Saison immer nur gegen den Abstieg anspielen mussten, ist eine solche Tabellenplatzierung beim sonntäglichen Gastgeber nicht der sportliche Alltag. Seit dem die renommierte Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Lambertz, in Person des Inhabers Hermann Bühlbecker das Mäzenatentum bzw. das Sponsoring inne hat, haben sie sich zu einem nationalen Spitzenclub entwickelt. Die derzeitige Platzierung ist daher für die Lambertz-Truppe ein völlig neues Terrain, denn immerhin kam sie in den Jahren 2008 bis 2013 zu fünf nationalen Meisterehren.

Nach wie vor ist Kurhaus Lambertz Aachen bestens aufgestellt und umso ungewohnter ist für sie die aktuelle Situation. Gelistet als Nummer eins ist der 33-jährige Spanier Roberto Bautista Agut, der immerhin die Nummer neun der Tennis-Welt. Doch was hinter ihm in der Meldeliste geführt wird, ist mit dem French-Open-Doppelsieger Pablo Cuevas (ATP 99), Salvatore Caruso (ATP 111), Carlos Taberna (ATP 106), Vit Kopriva (ATP 201) und dem von Olympia heimgekehrten Doppelspezialisten Tim Pütz (ATP-Doppel 31) durchaus beachtenswert. Insofern sind sie davon ausgegangen, dass sie in dieser Formation durchaus am vergangenen sechsten Spieltag zu einem Sieg beim Kölner Stadion THC Rot-Weiss kommen könnten. Doch daraus wurde nichts, am Ende gab es ein 2:4. Die drei bisherigen Pluspunkte rekrutieren aus den Unentschieden gegen den HTC Blau-Weiss Krefeld, TSV 1860 Rosenheim und gegen Blau-Weiss Neuss.

„Die Niederlage ist eine große Enttäuschung, weil damit auch klar ist, dass die letzten drei Begegnungen eine unangenehme nervliche Belastung im Abstiegskampfs mit sich bringt“, sagt Alexander Legsding. Neben den zuvor genannten Spielern sicherlich auch noch Carlos Taberner (ATP 106) und der Ex-Sennelager-Profi Antoine Hoang (ATP 144) dabei sein. Wer letztlich am Sonntag die rote Asche auf der Kurpark-Anlage betreten wird, bleibt derzeit noch im Dunkeln. Über eins ist sich das Lambertz-Duo Legsding/Meffert aber einig: „Nur ein Sieg bringt uns aus dieser bedrohlichen Situation heraus.“

So sieht das auch Marc Renner, der allerdings ohne Nervosität und mit großer Gelassenheit die personellen Vorbereitungen für Aachen angeht. „Wir hätten ihn gerne dabei gehabt“, sagt Hämmerlings Teammanager, der sich aber nach dessen siegreichem Einsatz am vergangenen Sonntag in Krefeld von Arthur Rinderknech hat verabschieden müssen: „Das ist auch völlig ok, denn mit einer solchen Platzierung ist Arthur jetzt in jedem großen Turnier.“ Aktuell wird der 26-jährige Franzose, nach seiner Halbfinalteilnahme von Kitzbühel, als Nummer 79 im ATP-Ranking geführt. Da in den USA in Vorbereitung auf die vom 30. August bis 12. September terminierten US Open in New York mit zuvor Turniere in Cincinnati und in Winston-Salem angesagt sind, steht daher sein Abflug in die Vereinigten Staaten an. Bereits in den USA ist der Franzose Antoine Cornut-Chauvinc, der sich an seinem US-College wieder einschreiben muss.

Zudem sind einige Hämmerling-Profis derzeit noch bei Turnieren im europäischen Ausland involviert, so dass die personelle Findung mal wieder recht problematisch ist. Von daher ist es für das sportliche Hämmerling-Duo Marc Renner/Marius Kur rund 48 Stunden vor Matchbeginn recht einfach ein paar Namen zu nennen, doch ob sie letztlich auch aufschlagen werden, bleibt offen. Der mögliche Kader umfasst derzeit Jozef Kovalik (ATP 124), Juan Manuel Cerundolo (ATP 145), Kacper Zuk (ATP 170), Alex Molcan (ATP 153), Zdenek Kolar (ATP 178), Jonas Forejtek (ATP 319), Daniel Cukierman (ATP 687) und Jan Zielinski (ATP-Doppel 132). Angesichts dieses spielerischen Potentials ist ein zweite Saisonsieg für die Ostwestfalen durchaus möglich ist und nur der kann das Schreckgespenst Abstieg vertreiben!

Erst in der späten Samstagnacht war Arthur Rinderknech von Kitzbühel aus kommend in Krefeld eingetroffen, am sonntäglichen Spieltag jedoch hellwach. Der 26-jährige Franzose überzeugte bei seinem Saisondebüt für das Team Hämmerling TuS Sennelager mit seinen Siegen im Einzel und im Doppel. Agentur Klick

Paderborn. >Verlieren verboten< war beim Team Hämmerling TuS Sennelager die Parole vor dem 7. Spieltag beim HTC Blau-Weiss Krefeld. Als gegen 17.25 Uhr die Begegnung auf der Anlage am Stadtwald vor knapp 400 Zuschauern beendet war, war die Vorgabe umgesetzt: Man hatte nicht verloren. Doch gewonnen wurde auch nicht. Letztlich reichte es nur zu einem 3:3 Unentschieden und die Ostwestfalen bleiben weiterhin Tabellenletzter. „Die Partie hat auch keinen Sieger verdient gehabt“, so Hämmerlings Teamchef Marc Renner, „was mich aber zufrieden stellt, ist die Tatsache, dass keiner enttäuscht hat.“

Gleichwohl gab es an diesem Sonntag doch einen Gewinner, der erst knapp 12 Stunden vor Beginn der Begegnung von Kitzbühel aus kommend in der Seidenstadt eingetroffen war: Arthur Rinderknech. Der 26-jährige Franzose, der im Debütjahr 2019 mit einer ATP-Rankingposition um 390 nach Paderborn gekommen war, hat sich mittlerweile zu einer sportlichen Größe auf der ATP World Tour entwickelt. Er ist mittlerweile zu einem Top 100-Mann in der Tenniswelt gereift und seine bislang beste Platzierung (vor Kitzbühel) ist ATP-Platz 91.

Gegen den niederrheinischen Gastgeber eröffnete der 26-jährige Rinderknech die Begegnung als Nummer eins seiner Mannschaft und er traf auf den erstmals eingesetzten drei Jahre älteren Stefano Travaglia (ATP 88). Der Italiener startete furios mit Satzgewinn, doch je länger die Auseinandersetzung andauerte, umso spielerisch wacher wurde Hämmerlings Topspieler. Im Tiebrack kam der fast 2,0 Meter große Franzose zum Satzausgleich und am Ende reichte sein 2:6, 7:5(5) 11:9 Erfolg zum zwischenzeitlichen 1:1. Zuvor hatte sich nämlich Jozef Kovalik (ATP 131) dem glänzend aufgelegten Italiener Marco Cecchinato (ATP 83) mit 4:6, 3:6 geschlagen geben müssen.

