Ein erfolgreiches Debüt feierte der 23-jährige Alex Molcan im Team Hämmerling TuS Sennelager und brachte so die Ostwestfalen auf den Erfolgsweg am dritten Spieltag. © Ralf Meier

Paderborn. Das was sich am Sonntag auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC) eingefunden hat, waren schon klangvolle Namen und sind nicht alltägliche Gäste. Zum Beispiel Florian Mayer, ehemals Nummer 18 im ATP-Ranking, oder der Österreicher Jürgen Melzer, ehemals Nummer 8 im ATP-Ranking, oder der aktuelle deutsche Olympiafahrer Jan-Lennard Struff mit seinem besten Ranking Nummer 29, sorgten für großes Interesse. „Hier habe ich mal als Jugendlicher an einem Turnier teilgenommen“, so der aus dem sauerländischen Warstein stammende 31-jährige Struff, beim Betreten des HTC-Clubgeländes, „aber das ist schon sehr lange her.“

Es herrschte den ganzen Tag über eine entspannte sportliche Atmosphäre, denn die Begegnung zwischen dem Team Hämmerling TuS Hämmerling und dem TC Großhesselohe war an diesem 4. Spieltag in der 1. Tennis-Point Bundesliga von den Spielansetzungen zu unterschiedlich. „Da lagen hunderte von Weltranglistenplätzen zwischen unseren Spielern und ihren Gegnern“, so Hämmerlings Coach Marius Kur, „doch was unsere gezeigt haben, stellt mich sehr zufrieden. Trotz der 1:5 Niederlage.“ Hochzufrieden waren die rund 700 Besucher rund um den Centre Court, als der 21-jährige Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 498) und Jan-Lennard Struff (ATP 47) ihre Partie aufnahmen. Es war lediglich in Nuancen ein spielerischer Unterschied zu erkennen, denn beide sorgten bei hochsommerlichen Temperaturen für sehenswertes Tennis.

„Er ist noch sehr jung“, so nach dem Match Jan-Lennard Struff, „und er wird seinen Weg machen“, so das große Lob für den 21-jährigen Franzosen, Der gewann zwar den ersten Satz, doch am Ende gab es lediglich ein respektables Resultat von 6:3, 4:6, 6:10 aus seiner Sicht. Recht nervös startete Jan Zielinski (ATP 857), im ATP-Doppel-Ranking immerhin Position 149, an Nummer drei seine Auseinandersetzung gegen Matthias Bachinger (ATP 261). Nach verlorenen ersten Durchgang wurde die Spielführung des 24-jährigen Polen allerdings besser. Doch der zehn Jahre ältere Münchner, bestens ATP-Ranking war Position 85, behielt seine spielerische Linie bei und sein 6:4, 6:4 brachte den Gästen vom Isarhochufer eine 2:0 Führung ein.

Eine Resultats-Verkürzung aus Sicht der Gastgeber kam letztlich im Duell zwischen Daniel de Jonge (ATP (ATP 1156) und Florian Mayer zustande. Der 37-jährige Ex-Profi führte gegen den 16 Jahre jüngeren Deutsch-Niederländer bereits mit 5:2, als er vorzeitig das Match beenden musste. „Beim Service habe ich Schmerzen in der Schulter. Es ergibt keinen Sinn, dass ich mich dadurch quäle“, so der Gerry-Weber-Open-Sieger des Jahres 2016.

Zu Ende wurde dagegen das Duell der an Nummer zwei platzierten Tennisprofis gespielt und hier standen sich Daniel Cukierman (ATP 693) und der Argentinier Francisco Cerundolo (ATP 116) gegenüber. Sandplatztennis vom Feinsten boten sie und auch hier eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Von der Grundlinie aus bestimmten sie die Ballwechsel in der Länge und Breite des Centre Courts und so sehr auch die Zuschauer dem Israeli mit französischem Pass den Sieg gegönnt hätten, auch er musste letztlich seinem Kontrahenten zum 6:4, 6:4 Sieg gratulieren.

Für den angeschlagenen Florian Mayer rückte Jürgen Melzer ins Doppel und mit Jan-Lennard, der am Montagabend mit seinen Davis-Cup-Kollegen Alexander Zverev, Philipp Kohlschreiber, Dominik Koepfer, Tim Pütz und Kevin Krawietz gen Tokio fliegt, gab es ein glattes 6:2, 6:2 gegen Antoine Cornut-Chauvinc/Jan Zielinski. Daniel Cukiermann/Daniel de Jonge gewann den ersten Satz, doch dann drehten Matthias Bachinger/Francisco Cerundolo die Partie und ihr 1:6, 6:1, 10:3 Erfolg sorgte für das deutliche Schlussresultat.

