Der topgesetzte Raul Brancaccio setzte mit seinem Sieg den Schlusspunkt und führte so das Team Hämmerling mit einem 5:1-Zwischenresultat vorzeitig zum Gesamtsieg. © HTC (Ralf Meier)

Diesen Spieltag wird das Team Hämmerling TuS Sennelager nicht so schnell vergessen, denn der LTTC Rot-Weiß Berlin wurde bereits in den Einzeln entzaubert. Mit 5:1 stand der Erfolg vorzeitig fest und die knapp 500 Zuschauer sahen Tennis vom Feinsten. Dieses Resultat lässt in der 2. Tennis-Bundesliga aufhorchen, denn das was sich am 4. Spieltag eintrat, ist nicht alltäglich. Die Ostwestfalen, mit einem Sieg (gegen des SCC Berlin) und einer Niederlage (4:5 beim Bremer TC von 1912) waren nicht optimal in die Saison gestartet und hatten vor knapp 500 Zuschauern den Tabellen-Dritten LTTC Rot-Weiß Berlin zu Gast. Die Mannschaft aus dem Grunewald wiederum war mit „viel Selbstvertrauen nach zwei Siegen“ so Teamchef Timo Taplick, in Ostwestfalen angekommen und hatte sich viel vorgenommen. „Wir wollten gewinnen“, so Markus Zoecke, „um die an der Tabellenspitze zu ärgern.“ Daraus wurde aber nichts und Zoeckes-Fazit war ernüchternd ehrlich: „Das war ein schwarzer Tag für uns.“

Nun gehören Niederlagen im Sport zur Tagesordnung, doch was sich an diesem Freitag auf der Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß abgespielt hat, war schon großartig: Bereits nach den sechs gespielten Einzeln stand mit einem überragenden 5:1-Zwischenresultat vorzeitig der Sieg der Paderborner fest und am Ende lautet das Schlussresultat 7:2. Mit einem derartigen Erfolg im Rücken bekam dann auch die Clubfete >Blau-Weisse-Nacht< den richtigen Schwung. Dass die Tennisprofis auf Seiten der Hausherren bis in die Haarspitzen motiviert waren, zeigte sich bereits in der ersten Einzelrunde. Ihnen war nach der unglücklichen Niederlage in der Hansestadt Bremen klar, wenn man in der Tabelle nicht weiter nach unten rutschen will, muss diese Partie gewonnen werden. „Ich habe heute Nacht um 2 Uhr von Lucas den Anruf bekommen, dass er kommen wird“, sagte Chefcoach Ewald Spaaij, der mit dem Franzosen Bouquet nun einen siebten Mann im Kader hatte. Dass er dann später glatt in zwei Sätzen seinem Landmann Baptiste Crepatte unterlag, ist auch der Müdigkeit geschuldet. Es bleib aber die einzige Einzelniederlage.

Den ersten Einzelsieg steuerte Benedikt Henning bei, der sich mit dem Berliner Nachwuchsmann Nino Ehrenschneider ein zähes Grundlinienduell liefert. Als sich die Partie dem Ende zuneigte und der Hämmerling-Punkt zum Greifen nahe war, setzte aus der nahegelegenen evangelischen Johanneskirche das Glockengeläut ein. Mit diesem lauten Beistand konnte dann auch nichts mehr schief gehen: Sieg! Zu dieser Zeit neigte sich auf dem Centre Court auch das Duell zwischen Matteo Martineau und dem erstmals in Reihen der Berliner eingesetzten Ukrainer Oleksii Krutykh dem Ende zu. Die Zuschauer waren fasziniert von dem spielerischen Potential beider Akteure, doch das glückliche Ende hatte im Champions-Tiebreak – nach 1:5-Rückstand – mit 10:8 der französische Hausherr. Es lief nur noch das Einzel zwischen Antoine Cornut-Chauvinc und dem 26-jährigen Berliner Timo Stodder. Da sich das Publikum nun um diesen Court geschart hatte und mit rhythmischen Klatschen ihren Mann unterstützten, schien dieser förmlich die Emotionen einzuatmen. Selbst Matchbälle gegen sich im Champions-Tiebreak konnten ihn nicht aufhalten und das 11:9 schrieb eine 3:0-Führung fest.

Der 27-jährige Julien Cagnina traf nun auf Eduard Esteve Lobato, der sich bis dato eine makellose 5:0-Bilanz aus seinen Einzel- und Doppeleinsätzen hat erspielen können. Doch sein Siegeszug endete in Hövelhof. Der Berliner ging zwar schnell mit 3:1 in Führung, das war es aber auch schon. Hämmerlings Belgier agierte variantenreich und belohnt wurde er mit einem Zweisatzsieg. So lief nur noch die Spitzenbegegnung zwischen den Spaniern Matteo Brancaccio und Oriol Roca-Batalla, der den ersten Durchgang für sich buchen konnte. Doch Hämmerlings Nummer eins war davon unbeeindruckt und stellte genauso schnell mit 2:6, 6:3 den Satzausgleich her. Mittlerweile waren die Zuschauer an den Centre Court gekommen und sie erlebten im Champions-Tiebreak ein Wechselbad der Gefühle zwischen Sieg und Niederlage. Mal für den Einen, mal für den Anderen. Aber auch hier: Matteo Brancaccio war der fintenreichere Akteure und zeitweise gab es ein Stopp-Lob-Spiel zu sehen. Mit hoher Geschwindigkeit wurden des Weiteren die Bälle in die Ecken gespielt und die Schnelligkeit der Beiden war bemerkenswert. Frenetischer Beifall begleitete dabei dauerhaft den Lokalmatador und der fightete sich letztlich – nach einem 8:9-Rückstand und Matchball gegen sich – mit 11:9 zum Erfolg der Gastgeber. Ein insgeheim erhoffter Sieg wurde pure Realität.