Die Ausgeglichenheit beider Mannschaften setzte sich anschließend in den beiden weiteren Einzelbegegnungen fort. Mit Federico Gaio (ATP 149) schickten die Hausherren ihren dritten Italiener in die Partie, der auf Manuel Guinard (ATP 265) traf. Für den 25-jährigen Franzosen war dies die Saisonpremiere und die Hoffnungen auf einen Einzelsieg waren gegeben. Sein Satzgewinn nährte die Hoffnungen, doch daraus wurde leider nichts. Die knappe 6:4, 4:6, 6:10 Niederlage brachte den Krefeldern einen weiteren Punkt ein. „Der Sieg von Federico war sicherlich recht glücklich“, sagte Blau-Weiss-Pressesprecher Jörg Zellen, „dafür hatte Viktor aber etwas Pech bei seiner Niederlage.“

Gemeint ist der an Nummer vier spielende Norweger Durasovic, der sich Daniel Cukierman in drei Sätzen geschlagen geben musste. Der mit einem französischen Pass ausgestattete Israeli präsentierte sich in bester kämpferischer Verfassung. Die Auseinandersetzung begann Cukierman mit Satzgewinn, doch der in Oslo lebende 24-Jährige konterte mit dem Gewinn des zweiten Satzes. Doch diesmal schlug das Pendel für das Team Hämmerling aus und das 6:3, 4:6, 10:6 bedeutete ein Remis nach vier Einzeln.

Für die Doppel brachten beide Teams Doppelspezialisten auf die rote Asche: Beim Gastgeber kam der 35-jährige Simone Bolelli (ATP-Doppel 35), der bereits die Nummer acht der ATP-Doppel-Weltrangliste war, und Marc Renner stellte den elf Jahre jüngeren Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) auf. Der aus Bologna stammende Bolelli trat mit Federico Gaio an und sie hatten das Hämmerling-Duo Cukierman/Zielinski als Kontrahent. Während ihre sportliche Auseinandersetzung noch andauerte, hatte das französische Duo Rinderknech/Guinard mit 6:4, 7:6(5) das Team Hämmerling mit 3:2 in Führung gebracht. Doch die Hoffnungen auf einen doppelten Punktgewinn für die Ostwestfalen erfüllten sich nicht, denn eine 5:7, 5:7 Niederlage bracht schlussendlich das Unentschieden zustande.

Übrige Resultate

Grün-Weiss MannheimBadwerk Gladbacher HTC 4:2 (3:1)
Tennis Ewige Liebe BW NeussAllpresan Rochusclub Düsseldorf 2:4 (1:3)
TSV 1860 Rosenheimer UnterstützungskasseTC Großhesselohe2:4 (2:2)
Kölner THC Stadion Rot-WeissKurhaus Lambertz Aachen 4:2 (2:2)

Tabelle

  SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)656:3325:1110:2
2.Badwerk Gladbacher HTC651:3723:139:3
3.TC Großhesselohe649:3422:148:4
4.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)649:3521:157:5
5.Kölner THC Stadion Rot-Weiss638:5115:216:6
6.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)643:3918:185:7
7.Allpresan Rochusclub Düsseldorf640:5014:225:7
8.HTC Blau-Weiss Krefeld632:4914:224:8
9.Kurhaus Lambertz Aachen635:4814:223:9
10.Team Hämmerling TuS Sennelager634:5114:223:9

M = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019

Der 26-jährige Daniel Cukierman ist auf Grund seiner Leistungen und seiner freundlichen Persönlichkeit zweifelsohne im Team Hämmerling TuS Sennelager der Spieler der Saison. © Ralf Meier

Paderborn. Beim Team Hämmerling TuS Sennelager stehen in den kommenden 15 Tagen vier Begegnungen in der 1. Tennis-Point-Bundesliga an, die über das sportliche Wohl und Wehe entscheiden. Seit der 2:4-Niederlage am letzten Sonntag gegen die Oberbayern des TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse zieren die Ostwestfalen das Tabellenende. „Den eingesetzten Spielern kann man keinen Vorwurf machen“, sagt Teamchef Marc Renner, „denn sie haben sich sportlich bestens verkauft. Doch dafür gibt es nun einmal keine Punkte.“ Die Wahrheit ist, dass das Hämmerling-Team in dieser Saison personell arg gebeutelt ist. Zahlreiche verletzte Akteure sowie ein erfolgreiches Dabeisein einiger Tennisprofis auf Turnierebene haben folge dessen dazu geführt, dass Marc Renner mehr oder weniger auf seine Spitzenspieler verzichten musste. Und dies rächte sich bitterlich, wie am aktuellen Tabellenstand abzulesen ist.

Demzufolge kann bei den Ostwestfalen die Parole nur heißen „Verlieren verboten“, denn in den folgenden zwei Wochen mit drei Auswärtsbegegnungen und nur noch einem Heimspiel (13. August) stehen Begegnungen gegen ebenfalls gefährdete Mannschaften an. Sozusagen sind dies die Wochen der Wahrheiten, wenn es um die sportliche Existenz geht. Verloren ist mit einem Punktekonto von 2:8 noch nichts, denn die drei davor platzieren Teams haben mit jeweils 3:7 nur ein Pünktchen mehr aus ihrer Habenseite und zu denen muss das Liga-Schlusslicht reisen. Als da wären Rochusclub Düsseldorf (9. Rang/15. August), HTC Blau-Weiss Krefeld (8. Rang) und am 08. August bei Kurhaus Lambertz Aachen, dem gegenwärtigen Tabellen-Siebten. Dazwischen am 13. August die letzte Heimbegegnung auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss gegen den zehnfachen Deutschen Meister Tennis Ewige Liebe BW Neuss.

Die erste Herausforderung steht nun am Sonntag (01. August/11.00 Uhr) in der Modestadt Krefeld an, wobei sich die auf Grund eigener Schussligkeit in diese Bredouille gebracht haben. Ihre Heimbegegnung am 18. Juli gegen Neuss steht mit einer 0:6 Niederlage zu Buche, die allerdings am grünen Tisch zustande gekommen ist. Sie hatten fälschlicherweise zwei Nicht-EU-Ausländer aufgeboten, was gemäß Bundesliga-Statut verboten ist. Während beim Peruaner Juan Pablo Varillas (ATP 125) kein Zweifel besteht, dass sein Land nicht zur EU gehört, hatte man Viktor Durasovic als Norweger der Europäischen Union zugeordnet. „Mindestens 95 Prozent aller Menschen, davon bin ich überzeugt, glauben das Norwegen der EU angehört. Nur leider ist das nicht so und wir haben das bitter bereut“, sagt Jörg Zellen, seines Zeichens Krefelder Pressesprecher.

Die Zielsetzung für das Team Hämmerling TuS Sennelager ist deutlich formuliert, doch ob das am Sonntag zum doppelten Punktgewinn reicht, ist mit einem Fragezeichen zu versehen. Die voraussichtliche Nummer eins wird Manuel Guinard (ATP 265) sein und dahinter folgen seine Landsleute Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 506) und Daniel Cukierman (ATP 697). Letzterer ist zweifelsohne der Spieler der Saison bei den Ostwestfalen und sein sportliches Potential stellte der gebürtige Israeli erst am vergangenen Sonntag unter Beweis. In drei begeisternden Sätzen besiegte er Matteo Viola (ATP 262) und bewerkstelligte so den einzigen Einzelsieg. Ein Standing Ovation der rund 600 Zuschauer war das Dankeschön für dieses Match. Komplettiert wird die Mannschaft Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und dem niederländischen Doppelspezialisten David Pel (ATP-Doppel 78).

