Eine Demonstration des Blindentennissports am Sonntag auf der HTC Anlage. Mit dabei ist der mehrfache Deutsche Meister Bastian Kaller (links), hier mit seinem letzten Finalkontrahenten Michael Wahl aus Köln. © hofmedia

Eine Demonstration des Blindentennissports am Sonntag auf der HTC Anlage. Mit dabei ist der mehrfache Deutsche Meister Bastian Kaller (links), hier mit seinem letzten Finalkontrahenten Michael Wahl aus Köln. © hofmedia

Menschen mit Beeinträchtigungen in den Sport einzubinden ist eine gesellschaftliche Verpflichtung und so sind heutzutage renommierte Sportveranstaltungen wie Paralympics die Regeln. Diese internationalen Events haben demzufolge auch große mediale Aufmerksamkeit. Doch was ist danach, wenn das Licht des Geschehens ausgeschaltet ist? Im Tennis zum Beispiel? Rollstuhltennis bieten mittlerweile zahlreiche Vereine an. Und was machen blinde Menschen? Können die auch Tennis spielen? Überraschende Erkenntnis: Ja, die können das! Zusehen am kommenden Sonntag (10. Juli) auf der Anlage des Hövelhofer TC Blau-Weiß. Hier findet im Rahmen des Saisonauftakts der 2. Tennis-Bundesliga zwischen dem Team Hämmerling TuS Sennelager und dem SCC Berlin findet eine Demonstration des Blindentennis statt.

Dieser Sport kommt aus Japan und wird in Deutschland seit 2017 gespielt. So finden beispielweise in der ostwestfälischen Stadt Löhne seit 2018 die Nationalen Meisterschaften im Blindentennis statt und einige die dort erfolgreich waren, präsentieren ihren Sport beim HTC. So unter anderem die zweifache Weltmeisterin Charlotte Schwagmeier und die mehrfachen Deutschen Meister Bastian Kaller und Matthias Schmidt. Sie geben einen Einblick in ihren Tennissport und so mancher Zuschauer wird dabei aus dem Staunen nicht herauskommen. Im Übrigen: Der Ball mit einem Durchmesser von etwa 10 Zentimeter ist ein hohler Schaumstoffball, in dem sich Eisenkugeln befinden. Demzufolge ergibt sich beim Spiel und beim Aufspringen ein Geräusch, so das Spielerinnen und Spieler den Ball geräuschmäßig orten können.

Bevor der Aufschläger den Ball spielt, ruft er seinem Gegenüber >Ready< zu. Der antwortet – wenn er bereit ist – mit >Yes< und mit einem weiteren Zuruf >Play< eröffnet der Aufschläger das Match. In der B1-Klasse (Vollblind mit Dinkelbrille) darf der Ball dreimal aufschlagen und die zwei Gewinnsätze gehen bis 4:4 und gegebenenfalls Tiebreak. Im dritten Satz wird der Champions-Tiebreak gespielt. Aufgeschlagen wird dabei von oben und/oder unten, wobei die technischen Fähigkeiten der blinden Tennisspieler schon beeindruckend ist.

Die 2. Tennis-Bundesliga mit dem Team Hämmerling TuS Sennelager kann kommen, denn der neugestaltete Tribünenbereich beim Hövelhofer TC Blau-Weiß, wo die Heimspiele ausgetragen werden, ist fertig. Auf die am 10. Juli startende Saison freuen sich (von links) Marc Renner (Kaderplaner), Ewald Spaaij (Bundesliga-Chefcoach), Daniel Didier (Vorsitzender Hövelhofer TC Blau-Weiß), Christina Hämmerling (Hauptsponsor) und Nico Ruthmann (Bundesliga-Marketing). © Ralf Meier (HTC)

Die 2. Tennis-Bundesliga mit dem Team Hämmerling TuS Sennelager kann kommen, denn der neugestaltete Tribünenbereich beim Hövelhofer TC Blau-Weiß, wo die Heimspiele ausgetragen werden, ist fertig. Auf die am 10. Juli startende Saison freuen sich (von links) Marc Renner (Kaderplaner), Ewald Spaaij (Bundesliga-Chefcoach), Daniel Didier (Vorsitzender Hövelhofer TC Blau-Weiß), Christina Hämmerling (Hauptsponsor) und Nico Ruthmann (Bundesliga-Marketing). © Ralf Meier (HTC)

In knapp vier Wochen beginnt die Saison 2022 der 2. Tennis-Bundesliga Gruppe Nord und unter den neun Ligaclubs befindet sich auch das Team Hämmerling TuS Sennelager. Gegenüber den vergangenen Jahren haben sich die Paderborner, die abermals ihre Heimbegegnungen beim Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß austragen werden, neu positioniert. So haben sich aus dem letztjährigen Kader 15 Tennisprofis verabschiedet und geblieben sind der 21-jährige Franzose Antoine Chornut-Chauvinc und der neun Jahre ältere Doppelspezialist David Pel. Der Niederländer ist bereits seit 2017 in Sennelager heimisch und mit seinen 30 Jahren ist er der Älteste im Team.