„Ein Riesenlob an meine Mannschaft. Sie hat sich mit dieser außergewöhnlichen Leistung den Sieg verdient“, so Hauptsponsor Ralf Hämmerling, „aber auch ein Glückwunsch an die Berliner. Sie haben unglaublich gefightet, nur wir hatten heute das Quäntchen Glück zum Erfolg.“ Mit diesem großartigen Sieg im Reisegepäck fährt das Team Hämmerling am Sonntag zum Tabellennachbarn Kölner THC Stadion RW, die sich am Freitag deutlich mit 7:2 beim Oldenburger TeV durchsetzen konnten. „Es gibt keinen Grund mein Mannschaft zu ändern“, so Teamchef Ewald Spaaij, „und ein solcher Auftritt mach einfach Spaß. Ich hoffe einmal, das wir uns nun als Mannschaft gefunden haben.“

Team Hämmerling TuS Sennelager – LTTC Rot-Weiß Berlin 7:2 (5:1)
Einzel: Brancaccio, Raul (ESP/ATP 286) – Roca-Batalla, Oriol (ESP/ATP 235) 3:6, 6:2, 11:9, Martineau, Matteo (FRA/380) – Krutykh, Oleksii (UKR/242) 7:6(7), 5:7, 10:8, Cagnina, Julien (BEL/1083) – Esteve Lobato (ESP/291) 6:3, 6:3, Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/828) – Stodder, Timo (GER/404) 3:6, 7:6(3), 11:9, Bouquet, Lucas (FRA/874) – Crepatte, Baptiste (FRA/1041) 1:6, 3:6, Henning, Benedikt (GER/1847) – Ehrenschneider, Nino (GER/1450) 6:3, 6:4. Doppel: Brancaccio/Cagnina – Roca-Batalla/Esteve Lobato 6:4, 6:2, Martineau/Henning – Krutykh/Ehrenschneider ohne Spiel, Cornut-Chauvinac/Pel, David – Stodder/Crepatte 2:6, 3:6.

Zum Ligaauftakt stellte sich auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß der SCC aus Berlin-Charlottenburg vor und zum nächsten Heimspiel am morgigen Freitag (22. Juli/Beginn 13.00 Uhr) ist erneut eine Mannschaft aus der Bundeshauptstadt zu Gast: Der LTTC Rot-Weiß Berlin aus dem Grunewald. Wie auch immer dieses Bundesliga-Duell ausgehen wird, denn die nächste Ligabegegnung des Team Hämmerling TuS Sennelager findet bekanntlich erst am Sonntag (24. Juli) beim Kölner THC Stadion RW statt, kann man sich anschließend ausgiebig der Fete hingeben. Nach der Begegnung ist nämlich auf der Clubanlage die legendäre >Blau-Weisse-Nacht< angesagt und bekanntlich lässt sich mit einem Sieg wesentlich besser feiern. Insofern gilt die Aufforderung an die Hämmerling-Tennisprofis, die Berliner nicht als Partycrasher fungieren zu lassen und selber für beste Stimmung zu sorgen. Musikalisch wird DJ AS alles tun, damit am Samstagmorgen auch diese HTC-Nacht 2022 als eine gelungene Party bezeichnet werden kann. Doch zuvor steht die große Herausforderung an. „Wir kommen mit einer Zweisiege-Serie und freuen uns auf das Match“, so Timo Toplick, der beim LTTC Rot-Weiß Berlin als Mannschaftsführer fungiert und verbal nachschiebt: „Mit sehr viel Selbstvertrauen.“ Insofern steht dem Team Hämmerling TuS Sennelager am 4. Spieltag eine knifflige Aufgabe bevor, denn der Berliner Traditionsverein - gegründet 1897 als Lawn-Tennis-Turnier-Club - reist als Tabellendritter an. Wie spielstark sie sind, zeigte der vergangene Sonntag auf. Während die Ostwestfalen beim Bremer TC von 1912 mit 4:5 unterlagen, erspielte sich der elffache Deutsche Mannschaftsmeister einen 6:3-Erfolg. Nun sind Quervergleiche immer schwer miteinander zu vergleichen. Allerdings ist festzuhalten, dass die Hansestädter gegenüber der Begegnung gegen das Team Hämmerling personell noch einmal aufgestockt hatten, gleichwohl gab es für sie bei deren 120-Jahrfeier eine Niederlage. Dies zeigt die spielerische Qualität der Gäste aus dem Grunewald auf. Sie geben zwar als Saisonziel nur den Klassenerhalt an, doch Teamchef Timo Toplick gibt angesichts seines Kaders zu: „Wir wollen schon nach oben spielen, den wir haben Talente und ein professionelles Team.“ Der LTTC-Kader sieht wie folgt aus: Oriol Roca-Batalla (Spanien/ATP 235), Maxime Janvier (Frankreich/ATP 289), Eduard Esteve Lobato (Spanien/ATP 291), Timo Stodder (ATP 404), Baptiste Crepatte (Frankreich/ATP 1041), Agustin Velotti (Argentinien/Bestes ATP-Ranking 166), Nino Ehrenschneider (ATP 1450) und Romain Jouan (Frankreich/ATP 209). Auf Seiten der ostwestfälischen Gastgebers erinnert man sich gerne an das Erstliga-Aufstiegsjahr 2018, denn vor drei Jahren konnten sie am 29. Juli die Heimreise mit einem 5:4-Erfolg antreten. Mit diesem Resultat wäre Hämmerlings-Teamchef Ewald Spaaij sehr zufrieden, doch dazu bedarf es einer spielstarken Formation. „Meine wichtigste Aufgabe ist derzeit, mit allen in Frage kommenden Spielern zu telefonieren“, sagt Spaaij, „und alle sind sich auch bewusst, dass sie eine Verantwortung gegenüber dem Club haben.“ Dabei spielt nicht nur die Turnierteilnahme eine wichtige Rolle, sondern auch die Anreise nach Hövelhof. Von Luxemburg ist es einfacher mit dem Auto anzureisen, als mit dem Flieger aus Italien oder Spanien. Gleichwohl gibt sich Ewald Spaaij optimistisch und bietet folgenden Kader auf: Raul Brancaccio (Italien/ATP 286), Yshai Oliel (Israel/ATP 335), Matteo Martineau (Frankreich/ATP 380), Julien Cagnina (Belgien/ATP 1083), Antoine Cornut-Chauvinc (Frankreich/ATP 828), Benedikt Henning (Germany/ATP 1847) und David Pel (Niederlande/ATP-Doppel 115).