„Zumindest haben wir den Zuschauern bestens Tennis geboten“, so Teamchef Ralf Hämmerling und der frühere Trainer des Fußball-Bundesligisten SC Paderborn, Pavel Dotchev (heute MSV Duisburg) pflichtete ihm bei: „Heute konnte man auch sehen, dass man auch als vermeintlicher Außenseiter dem Favoriten Paroli bieten kann. Wie im Fußball. Die Namen stehen nicht automatisch für Siege, entscheidend ist die Leistung auf dem Platz. Und die stimmte beim Team Hämmerling, trotz der Niederlage.“

Tabelle

  SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Badwerk Gladbacher HTC436:2117:77:1
2.TC Großhesselohe435:2016:86:2
3.Grün-Weiss Mannheim (DM) 435:2316:86:2
4.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)435:2315:95:3
5.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)429:2413:114:4
6.Kölner THC Stadion Rot-Weiss425:3410:144:4
7.Allpresan Rochusclub Düsseldorf426:339:153:5
8.Kurhaus Lambertz Aachen423:329:152:6
9.Team Hämmerling TuS Sennelager423:349:152:6
10.BW Timberland Finance Krefeld414:376:181:7

Nächster Spieltag: 5. Spieltag • Sonntag • 25. Juli 2021 • 11.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse
Allpresan Rochusclub Düsseldorf – BW Timberland Finance Krefeld
Grün-Weiss Mannheim – Kölner THC Stadion Rot-Weiss
Tennis Ewige Liebe BW Neuss – Kurhaus Lambertz Aachen
Badwerk Gladbacher HTC – TC Großhesselohe

Ein erfolgreiches Debüt feierte der 23-jährige Alex Molcan im Team Hämmerling TuS Sennelager und brachte so die Ostwestfalen auf den Erfolgsweg am dritten Spieltag. © Ralf Meier

Großer Stress in der Vorbereitung auf den dritten Spieltag am Freitag (16. Juli) beim Team Hämmerling TuS Sennelager, denn Turnierverpflichtungen, Regenunterbrechungen in Amersfoort und Hamburg sowie die Naturkatastrophe in Nordrhein-Westfalen mit den eingeschränkten Reisemöglichkeiten in den Bahnverbindungen warfen so manche Planungen über den Haufen. „Das war ein Riesenaufwand, die Jungs zusammenzubekommen“, so Coach Marius Kur, „doch die Mühen haben sich gelohnt.“ Das Brisante an dieser Paarung gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiss war, beide Mannschaften streben den Klassenverbleib an und eine dritte Niederlage hätte die Hämmerling-Formation ans Tabellenende rutschen lassen.

Pünktlich gegen 13.00 Uhr hatte Coach Kur sein Team beieinander und das spannende Duell konnte beginnen. Nach exakt 199 Minuten war dann bereits alles entschieden und beim Hauptsponsor Ralf Hämmerling hatte sich Zufriedenheit eingestellt: „Mein Kompliment an die Jungs, die haben nicht nur bestens Tennis gezeigt, sie haben trotz einiger Rückstände bravourös gekämpft.“ Die Zufriedenheit war darin begründet, dass das Team Hämmerling unisono alle vier Einzel gewonnen hatte und uneinholbar mit 4:0 in Führung lag. „Dass das so glatt gehen würde“, sagte Marius Kur, „habe ich gehofft. Dass es auch so eingetreten ist, zeigt den Willen unserer Spieler auf.“ Als dann am Ende auch die beiden Doppel von den Hämmerling-Duos auf der Habenseite gebucht wurden, ergab dies einen sehr erfolgreichen Spieltag. Bemerkenswert ist zudem, dass es überhaupt erst ihr erster Heimerfolg seit der Zugehörigkeit zur 1. Tennis-Bundesliga ist. In der Debütsaison 2019 gab es zwei Niederlagen und zwei Unentschieden und eine weitere Niederlage zum Saisonstart 2021. Doch diese Bilanz wurde nun mit dem 6:0 Erfolg gegen die Rheinländer aufgebessert.