„Wir wollen unsere nun seit zehn Jahren andauernde sportliche Erfolgsgeschichte mit talentierten jungen Nachwuchsspielern fortsetzen“, so Kaderplaner Marc Renner, dessen Mannschaft ein Durchschnittalter von 23,5 Jahren aufzuweisen hat. Unabhängig von den künftigen Ligaresultaten ist das entwickelte Förderkonzept auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt, zumal nach seiner Einschätzung „die 2. Liga für die Jungprofis geradezu eine besondere Herausforderung sein wird. Sie haben alle Lust auf die Bundesliga und sie wollen sich in den Matches gegen die Konkurrenten beweisen.“ So ist nach seiner Einschätzung die Mannschaft alle Male konkurrenzfähig. Allerdings wurden ambitionierte Ziele wie Erstliga-Aufstieg nicht genannt, man blieb eher zurückhaltend. „Für mich sind Versmold und Köln die Favoriten“, so Marc Renner, „wir wollen nur nicht absteigen.“

Somit wird kein Druck von der Teamleitung aufgebaut und dem aktuell zusammengestellten Kader die Möglichkeit gegeben, sich sportlich zu entwickeln. Aufgrund dessen wurde die Zusammenarbeit mit der Paderborner Tennis Base vereinbart, die von der 29-jährigen staatlich geprüften Tennislehrerin Carolin Daniels geleitet wird. Deren Ziel ist es, sozusagen das Team Hämmerling TuS Sennelager als Ausbildungsverein zu etablieren, Talente zu sichten und an das Bundesliga-Niveau heranzuführen. Eigens dafür wurde der erfahrene Tennistrainer Ewald Spaaij verpflichtet. Der 59-jährige verheiratete Niederländer war zuletzt Cheftrainer beim Weißrussischen Tennisverband in Minsk tätig. Dort war er zuständig für den kompletten Juniorinnen und Damenbereich. Doch die gesellschaftlichen Entwicklungen haben ihn veranlasst, das Land zu verlassen. „Mein Bestreben ist es, die Mannschaft zu einer Einheit zu führen. Ich werde versuchen, die Spieler länger zusammenzuhalten, möglicherweise ein Trainingscamp organisieren, damit wir einen Teamspirit entwickeln können“, so der in Hövelhof wohnende Ewald Spaaij.

Auch die Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß wurde neu gestaltet. Die mobile Tribüne ist verschwunden, an deren Stelle wird es an zwei der drei zu bespielten Courts einen baulich neu gestaltenden Tribünenbereich mit etwa 400 Sitzplätzen geben. Demzufolge können auf der Tennisanlage bis zu 1.000 Zuschauer die Zweitliga-Begegnungen verfolgen. „Wir werden den Zuschauern wieder hochklassigen Tennissport bieten“, kündigt HTC-Vorsitzender Daniel Didier an, „und unser Ziel sind etwa 750 Zuschauer pro Heimspiel. Wir werden zudem wieder ein Eventniveau wie in der 1. Bundesliga bieten. Das ist bestens beim Publikum angekommen und es hat uns letztlich auch neue Mitglieder eingebracht. Die Tennis-Bundesliga in Hövelhof hat sich als ein erstklassiges Produkt erwiesen.“

Dass das so ist, konnten vom Namenssponsor Hämmerling, Christina Hämmerling, und der für das Marketing zuständige Nico Ruthmann bestätigen: „Erfreulicherweise haben fast alle unsere bisherigen wirtschaftlichen Partner zugesagt, ihr finanzielles Engagement fortzusetzen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir unser auf mehrere Jahre konzipiertes Förderkonzept umsetzten können“, sagt Nico Ruthmann, so dass der finanzielle Rahmen steht.“ Dies bestätigte auch Christina Hämmerling: „Der Sport hat in unserer Familie schon immer einen großen Stellenwert und wurde auch entsprechend gefördert. Wir sind zugleich eine tennisaffine Familie und uns liegt viel daran, den Tennisnachwuchs auch weiterhin zu fördern. Und wenn der sich letztlich zum nationalen Spitzensport entwickelt, wie mit dem Bundesliga-Team Hämmerling auf der Hövelhofer Tennisanlage, dann ist dies das erfreuliche Resultat unseres Engagements.“

Der erst 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc gehört zu den talentierten Jungprofis, um die ein perspektivisches Bundesliga-Team entwickelt werden soll. © Ralf Meier

Der erst 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc gehört zu den talentierten Jungprofis, um die ein perspektivisches Bundesliga-Team entwickelt werden soll. © Ralf Meier

Die für das Jahr 2022 bevorstehende Tennis-Bundesliga-Saison wird das Team Hämmerling TuS Sennelager in der 2. Bundesliga bestreiten und die seit zehn Jahren andauernde Sennelager-Erfolgsgeschichte wird weiter fortgeschrieben. Das erfolgreiche Jahrzehnt haben Mäzen Ralf Hämmerling, Sportwart Marc Renner und der TuS-Vorsitzende Matthias Wittig entwickelt. Sie konnten dabei Nachwuchsspieler fördern, die sich bis unter die Top 100 der Tenniswelt haben spielen können. Beispielhaft stehen dafür Arthur Rinderknech (ATP-Ranking 58), Antoine Hoang ATP-Ranking 98) oder Norbert Gombos (ATP Ranking 80). „Wir werden auch weiterhin talentierten jungen Nachwuchsspielern die Möglichkeiten geben, sich bei uns weiterzuentwickeln“, so die Botschaft von Seiten des TuS-Trio, „aber wir werden uns professioneller aufstellen.“ Tatsache ist nämlich, dass eine Bundesliga-Saison auch für das Organisationsteam herausfordernd ist. Sowohl was die Planungen, die Spielereinsätze, die Reiseherausforderungen, als auch die Gestaltung der Spieltage an den Wochenenden betrifft.