Dieses Aufgebot auf Seiten des Team Hämmerling TuS Sennelager gewann zum Saisonauftakt gegen den Tennis-Club SCC Berlin: (stehend von links): David Pel, Alfredo Perez, Antoine Cornut-Chauvinc, Julien Cagnina, Chefcoach Ewald Spaaij sowie kniend (von links) Corentin Denolly, Matteo Martineau und Riccardo Bonadio. © HTC (Ralf Meier)

Die große Herausforderung stand bereits vor dem ersten Ballwechsel der Saison fest: „Zum Auftakt zwei Siege, damit wir nicht gleich in den Abstiegskampf verwickelt werden“, so Kaderplaner Marc Renner. Doch leider konnte dieses Wunschdenken nicht umgesetzt werden. Zwar gewann das Team Hämmerling TuS Sennelager zum Liga-Auftakt in der 2. Tennis-Bundesliga gegen den Aufsteiger Tennis-Club SCC Berlin deutlich mit 7:2, doch am vergangenen Freitag gab es eine knappe 4:5-Niederlage beim Bremer TC von 1912. Stundenlange Regenpause, nicht genutzte Matchbälle und verspielte Satzführungen waren die Rahmenbedingungen, dass aus einem Sieg nichts wurde. Am gestrigen dritten Spieltag (17. Juli) hatten die Spaaij-Schützlinge spielfrei und mussten zu sehen, wie die kommenden Kontrahenten zu Siegen kamen.

Die nächste Aufgabe steht am Freitag (22. Juli/Spielbeginn 13.00 Uhr) an, wenn der LTTC Rot-Weiß Berlin auf der Anlage des Hövelhofer TC Blau-Weiß zu Gast sein wird. Mit elf deutschen Mannschaftsmeisterschaften ist der Traditionsverein aus der Bundeshauptstadt Rekordmeister, allerdings gab es den letzten Titelgewinn 1976, und will nun zurück zu neuer sportlicher Blüte. Die stellten sie am vergangenen Sonntag unter Beweis, als sie beim Paderborn-Bezwinger in Bremen mit 6:3 ihren zweiten Saisonsieg erzielten. Und das gegen die Hansestädter, die sich gegenüber ihrer gewonnenen Partie gegen Hämmerling noch einmal personell verstärkt hatten.

Nach dem vierten Spieltag am Freitag steht nämlich die Auswärtsreise zum Kölner THC Stadion RW an, die augenblicklich Tabellenzweiter sind. Auch die Domstädter sind im vergangenen Jahr abgestiegen, an diese letzte Begegnung in der ersten Bundesliga erinnert man sich beim Team Hämmerling allzu gerne: Am dritten Spieltag gab es nämlich einen 6:0-Sieg. Doch inzwischen sind die Karten neugemischt und die Aufgebote haben sich personell erheblich geändert. Bei den Ostwestfalen sowieso, bei den Rheinländern ist unter anderem der spielstrake Deutsch-Jamaikaner Dustin Brown geblieben. Allerdings musste er sich am gestrigen Sonntag glatt in zwei Sätzen dem Bielefelder im Team des Tennispark Versmold, Louis Wessels, geschlagen geben. Der ostwestfälische Aufstiegsaspirant aus der Fleischstadt gewann knapp mit 5:4 die Partie und grüßt als Tabellenführer.

Trotz der Niederlage zeigt dieses Resultat auf, wie spielstark der nächste Auswärtsgegner ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Team um Chefcoach Ewald Spaaij sportlich aus der Affäre ziehen wird, wenn sie wie folgt anzutreten haben: 22. Juli (Freitag/Beginn 13.00 Uhr): Team Hämmerling TuS Sennelager vs. LTTC Rot-Weiß Berlin. 24. Juli (Sonntag/Beginn 11.00 Uhr): Kölner THC Stadion RW vs. Team Hämmerling TuS Sennelager.

Spielerisch top, Nerven wie Drahtseile. Auf diese Formal kann man den Auftritt des 23jährigen Franzosen Matteo Martineau bringen. Er lieferte Tennis vom Allerfeinsten, wehrte Matchbälle ab, und rettete so in einem Dreisatzkrimi seinen Sieg. © HTC_Ralf Meier

Während der gastgebende Bremer TV von 1912 so gegen 21.45 Uhr am Freitagabend seine 120-Jahrfeier auf seiner Anlage an der Biermannstraße jubelnd starten konnte, trat das Team Hämmerling TuS Sennelager eine enttäuschende Rückreise an. Eigentlich hatten die Ostwestfalen am zweiten Spieltag der 2. Tennis-Bundesliga mit einem Sieg liebäugelt, doch es hat nicht sollen sein. Nach einem 3:3-Zwischenresultat nach sechs Einzelmatches, gab es zwei Niederlagen in den Doppeln und auf dem Spielbogen stand eine 4:5-Niederlage. Am kommenden sonntäglichen dritten Spieltag (17. Juli) hat das Team Hämmerling TuS Sennelager spielfrei und ist erst wieder am 22. Juli (Freitag/Beginn 13.00 Uhr) gefordert, wenn in Hövelhof der deutsche Rekordmeister LTTC Rot-Weiß Berlin sich vorstellt.

„Wir hätten zwei Einzel mehr gewinnen können“, meinte Ewald Spaaij, „doch der Regen hat uns nicht geholfen. Morgens waren die Plätze noch sehr gut, doch nach der Regenpause waren sie weicher. Zudem mussten wir auch auf andere Courts ausweichen, denn auf denen wir begonnen hatten stand das Wasser.“ Folge dessen wurde es auch nichts mit einer erhofften Führung nach den Einzeln. Die erste Dreierrunde konnten die Ostwestfalen für sich buchen, denn sowohl der erstmals eingesetzte Israeli Yshai Oliel lieferte eine ebenso starke Leistung wie der 28-jährige Belgier Julien Cagnina ab. Beide siegten überzeugend in jeweils zwei Sätzen gegen ihre beiden spanischen Kontrahenten Pol Toledo Baque und Alberto Barroso-Campos. Stark begonnen hatte auch an Position sechs der aus Bad Hersfeld stammende Benedikt Henning, der bis zur Regenunterbrechung gegen Lukas Rüpke mit 6:2, 5:3 geführt hatte. Doch nach einer fast zweistündigen Pause lief nichts mehr so richtig für den 25-jährigen Deutschen. Die Folge war eine im Champions-Tiebreak mit 6:10 besiegelte Dreisatzniederlage.