Nächster Spieltag: 6. Spieltag • Sonntag • 01. August 2021 • 11.00 Uhr
HTC Blau-Weiss Krefeld – Team Hämmerling TuS Sennelager
Grün-Weiss Mannheim – Badwerk Gladbacher HTC
Tennis Ewige Liebe BW Neuss – Allpresan Rochusclub Düsseldorf
TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse – TC Großhesselohe
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – Kurhaus Lambertz Aachen

Teammanager Ralf Hämmerling (2. von links) begrüßte am Rande der Bundesliga-Begegnung auf der Anlage des Hövelhofer Tennisclub Blau-Weiss (von links) Fabian Wohlgemuth (Sportdirektor SC Paderborn), Lukas Kwasniok (Trainer SC Paderborn und den stellvertretenden CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Carsten Linnemann. © Ralf Meier

Paderborn. Was auf Seiten des Team Hämmerling TuS Sennelager seit dem Saisonstart in die 1. Tennis-Point Bundesliga wie ein Damoklesschwert über sie hing, trat an diesem 5. Spieltag ein: Sie hatten nicht genügend Spieler zum Heimduell gegen den TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse zur Verfügung. „Heute kam alles zusammen“, sagte Teammanager Marc Renner, „denn die Nachwirkungen von Corona sowie Spieler bei Olympia in Tokio, aktuelle Turniererfolge und sechs verletzte Spieler haben uns arg dezimiert.“ So war Renner zumindest am Sonntagmorgen zunächst froh, dass er vier Spieler hatte. Doch es gab kein Ende des Schreckens an diesem Sonntag. Der 22-jährige Kacper Zuk (ATP 170) war zwar da, aber nicht spielfähig. „Im rechten Oberschenkel habe ich eine Entzündung“, so der polnische Davis Cup-Spieler, „ich kann nur gehen, an laufen ist nicht zu denken.“

Demzufolge lagen die Gastgeber bereits mit 0:1 im Hintertreffen, bevor die ersten Bälle überhaupt gespielt worden waren. Dabei hatte das Team Hämmerling eigentlich einen Sieg eingeplant, wollte man nicht zu diesem Zeitpunkt bereits fest im Tabellenkeller sitzen. Mit drei Hämmerling-Profis war natürlich gegen das oberbayerische Quartett wenig auszurichten, denn mit Damir Dzumhur (ATP 127), Blaz Rola (ATP 167), Alessandro Giannessi (ATP 117) und Matteo Viola (ATP 262) waren die Rosenheimer spielerisch gut aufgestellt. Das soll nicht heißen, dass die Gastgeber chancenlos waren, aber durch die Bank weg waren sie in letzter Konsequenz nicht routiniert genug, den durchweg 30-Jährigen Gästen in den jeweils entscheidenden Phasen eine Niederlage beizubringen. Immer wenn es eng wurde, war das Quäntchen Glück oder auch Können oder auch Routine bei den Anderen.

Lediglich der an Nummer vier aufgestellte 26-jährige Israeli mit französischen Pass, Daniel Cukiermann (ATP 664), biss sich gegen den acht Jahre älteren Matteo Viola (ATP 262) durch. Beide boten sehenswertes, schnelles Tennis bei hochsommerlichen Temperaturen und trotz des verloren gegangenen ersten Satzes, steckte der Mann aus Tel Aviv gegen den Italiener nicht auf. Je länger die Auseinandersetzung andauerte, umso sicherer wurde das Spiel des mehrfachen israelischen Meister. Der Lohn seiner schweißtreibenden Auseinandersetzung war ein Dreisatzerfolg und das zwischenzeitliche Unentschieden.

Dass dies der einzige Einzelpunkt sein würde, hatte man zu diesem Zeitpunkt nicht glauben wollen, doch es war so. Der 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 664) musste sich in zwei Sätzen dem zehn Jahre älteren Italiener Alessandro Giannessi (ATP 117) geschlagen geben und nun lag Hoffnung beim erstmals aufgebotene 19-jährige Juan Manuel Cerundolo (ATP 144), Die Nummer eins im Hämmerling-Team sollte für den zweiten Einzelsieg sorgen. Doch daraus wurde nichts, trotz einer großartigen Leistung des Südamerikaners. Sein Gegenüber, der mit einem kroatischen Pass ausgestattete Damir Dzumhur, ließ immer dann, wenn es für ihn vom Zwischenstand her eng wurde, seine Klasse aufblitzen. So bedankten sich am Ende rund 600 Zuschauer für großartige Ballwechsel und zahlreichen Stoppbällen mit viel Applaus, doch auch rhythmischen Klatschen brachten Dzumhur nicht aus dem spielerischen Takt. Viel Beifall und aufmunterndes Schulterklopfen für den jungen Mann aus Buenos Aires, doch zwei deutliche Tiebreak-Niederlagen sorgten für ein ernüchterndes 1:3.

Das traurige Kapitel an diesem Tag war aber die Tatsache, dass keine Doppel ausgetragen werden konnte. Das Team Hämmerling hatte sowieso keinen vierten Spieler im Aufgebot und Matteo Viola hatte sich im Einzel eine Zerrung zugezogen, so dass dieser Sonntag mit einem vorzeitigen 4:2 Erfolg für die Oberbayern endete. „Mir tut es sehr leid“, sagte Hauptsponsor Ralf Hämmerling Cora publico im Interview, „dass wir ihnen kein Doppel bieten können. Doch ich lasse mir etwas einfallen, wie wir das im letzten Heimspiel am 13. August gegen Neuss wieder gut machen können.“ Fakt ist aber auch, das Team Hämmerling TuS Sennelager ist durch die Niederlage und der Punktegewinne der ebenfalls abstiegsgefährdeten Mannschaften ans Tabellenende gerutscht! Möglicherweise nur eine Momentaufnahme.

Unterhaltsam endete trotzdem der Spieltag auf dem Centre Court. Zu einer Talkrunde mit Moderator Frank Hofen hatten sich der stellvertretende CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, sowie vom Fußball-Zweitligisten SC Paderborn der Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und Trainer Lukas Kwasniok eingefunden. Die Unterhaltung brachte aber eines zutage: sie alle wollen gewinnen. Der Paderborner Bundestagsabgeordnete die Bundestagswahl am 26. September und die beiden SCP-Persönlichkeiten unter anderem zahlreiche Ligasiege und einen möglichen Erfolg in der ersten DFB-Pokalrunde am 06. August bei Dynamo Dresden.

Seit der ersten Bundesliga-Stunde ist David Pell im Team Hämmerling TuS Sennelager und es könnte sein, dass er am Sonntag sein diesjähriges Saisondebüt gibt, eine Woche nach seinem ersten Titeltriumph auf der ATP World Tour im schwedischen Bastad. © Agentur Klick

So richtig einzuordnen ist die 1. Tennis-Point-Bundesliga Herren auch nach vier Spieltagen noch nicht so richtig. Das gilt sowohl für die Tabellenspitze als auch für das Tabellenende. Kaum einer hätte vorhersagen können, dass Badwerk Gladbach vor dem kommenden Sonntag (25. Juli) als einziges von zehn Teams ungeschlagener Spitzenreiter mit 7:1 Punkten vor dem TC Großhesselohe und dem Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim (beide je 6:2 Punkte) das Klassement anführt.

Dahinter auf der fünften Position rangiert der Aufsteiger TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse. Die Oberbayern kamen auf eigener Anlage zu zwei überraschenden Siegen gegen den Rochusclub Düsseldorf (6:0) sowie gegen den Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim (4:2). Dazwischen gab es ein Unentschieden bei Kurhaus Lambertz Aachen und am letzten Sonntag ein unerwartete 2:4 Niederlage gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Gegen die Domstädter gelang dem Team Hämmerling TuS Sennelager ein makelloser 6:0 Erfolg am dritten Spieltag. Dem bisher einzigen Sieg der Ostwestfalen in der Saison. Und was sagen diese Quervergleiche aus? Nichts.