„Um solche Herausforderungen besser händeln zu können, haben wir personell einiges verändert. Auch ich werde mich aus der ersten Reihe zurückziehen, bleibe aber weiterhin als Namensgeber und Sponsor dem TuS Sennelager verbunden“, sagt Ralf Hämmerling. Folge dessen wird der sportliche Schwerpunkt künftig bei der von der 29-jährigen staatlich geprüften Tennislehrerin Carolin Daniels geführten Paderborner Tennis Base liegen, deren Aufgabe es nun sein wird, Talente zu sichten und an das Bundesliga-Team heranzuführen. Im Wesentlichen wird sie dabei von dem erfahrenen Niederländer Tennistrainer Ewald Spaaiy unterstützt, der ehemals für den weißrussischen Tennisverband gearbeitet hat, aktuell aber an der Tennis Base beschäftigt ist. Er fungiert künftig als Teammanager. Sie sollen gemeinsam sowohl junge nationale als auch internationale Spieler sichten und sie soweit entwickeln, dass sie zu einem Teil des Teams Hämmerling werden können. Unabhängig von den sportlichen Liga-Ergebnissen, ist dieses entwickelte Förderkonzept auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt.

Geplant ist jedenfalls, dass die Base-Spieler während der Bundesliga-Saison über einen Zeitraum von einigen Wochen vor Ort sein sollen „um den erforderlichen Teamspirit“ zu fördern. So wie ihn beispielsweise in dieser Saison der 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc sowie der fünf Jahre ältere Israeli Daniel Cukierman an den Tag gelegt haben, die stellvertretend für das neu zu formende Aufgebot 2022 stehen. Während der bisherige Coach Marius Kur nicht mehr zum Team gehört, steht der bisherige 37-jährigen Coach Marc Renner künftig nur noch beratend zu Seite: „Zehn Jahre sind genug.“

Vielfach waren die Tribünen bei den Heimspielen des Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager beim HTC bestens besetzt und in der Zuschauerbilanz rangieren sie auf dem vierten Platz. © Ralf Meier

Vielfach waren die Tribünen bei den Heimspielen des Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager beim HTC bestens besetzt und in der Zuschauerbilanz rangieren sie auf dem vierten Platz. © Ralf Meier

Passend zu den siegreichen Nachrichten, die aktuell vom deutschen Davis-Cup-Team um Jan-Lennard Struff aus Innsbruck kommen, vermeldet auch der Tennis-Bundesligist Team Hämmerling TuS Sennelager positive Botschaften. „Leistungstennis im Spitzensport wird es auch zukünftig bei uns geben“, sagt Ralf Hämmerling, „und ganz erfreulich ist festzustellen, dass die Publikumsresonanz bei unseren Heimspielen beim Hövelhofer TC Blau-Weiss sehr zufriedenstellend war.“

Auch der Zuspruch bei den Zuschauern war ein Kriterium, dass weiterhin nationaler Tennisspitzensport von Seiten des TuS Sennelagers in Hövelhof geboten wird. Hinter den drei großen Bundesliga-Clubs wie dem Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim mit 5.780 Zuschauern, folgen der Rochusclub Düsseldorf (5.050) und der Kölner THC Stadion Rot-Weiss (4.260). Den vierten Platz in diesem Ranking belegt das Team Hämmerfling TuS Sennelager mit 2.750 Zuschauern unter den zehn Bundesliga-Teams. Damit liegen sie vor so renommierten Vereinen wie Kurhaus Lambertz Aachen (2.180), TC Großhesselohe (2.100), Blau-Weiss Krefeld (1.650) und dem zehnfachen deutschen Meister Blau-Weiss Neuss (1.440).

Die Tennisanlage des Hövelhofer TC Blau-Weiss ist auch weiterhin die Heimstätte vom Team Hämmerling TuS Sennelager während der Bundesliga-Saison 2022. © Ralf Meier

Die Tennisanlage des Hövelhofer TC Blau-Weiss ist auch weiterhin die Heimstätte vom Team Hämmerling TuS Sennelager während der Bundesliga-Saison 2022. © Ralf Meier

In der Saison 2021 hat das Team Hämmerling TuS Sennelager seine Heimspiele in der 1. Tennis-Point Bundesliga erstmals auf der Anlage des Hövelhofer TC Blau-Weiss ausgetragen. Unisono waren sich alle Beteiligten einig, diese Premiere war sowohl für den erstmals engagierten Gastgeber sehr zufriedenstellend und Sennelagers Teammanager Ralf Hämmerling war geradezu euphorisch: „Wir waren erstmals dort zu Gast. Es hat alles bestens geklappt und die Zusammenarbeit war perfekt. Wir haben feststellen können, dass wir dabei zu Freunden geworden sind. Mit großem Engagement und ebensolcher Begeisterung hat man uns aufgenommen.“

Folge dessen wird auch die Saison 2022 in der 2. Tennis-Bundesliga, die jeweils mit jeweils zehn Mannschaften in zwei Gruppen (Nord und Süd) ausgetragen wird, die Heimbegegnungen auf der Anlage des Hövelhofer TC Blau-Weiss austragen. Der Ligastart ist für den 10. Juli und der letzte Spieltag für den 07. August 2022 terminiert. Zur Austragung kommen, im Gegensatz zur 1. Liga immer sechs Einzel- und drei Doppelbegegnungen, und gespielt wird in den vier Wochen immer freitags (13.00 Uhr) und sonntags (11.00 Uhr). Der 2. Liga Nord gehören THC Brühl, SCC Berlin (beide Teams Regionalliga-Aufsteiger), LTTC Rot-Weiß Berlin, Oldenburger TeV, Blau-Weiß Aachen, Bremer TC von 1912, Tennispark Versmold sowie die Erstliga-Absteiger Kölner THC Stadion Rot-Weiss und Team Hämmerling TuS Sennelager an.