In der ersten Runde startete der erstmals als Nummer eins aufgebotene Alex Molcan (ATP 160) furios gegen den tschechischen Kölner Adam Pavlasek und ging mit 6:1 in Führung. Das hohe Tempo, was beide von der Grundlinie boten, war aber nicht durchzuhalten. Doch das Heft des Handels behielt der Slowake Molcan und sein 6:1, 7:5 ergab die Führung. Auf dem Court daneben hatte der 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 498) gegen den baumlangen Daniel Brands so seine Mühen. Der aus dem bayerischen Deggendorf stammende 33-jährige Ex-Profi servierte quasi knallhart und schnell dem aus der Nähe von Lyon stammenden Hausherrn die Filzkugeln um die Ohren. Er lag schnell mit 1:4 im Rückstand, kämpfte verbissen, doch der Satz war verloren. Diese Qualität behielt er aber bei und mit zunehmender Dauer kam er in seinen Spielrhythmus. Mit großen Applaus wurde sein 4:6, 6:4, 10:5 Sieg beklatscht.

Diese 2:0-Führung gab Selbstvertrauen. Der dreifache Junioren-Grand-Slam-Sieger Jonas Forejtek (ATP 317) legte gegen Hazem „Hans“ Naw an Nummer zwei ein makelloses 6:1 vor. Auch wenn das deutlich ist, der vor vier Jahren aus Syrien stammende sympathische Spieler steckte nicht auf, und wurde gleichwertiger. Allerdings konnte er die Niederlage nicht verhindert. Der im Tiebreak geholte Zweisatzerfolg des jungen Tschechen war im Hinblick auf den Gesamtsieg ein weiterer Schritt. Danach fanden sich die 450 Zuschauer zur bereits laufenden Begegnung zwischen Daniel Cukierman (ATP 693) und Petros Tsitsipas (ATP 906) ein. Hier hatte der zwei Jahre jüngere Bruder des griechischen Weltklassespielers Stefanos Tsitsipas einen überzeugenden ersten Satz absolviert.

Seine dynamische Spielweise behagte den Franzosen aus Tel Aviv überhaupt nicht und es schien als ob diese Partie verloren zu gehen drohte. Schien aber auch nur so. Der mehrfache israelische Meister nahm sein >Kämpferherz< in beide Hände und bot seinem Kontrahenten im zweiten Satz mit einem knappen 7:5 Paroli zum Satzausgleich. Relativ schnell und deutlich war dann der Match-Tiebreak mit 10:4 entschieden und fortan herrschte beste Stimmung auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss. Und wenn es läuft, dann läuft es eben. In Windeseile gewann das französische Duo Antoine Cornut-Chauvinc mit 6:0, 6:3 gegen Daniel Brands/Yannick Born und Jonas Forejtek/Jan Zielinski ließen sich ebenfalls nicht hängen und besiegten mit 6:7(4), 6:2, 10:8 das Kölner Gespann Adam Pavlasek/Petros Tsitsipas. Wie wichtig dieser vor allem deutliche Sieg für das Team Hämmerling TuS Sennelager war, zeigt die Tabelle auf. Hinter dem Quartett Badwerk Gladbach HTC (6:0 Punkte), TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (5:1 Punkte), Grün-Weiss Mannheim sowie Sennelagers Gegner TC Großhesselohe am Sonntag (beide 4:2 Punkte), sind die Ostwestfalen mit einem Kontostand von 2:4 auf dem 5. Tabellenplatz vor vier weiteren Mannschaften platziert. Tabellenletzter ist Blau-Weiss Krefeld mit 1:5 Punkten.

Am Sonntag stellt sich ab 11.00 Uhr auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC) der TC Großhesselohe vor. Eine Mannschaft die um den Titel spielen kann. Darüber täuscht auch nicht die überraschende Niederlage am zweiten Spieltag gegen Neuss hinweg, denn bis dato hatten sie mit unter anderem Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff zwei deutsche Spitzenspieler aufgeboten. Während sich Kohlschreiber auf Olympia in Tokio vorbereitet, wird der aus Warstein stammende deutsche Davis-Cup-Spieler Struff am Sonntag dabei sein. Ein großer Namen und eine spannende Herausforderung für das Team Hämmerling auf der HTC-Anlage. Das verspricht abermals bestens Tennis und man hofft auf den entsprechenden Zuschauerzuspruch zur Publikumsunterstützung der heimischen Mannschaft.