In der zweiten Einzelrunde war es durchaus möglich, denn Vorsprung des Hämmerling-Teams auszubauen. Allerdings kamen die Hausherren mit den widrigen Platzverhältnissen besser zurecht und stellten mit zwei Siegen das Unentschieden her. Die Spitzenposition hatte Ewald Spaaij mit dem Ex-Bremer Raul Barcaccio, denn die Hansestädter gerne weiterhin in ihren Reihen gehabt hätten. Ob sie diese Meinung auch nach dem Match noch gehabt haben, bleibt offen. Jedenfalls bot die Bremer Nummer eins, der Spanier Johan Nikles, sein bestes Tennis auf höchstem Niveau. Mit 7:5 gewann er den ersten Satz, mit 2:6 ging zwar der zweite Duchgang an Barcaccio, doch der Paderborner blieb nicht stabil und musste sich im Champions-Tiebreak mit 6:10 geschlagen geben.

Ein druckvolles und stabiles Spiel lieferte Estlands Davis-Cup-Spieler Jürgen Zopp und sein Zweisatzerfolg (6:4, 6:4) gegen Antoine Cornut-Chauvinc brachte den Hausherren die Führung ein. Demzufolge drohte den Ostwestfalen sogar ein Rückstand nach den Einzeln, doch der 23-jährige Matteo Martineau lieferte sich mit dem Spanier Pedro Vives Marcos ein sehenswertes Duell. Beide Tennisprofis agierten mit blitzschnellen Grundlinienschlägen, wussten allerdings auch technische Finessen einzustreuen, so dass letztlich auch hier der Champions-Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Diese spielerische Auseinandersetzung kam einem Krimi gleich, denn in der spielentscheiden Phase hatte beide Matchbälle auf ihrem Schläger. Den entscheidenden Ball konnte jedoch der Franzose zum 15:13-Sieg für sich entscheiden und stellte die Partie somit auf ein 3:3.

Bremer TV von 1912 – Team Hämmerling TuS Sennelager 5:4 (3:3)
Einzel: Nikles, Johan (ESP/ATP 256) – Brancaccio, Raul (ESP/ATP 304) 7:5, 2:6, 10:6, Toledo Baque, Pol (ESP/674) – Oliel, Yshai (ISR/344) 2:6, 1:6, Vives Marcos, Pedro (ESP/1066) – Martineau, Matteo (FRA/383) 3:6, 7:5, 13:15, Barroso-Campos, Albertos (ESP/406) – Cagnina, Julien (BEL/1092) 3:6, 4:6, Zopp, Jürgen (EST/954) – Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/804) 6:4, 6:4, Rüpke, Lukas (GER/—) – Henning, Benedik (GER/1839) 2:6, 7:6(4), 10:6. Doppel: Nikles/Vives Marcos – Brancaccio/Cagnina 2:6, 4:6, Toledo Baque/Barroso-Campos – Martineau/Cornut-Chauvinc 6:4, 6:4, Zopp/Podlipnik-Castillo, Hans – Oliel/Henning 6:4, 6:2.

Der 23-jährige Franzose Matteo Martineau war siegreich im ersten Heimspiel und soll nun auch in Bremen punkten. ©HTC (Ralf Meier)

Der zweite Spieltag am 15. Juli (Freitag/13.00 Uhr) in der 2. Tennis-Bundesliga Gruppe Nord führt das Team Hämmerling TuS Sennelager in die Hansestadt Bremen. Gastgeber ist der im Stadtteil Schwachhausen beheimatete Bremer Tennis-Club von 1912, einer der traditionsreichsten Tennisvereine der Stadt. Dieser Stadtteil ist zweifelsohne eine der besten Adressen in der norddeutschen Hansestadt, denn das Gesicht Schwachhausens ist geprägt von opulente Jugendstil-Villen und Altbremer Häusern. Er gilt als gediegene Wohngegend gutsituierte Hansestädter. Allerdings ist davon auszugehen, dass die ostwestfälischen Tennisprofis ihren Trip an die Weser nicht als Sightseeing-Tour betrachten.

Gleichwohl sollten sie schon etwas Zeit einplanen. Allerdings erst dann, wenn die Begegnung beendet ist. Der Ligaauftakt der Norddeutschen ist an diesem Wochenende in das auf der Anlage stattfindende dreitägige >Biermann-Straßenfest< eingebunden, mit allem was dazu gehört: Stände, Buden und DJ-Musik sorgen für Unterhaltung und demzufolge auch für einen entsprechend großen Publikumszuspruch. Darauf setzt der 51-jährige Teamchef Axel Finnberg, der als Profi um die 200 in der Tenniswelt platziert war. Für ihn gibt es nur ein Saisonziel: „Die Klasse halten und irgendwie in der 2. Bundesliga drin bleiben“. Dieses bescheidene Ziel ist vorrangig, denn „die schmerzhaften Abgänge auf den vorderen Positionen sind dieser Prognose geschuldet“, wie Finnberg sagt. Einer von denen hat sich im Übrigen dem Team Hämmerling TuS Sennelager angeschlossen: Der 25-jährige Italiener Raul Brancaccio, für den es ein Wiedersehn geben wird.

Beide Teams standen sich schon einmal in der Saison 2018 gegenüber und damals es gab einen 6:3-Sieg für die Ostwestfalen. Diesen Erfolg würde das Team Hämmerling gerne wiederholen, doch derzeit telefoniert sich der niederländische Teamchef Ewald Spaaij auf der Suche nach einer schlagfertigen Formation die Ohren heiß. Ähnlich ergeht es auch Axel Finnberg, für den nach der unglücklichen 4:5-Niederlage beim Oldenburger TeV nun ein Heimerfolg Pflicht ist.