Sie hatten sich für die beiden letzten Spieltage so viel vorgenommen, doch am Saisonende stand für (von links) Jozef Kovalik, Coach Marius Kur, David Pel, Kacper Zuk, Gian Marco Moroni und Teamchef Marc Renner vom Team Hämmerling TuS Sennelager der Abstieg aus der 1. Tennis-Point Bundesliga fest. © Ralf Meier

Paderborn. „Wir werden unsere Situation jetzt erst einmal aufarbeiten und überlegen, was wir fortan machen“, sagt Hauptsponsor Ralf Hämmerling, „denn es hat sich auch heute wieder einmal gezeigt, dass wir eine halbwegs gute Mannschaft haben. Uns fehlten aber hier und da vorne die Spieler, die die gegenwärtige Situation hätten verhindern können. Wie schon mehrfach gesagt, dass alles zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Und die gilt es jetzt zu analysieren“

Von daher war es sportlich gesehen wie immer. Flapsig formuliert: Dran ist nicht drin. So auch diesmal, als der feststehende Absteiger Team Hämmerling TuS Sennelager am 9. Spieltag (15. August) in der 1. Tennis-Point Bundesliga zum letzten Duell beim Rochusclub Düsseldorf anzutreten hatte. Zwar hatten die Ostwestfalen auf Jozef Kovalik (ATP 126), Gian Marco Moroni (ATP 229) und Jonas Forejtek (ATP 318), „wenn es noch um etwas gegangen wäre, hätten wir sie dabei gehabt“, so Teamchef Marc Renner verzichtet, doch nach dem 1:5 am Freitag gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss war die Zugehörigkeit zur nationalen Eliteliga sowieso beendet. Insofern wurden Kacper Zuk (ATP 168), Daniel Cukierman (ATP 752), Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und David Pel für die Partie beim Tabellen-Achten in der NRW-Landeshauptstadt aufgeboten.

Neben dem Erstligaabschied gab es dann auch noch eine 0:6 Niederlage für die Ostwestfalen auf der Anlage am Grafenberger Wald. Die wiederum kamen somit noch mit 7:11 Punkten auf den 6. Tabellenplatz, vor den punktgleichen Kurhaus Lambertz Aachen, Blau-Weiss Krefeld und dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Die Domstädter müssen auf Grund des schlechteren Matchverhältnisses als Tabellen-Neunter ebenfalls absteigen. Kurios, dass das Team Hämmerling ihren einzigen Saisonsieg mit 6:0 am dritten Spieltag gegen diese Kölner verzeichnen konnte. An diesem 16. Juli dachte auf beiden Seiten keiner an einen Abstieg!

Da der Gastgeber vom Rolander Weg ebenfalls in Abstiegsnöte schwebte, traten sie mit routinierten und erfahrenen Profis an, die vor geraumer Zeit allesamt in ATP-Ranking-Sphären um die Positionen 30 bis 70 schwebten. So war es mehr oder weniger auch nicht überraschend, dass an den Positionen zwei und vier für die Paderborner nicht zu holen war. Dar 26-jährige Franzose Daniel Cukierman (ATP 753) verlor deutlich mit 2:6, 2:6 gegen den zwei Jahre älteren Spanier Roberto Carballes Baena – einst die Nummer 72 der Tenniswelt – und an vier bemühte sich der Niederländer David Pel um eine gutes Resultat. Dies gelang dem 30-Jährigen im ersten Satz auch halbwegs, obwohl er im Tiebreak unterlag. Im zweiten Durchgang waren allerdings die Körner verbraucht und der zehn Jahre jüngere Henri Squire (ATP 1223), der ansonsten in den USA an einem College studiert und dort Tennis spielt, steuerte mit einem 7:6(2), 6:2 Sieg den zweiten Punkt für den Rochusclub bei.

Die zweite Einzelrunde hätte durchaus zu einer Resultats-Verbesserung führen können, denn sowohl Hämmerlings Nummer eins, der 22-jähirge Kacper Zuk, als auch sein polnischer Landsmann Jan Zielinski waren ihren Kontrahenten gleichwertig. Beide Partien begannen mit jeweils einem Satz für die Gäste: Der Pole Zuk gewann mit 6:4 gegen den 13 Jahre älteren Pablo Andujar-Alba (ATP 74) und Zielinski buchte mit dem gleichen Resultat den Durchgang gegen Teymuranz Gabashvili (ATP 267. Letzterer war bereits die Nummer 43 im ATP-Ranking und mit zunehmenden Matchverlauf schlug das Pendel für Gabashvili aus, der somit zum Satzausgleich kam. Im Matchtiebreak wiederholte sich dann das, was den Hämmerling-Profis vielfach bescheinigte wurde: Im entscheidenden Durchgang waren sie gleichwertig, doch das letzte Quäntchen Potential zum Sieg fehlte ihnen fast immer. Mit 4:6, 6:4, 10:8 wurde das zwischenzeitliche 3:0 notiert.

Der aus Valencia stammende Anduja-Alba, der in seiner Vita vier ATP Tour-Titelgewinne aufzuweisen hat und im ATP-Ranking auf Position 32 notiert wurde, war im Duell gegen Kacper Zuk der Erfahrenere auf der roten Asche. Bescheinigen muss man dem jungen Polen seinen unbedingten Willen, das Match zu gewinnen. Aber auch hier vergebens, mehr aber auch nicht. Nach dem sich der spanische Düsseldorfer trotz Rückstand im zweiten Satz diesen im Tiebreak holen konnte, ging dann auch der abschließende Matchtiebrak an den Südeuropäer. Mit seinem 4:6, 7:6(5), 10:6 Sieg war das Rochusclub-Team zum vorzeitigen Gesamtsieg gekommen und konnte quasi in letzter Minute den Abstieg in die zweite Liga verhindern.