Tabelle
Spieltage Sätze Matches Punkte
1. Badwerk Gladbacher HTC 3 28:13 14:4 6:0
2. TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A) 3 29:14 13:5 5:1
3. Grün-Weiss Mannheim (DM) 3 27:16 12:6 4:2
4. TC Großhesselohe 3 25:16 11:7 4:2
5. Team Hämmerling TuS Sennelager 3 19:24 8:10 2:4
6. Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A) 3 17:24 7:11 2:4
7. Kurhaus Lambertz Aachen 3 16:24 7:11 2:4
8. Allpresan Rochusclub Düsseldorf 3 18:25 6:12 2:4
9. Kölner THC Stadion Rot-Weiss 3 16:28 6:12 2:4
10. BW Timberland Finance Krefeld 3 14:25 6:12 1:5

In beiden Ligaeinsätzen für das Team Hämmerling TuS Sennelager bot Daniel Cukierman eine sehr gute sportliche Performance. © Ralf Meier

Paderborn. Eins hat der nächste Kontrahent in der 1. Tennis-Point Bundesliga dem Team Hämmerling TuS Sennelager voraus: Der Kölner THC Stadion Rot-Weiss hat nach zwei Spieltagen bereits einen Sieg verbuchen können. Überraschenderweise konnten im rheinischen Duell die Domstädter auf eigener Platzanlage den Rochusclub Düsseldorf deutlich mit einem 5:1 Schlussresultat besiegen. Dies ist insofern von Bedeutung, denn die Kölner haben auch kein anderes Ziel als die Ostwestfalen: Klassenerhalt. Während also die für Freitag auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss zu erwartenden Kölner bereits schon zählbares heraussprang, gab es für die Hämmerling-Formation zwei Niederlagen. Das einzige was das Selbstvertrauen für die nächsten Herausforderungen möglicherweise stärken könnte, war die Tatsache, dass sowohl Badwerk Gladbacher HTC als auch Grün-Weiss Mannheim der Mannschaft um Marc Renner für ihr engagiertes Auftreten viel Lob aussprachen. „Das haben wir gerne gehört“, so der Teamchef, „doch mir wäre ein Punkt wichtiger gewesen. Aber was nicht ist, kann möglicherweise am Wochenende passieren.“

Hoffnungen ruhen auf Kovalik
Damit dies auf der roten Asche auch realisiert werden kann, hofft man in der Teamführung bei Westfalens einzigem Tennis-Bundesligisten auf einen guten Gesundungsprozess bei Jozef Kovalik (ATP 129). Er würde als Nummer eins aufschlagen, wenn dies seine Knöchelverletzung zulassen würde. Die zwang den Slowaken zu einer Turnierpause und erst wenn die endgültig auskuriert ist, wird er wieder spielen wollen. „Dafür haben wir Verständnis“, sagt Marc Renner, „gleichwohl hoffe ich, dass er mich heute noch anruft und sein gesundheitliches ok gibt.“ Sein spielerisches Potential, Kovalik wurde bereits als Nummer 80 im ATP-Ranking notiert, würde die Aussichten auf einen erfolgreichen dritten Spieltag am Freitag (13.00 Uhr) erheblich verbessern. Eventuell könnte auch sein Landsmann Alex Molcan (ATP 160) als Nummer zwei im Team Hämmerling debütieren, so dass diese Einsätze durchaus reelle Siegchancen ergeben würden. Keine Fragezeichen steht hinter dem Dabeisein des 20-jährigen Jonas Forejtek (ATP 317), dem ein Jahr älteren Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 498) und dem mit einem französischen Pass ausgestatteten Israeli Daniel Culkierman (ATP 693).

Tsitsipas spielt in Hövelhof
Die Entfernung zwischen der rheinischen Domstadt und der westfälischen Domstadt Paderborn beträgt rund 190 Kilometer, die die Rot-Weissen bereits am heutigen Donnerstag absolvieren. Allerdings ist Teamchef Ralph Grambow derzeit noch auf der Suche nach einer spielstarken Formation. Die gegen Düsseldorf siegreichen Profis Benoit Paire (ATP 51), Kimmer Coppejans (ATP 191) und der beliebte deutsche Tennisprofi Dustin Brown (ATP 336) sind allesamt noch im Turniergeschehen. Fest eingeplant sind bis dato lediglich der 26-jährige Tscheche Adam Pavlasek (ATP 551), der frühere deutsche Davis Cup-Spieler Daniel Brands (ATP 949) und der griechische Jungprofi Tsitsipas. Allerdings ist das nicht der 22-jährige Weltranglisten-Vierte Stefanos, sondern dessen zwei Jahre jüngere Bruder Petros!