Chefcoach Ewald Spaaij will mit einer spielstarken Formation auf der Bremer-Anlage an der Biermannstraße antreten. Da einige Spieler noch in Turnieren verweilen, wird der Kader wie folgt beschrieben: Raul Brancaccio (Italien/ATP 304), Yshai Oliel (Israel/ATP 344), Matteo Martineau (Frankreich/ATP 383), Julien Cagnina (Belgien/ATP 1092), Antonine Cornut-Chauvinc (Frankreich/ATP 804), Alfredo Perez (USA/ATP 610), Lucas Bouquet (Frankreich/ATP 971) und Benedikt Hennig (ATP 1839).

Hämmerlings neuer Chefcoach Ewald Spaaij (rechts) ist eine kommunikativer Mensch, der immer das Gespräch sucht, wie hier mit Hauptsponsor Ralf Hämmerling. ©HTC (Ralf Meier)

Der erfahrene Niederländer kennt sich im Welttennis bestens aus. Er hat internationale Spielerinnen und Spieler vom Juniorenalter bis in den Profibereich unter die Top 50 gecoacht. War für den Niederländischen Tennisverband tätig und zuletzt Headcoach beim Weißrussischen Tennisverband. Mit Ausbruch des russischen Krieges und der Solidarität von Belarus für Russland war sein Engagement beendet und hat letztjährig ein neues Kapitel in Paderborn aufgeschlagen. Für Ewald Spaaij ist die Tennis-Bundesliga eine neue Herausforderung und dazu hat ihn der Pressesprecher des Teams Hämmerling TuS Sennelager befragt.

? Welchen Eindruck hatten sie bisher als Außenstehender von der deutschen Bundesliga.
Ewald Spaaij: Ich habe vor über 20 Jahren die 1. Bundesliga Damen in Hildesheim gemacht. Schon damals habe ich gesehen, dass alles sehr gut organisiert ist und dass die Spieler wie echte Vereinsspieler behandelt werden. In Hövelhof habe ich das auch gesehen.

? Gibt es eine ähnliche Mannschaftstruktur in anderen Ländern.
Ewald Spaaij: Ich habe nur Erfahrungen mit der Liga in den Niederlanden. Das ist die einzige Liga in der Welt, bei dem auch Mixed-Doppel gespielt werden. Also Damen und Herren in der gleichen Mannschaft und die Mixed-Doppel werden als die letzten Spiele des Tages ausgetragen. Dieser Wettbewerb findet in zweieinhalb Wochen statt und endet mit einem Finalwochenende.

? Finden in Belarus ebenfalls Mannschaftswettbewerbe statt.
Ewald Spaaij: In Belarus werden keine Mannschaftswettbewerbe ausgetragen. Als Tennisspieler braucht man dort nur Partner zum Training oder für die Doppel bei Turnieren. Es gibt aber auch nicht viele private Clubs, denn die meisten werden vom Staat oder von der Gemeinde verwaltet.

? Persönliche Spielerbetreuung ist etwas anderes als Teamcoaching. Was hat sie am meisten überrascht?
Ewald Spaaij: Teamcoaching ist auch Einzelcoaching. Eine Mannschaft besteht aus Einzelspielern, die ein Einzel und ein Doppel spielen. Im Einzel kann ich einen Spieler nur beeinflussen, wenn er dafür offen ist. Das ist das taktisch-mentale Coaching. Wenn ein Spieler eine negative Emotion hat, ist es meine Aufgabe, ihn da herauszuholen. Bei einem Doppelspiel muss die Chemie zwischen den Spielern stimmen. Ich versuche mich da rauszuhalten. Von außen betrachte ich das Spiel und gebe positives Feedback.

? Wie schätzen sie das sportliche Leistungsniveau ein.
Ewald Spaaij: Das ist noch schwer einzuschätzen. Wir hatten bisher nur einen Spieltag mit einem guten Ergebnis für uns. Erst nach dem dritten Spieltag wird sich zeigen, wo das Team Hämmerling TuS Sennelager steht. Wenn die Spieler, die auf der Liste der großen Klubs stehen, immer spielen, haben wir absolut keine Chance unter die ersten drei in der Tabelle zu kommen. Aber man weiß nicht ob diese Spieler immer dabei sind. Und vergessen sie nicht, dass Corona auch noch einen großen Einfluss auf die Ergebnisse haben kann.

? …und das vom Team Hämmerling TuS Sennelager.
Ewald Spaaij: Wie gesagt, normalerweise wäre ein Platz vier oder fünf für uns ein gutes Endresultat.

? Am letzten Sonntag haben sie erstmals gecoacht. Was waren die Herausforderungen.
Ewald Spaaij: Die größte Herausforderung bestand darin, den Spieler zu sagen, was gut lief und was verbessert werden musste. Da wir uns erst seit kurzer Zeit kennen, steht es mir nicht zu, zu bestimmen wie ein Spieler spielt. In diesem Moment bin ich also der fragende Coach, der gut zuhört und oft eine Frage mit einer Gegenfrage beantwortet. Wenn der Spieler seine Fragen selbst beantworten kann (mit ein wenig Anleitung), kann er sich selbst coachen. Das ist der größte Gewinn, der erzielt werden kann.

? Das Konzept Team Hämmerling ist auf drei Jahre angelegt. Muss man da als Perspektive nicht die 1. Liga im Blick haben.
Ewald Spaaij: Mein oberstes Ziel ist es auf höchstem Niveau zu arbeiten. Also 1. Bundesliga. Da wir jetzt eine neue und junge Mannschaft haben, müssen wir sehen wie groß das Potenzial dieser Mannschaft im Hinblick auf einen möglichen Aufstieg in den kommenden Jahren ist. Werden die Spieler bleiben? Können die Spieler hier gut trainieren, wenn die Bundesliga zu Ende ist? Was werden die Sponsoren tun? Es muss eine klare Politik sowohl für die sportliche als auch für die finanzielle Seite geben. Darüber werde ich nach der Saison mit Ralf Hämmerling und anderen sprechen. Ich habe einige Ideen, wie wir das strukturell einrichten können.

? Ist das reizvoll für sie.
Ewald Spaaij: Aber klar. Wie gesagt, für mich wäre es möglich hier in Hövelhof mit dem Team Hämmerling etwas aufzubauen und zu einer Tennisbastion zu führen. Warum nicht?