Übrige Resultate

HTC Blau-Weiss KrefeldKölner THC Stadion Rot-Weiss3:3 (3:1)
Tennis Ewige Liebe BW NeussTSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse5:1 (3:1)
Badwerk Gladbacher HTCKurhaus Lambertz Aachen5:1 (3:1)
TC GroßhesseloheGrün-Weiss Mannheim6:0 (4:0)

Tabelle

SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)976:5434:20
14:4
2.Badwerk Gladbacher HTC978:52
34:20
13:5
3.TC Großhesselohe976:47
34:20
12:6
4.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)973:5232:22
11:7
5.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)966:63
27:27
9:9
6.Allpresan Rochusclub Düsseldorf962:70
24:30
7:11
7.Kurhaus Lambertz Aachen957:69
23:31
7:11
8.HTC Blau-Weiss Krefeld952:7323:32 7:11
9.Kölner THC Stadion Rot-Weiss956:7622:32
7:11
10.Team Hämmerling TuS Sennelager945:8417:373:15

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2021: Grün-Weiss Mannheim
A = Aufsteiger Saison 2019
Ab = Absteiger Saison 2021: Team Hämmerling TuS Sennelager, Kölner TGHC Stadion Rot-Weiss

Der für das Team Hämmerling TuS Sennelager spielende Kacper Zuk lieferte ein begeisterndes Match ab. Doch sein Sieg war zu wenig, um den Abstieg der Ostwestfalen zu verhindern. © Ralf Meier

Paderborn. Bereits am achten von neun Spieltagen fielen in der von Corona geprägte Saison der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren zwei Entscheidungen: Grün-Weiss Mannheim wurde nach 2018 und 2019 zum dritten Mal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister und das Team Hämmerling TuS Sennelager steht als erster Absteiger fest. Nur ein Sieg auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss hätte am 8. Spieltag (13. August) möglicherweise das verhindern können, was durchaus gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss möglich gewesen wäre. Doch unter dem Strich stand eine 1:5 Niederlage und der Aufsteiger aus der niederrheinischen Domstadt hat mit diesem doppelten Punktgewinn das Saisonziel Klassenerhalt realisieren können. Dabei sah das über weitere Strecken während der vier Einzelpartien nicht unbedingt danach aus. Vor 650 Zuschauern erwiesen sich die Ostwestfalen als gleichwertige Kontrahenten des aktuellen Tabellenvierten.

Die erste Einzelrunde wurde mit Sieg und Niederlage beendet, wobei der erstmals an vier spielende aufgebotene Niederländer David Pel (ATP-Doppel 79) mit Handgelenksproblemen in die Begegnung gegen Javier Barranco Cosano (ATP 329) gegangen war. Dies machte sich vor allem im ersten Satz bemerkbar, die mit einem 0:6 endete. Der biss sich letztlich im zweiten Satz durch, doch mit seiner Tiebreak-Niederlage war das Match verloren. Der 22-jährige Kacper Zuk (ATP 171) machte sich zunächst das sportliche Leben als Nummer zwei auf dem Centre Court selber schwer, denn er fand keine sportliche Linie gegen seinen italienischen Kontrahenten Roberto Macora (ATP 216). Doch nach Satzverlust wusste sich der junge Pole erheblich zu steigern und begeisterte fortan das Publikum. Er verzückte es regelrecht, denn seine unglaublich schnellen Schläge von der Grundlinie aus brachten ihn auf den sich anbahnenden Erfolgsweg. Begeisterung auch deshalb, weil sein Gegenüber die schnelle Gangart mitging und es wurde ein Duell auf Augenhöhe. Nach Satzausgleich ging es in den Matchtiebreak und der entwickelte sich dramatisch. Es folgten Matchbälle auf beiden Seiten und der immer wieder aufbrandende Applaus brachte letztlich das siegbringende Resultat von 4:6, 7:5 15:13 für Kacper Zuk. Dieses Duell zeigte einmal mehr, wie faszinierende Tennis-Bundesliga sein kann.

Erstmals im Team stand der bullige Italiener Gian Marco Moroni (ATP 229), man nennt ihn auch >El Bufalo<, der gegen seinen Neusser Landsmann Renzo Olivo (ATP 215) das Grundlinienduell lange offen hielt. Mehr aber auch nicht. Gegen die schnelle Gangart des wieselflinken Italiener stand er auf verlorenem Posten und hatte in eine klare 3:6, 2:6 Niederlage einzuwilligen. Sehenswerte war dagegen die Auseinandersetzung der an eins aufgebotenen Profis, Jozef Kovalik (ATP 126) und Thomas Fabbiano (ATP 214). Vom ersten Ballwechsel an bestimmte der 28-jährige Slowake die Partie, führte schnell mit 4:1, doch irgendwie war dann der Faden gerissen. Zwar wurde der vier Jahre ältere Fabbiano stärker, doch irgendwie stand Kovalik nun neben sich und verlor den ersten Satz. Nach einer kurzen Toilettenpause kam der >Hausherr< wie ausgewechselt zurück und schaffte den Satzausgleich. Leider was dies nur ein kurzes Aufflackern seines Könnens, denn den spielentscheidenden Matchtiebreak buchte der Neusser, und sein 6:4, 3:6, 10:7 Erfolg wurde lautstark von den mitgereisten Neusser bejubelt. Sie führten nun mit 3:1 und ihr angestrebter Punktgewinn zum Ligaverbleib war greifbar.