Die Ursachen sind in der Tatsache begründet, dass auf Grund von Turnieren in Europa – letzte Woche Hamburg und Bastad, diese Woche Umag und Gstaad, nächste Woche Kitzbühel – sowie in den USA und den inzwischen angelaufenen Olympischen Spielen in Tokio ein Gros der Tennisprofi anderweitig im Einsatz ist. So ist es ein schwieriges Unterfangen, dann auch stets die zuvor geplanten Spieler letztlich im Team zu haben. Ein aktueller Anruf beim Sportlichen Leiter Dieter Dörfler brachte Personell auch nichts Erhellendes im Hinblick auf die Begegnung gegen das Team Hämmerling TuS Sennelager auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC). „Wenn ich das einmal wüsste“, war die Antwort von Dörfler, „denn alle sind irgendwo noch im Turniergeschehen.“

Ähnlich sieht die Szenerie beim ostwestfälischen Tabellenvorletzten aus, der bisher acht Akteure aufgeboten hat. Vier Partien haben bis lang lediglich Antoine Cornut-Chauvinac (ATP 506) und Daniel Cukierman (ATP 664) bestritten, die in jedweder Hinsicht sportlich wie kämpferisch stets zu überzeugen wussten. Demzufolge muss abgewartet werden, wer gegen die Rosenheimer tatsächlich dabei sein wird. Denn eines ist klar, es müssen Siege gebucht werden, wenn man nicht schon zur Saisonmitte den Anschluss an die sicheren Tabellenplätze verlieren will.

Prominenter Besuch am Sonntag bei der Heimbegegnung des Team Hämmerling TuS Sennelager und demzufolge gilt auch für die Gästen Daumendrücken für den Tabellenvorletzten. Der SC Paderborn bestreitet am Samstag (Anstoß 13.30 Uhr) beim 1. FC Heidenheim seinen Saisonauftakt in der 2. Bundesliga und tags darauf sind unter anderem Fabian Wohlgemuth (Geschäftsführer Sport) und möglicherweise auch Trainer Lukas Kwasniok zu Gast auf der Anlage des Hövelhover Tennis Club Blau-Weiss. Regelmäßig unter den Zuschauern in der ersten Saison 2019 war auch Dr. Carsten Linnemann. Der CDU-Politiker ist Stellvertretender Bundestags-Fraktionsvorsitzender und beim SCP Vizepräsident.

Ein erfolgreiches Debüt feierte der 23-jährige Alex Molcan im Team Hämmerling TuS Sennelager und brachte so die Ostwestfalen auf den Erfolgsweg am dritten Spieltag. © Ralf Meier

Paderborn. Das was sich am Sonntag auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC) eingefunden hat, waren schon klangvolle Namen und sind nicht alltägliche Gäste. Zum Beispiel Florian Mayer, ehemals Nummer 18 im ATP-Ranking, oder der Österreicher Jürgen Melzer, ehemals Nummer 8 im ATP-Ranking, oder der aktuelle deutsche Olympiafahrer Jan-Lennard Struff mit seinem besten Ranking Nummer 29, sorgten für großes Interesse. „Hier habe ich mal als Jugendlicher an einem Turnier teilgenommen“, so der aus dem sauerländischen Warstein stammende 31-jährige Struff, beim Betreten des HTC-Clubgeländes, „aber das ist schon sehr lange her.“

Es herrschte den ganzen Tag über eine entspannte sportliche Atmosphäre, denn die Begegnung zwischen dem Team Hämmerling TuS Hämmerling und dem TC Großhesselohe war an diesem 4. Spieltag in der 1. Tennis-Point Bundesliga von den Spielansetzungen zu unterschiedlich. „Da lagen hunderte von Weltranglistenplätzen zwischen unseren Spielern und ihren Gegnern“, so Hämmerlings Coach Marius Kur, „doch was unsere gezeigt haben, stellt mich sehr zufrieden. Trotz der 1:5 Niederlage.“ Hochzufrieden waren die rund 700 Besucher rund um den Centre Court, als der 21-jährige Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 498) und Jan-Lennard Struff (ATP 47) ihre Partie aufnahmen. Es war lediglich in Nuancen ein spielerischer Unterschied zu erkennen, denn beide sorgten bei hochsommerlichen Temperaturen für sehenswertes Tennis.

„Er ist noch sehr jung“, so nach dem Match Jan-Lennard Struff, „und er wird seinen Weg machen“, so das große Lob für den 21-jährigen Franzosen, Der gewann zwar den ersten Satz, doch am Ende gab es lediglich ein respektables Resultat von 6:3, 4:6, 6:10 aus seiner Sicht. Recht nervös startete Jan Zielinski (ATP 857), im ATP-Doppel-Ranking immerhin Position 149, an Nummer drei seine Auseinandersetzung gegen Matthias Bachinger (ATP 261). Nach verlorenen ersten Durchgang wurde die Spielführung des 24-jährigen Polen allerdings besser. Doch der zehn Jahre ältere Münchner, bestens ATP-Ranking war Position 85, behielt seine spielerische Linie bei und sein 6:4, 6:4 brachte den Gästen vom Isarhochufer eine 2:0 Führung ein.

Eine Resultats-Verkürzung aus Sicht der Gastgeber kam letztlich im Duell zwischen Daniel de Jonge (ATP (ATP 1156) und Florian Mayer zustande. Der 37-jährige Ex-Profi führte gegen den 16 Jahre jüngeren Deutsch-Niederländer bereits mit 5:2, als er vorzeitig das Match beenden musste. „Beim Service habe ich Schmerzen in der Schulter. Es ergibt keinen Sinn, dass ich mich dadurch quäle“, so der Gerry-Weber-Open-Sieger des Jahres 2016.

Zu Ende wurde dagegen das Duell der an Nummer zwei platzierten Tennisprofis gespielt und hier standen sich Daniel Cukierman (ATP 693) und der Argentinier Francisco Cerundolo (ATP 116) gegenüber. Sandplatztennis vom Feinsten boten sie und auch hier eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Von der Grundlinie aus bestimmten sie die Ballwechsel in der Länge und Breite des Centre Courts und so sehr auch die Zuschauer dem Israeli mit französischem Pass den Sieg gegönnt hätten, auch er musste letztlich seinem Kontrahenten zum 6:4, 6:4 Sieg gratulieren.

Für den angeschlagenen Florian Mayer rückte Jürgen Melzer ins Doppel und mit Jan-Lennard, der am Montagabend mit seinen Davis-Cup-Kollegen Alexander Zverev, Philipp Kohlschreiber, Dominik Koepfer, Tim Pütz und Kevin Krawietz gen Tokio fliegt, gab es ein glattes 6:2, 6:2 gegen Antoine Cornut-Chauvinc/Jan Zielinski. Daniel Cukiermann/Daniel de Jonge gewann den ersten Satz, doch dann drehten Matthias Bachinger/Francisco Cerundolo die Partie und ihr 1:6, 6:1, 10:3 Erfolg sorgte für das deutliche Schlussresultat.