? Abschließend ihr Tipp: In Bremen siegreich und am Saisonende auf welchem Rang.
Ewald Spaaij: Wir müssen wieder ein gutes Ergebnis erzielen. Freitags zu spielen schafft aber auch Probleme, weil unsere Spieler gute Leistungen in Turnieren erbringen. Am Freitag werden stets die Viertelfinals gespielt und normalerweise stehen unsere Spieler in diesen. Wir müssen dann die Aufstellung so anpassen, dass wir mit der stärksten Aufstellung in der Breite spielen können. Am Saisonende unter den Top 3 zu stehen, wäre ein großer Erfolg für uns alle.

Wünsche ihnen viel Spaß beim weiteren Team-Coaching und eine erfolgreiche Saison!

Neue personelle Besetzung auf der Bank beim Team Hämmerling TuS Sennelager und sofort erfolgreich: Matteo Martineau (links) wurde vom Teamcoach Ewald Spaaij zum Sieg. © HTC_Ralf Meier

Am ersten Spieltag der 2. Tennis-Bundesliga Herren in der Nord-Gruppe trafen zwei Mannschaften aufeinander, die noch nie gegeneinander gespielt haben. Der Erstliga-Absteiger Team Hämmerling TuS Sennelager traf auf seiner Gast-Anlage beim Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß (HTC) auf den Regionalliga-Aufsteiger Tennis-Club SCC Berlin. Für den Gastgeber war erstmals Ewald Spaaij verantwortlich, wobei bei ihm schon eine gewisse Nervosität zu erkennen war. „Die letzte Woche war stressig“, so der neue Chefcoach, „denn einige unserer eingeplanten Spieler haben erfolgreich an Turnieren teilgenommen, so dass ich tagtäglich das Aufgebot ändern musste. Allerdings kann ich nur feststellen, dass sich alle bestens eingefunden haben und sie haben Teamspirit gezeigt. Letztlich gab es einen klaren 7:2-Sieg und mit dem Auftakt bin ich spielerisch zufrieden.“

Große Zufriedenheit zeigte auch Hauptsponsor Ralf Hämmerling, denn vor der ersten Begegnung hatte er doch ein gewisses Unbehagen: „Zum einen wussten wir nicht wie spielerisch stark die Berliner sind und zum anderen haben wir gegenüber der letzten Saison eine völlig neue Mannschaft sowie eine neue Teamführung finden müssen. Nach dem was wir heute teilweise gezeigt haben, kann ich etwas beruhigter der weiteren Saison entgegenschauen.“

Zu diesem sonntäglichen Spieltag (10. Juli) vor knapp 600 Zuschauern passt auch bestens, dass sich des Team Hämmerling TuS Sennelager mit der Tabellenführung schmücken kann. Diese aktuelle Platzierung verdanken sie dem deutlichen Heimerfolg, wobei das nach den sechs gespielten Einzeln nicht unbedingt so aussah. Aus den ersten drei Begegnungen konnte lediglich an Nummer vier der 28-jährige Belgier Julien Cagnina gegen den ein Jahr älteren Sergio Martos (Spanien) einen glatten Zweisatzsieg erspielen, die beiden anderen Partien boten Überraschungen. So verlor an Position sechs der US-Amerikaner Alfredo Perez mit 6:1, 3:6, 6:10 gegen den erst 18-jährigen Markus Malaszsak und der hocheingeschätzte Franzose Matteo Martineau (ATP 376) quälte sich an Nummer zwei gegen den früheren Deutschen U18-Jugendmeister Benito Sanchez (ATP 1639) zu einem knappen 7:5, 7:6(3)-Sieg.

Immerhin. Denn der dann folgende topgesetzte Italiener Riccardo Bonadio – der erstmals unter den Top 200 der Tenniswelt notiert ist – musste sich in einem sehenswerten Duell dem Franzosen Maxime Chazal (ATP 711) in zwei Sätzen mit 4:6, 2:6 geschlagen geben. Lange und pfeilschnelle Grundlinienduelle fordern die Zuschauer zu frenetischen Applaus auf, wobei der französische Berliner mit seinem variantenreicherem Spiel die Basis für seinen Sieg legen konnte. Mühelose Zweisatzsiege erspielten dagegen die beiden französischen Gastgeber Corentin Denolly und Antoine Cornut-Chauvinc gegen Fernando Romboli bzw. Tristan Wolke. Aus dieser 4:2-Führung folgte letztlich der deutliche Gesamtsieg. Alle drei Doppel konnten die Hämmerling-Akteure in jeweils zwei Sätzen auf ihrer Habenseite buchen, denn hier waren die Charlottenburger tatsächlich chancenlos.

Team Hämmerling TuS Sennelager – Tennis-Club SCC Berlin 7:2 (4:2)
Einzel: Bonadio, Riccardo (ITA/ATP 199) – Chazal, Maxime (FRA/ATP 711) 4:6, 2:6, Martineau, Matteo (FRA/376) – Sanchez, Benito (GER/1639) 7:5, 7:6(3), Denolly; Corentin (FRA/564) – Romboli, Fernando (ITA/ATP-Doppel 89) 6:3, 6:0, Cagnina, Julien (BEL/1099) – Martos, Sergio (ESP/ATP-Doppel 135) 6:1, 6:4, Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/787) – Wolke, Tristan (GER) 6:4, 6:1, Perez, Alfredo (USA/622) – Malaszszak, Markus (GER) 6:1, 3:6, 6:10 Doppel: Martineau/Denolly – Romboli/Martos 6:1, 6:1, Cagnina/Bonadio – Chazal/Malaszszak 6:2, 6:0, Cornut-Chauvinc/Pel, David – Sanchez/Wolke 6:3, 7:6(3).

Auf unterschiedlichen Ebenen finden Projekte statt, Menschen mit Beeinträchtigungen in die Gesellschaft zu integrieren. Am einfachsten scheint dies im Sport zu gelingen, zumal hier das ehrenamtliche Engagement unglaublich hoch ist. Zweifelsohne sind die Sportvereine eine tragende Säule des deutschen Sportgeschehens, sowohl im Leistungs- als auch im Breitensport. Und einige Vereine betreiben mit großem Aufwand den integrativen Sport voran, so wie der ostwestfälische Löhner TC.