3. Spieltag • Freitag • 16. Juli 2021 • 13.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Kölner THC Stadion Rot-Weiss
Rochusclub Düsseldorf – Kurhaus Lambertz Aachen
Tennis Ewige Liebe BW Neuss – Badwerk Gladbacher HTC
TC Großhesselohe – BW Timberland Finance Krefeld
TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse – Grün-Weiss Mannheim

Der für das Team Hämmerling TuS Sennelager spielende Jan Zielienski (rechts) gewann am Samstag mit Szyman Walkow (THC Brühl) die Doppelkonkurrenz beim ATP-Challenger in Braunscheig. © Debbie Kinsey

Grün-Weiss Mannheim behauptet sich gegen Team Hämmerling TuS Sennelager

TC Großhesselohe spielt noch gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss: 1:3 Zwischenstand

Mannheim. Im Team Hämmerling TuS Sennelager gab man sich bereits vor der Abreise in die Kurpfalz keinerlei Illusionen hin, denn mit dem zur Verfügung stehenden Aufgebot waren die Ostwestfalen nur krasser Außenseiter. „Nach den vier Einzeln“, so Teamchef Marc Renner, „kann ich unseren Jungs nur ein großes Kompliment aussprechen, sie haben sich spielerisch bestens präsentiert.“ So gab es dann zumindest zum Ende hin noch einen kleinen Lohn für die Bemühungen: Daniel Cukierman/Daniel de Jonge besiegten das höher eingeschätzte spielstarke Mannheimer Duo Julian Lenz/Kevin Krawietz mit 6:6(4), 6:4, 10:6 und holten den Ehrenpunkt. Summa summarum bedeutet dies ein 1:6 beim Titelverteidiger.

Angesagt war an diesem sonntäglichen 2. Spieltag in der 1. Tennis-Point-Bundesliga am Neckarplatt die Partie beim aktuellen Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim, der zum Saisonstart ein müheloses 5:1 gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss absolviert hat. Mühelos zweifelsohne, aber vom zeitlichen Aufwand her schon unglaublich lange. Stundenlange Regenschauer führten letztlich in die Halle und für beide Mannschaften war die Auseinandersetzung erst am darauffolgenden Samstag beendet: Die >Badischen Hallenspiele< endeten nämlich um 00.30 Uhr am 10. Juli mit einem Dreisatzerfolg für das Neusser Duo Nikola Milojevic/Luca Vanni gegen Gerald Melzer/Robin Kern!

Da gingen die heutigen sechs Spielansetzungen ohne Regen am Sonntag wesentlich schneller über die rote Asche auf der Anlage am Neckarplatt vor 1.100 Zuschauern. Alleine auf der Grundlage von ATP-Ranglistenpositionen hatten die Gastgeber Topleute aufgeboten, die internationales Spitzentennis verkörpern. Dies gilt ebenso für den 27-jährigen Dominik Köpfer (ATP 62) wie für den Spanier Pedro Martinez Portero (ATP 107). Nur 1.302. Platz im ATP-Ranking für den 30-jährigen Wiener Gerald Melzer. Der war vor seiner einjährigen Operationspause Nummer 68 der Welt und inzwischen wieder ein Comebacker. Die Nummer vier der Mannheimer, der 28-jährige Julian Lenz, hat derzeit mit Platz 168 seine weltweit beste Platzierung inne.

Gleichwohl gingen auf Seiten Hämmerlings Jonas Forejtek (ATP 314), Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 461), Daniel Cukierman (ATP 805) und erstmals Daniel de Jonge (ATP 1156) unbekümmert ihre sportlichen Herausforderungen an. Sieht man einmal von dem Deutsch-Niederländer de Jonge ab, der eine glatte Zweisatzniederlage (1:6, 2:6) gegen Julian Lenz hinnehmen musste, bot das übrige Trio phasenweise eine ausgeglichene Leistung. Im Duell der jeweiligen Nummer eins hatte der 20-jährige Tscheche Forejtek gegen den glänzend aufgelegten Olympiafahrer Köpfer sogar einen Satzball. Doch der Tiebreak im zweiten Satz ging mit 13:15 verloren, so auch mit 4:6, 6:7 die Partie.

Auch die beiden Franzosen spielten stark auf, insbesondere der erstmals im Einzel aufgebotene 21-jährige Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 461). Sein Match gegen den aus Valencia stammenden Pedro Martinez Portero, vor geraumer Zeit noch Rang 82 der Welt, war ausgeglichen; bis in den Match-Tiebreak. Zuvor Satzgewinn auf beiden Seiten.
Doch fortan bestimmte der spanische Sandplatzspezialist das Geschehen auf dem Rechteck und steuerte mit 5:7, 7:5, 10:3 den dritten Punkt dazu. Daniel Cukierman (ATP 805) war, vor allem im zweiten Satz gegen den österreichischen Davis-Cup-Spieler Melzer, ein gleichwertiger Akteur. Doch ein Routinier wie der Wiener spielte im Tiebreak sein ganzes Repertoire aus und das 6:3, 7:6(3) war zugleich nach den vier Einzeln die Niederlage der Begegnung.