Das daraus eine halbe Stunde später sogar ein Sieg wurde, lag an der verletzungsbedingten Aufgabe von David Pel. So kam nur ein Doppel zustande. Der 6:7(3), 6:3, 10:6 Erfolg des Gästeduos Thomas Fabbiano/Renzo Olivo gegen Kacper Zuk/Gian Marco Moroni ergab schlussendlich die deutliche Niederlage für das Team Hämmerling TuS Sennelager. Wer die Ostwestfalen mit in die zweite Liga begleiten wird, entscheidet sich am Sonntag. Der auf einem Abstiegsplatz verweilende Tabellenneunte Rochusclub Düsseldorfer (5:11 Punkte) empfängt die Ostwestfalen und nur ein Sieg der Rheinländer könnte sie retten. In der für das Team Hämmerling TuS Sennelager bedeutungslosen Begegnung wollen sie mit Kacper Zuk (ATP 168), Jonas Forejtek (ATP 318), Daniel Cukierman (ATP 756), Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und David Pel (ATP-Doppel 76) am Rolander Weg in der NRW-Landeshauptstadt antreten. Ebenfalls in Abstiegsnöten schweben die davor platzierten Krefelder und Kölner, die jeweils einen 6:10 Punktestand aufweisen. Das Kuriose an diesem letzten Spieltag ist, dass diese beiden Teams auf der Anlage der Blau-Weissen im Stadtwald aufeinandertreffen.

Übrige Resultate

Grün-Weiss Mannheim Allpresan Rochusclub Düsseldorf4:2 (3:1)
Kurhaus Lambertz AachenTC Großhesselohe4:2 (2:2)
TSV 1860 Rosenheimer UnterstützungskasseHTC Blau-Weiss Krefeld1:5 (0:4)
Kölner THC Stadion Rot-WeissBadwerk Gladbacher HTC2:4 (1:3)

SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)876:4234:1414:2
2.Badwerk Gladbacher HTC868:4929:1911:5
3.TC Großhesselohe864:4728:2010:6
4.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)863:4927:219:7
5.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)862:5326:229:7
6.Kurhaus Lambertz Aachen
854:5922:267:9
7.HTC Blau-Weiss Krefeld845:6520:286:10
8.Kölner THC Stadion Rot-Weiss848:6919:296:10
9.Allpresan Rochusclub Düsseldorf850:6818:305:11
10.Team Hämmerling TuS Sennelager8 43:7217:313:13

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019

Seit Jahren gehört der baumlange Niederländer David Pel dem Team Hämmerling TuS Sennelager an und am Freitag bestreitet er sein Saisondebüt. © Agentur Klick

Paderborn. Am Freitag (Beginn 13.00 Uhr) stehen sich in der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren erstmals beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss der Tabellenletzte Team Hämmerling und die Tennis Ewige Liebe BW Neuss gegenüber. Dieser etwas ungewöhnliche Vereinsname geht auf den Ex-Tennisprofi Marius Zay zurück, der unter diesem Namen in Neuss und in Solingen mit Clinton Thomson zwei Tennisschulen führt. Seit 2016 ist der heute 38-jährige gebürtige Düsseldorfer Zay Teamchef und er kennt die Bundesliga wie kein zweiter, denn seine Stationen waren Rochusclub Düsseldorf, Etuf Essen, Blau-Weiss Krefeld, TC Solingen und Blau-Weiss Neuss. Mit letzterem stieg er 2019 wieder ins Oberhaus auf und es hat den Anschein, als dauere der Aufenthalt länger als nur ein Jahr an. Gegenwärtig belegt der Traditionsverein vom Niederrhein mit 7:7 Punkten den 5. Tabellenplatz. „Damit haben wir den Klassenerhalt so gut wie sicher“, sagt Marius Zay, „aber die Saison hat gezeigt, dass wir uns nicht sicher fühlen dürfen. Wir müssen mindestens einen Punkt holen.“

Folge dessen ist davon auszugehen, die Neusser wurden im Übrigen zwischen 1983 und 1994 zehn Mal Deutscher Meister und gewannen 1998 zudem den Europapokal, nicht mit einer B-Formation nach Ostwestfalen kommen werden. Denn nach ihrer goldenen Ära mit deutschen Spitzenspielern wie Eric Jelen, Michael Westphal und Andreas Maurer gab es einige Auf- und Abstiege, und das soll der Vergangenheit angehören. Den Grundstein für den augenblicklichen Tabellenstand haben die Niederrheiner mit ihren drei Auswärtserfolgen gelegt. Der siebte Pluspunkt resultiert aus einem Unentschieden gegen Kurhaus Lambertz Aachen.

Zustande gekommen ist dies, weil dem Neusser Teamchef immer ein breitgefächerter Spielerkader zur Verfügung stand. Von den 16 gemeldeten kamen immerhin bis dato 12 Spieler zum Einsatz und die wissen unisono mit dem Schläger umzugehen. Namen wie Martin Klizan (ATP 230), Thomas Fabbiano (ATP 214), Renzo Olivo (ATP 215), Luca Vanni (ATP 416) oder Frederik Nielsen (ATP-Doppel 96), alles gestandene Top-100-Profis mit einem Alter in den 30er Jahren, haben die Basis zum Klassenerhalt geschaffen. Zweifelsohne wird aus diesem Quintett sicherlich der eine oder andere am Freitag in Hövelhof dabei sein, aber auch Profis wie Botic van de Zandschulp (ATP 121), Roberto Marcora (ATP 216), Dmitriy Popko (ATP 181), Constant Lestienne (ATP 245) und Javier Barranco Cosano (ATP 329) sind möglicherweise dabei.