Der Tennis-Club engagiert sich dahingehend, allen Menschen, ob mit oder ohne Handicap (körperlicher, geistiger, sozialer und finanzieller Art) den Zugang zum Tennissport zu ermöglichen. Es soll die Begeisterung für Tennis geweckt werden, wobei es völlig egal ist, ob man den Tennisball sieht oder hört, Hauptsache man spürt den Ball. Die Kampagne >Feel the Sound< soll dies vermitteln. In Zusammenarbeit mit der Gold-Kraemer-Stiftung (Köln), der BSG Bad Oeynhausen wird in der Werrestadt ein Stützpunkt für Blinden-, Sehbehinderten- und Rollstuhlfahrertennis aufgebaut, denn für sie ist Inklusion keine Modeerscheinung, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung.

So sind die Löhner, die seit 2018 die Nationalen Deutschen Blinden-Tennismeisterschaften ausrichten, auch stets unterwegs ihren Sport in der Öffentlichkeit zu präsentieren. So wie am vergangenen Sonntag beim Heimspiel des Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager in Hövelhof. Man darf getrost davon ausgehen, dass es bis dato noch nie eine derart große Publikumskulisse gegeben hat. In der Pause zwischen den Einzel- und Doppelmatches gab vor 580 Zuschauern es eine Demonstration im Blindentennis und mit Applaus wurde nicht gegeizt. Tennislehrer Marc-René Walter (Löhne) demonstrierte unter anderem mit dem mehrfachen Deutschen Meister Bastian Kaller und der zweifachen Weltmeisterin Charlotte Schwagmeier diese integrative Sportart.

Auch das Publikum wurde ermuntert dies einmal zu probieren und so nahm unter anderem von den sehende Tennisspieler Ralf Hämmerling den Versuch sich im Blindentennis zu probierten: „Nichts zu sehen ist schon eine Herausforderung. Dann aber auch noch nach Gehör den Tennisball zu spielen, ist eine Wahrnehmung, die man gedanklich blitzschnell umsetzen muss. Ich kann nur meinen allergrößten Respekt diesen Sportlern zollen.“ Beim Blindentennis hat der Schaumstoff-Tennisball ungefähr einen Durchmesser von 10 Zentimeter, ist im Hohlraum mit einigen Eisenkügelchen bestückt und verursacht so beim Aufprall ein Geräusch, um so den Ball zum Return zu orten. Weitere Infos sind unter www.dtb-tennis.de sowie unter www.blindentennis.com zu finden.

Die zweite Saison bestreitet das Tennis-Bundesliga Team Hämmerling TuS Sennelager beim Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß (HTC) und Hauptsponsor Ralf Hämmerling kann sich kaum eine bessere Anlage vorstellen: „Wir sind dem Club um ihren engagierten 1. Vorsitzenden Daniel Didier sehr dankbar, dass wir unsere Liga-Begegnungen bei ihnen austragen können. Es ist aber nicht nur die Gastfreundschaf, die wir genießen dürfen, auch die Zusammenarbeit mit dem Orga-Team ist perfekt. Da greift partnerschaftliche alles ineinander und das wird zudem mit einer großen Freundlichkeit abgewickelt. Hier stimmt die Begrifflichkeit Team im wahrsten Sinne des Wortes.“

Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass am letzten Sonntag beim saisonalen Meisterschaftsauftakt die durchgeführten HTC-Aktivitäten mit einem klaren 7:2-Erfolg der Paderborner gegen den SCC aus Charlottenberg entsprechend honoriert wurden. Selbst die Gäste waren beeindruckt. „Als die Berliner am Samstagabend erstmals die Anlage betraten, waren sie angenehm überrascht“, so Chefcoach Ewald Spaaij, „denn in einer solch kleinen Stadt eine derartige attraktive Platzanlage vorzufinden, ist nach deren Aussage nicht die Regel.“ Und in der Tat. Die rund 600 Besucher fanden eine Clubanlage vor, die mit ihrer Infrastruktur geradezu prädestiniert ist für Tennis-Spitzensport.

Bereits in der vergangenen Saison hinterließ die Anlage schon einen guten Eindruck, doch diesmal war alles noch einen ticken besser und anmutiger gestaltet. So wurden zwei Courts mit Steintribünen versehen und die Passenden Sitzkissen lagen ebenfalls parat. Ein dritter Tenniscourt ist mit einer mobilen Tribüne der Stadt Paderborn bestückt und demzufolge können bis zu 1.000 Zuschauer bequem Platz nehmen. Vom Eingang bis zum Centre Court ist Blumenschmuck auf den Wegen zu finden, Fahnenschmuck ist ebenfalls sichtbar, und die Clubhaus-Terrasse ist gastronomisch sowohl für VIP’s als auch auf jeden Besucher*in bestens eingestellt. Jeder Kaffeewunsch ist machbar, verschiedene Kuchenangebote gibt es passend dazu, und allerfeinste Weine von der mallorquinischen Bodega Son Campaner machen Tennis-Bundesliga-Spieltage beim Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß lohnenswert.

„Bereits im vergangenen Jahr haben wir feststellen können, dass der Tennissport bei uns sehr gut angenommen wird“, sagt HTC-Vorsitzender Daniel Didier, „und dem wollten wir erneut Rechnung tragen, in dem wir nochmals in die Anlage investiert haben. Wir bieten unseren Zuschauer ein Wohlfühlklima und weil sich so mancher bei uns sehr wohlgefühlt hat, konnten wir demzufolge neue Clubmitglieder gewinnen.“ Dass das Team Hämmerling TuS Sennelager auch weithin attraktiven Tennissport in der Profi-Bundesliga bieten kann, ist dem großen Kreis von Partnern und Sponsoren zu verdanken.