„Zumindest haben wir den Zuschauern bestens Tennis geboten“, so Teamchef Ralf Hämmerling und der frühere Trainer des Fußball-Bundesligisten SC Paderborn, Pavel Dotchev (heute MSV Duisburg) pflichtete ihm bei: „Heute konnte man auch sehen, dass man auch als vermeintlicher Außenseiter dem Favoriten Paroli bieten kann. Wie im Fußball. Die Namen stehen nicht automatisch für Siege, entscheidend ist die Leistung auf dem Platz. Und die stimmte beim Team Hämmerling, trotz der Niederlage.“

Tabelle

  SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Badwerk Gladbacher HTC436:2117:77:1
2.TC Großhesselohe435:2016:86:2
3.Grün-Weiss Mannheim (DM) 435:2316:86:2
4.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)435:2315:95:3
5.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)429:2413:114:4
6.Kölner THC Stadion Rot-Weiss425:3410:144:4
7.Allpresan Rochusclub Düsseldorf426:339:153:5
8.Kurhaus Lambertz Aachen423:329:152:6
9.Team Hämmerling TuS Sennelager423:349:152:6
10.BW Timberland Finance Krefeld414:376:181:7

Nächster Spieltag: 5. Spieltag • Sonntag • 25. Juli 2021 • 11.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse
Allpresan Rochusclub Düsseldorf – BW Timberland Finance Krefeld
Grün-Weiss Mannheim – Kölner THC Stadion Rot-Weiss
Tennis Ewige Liebe BW Neuss – Kurhaus Lambertz Aachen
Badwerk Gladbacher HTC – TC Großhesselohe

Ein erfolgreiches Debüt feierte der 23-jährige Alex Molcan im Team Hämmerling TuS Sennelager und brachte so die Ostwestfalen auf den Erfolgsweg am dritten Spieltag. © Ralf Meier

Großer Stress in der Vorbereitung auf den dritten Spieltag am Freitag (16. Juli) beim Team Hämmerling TuS Sennelager, denn Turnierverpflichtungen, Regenunterbrechungen in Amersfoort und Hamburg sowie die Naturkatastrophe in Nordrhein-Westfalen mit den eingeschränkten Reisemöglichkeiten in den Bahnverbindungen warfen so manche Planungen über den Haufen. „Das war ein Riesenaufwand, die Jungs zusammenzubekommen“, so Coach Marius Kur, „doch die Mühen haben sich gelohnt.“ Das Brisante an dieser Paarung gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiss war, beide Mannschaften streben den Klassenverbleib an und eine dritte Niederlage hätte die Hämmerling-Formation ans Tabellenende rutschen lassen.

Pünktlich gegen 13.00 Uhr hatte Coach Kur sein Team beieinander und das spannende Duell konnte beginnen. Nach exakt 199 Minuten war dann bereits alles entschieden und beim Hauptsponsor Ralf Hämmerling hatte sich Zufriedenheit eingestellt: „Mein Kompliment an die Jungs, die haben nicht nur bestens Tennis gezeigt, sie haben trotz einiger Rückstände bravourös gekämpft.“ Die Zufriedenheit war darin begründet, dass das Team Hämmerling unisono alle vier Einzel gewonnen hatte und uneinholbar mit 4:0 in Führung lag. „Dass das so glatt gehen würde“, sagte Marius Kur, „habe ich gehofft. Dass es auch so eingetreten ist, zeigt den Willen unserer Spieler auf.“ Als dann am Ende auch die beiden Doppel von den Hämmerling-Duos auf der Habenseite gebucht wurden, ergab dies einen sehr erfolgreichen Spieltag. Bemerkenswert ist zudem, dass es überhaupt erst ihr erster Heimerfolg seit der Zugehörigkeit zur 1. Tennis-Bundesliga ist. In der Debütsaison 2019 gab es zwei Niederlagen und zwei Unentschieden und eine weitere Niederlage zum Saisonstart 2021. Doch diese Bilanz wurde nun mit dem 6:0 Erfolg gegen die Rheinländer aufgebessert.

In der ersten Runde startete der erstmals als Nummer eins aufgebotene Alex Molcan (ATP 160) furios gegen den tschechischen Kölner Adam Pavlasek und ging mit 6:1 in Führung. Das hohe Tempo, was beide von der Grundlinie boten, war aber nicht durchzuhalten. Doch das Heft des Handels behielt der Slowake Molcan und sein 6:1, 7:5 ergab die Führung. Auf dem Court daneben hatte der 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 498) gegen den baumlangen Daniel Brands so seine Mühen. Der aus dem bayerischen Deggendorf stammende 33-jährige Ex-Profi servierte quasi knallhart und schnell dem aus der Nähe von Lyon stammenden Hausherrn die Filzkugeln um die Ohren. Er lag schnell mit 1:4 im Rückstand, kämpfte verbissen, doch der Satz war verloren. Diese Qualität behielt er aber bei und mit zunehmender Dauer kam er in seinen Spielrhythmus. Mit großen Applaus wurde sein 4:6, 6:4, 10:5 Sieg beklatscht.

Diese 2:0-Führung gab Selbstvertrauen. Der dreifache Junioren-Grand-Slam-Sieger Jonas Forejtek (ATP 317) legte gegen Hazem „Hans“ Naw an Nummer zwei ein makelloses 6:1 vor. Auch wenn das deutlich ist, der vor vier Jahren aus Syrien stammende sympathische Spieler steckte nicht auf, und wurde gleichwertiger. Allerdings konnte er die Niederlage nicht verhindert. Der im Tiebreak geholte Zweisatzerfolg des jungen Tschechen war im Hinblick auf den Gesamtsieg ein weiterer Schritt. Danach fanden sich die 450 Zuschauer zur bereits laufenden Begegnung zwischen Daniel Cukierman (ATP 693) und Petros Tsitsipas (ATP 906) ein. Hier hatte der zwei Jahre jüngere Bruder des griechischen Weltklassespielers Stefanos Tsitsipas einen überzeugenden ersten Satz absolviert.

Seine dynamische Spielweise behagte den Franzosen aus Tel Aviv überhaupt nicht und es schien als ob diese Partie verloren zu gehen drohte. Schien aber auch nur so. Der mehrfache israelische Meister nahm sein >Kämpferherz< in beide Hände und bot seinem Kontrahenten im zweiten Satz mit einem knappen 7:5 Paroli zum Satzausgleich. Relativ schnell und deutlich war dann der Match-Tiebreak mit 10:4 entschieden und fortan herrschte beste Stimmung auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss. Und wenn es läuft, dann läuft es eben. In Windeseile gewann das französische Duo Antoine Cornut-Chauvinc mit 6:0, 6:3 gegen Daniel Brands/Yannick Born und Jonas Forejtek/Jan Zielinski ließen sich ebenfalls nicht hängen und besiegten mit 6:7(4), 6:2, 10:8 das Kölner Gespann Adam Pavlasek/Petros Tsitsipas. Wie wichtig dieser vor allem deutliche Sieg für das Team Hämmerling TuS Sennelager war, zeigt die Tabelle auf. Hinter dem Quartett Badwerk Gladbach HTC (6:0 Punkte), TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (5:1 Punkte), Grün-Weiss Mannheim sowie Sennelagers Gegner TC Großhesselohe am Sonntag (beide 4:2 Punkte), sind die Ostwestfalen mit einem Kontostand von 2:4 auf dem 5. Tabellenplatz vor vier weiteren Mannschaften platziert. Tabellenletzter ist Blau-Weiss Krefeld mit 1:5 Punkten.

Am Sonntag stellt sich ab 11.00 Uhr auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC) der TC Großhesselohe vor. Eine Mannschaft die um den Titel spielen kann. Darüber täuscht auch nicht die überraschende Niederlage am zweiten Spieltag gegen Neuss hinweg, denn bis dato hatten sie mit unter anderem Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff zwei deutsche Spitzenspieler aufgeboten. Während sich Kohlschreiber auf Olympia in Tokio vorbereitet, wird der aus Warstein stammende deutsche Davis-Cup-Spieler Struff am Sonntag dabei sein. Ein großer Namen und eine spannende Herausforderung für das Team Hämmerling auf der HTC-Anlage. Das verspricht abermals bestens Tennis und man hofft auf den entsprechenden Zuschauerzuspruch zur Publikumsunterstützung der heimischen Mannschaft.