Turniererfolg für Jan Zielinski
Verzichten musste an diesem Bundesliga-Wochenende Teamchef Marc Renner auf seine beiden spielstarken polnischen Tennisprofis Kacper Zuk und Jan Zielinski. Wie spielstark der 22-jährige Zuk ist, stellte er zum Ligaauftakt im Duell gegen den Gladbacher Albert Ramos-Vinolas am letzten Freitag unter Beweis. Gegen den ehemaligen ATP-Weltranglisten-33. gestaltete er die Partie ausgeglichen und verlor erst im Match-Tiebraek das Duell gegen den 33-jährigen spanischen Routinier. Ebenfalls in guter Verfassung zeigte sich Jan Zielinski beim mit 66.640 Euro Preisgeld dotierten ATP-Challenger-Turnier in Braunschweig. Mit seinem Landsmann Szymon Walkow gewann er den Turnier-Titel im Doppel mit einem 4:6, 7:5, 10:6 Erfolg gegen das kroatische Zwillingsduo Ivan und Matej Sabanov. Da zugleich am Samstag die Nationalen Tennismeisterschaften in Polen begannen, sind unisono die polnischen Profis verpflichtet daran teilzunehmen, so dass sie anderweitige Turnierverpflichtungen nicht wahrnehmen konnten.

2. Spieltag • Sonntag • 11. Juli 2021 • 11.00 Uhr
Grün-Weiss Mannheim – Team Hämmerling TuS Sennelager 5:1 (4:0)
Köpfer, Dominik (GER/ATP 62) – Forejtek, Jonas (CZE/ATP 314) 6:4, 7:6(13)
Martinez Portero, PEDRO (ESP/107) – Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/461) 5:7, 7:5, 10:3
Melzer, Gerald (AUT/1302) – Cukierman, Daniel (FRA/745) 6:3, 7:6(3)
Lenz, Julian (GER/287) – de Jonge, Daniel (GER/1156) 6:1, 6:2
Martinez Portero/Melzer – Forejtek/Cornut-Chauvinc 6:4, 6:4
Lenz/Krawietz, Kevin – Cukierman/de Jonge 7:6(4), 4:6, 6:10
Zuschauer: 1.100
ATP-Rangliste 05. Juli 2021

Übrige Resultate
Kurhaus Lambertz Aachen – TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse 3:3 (2:2)
Zuschauer: 450
Badwerk Gladbacher HTC – BW Timberland Finance Krefeld 5:1 (3:1)
Zuschauer: 480
TC Großhesselohe – Tennis Ewige Liebe BW Neuss 0:0 (1:3)
Zuschauer: 0.000
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – Allpresan Rochusclub Düsseldorf 5:1 (3:1) Noch nicht beendet!
Zuschauer: 950
Gesamtbesucher: 0.000 Zuschauer

Tabelle
Spieltage Sätze Matches Punkte
1. Grün-Weiss Mannheim (DM) 2 22:6 10:2 4:0
2. Badwerk Gladbacher HTC 2 20:8 10:2 4:0
3. TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A) 2 19:9 9:3 3:1
4. TC Großhesselohe 1 11:3 5:1 2:0
5. Kurhaus Lambertz Aachen 2 13:13 6:6 2:2
6. Kölner THC Stadion Rot-Weiss 2 13:16 6:6 2:2
7. BW Timberland Finance Krefeld 2 10:16 4:8 1:3
8 Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A) 1 3:11 1:5 0:2
9. Team Hämmerling TuS Sennelager 2 7:21 2:10 0:4
10. Allpresan Rochusclub Düsseldorf 2 7:22 1:11 0:4

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019

Nächster Spieltag: 3. Spieltag • Freitag • 16. Juli 2021 • 13.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Kölner THC Stadion Rot-Weiss
Rochusclub Düsseldorf – Kurhaus Lambertz Aachen
Tennis Ewige Liebe BW Neuss – Badwerk Gladbacher HTC
TC Großhesselohe – BW Timberland Finance Krefeld
TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse – Grün-Weiss Mannheim

Ein sehenswertes Match lieferte Zdenek Kolar und buchte so für das Team Hämmerling TuS Sennelager den einzigen Sieg in der Partie gegen Badwerk Gladbacher HTC. © Ralf Meier

Beide Teamchefs waren sich einig: Resultat spiegelt die spannende Partie nicht wieder