Im Einzelnen sind dies die Firmen und Unternehmen Porsche Zentrum Paderborn, Göding+Partner, AP Prüfservice, Vauth Sagel, hwp Wirtschaftsprüfung/Steuerberatung, APLUS High Performance Tyres, AVS Versicherungsmakler, andreas will imoledi, BIG Glowienka, Phong’s Restaurant, Fortmeier Industriebau, ARIVO, teamgeistt.com, Altradius, Immig Bauunternehmung, HG-Logistic, BÄRLKIN CURRY, bargusto, Bobe Spedition, CEAT Tyres, BDDC…immer ein gutes Match, codex Internet und Marketing, UHRMEISTER handmade, Laufer Individuelle Wellpappenverpackung, Coca Cola, Deutsche Bank, Die Quelle Bad Meinberger, SAMSON TYRE, Wilson, Warsteiner, Residenzkanzlei Rudolf Zacharias, Mertens Bäckerei, Konditorei, Café, Edeka Center Lüning, Pader Cafè, Cup&Cino, Trauring Schmiede, Tyress on line and Enery IT-Business & Tyres, Renault Kellermann, SK Sebastian Kaiser Prüfingenieur, Tennis Base Paderborn, Spirit Marketing & Sponsoring, ATHOS und die Hämmerling Group.

Der 28-jährige Italiener Riccardo Bonadio ist zum Saisonauftakt die Nummer eins im Team Hämmerling TuS Sennelager gegen den SCC Berlin. © Jürgen Hasenkopf

Es kann ein langer Spieltag werden, denn der Unterschied zur 1. Liga besteht alleine schon darin, dass sechs Einzel- und drei Doppelmatches pro Begegnung zur Austragung kommen. Insofern ist in der 2. Tennis-Bundesliga wiederum einen wesentlich größeren Spielerkader erforderlich. Zudem wird abwechselnd immer am Sonntag (11.00 Uhr Beginn) bzw. am Freitag (13.00 Uhr Beginn) gespielt, so in knapp vier Wochen am 07. August mit der Auswärtspartie der Ostwestfalen beim TK Blau-Weiß Aachen die Liga bereits endet. Folglich steigt der Tabellen-Erste auf. Abgesehen von den vier Bundesliga-Jahren hat das Team Hämmerling TuS Sennelager bereits zuvor eine seit Jahren andauernde Erfolgsgeschichte aufzuweisen, die aktuell fortgeschrieben werden soll.

„Um solche Herausforderungen besser Händeln zu können, haben wir personell einiges verändert. Auch ich werde mich aus der ersten Reihe zurückziehen, bleibe aber weiterhin als Namensgeber und Hauptsponsor der Mannschaft verbunden“, sagt Ralf Hämmerling, so dass nun der erfahrene niederländische Tennistrainer Ewald Spaaij das Team führt. Ihm zur Seite steht weiterhin Marc Renner, der den Kader 2022 zusammengestellt hat. Immerhin haben sich 15 Tennisprofis verabschiedet. Geblieben sind lediglich der 21-jährige Franzose Antoine Chornut-Chauvinc und der neun Jahre ältere Doppelspezialist David Pel. Der Niederländer ist bereits seit 2017 in Sennelager heimisch und ist mit seinen 30 Jahren der Älteste im Team. Aktuell soll mit talentierten jungen Nachwuchsspielern die Zukunft bestritten werden und mit einem Durchschnittalter von 23,5 Jahren hat man die personellen Voraussetzungen geschaffen.

Das neu entwickelte Förderkonzept ist auf drei Jahre angelegt, zumal nach Einschätzung von Marc Renner „die 2. Liga für die Jungprofis eine besondere Herausforderung ist.“ Mit der Formulierung von sportlichen Zielen hält man sich beim Team Hämmerling zurück, was durchaus verständlich ist. „Nach meiner Einschätzung sind alle Teams konkurrenzfähig. Für mich sind Versmold und Köln die Favoriten“, so Marc Renner, „wir dagegen wollen möglichst im Mittelfeld landen.“ Demzufolge werden auch die beiden ersten Begegnungen gegen Berlin und dann am 15. Juli beim Bremer TC von 1912 mit einem bestmöglichen Aufgebot bestritten. Der in Charlottenburg beheimatete SCC Berlin ist der letztjährige Aufsteiger aus der Regionalliga Ost und gehört mit seinen knapp 8.000 Mitgliedern zu den fünfgrößten Vereinen in der Bundeshauptstadt. Der Club hat sich 1902 gegründet und besteht aus 36 Sportabteilungen mit unter anderem Inline Skating, Kegeln, Kung Fu, Rehasport und Quidditch. Der bekannteste Spieler im SCC-Aufgebot ist der 35-jährige britische Davis-Cup-Spieler James Ward, der vor Jahren bereits als Nummer 89 der Weltrangliste notiert wurde.

In dieser Woche finden in Braunschweig und in Marburg noch internationale Turniere statt, wo demzufolge Hämmerling-Spieler im Einsatz sind. Insofern hat Coach Ewald Spaaij folgenden Kader benannt, aus dem sich das Aufgebot gegen den SCC Berlin rekrutieren soll: 1. Riccardo Bonadio (Italien/ATP 199/Neuzugang Blau-Weiss Krefeld), 2. Francesco Passaro (Italien/ATP 220/Neuzugang Rot-Weiß Landshut), 3. Yshai Oliel (Israel/ATP 345/Neuzugang), 4. Matteo Martineau (Frankreich/ATP 376/Neuzugang Blau-Weiss Neuss), 5. Corentin Denolly (Frankreich/ATP 564/Neuzugang Blau-Weiss Neuss), 6. Julian Cagnina (Belgien/ATP 1099/Neuzugang Blau-Weiss Neuss), 7. Antoine Cornut-Chauvinc (Frankreich/ATP 787), 7. Lucas Bouquet (Frankreich/ATP 892/Neuzugang SSC Karlsruhe), 8. Benedikt Henning (Germany/ATP 1847/Neuzugang TEC Darmstadt).

Tageskarten für die Heimspiele gibt es an der Kasse (Einlass jeweils eine Stunde vor Beginn) am Eingang zur HTC-Platzanlage zum Preis von zwölf Euro (ermäßigt acht Euro). Die Familienkarte kostet 28 Euro, Kinder bis zwölf Jahre sind frei. Der Vorverkauf im HTC-Clubhaus ist von montags bis freitags von 17 Uhr bis 20 Uhr möglich sowie bei der Firma Hämmerling-Group (Achsenschmiede 1-4) in Sennelager. Hier ist der Erwerb der Karten von montags bis freitags von 8 Uhr bis 17 Uhr möglich.