Tabelle
Spieltage Sätze Matches Punkte
1. Badwerk Gladbacher HTC 3 28:13 14:4 6:0
2. TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A) 3 29:14 13:5 5:1
3. Grün-Weiss Mannheim (DM) 3 27:16 12:6 4:2
4. TC Großhesselohe 3 25:16 11:7 4:2
5. Team Hämmerling TuS Sennelager 3 19:24 8:10 2:4
6. Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A) 3 17:24 7:11 2:4
7. Kurhaus Lambertz Aachen 3 16:24 7:11 2:4
8. Allpresan Rochusclub Düsseldorf 3 18:25 6:12 2:4
9. Kölner THC Stadion Rot-Weiss 3 16:28 6:12 2:4
10. BW Timberland Finance Krefeld 3 14:25 6:12 1:5

In beiden Ligaeinsätzen für das Team Hämmerling TuS Sennelager bot Daniel Cukierman eine sehr gute sportliche Performance. © Ralf Meier

Paderborn. Eins hat der nächste Kontrahent in der 1. Tennis-Point Bundesliga dem Team Hämmerling TuS Sennelager voraus: Der Kölner THC Stadion Rot-Weiss hat nach zwei Spieltagen bereits einen Sieg verbuchen können. Überraschenderweise konnten im rheinischen Duell die Domstädter auf eigener Platzanlage den Rochusclub Düsseldorf deutlich mit einem 5:1 Schlussresultat besiegen. Dies ist insofern von Bedeutung, denn die Kölner haben auch kein anderes Ziel als die Ostwestfalen: Klassenerhalt. Während also die für Freitag auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss zu erwartenden Kölner bereits schon zählbares heraussprang, gab es für die Hämmerling-Formation zwei Niederlagen. Das einzige was das Selbstvertrauen für die nächsten Herausforderungen möglicherweise stärken könnte, war die Tatsache, dass sowohl Badwerk Gladbacher HTC als auch Grün-Weiss Mannheim der Mannschaft um Marc Renner für ihr engagiertes Auftreten viel Lob aussprachen. „Das haben wir gerne gehört“, so der Teamchef, „doch mir wäre ein Punkt wichtiger gewesen. Aber was nicht ist, kann möglicherweise am Wochenende passieren.“

Hoffnungen ruhen auf Kovalik
Damit dies auf der roten Asche auch realisiert werden kann, hofft man in der Teamführung bei Westfalens einzigem Tennis-Bundesligisten auf einen guten Gesundungsprozess bei Jozef Kovalik (ATP 129). Er würde als Nummer eins aufschlagen, wenn dies seine Knöchelverletzung zulassen würde. Die zwang den Slowaken zu einer Turnierpause und erst wenn die endgültig auskuriert ist, wird er wieder spielen wollen. „Dafür haben wir Verständnis“, sagt Marc Renner, „gleichwohl hoffe ich, dass er mich heute noch anruft und sein gesundheitliches ok gibt.“ Sein spielerisches Potential, Kovalik wurde bereits als Nummer 80 im ATP-Ranking notiert, würde die Aussichten auf einen erfolgreichen dritten Spieltag am Freitag (13.00 Uhr) erheblich verbessern. Eventuell könnte auch sein Landsmann Alex Molcan (ATP 160) als Nummer zwei im Team Hämmerling debütieren, so dass diese Einsätze durchaus reelle Siegchancen ergeben würden. Keine Fragezeichen steht hinter dem Dabeisein des 20-jährigen Jonas Forejtek (ATP 317), dem ein Jahr älteren Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 498) und dem mit einem französischen Pass ausgestatteten Israeli Daniel Culkierman (ATP 693).

Tsitsipas spielt in Hövelhof
Die Entfernung zwischen der rheinischen Domstadt und der westfälischen Domstadt Paderborn beträgt rund 190 Kilometer, die die Rot-Weissen bereits am heutigen Donnerstag absolvieren. Allerdings ist Teamchef Ralph Grambow derzeit noch auf der Suche nach einer spielstarken Formation. Die gegen Düsseldorf siegreichen Profis Benoit Paire (ATP 51), Kimmer Coppejans (ATP 191) und der beliebte deutsche Tennisprofi Dustin Brown (ATP 336) sind allesamt noch im Turniergeschehen. Fest eingeplant sind bis dato lediglich der 26-jährige Tscheche Adam Pavlasek (ATP 551), der frühere deutsche Davis Cup-Spieler Daniel Brands (ATP 949) und der griechische Jungprofi Tsitsipas. Allerdings ist das nicht der 22-jährige Weltranglisten-Vierte Stefanos, sondern dessen zwei Jahre jüngere Bruder Petros!

3. Spieltag • Freitag • 16. Juli 2021 • 13.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Kölner THC Stadion Rot-Weiss
Rochusclub Düsseldorf – Kurhaus Lambertz Aachen
Tennis Ewige Liebe BW Neuss – Badwerk Gladbacher HTC
TC Großhesselohe – BW Timberland Finance Krefeld
TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse – Grün-Weiss Mannheim

Der für das Team Hämmerling TuS Sennelager spielende Jan Zielienski (rechts) gewann am Samstag mit Szyman Walkow (THC Brühl) die Doppelkonkurrenz beim ATP-Challenger in Braunscheig. © Debbie Kinsey

Grün-Weiss Mannheim behauptet sich gegen Team Hämmerling TuS Sennelager

TC Großhesselohe spielt noch gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss: 1:3 Zwischenstand

Mannheim. Im Team Hämmerling TuS Sennelager gab man sich bereits vor der Abreise in die Kurpfalz keinerlei Illusionen hin, denn mit dem zur Verfügung stehenden Aufgebot waren die Ostwestfalen nur krasser Außenseiter. „Nach den vier Einzeln“, so Teamchef Marc Renner, „kann ich unseren Jungs nur ein großes Kompliment aussprechen, sie haben sich spielerisch bestens präsentiert.“ So gab es dann zumindest zum Ende hin noch einen kleinen Lohn für die Bemühungen: Daniel Cukierman/Daniel de Jonge besiegten das höher eingeschätzte spielstarke Mannheimer Duo Julian Lenz/Kevin Krawietz mit 6:6(4), 6:4, 10:6 und holten den Ehrenpunkt. Summa summarum bedeutet dies ein 1:6 beim Titelverteidiger.

Angesagt war an diesem sonntäglichen 2. Spieltag in der 1. Tennis-Point-Bundesliga am Neckarplatt die Partie beim aktuellen Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim, der zum Saisonstart ein müheloses 5:1 gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss absolviert hat. Mühelos zweifelsohne, aber vom zeitlichen Aufwand her schon unglaublich lange. Stundenlange Regenschauer führten letztlich in die Halle und für beide Mannschaften war die Auseinandersetzung erst am darauffolgenden Samstag beendet: Die >Badischen Hallenspiele< endeten nämlich um 00.30 Uhr am 10. Juli mit einem Dreisatzerfolg für das Neusser Duo Nikola Milojevic/Luca Vanni gegen Gerald Melzer/Robin Kern!

Da gingen die heutigen sechs Spielansetzungen ohne Regen am Sonntag wesentlich schneller über die rote Asche auf der Anlage am Neckarplatt vor 1.100 Zuschauern. Alleine auf der Grundlage von ATP-Ranglistenpositionen hatten die Gastgeber Topleute aufgeboten, die internationales Spitzentennis verkörpern. Dies gilt ebenso für den 27-jährigen Dominik Köpfer (ATP 62) wie für den Spanier Pedro Martinez Portero (ATP 107). Nur 1.302. Platz im ATP-Ranking für den 30-jährigen Wiener Gerald Melzer. Der war vor seiner einjährigen Operationspause Nummer 68 der Welt und inzwischen wieder ein Comebacker. Die Nummer vier der Mannheimer, der 28-jährige Julian Lenz, hat derzeit mit Platz 168 seine weltweit beste Platzierung inne.