Hämmerling-Teamchef Marc Renner ist genauso unzufrieden mit dem aktuellen Tabellenstand ist wie Ralf Hämmerling, denn nur zwei Siege an diesem finalen Doppelspieltag können den drohenden Abstieg verhindert. „In dieser Saison ist fast alles gegen uns gelaufen“, sagt Hauptsponsor Ralf Hämmerling und macht das auch an der Corona-Pandemie fest: „Die Einreise war nicht immer ganz einfach für die Spieler, sie waren teilweise auch nicht bereit, was ich verstehen kann, bei nur einer Impfung ein Risiko einzugehen. Und zum anderen gab es Quarantänevorschriften, die einzuhalten waren. Letztlich fehlte uns daher immer der eine oder andere Spieler auf einem der vorderen Plätze, was insgesamt das Team geschwächt hat. Aber kein Vorwurf an diejenigen, die da waren, sie haben sich in den Heimspielen bestens präsentiert.“

So wird es auch Freitag sein. „Es ist unser letztes Heimspiel und nur gemeinsam können wir erfolgreich sein“, sagt Teamchef Marc Renner, „und mit einer größtmöglichen Zuschauerunterstützung können wir sportlich noch alles abwenden.“ Der Funke der Begeisterung muss natürlich von den Hämmerling-Spielern auf der roten Asche ausgehen, doch da ist sich Marc Renner sicher: „das wird so sein, denn nur mit einem Sieg haben wir am Sonntag noch eine Chance beim Rochusclub Düsseldorf, die Saison erfolgreich abschließen zu können.“ Aufgeboten werden voraussichtlich Juan Manuel Cerundolo (ATP 148), Kacper Zuk (ATP 171), Zdenek Kolar (ATP 177), Daniel Cukierman (ATP 756), Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und erstmals der Niederländer David Pel (ATP-Doppel 79). Um diesem Sextett den erforderlichen Rückenwind zu geben, wird zur Schicksalsbegegnung kein Eintrittsgeld erhoben. „Wir benötigen eine große Zuschauerunterstützung“, sagt Ralf Hämmerling, „zumal die Besucherzahlen bisher recht positiv waren. Positiv will ich auch festhalten, wir sind in der Stadt und beim HTC bestens aufgenommen worden.“

Auf eine bestbesetzte Zuschauertribüne hofft man am kommenden Freitag beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss, wenn das Team Hämmerling TuS Sennelager sein letztes Heimspiel in der 1. Tennis-Bundesliga bestreitet. Der Eintritt zu diesem Abstiegsduell ist frei. © Ralf Meier

Paderborn. Ein Blick auf die Tabelle der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren zeigt unmissverständlich die prekäre Situation vom Team Hämmerling TuS Sennelager auf: Tabellenletzter. Am kommenden Wochenende findet nun der finale Doppelspieltag statt und nur zwei Siege der Ostwestfalen können den drohenden Abstieg verhindert. Der Auftakt zur Umsetzung dieses Vorhabens beginnt am Freitag (13. August) um 13.00 Uhr auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss gegen den zehnfachen Deutschen Meister Blau-Weiss Neuss.

„Wir bemühen uns um die bestmögliche Besetzung für dieses Wochenende“, so Hauptsponsor Ralf Hämmerling, „doch wir benötigen auch die entsprechende große Zuschauerunterstützung. Von daher haben wir entschieden, kein Eintrittsgeld zu erheben.“ Damit kommt der Paderborner Unternehmer auch auf seine Zusage zurück, dass man sich für die auf Grund von Verletzungen ausgefallenen Doppelmatches am 15. Juli gegen Rosenheim etwas einfallen lasse.

„Es ist unser letztes Heimspiel und nur gemeinsam können wir erfolgreich sein“, sagt Teamchef Marc Renner, „und ich weiß von den Spielern, wie wichtig die Unterstützung von außen ist. Derartige Impulse sind immer sehr hilfreich und wir können durchaus diese Situation noch ins Positive drehen. Wir sind spielerisch besser, als es aktuell die Tabelle aufzeigt.“ Insofern hofft man auf Seiten des Paderborner Tennis-Bundesligisten, am Freitag mit der Hilfestellung einer größtmöglichen Zuschauerkulisse und einem Sieg, am Sonntag beim derzeitigen Tabellenachten Rochusclub Düsseldorf doch noch die Saison erfolgreich abschließen zu können.

Mit seinem vierten Einzelsieg am Sonntag in Aachen avancierte Daniel Cukierman zum besten Saisonspieler im Team Hämmerling TuS Sennelager. © Ralf Meier

Paderborn. „Wir stehen mit leeren Händen da“, bilanziert Marc Renner, der erneut mit einer 2:4 Niederlage die Heimreise anzutreten hatte, „dabei hätte uns schon ein Punkt sicherlich geholfen.“ Ist aber nicht, denn das Team Hämmerling TuS Sennelager unterlag am 07. Spieltag bei Kurhaus Lambertz Aachen und verharrt weiterhin am Tabellenende. Die beiden Letztplatzierten steigen ab und dies sind gegenwärtig neben den Ostwestfalen mit 3:11 Punkten noch der HTC Blau-Weis Krefeld mit 4:10 Punkten als Tabellenneunter. Die Distanz zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt zwei Punkte und da verweilen gegenwärtig mit jeweils 5:9 Punkten der Rochusclub Düsseldorf und eben Kurhaus Lambertz Aachen. Während sich die erneute Niederlage bereits nach den vier Einzeln angedeutet hat, war in den beiden abschließenden Doppeln durchaus ein Unentschieden noch möglich gewesen.