Deftige Niederlagen für Rochusclub und Köln

Titelverteidiger Mannheim 4:0 nach Einzel

Paderborn-Sennelager. Endlich wieder Tennis-Bundesliga der Herren. Nach 101 Wochen glückte der Saisonauftakt am heutigen Freitag (09. Juli) in der 1. Tennis-Point Bundesliga, trotz zeitweiser Wetterkapriolen, ansonsten problemlos. Sieht man einmal von einigen Schlussresultaten ab. So musste der Rochusclub Düsseldorf eine bittere 0:6 Niederlage beim bayerischen Aufsteiger TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse hinnehmen und nur etwas Ergebniskorrektur gab es für den rheinischen Gastgeber Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Vor 1.000 Zuschauern kam der der Traditionsverein TC Großhesselohe, mit unter anderem den beiden deutschen Davis Cup-Spielern Jan-Lennard Struff (ATP 45) und Philipp Kohlschreiber (ATP 115), zu einem 5:1 (3:1) Erfolg in der Domstadt. Damit haben diese beiden Teams schon einmal eine Duftmarke gesetzt. 3:3 Unentschieden trennte man sich in der Partie zwischen Kurhaus Lambertz Aachen und BW Timberland Finance Krefeld. Kräftige Regenschauer sorgten für arge Zeitverschiebungen am Neckarplatt zwischen Grün-Weiss Mannheim und dem zweiten Neuling BW Ewige Liebe BW Neuss. Nach den vier Einzelbegegnungen führte der aktuelle Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim mit 4:0. Zu dieser Zeit zeigte die Uhr 21.50 an und die beiden Doppelbegegnungen stehen noch aus!

Mehrstündiger Dauerregen am Vormittag sorgte beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC), in dieser Saison Gastgeber für das Team Hämmerling TuS Sennelager, für einen verspäteten Spielbeginn. Doch eine große Schar enthusiastischer Helfer sorgte letztlich dafür, dass gegen 14.55 Uhr die Debütveranstaltung auf der schmucken HTC-Anlage vor 400 Zuschauern beginnen konnte. Als nach gut fünfeinhalb Stunden die Auseinandersetzung der Ostwestfalen gegen Badwerk Gladbacher HTC mit 5:1 für die Gäste vom Niederrhein beendet wurde, gab es von beiden Teamchefs fast deckungsgleiche Analysen. „Wir haben sehr gutes Tennis gesehen und uns fehlte letztlich das Quäntchen Glück, um schlussendlich zu einem besseren Resultat zu kommen“, meinte Marc Renner und sein Gladbacher Kollege, Henrik Schmidt, beurteilte dies so: „Alle Partien waren sehr ausgeglichen. Und wenn wir Albert nicht so gepusht hätten, dann hätte es nach den Einzeln 2:2 gestanden. Was nicht unverdient gewesen wäre. So sind wir letztlich sehr zufrieden, hier gewonnen zu haben. Das Hämmerling Team hat uns schon sehr gefordert.“

Dieses sportliche Lob nahmen die Hausherren gerne zur Kenntnis und gehen zuversichtlich in diese Saison. „Ich kann nur sagen“, so Teammanager Ralf Hämmerling, „wir haben hier heute Weltklassetennis gesehen. Und wenn wir diese Leistungen konstant bringen, dann bin ich vom Klassenerhalt überzeugt.“ Während das das Ziel der Ostwestfalen ist, scheint die Aussage von Gladbachs Coach Patrice Hopfe „wir wollen den Klassenerhalt schaffen“ scheint auf Grund des personellen Aufgebots etwas tiefgestapelt zu sein. Dies zunächst aufgrund der Bewertung der ATP-Ranglistenpositionen. Doch dieser Liga-Auftakt in der Stadt zur Senne hat gezeigt, dass dies bei den Begegnungen auf der roten Asche fast keine Rolle spielt. Sieht man einmal von der glatten Zweisatzniederlage des 20-jährigen Jonas Forejtek gegen Mario Vilella Martinez („der spielt seit Wochen allerbestes Tennis“, so Schmidt) ab, waren in den drei übrigen Partien die Auseinandersetzungen denkbar knapp.