Gleichwohl gingen auf Seiten Hämmerlings Jonas Forejtek (ATP 314), Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 461), Daniel Cukierman (ATP 805) und erstmals Daniel de Jonge (ATP 1156) unbekümmert ihre sportlichen Herausforderungen an. Sieht man einmal von dem Deutsch-Niederländer de Jonge ab, der eine glatte Zweisatzniederlage (1:6, 2:6) gegen Julian Lenz hinnehmen musste, bot das übrige Trio phasenweise eine ausgeglichene Leistung. Im Duell der jeweiligen Nummer eins hatte der 20-jährige Tscheche Forejtek gegen den glänzend aufgelegten Olympiafahrer Köpfer sogar einen Satzball. Doch der Tiebreak im zweiten Satz ging mit 13:15 verloren, so auch mit 4:6, 6:7 die Partie.

Auch die beiden Franzosen spielten stark auf, insbesondere der erstmals im Einzel aufgebotene 21-jährige Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 461). Sein Match gegen den aus Valencia stammenden Pedro Martinez Portero, vor geraumer Zeit noch Rang 82 der Welt, war ausgeglichen; bis in den Match-Tiebreak. Zuvor Satzgewinn auf beiden Seiten.
Doch fortan bestimmte der spanische Sandplatzspezialist das Geschehen auf dem Rechteck und steuerte mit 5:7, 7:5, 10:3 den dritten Punkt dazu. Daniel Cukierman (ATP 805) war, vor allem im zweiten Satz gegen den österreichischen Davis-Cup-Spieler Melzer, ein gleichwertiger Akteur. Doch ein Routinier wie der Wiener spielte im Tiebreak sein ganzes Repertoire aus und das 6:3, 7:6(3) war zugleich nach den vier Einzeln die Niederlage der Begegnung.

Turniererfolg für Jan Zielinski
Verzichten musste an diesem Bundesliga-Wochenende Teamchef Marc Renner auf seine beiden spielstarken polnischen Tennisprofis Kacper Zuk und Jan Zielinski. Wie spielstark der 22-jährige Zuk ist, stellte er zum Ligaauftakt im Duell gegen den Gladbacher Albert Ramos-Vinolas am letzten Freitag unter Beweis. Gegen den ehemaligen ATP-Weltranglisten-33. gestaltete er die Partie ausgeglichen und verlor erst im Match-Tiebraek das Duell gegen den 33-jährigen spanischen Routinier. Ebenfalls in guter Verfassung zeigte sich Jan Zielinski beim mit 66.640 Euro Preisgeld dotierten ATP-Challenger-Turnier in Braunschweig. Mit seinem Landsmann Szymon Walkow gewann er den Turnier-Titel im Doppel mit einem 4:6, 7:5, 10:6 Erfolg gegen das kroatische Zwillingsduo Ivan und Matej Sabanov. Da zugleich am Samstag die Nationalen Tennismeisterschaften in Polen begannen, sind unisono die polnischen Profis verpflichtet daran teilzunehmen, so dass sie anderweitige Turnierverpflichtungen nicht wahrnehmen konnten.

2. Spieltag • Sonntag • 11. Juli 2021 • 11.00 Uhr
Grün-Weiss Mannheim – Team Hämmerling TuS Sennelager 5:1 (4:0)
Köpfer, Dominik (GER/ATP 62) – Forejtek, Jonas (CZE/ATP 314) 6:4, 7:6(13)
Martinez Portero, PEDRO (ESP/107) – Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/461) 5:7, 7:5, 10:3
Melzer, Gerald (AUT/1302) – Cukierman, Daniel (FRA/745) 6:3, 7:6(3)
Lenz, Julian (GER/287) – de Jonge, Daniel (GER/1156) 6:1, 6:2
Martinez Portero/Melzer – Forejtek/Cornut-Chauvinc 6:4, 6:4
Lenz/Krawietz, Kevin – Cukierman/de Jonge 7:6(4), 4:6, 6:10
Zuschauer: 1.100
ATP-Rangliste 05. Juli 2021

Übrige Resultate
Kurhaus Lambertz Aachen – TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse 3:3 (2:2)
Zuschauer: 450
Badwerk Gladbacher HTC – BW Timberland Finance Krefeld 5:1 (3:1)
Zuschauer: 480
TC Großhesselohe – Tennis Ewige Liebe BW Neuss 0:0 (1:3)
Zuschauer: 0.000
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – Allpresan Rochusclub Düsseldorf 5:1 (3:1) Noch nicht beendet!
Zuschauer: 950
Gesamtbesucher: 0.000 Zuschauer

Tabelle
Spieltage Sätze Matches Punkte
1. Grün-Weiss Mannheim (DM) 2 22:6 10:2 4:0
2. Badwerk Gladbacher HTC 2 20:8 10:2 4:0
3. TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A) 2 19:9 9:3 3:1
4. TC Großhesselohe 1 11:3 5:1 2:0
5. Kurhaus Lambertz Aachen 2 13:13 6:6 2:2
6. Kölner THC Stadion Rot-Weiss 2 13:16 6:6 2:2
7. BW Timberland Finance Krefeld 2 10:16 4:8 1:3
8 Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A) 1 3:11 1:5 0:2
9. Team Hämmerling TuS Sennelager 2 7:21 2:10 0:4
10. Allpresan Rochusclub Düsseldorf 2 7:22 1:11 0:4

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019

Nächster Spieltag: 3. Spieltag • Freitag • 16. Juli 2021 • 13.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Kölner THC Stadion Rot-Weiss
Rochusclub Düsseldorf – Kurhaus Lambertz Aachen
Tennis Ewige Liebe BW Neuss – Badwerk Gladbacher HTC
TC Großhesselohe – BW Timberland Finance Krefeld
TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse – Grün-Weiss Mannheim

Ein sehenswertes Match lieferte Zdenek Kolar und buchte so für das Team Hämmerling TuS Sennelager den einzigen Sieg in der Partie gegen Badwerk Gladbacher HTC. © Ralf Meier

Beide Teamchefs waren sich einig: Resultat spiegelt die spannende Partie nicht wieder

Deftige Niederlagen für Rochusclub und Köln

Titelverteidiger Mannheim 4:0 nach Einzel

Paderborn-Sennelager. Endlich wieder Tennis-Bundesliga der Herren. Nach 101 Wochen glückte der Saisonauftakt am heutigen Freitag (09. Juli) in der 1. Tennis-Point Bundesliga, trotz zeitweiser Wetterkapriolen, ansonsten problemlos. Sieht man einmal von einigen Schlussresultaten ab. So musste der Rochusclub Düsseldorf eine bittere 0:6 Niederlage beim bayerischen Aufsteiger TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse hinnehmen und nur etwas Ergebniskorrektur gab es für den rheinischen Gastgeber Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Vor 1.000 Zuschauern kam der der Traditionsverein TC Großhesselohe, mit unter anderem den beiden deutschen Davis Cup-Spielern Jan-Lennard Struff (ATP 45) und Philipp Kohlschreiber (ATP 115), zu einem 5:1 (3:1) Erfolg in der Domstadt. Damit haben diese beiden Teams schon einmal eine Duftmarke gesetzt. 3:3 Unentschieden trennte man sich in der Partie zwischen Kurhaus Lambertz Aachen und BW Timberland Finance Krefeld. Kräftige Regenschauer sorgten für arge Zeitverschiebungen am Neckarplatt zwischen Grün-Weiss Mannheim und dem zweiten Neuling BW Ewige Liebe BW Neuss. Nach den vier Einzelbegegnungen führte der aktuelle Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim mit 4:0. Zu dieser Zeit zeigte die Uhr 21.50 an und die beiden Doppelbegegnungen stehen noch aus!