„Zumindest mit der kämpferischen Einstellung kann man zufrieden sein“, so Teamchef Renner. Er sah dann auch ein 6:1, 4:6, 11:9 Sieg seines Doppels Juan Manuel Cerundolo/Jonas Forejtek gegen Hugo Dellien/Martin Cuevas. Resultats-Verbesserung ja, aber im Gesamtergebnis nur eine Korrektur. Das zweite Duell mit dem Duo Daniel Cukierman/Jan Zielinski ging letztendlich im Matchtiebreak mit 6:3, 6:7(4), 8:10 gegen Quentin Halys/Nils Langer verloren. „Vielleicht hätte uns ihr Matchball geholfen“, trauert Renner diesem nach, ist aber auch so ehrlich, „dafür hat unser erstes Doppel einen abwehren müssen. So ist es halt.“ Auch wenn es aktuell nicht bestens um das Team Hämmerling TuS Sennelager steht, zwei Begegnungen stehen noch aus. Am kommenden Freitag kommt Blau-Weiss Neuss, die mit 7:7 Punkten bereits am rettenden Ufer sind. Am Sonntag ist man dann beim Rochusclub Düsseldorf zu Gast, der Freitag beim Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim anzutreten hat. Krefeld spielt Freitag in Rosenheim und erwartet am Sonntag die Kölner. Nicht auszuschließen, dass erst am sonntäglichen 15. August nach dem letzten Matchball feststehen wird, wer in die 2. Bundesliga absteigen muss!

Die sportliche Geschichte der vier Einzel ist im Übrigen schnell erzählt. „Da waren wir chancenlos“, so die ernüchternde Analyse von Teamchef Marc Renner, nach nicht einmal 57 Minuten. In dieser Zeit waren die ersten beiden Einzel an den Positionen zwei und vier gespielt und die Ostwestfalen lagen mit 0:2 in Rückstand. Der aufschlagstarke Martin Cuevas (ATP 537), der sechs Jahre jüngere Bruder von Pablo – einst die Nummer 19 im ATP-Ranking – hatte es mit dem Jan Zielinski zutun. Der ist bekanntlich ein sehr guter Doppelspieler (ATP 132), doch alleine auf der roten Asche scheint für ihn der Platz zu groß zu sein. Der einst beste Juniorspieler Uruguays hatte keinerlei Probleme und nach 51 Minuten war mit einem 6:2, 6:2 Erfolg der erste Punkt bei den Gastgebern. Der zweite Punkt folgte sechs Minuten später.

Seine derzeit gute sportliche Verfassung, zwei Finals nacheinander bei ATP Challenger-Turnieren in Porto (Portugal) und Forli (Italien) haben dem Kurhaus-Teamchef Alexander Legsding die Zuversicht gegeben, den Franzosen Quentin Halys (ATP 185) erstmals ins Aufgebot zu berufen. Seine Einschätzung war richtig, denn sein Sennelager Kontrahent Jonas Forejtek (ATP 319) fand nie eine spielerische Lösung und die Folge war eine deutliche 1:6, 2:6 Niederlage. Der inzwischen von den Olympischen Spielen zurückgekehrte Hugo Dellien (ATP 139), verlor in Tokio in der ersten Runde gegen Novak Djokovic, stand erstmals auf der Kurpark-Anlage an Nummer eins im Team. Der in Trinidad geborene 28-jährige Profi ist eigentlich Bolivianer, doch er besitzt einen deutschen Pass. Als Junior die Nummer zwei im ITF-World-Ranking, danach Profi und bis heute hat er sechs ATP-Challenger-Titel gewinnen können. Neun Jahre jünger dagegen Hämmerlings Nummer eins, der 19-jährige Juan Manuel Cerundolo (ATP 145). Der junge Argentinier hielt nach besten Kräften dagegen, doch das reichte nicht. Auf dem Spielberichtsbogen stand schlussendlich eine 4:6, 4:6 Niederlage. Nach drei Einzelbegegnungen noch keinen Satzgewinn, war schon schwere Kost für die Ostwestfalen.

Die Bilanz ein wenig beschönigen konnte mal wieder Daniel Cukierman (ATP 697), der an Position drei auf den Tschechen Vit Kopriva (ATP 201) traf. Hier machte sich die große Distanz im ATP-Ranking mal nicht zum Nachteil des Team Hämmerling bemerkbar. Im Gegenteil. Der 26-jährige Franzose, in seinen bisherigen Einsätzen ein Musterbeispiel für kämpferischen Willen, legte furios los. Sein 6:1-Satzgewinn gab Hoffnung, doch der Dämpfer folgte zugleich: Ein 2:6 brachte den Gleichstand. Doch dieses Zwischenergebnis brachte ihn nicht ins Wanken. Im Matchtiebreak demonstrierte der gebürtige Israeli noch einmal seine sportliche Kompetenz und sein 6:1, 2:6, 10:6 Sieg brachte dem OWL-Team das zwischenzeitliche 1:3 ein. Im Übrigen ist Daniel Cukiermann somit mit seinen vier Einzelerfolgen der erfolgreichste Spieler in dieser Saison für das Team Hämmerling TuS Sennelager. Wenigstens ein Lichtblick an diesem Sonntag.

Übrige Resultate

HTC Blau-Weiss KrefeldGrün-Weiss Mannheim1:5 (1:3)
Badwerk Gladbacher HTCTSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse2:4 (1:3)
TC GroßhesseloheAllpresan Rochusclub Düsseldorf4:2 (3:1)
Kölner THC Stadion Rot-WeissTennis Ewige Liebe BW Neuss2:4 (1:3)

Tabelle

SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)767:3630:1212:2
2.TC Großhesselohe758:3826:1610:4
3.Badwerk Gladbacher HTC759:4525:179:5
4.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)757:4325:179:5
5.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)752:4522:207:7
6.Kölner THC Stadion Rot-Weiss744:6017:256:8
7.Kurhaus Lambertz Aachen745:5318:245:9
8.Allpresan Rochusclub Düsseldorf744:5916:265:9
9.HTC Blau-Weiss Krefeld735:6015:274:10
10.Team Hämmerling TuS Sennelager739:6116:263:11