Mehrstündiger Dauerregen am Vormittag sorgte beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC), in dieser Saison Gastgeber für das Team Hämmerling TuS Sennelager, für einen verspäteten Spielbeginn. Doch eine große Schar enthusiastischer Helfer sorgte letztlich dafür, dass gegen 14.55 Uhr die Debütveranstaltung auf der schmucken HTC-Anlage vor 400 Zuschauern beginnen konnte. Als nach gut fünfeinhalb Stunden die Auseinandersetzung der Ostwestfalen gegen Badwerk Gladbacher HTC mit 5:1 für die Gäste vom Niederrhein beendet wurde, gab es von beiden Teamchefs fast deckungsgleiche Analysen. „Wir haben sehr gutes Tennis gesehen und uns fehlte letztlich das Quäntchen Glück, um schlussendlich zu einem besseren Resultat zu kommen“, meinte Marc Renner und sein Gladbacher Kollege, Henrik Schmidt, beurteilte dies so: „Alle Partien waren sehr ausgeglichen. Und wenn wir Albert nicht so gepusht hätten, dann hätte es nach den Einzeln 2:2 gestanden. Was nicht unverdient gewesen wäre. So sind wir letztlich sehr zufrieden, hier gewonnen zu haben. Das Hämmerling Team hat uns schon sehr gefordert.“

Dieses sportliche Lob nahmen die Hausherren gerne zur Kenntnis und gehen zuversichtlich in diese Saison. „Ich kann nur sagen“, so Teammanager Ralf Hämmerling, „wir haben hier heute Weltklassetennis gesehen. Und wenn wir diese Leistungen konstant bringen, dann bin ich vom Klassenerhalt überzeugt.“ Während das das Ziel der Ostwestfalen ist, scheint die Aussage von Gladbachs Coach Patrice Hopfe „wir wollen den Klassenerhalt schaffen“ scheint auf Grund des personellen Aufgebots etwas tiefgestapelt zu sein. Dies zunächst aufgrund der Bewertung der ATP-Ranglistenpositionen. Doch dieser Liga-Auftakt in der Stadt zur Senne hat gezeigt, dass dies bei den Begegnungen auf der roten Asche fast keine Rolle spielt. Sieht man einmal von der glatten Zweisatzniederlage des 20-jährigen Jonas Forejtek gegen Mario Vilella Martinez („der spielt seit Wochen allerbestes Tennis“, so Schmidt) ab, waren in den drei übrigen Partien die Auseinandersetzungen denkbar knapp.

So überzeugte der an zwei spielende Tscheche Zdenk Kolar (ATP 223) auf Seiten Hämmerlings in der Partie gegen den Slowaken Andrej Martin (ATP 111). Hohes Tempo von der Grundlinie bevorzugten beide Profis, doch das variantenreichere Spiel bot der Gastgeber. Rund 101 Minuten dauerte das Match an und das 6:3, 6:3 bedeutete ein 1:1 Zwischenergebnis. Bei der Präsentation beider Mannschaften vor der Begegnung auf dem Centre Court bekam der Israeli mit französischem Pass, Daniel Cukierman (ATP 805), eine Geburtstagstorte aus Anlass seines 25-jährigen Geburtstags überreicht. Das war aber auch das einzige Geschenk an diesem Tag, obwohl er sich hätte selbst beschenken können. Doch die nötigen Breakbälle gegen den 35-jährigen Routinier Lukas Rosol (ATP 204) konnte der zehn Jahre jüngere US-College-Spieler aus Los Angeles nicht nutzen. So stand letztlich mit 4:6, 4:6 eine unverdiente Niederlage im Spielbericht und die Gäste vom Niederrhein hatten mit einem 2:1 Zwischenergebnis die Nase vorn.

Sehenswertes Tennis boten die beiden topgesetzten Spieler. Dies gilt sowohl für den Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 39), der immerhin schon das ATP-Ranking 17 innehatte, als auch für den Gastgeber Kasper Zuk (ATP 168). Der 22-jährige polnische Davis Cup-Spieler zeigte keinerlei Respekt vor dem großen Namen und spielte unbekümmertes und variantenreiches Tennis. Beide Profis nutzen die Länge und Breites des Centre Courts, doch die immer wieder eingestreuten Stoppbälle behagten dem Spanier überhaupt nicht und so gab es den Satzgewinn für Zuk. Es kam Hoffnung beim Team Hämmerling auf, dass man möglicherweise aus den vier Einzeln mit einem Unentschieden heraus kommt. Doch eine Schwächephase zu Beginn des zweiten Satzes wusste Ramos-Vinolas zu nutzen und nach einem 5:7 gab es nun ein 6:3 für ihn.

Dieses hohe Tennisniveau muss die Zuschauer beeindruckt haben, denn plötzlich machte die Gladbacher-Bank Stimmung und dies schien ihre Nummer eins zu beflügeln. Auch wenn Kacper Zuk bewundernswert dagegen hielt, am Ende gewann nach knapp zwei Stunden der aus Barcelona stammende Linkshänder den Matchtiebreak mit 10:7 und holte den dritten Punkt für den Deutschen Meister des Jahres 2016. Die Niederlage besiegelte das Badwerk-Duo Lukas Rosol/Tim Sandkaulen mit 6:3, 6:4 gegen Kacper Zuk/Daniel Cukierman und zu einer Ergebniskorrektur hat es im Spitzendoppel auch nicht gereicht. Der Matchtiebreak zwischen Jonas Forejtek/Antonie Cornut-Chauvinc buchte mit 15:13 das Duo Andrej Martin/Robin Haase auf ihrer Habenseite. Was in der Erinnerung bleibt, ist die Tatsache, schön dass die Tennis-Bundesliga mit ihrem Slogan „Weltklassetennis im Club“ wieder auf der roten Asche zurück ist.

1. Spieltag • Sonntag • 09. Juli 2021 • 13.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Badwerk Gladbacher HTC 1:5 (1:3)
Zuk, Kacper (POL/168) – Ramos-Vinolas, Albert (ESP/39) 7:5, 3:6, 7:10
Kolar, Zdenek (CZE/223) – Martin, Andrej (SVK/111) 6:3, 6:3
Forejtek, Jonas (CZE/314) – Vilella-Martinez, Mario (ESP/179) 3:6, 2:6
Cukierman, Daniel (FRA/745) – Rosol, Lukas (CZE/204) 4:6, 4:6
Forejtek/Cornut-Chauvine, Antoine – Martin/Hasse, Robin 3:6, 6:3, 13:15
Zuk/Cukierman – Rosol/Sandkaulen, Tim 3:6, 4:6
Zuschauer: 400

Übrige Resultate
Grün-Weiss Mannheim – TC Ewige Liebe BW Neuss 0:0 (4:0)
Zuschauer: 0.000
Kurhaus Lambertz AachenBW Timberland Finance Krefeld 3:3 (2:2)
Zuschauer: 250
TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse – Allpresan Rochusclub Düsseldorf 6:0 (4:0)
Zuschauer: 400
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – TC Großhesselohe 1:5 (1:3)
Zuschauer: 1.000
Gesamtbesucher: 0.000 Zuschauer

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019

Nächster Spieltag: 2. Spieltag • Sonntag • 11. Juli 2021 • 10.00 Uhr
Grün-Weiss Mannheim – Team Hämmerling TuS Sennelager
Kurhaus Lambertz Aachen – TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse
Badwerk Gladbacher HTC – BW Timberland Finance Krefeld
TC Großhesselohe – TC Ewige Liebe BW Neuss
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – Allpresan Rochusclub Düsseldorf