So überzeugte der an zwei spielende Tscheche Zdenk Kolar (ATP 223) auf Seiten Hämmerlings in der Partie gegen den Slowaken Andrej Martin (ATP 111). Hohes Tempo von der Grundlinie bevorzugten beide Profis, doch das variantenreichere Spiel bot der Gastgeber. Rund 101 Minuten dauerte das Match an und das 6:3, 6:3 bedeutete ein 1:1 Zwischenergebnis. Bei der Präsentation beider Mannschaften vor der Begegnung auf dem Centre Court bekam der Israeli mit französischem Pass, Daniel Cukierman (ATP 805), eine Geburtstagstorte aus Anlass seines 25-jährigen Geburtstags überreicht. Das war aber auch das einzige Geschenk an diesem Tag, obwohl er sich hätte selbst beschenken können. Doch die nötigen Breakbälle gegen den 35-jährigen Routinier Lukas Rosol (ATP 204) konnte der zehn Jahre jüngere US-College-Spieler aus Los Angeles nicht nutzen. So stand letztlich mit 4:6, 4:6 eine unverdiente Niederlage im Spielbericht und die Gäste vom Niederrhein hatten mit einem 2:1 Zwischenergebnis die Nase vorn.

Sehenswertes Tennis boten die beiden topgesetzten Spieler. Dies gilt sowohl für den Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 39), der immerhin schon das ATP-Ranking 17 innehatte, als auch für den Gastgeber Kasper Zuk (ATP 168). Der 22-jährige polnische Davis Cup-Spieler zeigte keinerlei Respekt vor dem großen Namen und spielte unbekümmertes und variantenreiches Tennis. Beide Profis nutzen die Länge und Breites des Centre Courts, doch die immer wieder eingestreuten Stoppbälle behagten dem Spanier überhaupt nicht und so gab es den Satzgewinn für Zuk. Es kam Hoffnung beim Team Hämmerling auf, dass man möglicherweise aus den vier Einzeln mit einem Unentschieden heraus kommt. Doch eine Schwächephase zu Beginn des zweiten Satzes wusste Ramos-Vinolas zu nutzen und nach einem 5:7 gab es nun ein 6:3 für ihn.

Dieses hohe Tennisniveau muss die Zuschauer beeindruckt haben, denn plötzlich machte die Gladbacher-Bank Stimmung und dies schien ihre Nummer eins zu beflügeln. Auch wenn Kacper Zuk bewundernswert dagegen hielt, am Ende gewann nach knapp zwei Stunden der aus Barcelona stammende Linkshänder den Matchtiebreak mit 10:7 und holte den dritten Punkt für den Deutschen Meister des Jahres 2016. Die Niederlage besiegelte das Badwerk-Duo Lukas Rosol/Tim Sandkaulen mit 6:3, 6:4 gegen Kacper Zuk/Daniel Cukierman und zu einer Ergebniskorrektur hat es im Spitzendoppel auch nicht gereicht. Der Matchtiebreak zwischen Jonas Forejtek/Antonie Cornut-Chauvinc buchte mit 15:13 das Duo Andrej Martin/Robin Haase auf ihrer Habenseite. Was in der Erinnerung bleibt, ist die Tatsache, schön dass die Tennis-Bundesliga mit ihrem Slogan „Weltklassetennis im Club“ wieder auf der roten Asche zurück ist.

1. Spieltag • Sonntag • 09. Juli 2021 • 13.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Badwerk Gladbacher HTC 1:5 (1:3)
Zuk, Kacper (POL/168) – Ramos-Vinolas, Albert (ESP/39) 7:5, 3:6, 7:10
Kolar, Zdenek (CZE/223) – Martin, Andrej (SVK/111) 6:3, 6:3
Forejtek, Jonas (CZE/314) – Vilella-Martinez, Mario (ESP/179) 3:6, 2:6
Cukierman, Daniel (FRA/745) – Rosol, Lukas (CZE/204) 4:6, 4:6
Forejtek/Cornut-Chauvine, Antoine – Martin/Hasse, Robin 3:6, 6:3, 13:15
Zuk/Cukierman – Rosol/Sandkaulen, Tim 3:6, 4:6
Zuschauer: 400

Übrige Resultate
Grün-Weiss Mannheim – TC Ewige Liebe BW Neuss 0:0 (4:0)
Zuschauer: 0.000
Kurhaus Lambertz AachenBW Timberland Finance Krefeld 3:3 (2:2)
Zuschauer: 250
TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse – Allpresan Rochusclub Düsseldorf 6:0 (4:0)
Zuschauer: 400
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – TC Großhesselohe 1:5 (1:3)
Zuschauer: 1.000
Gesamtbesucher: 0.000 Zuschauer

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019

Nächster Spieltag: 2. Spieltag • Sonntag • 11. Juli 2021 • 10.00 Uhr
Grün-Weiss Mannheim – Team Hämmerling TuS Sennelager
Kurhaus Lambertz Aachen – TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse
Badwerk Gladbacher HTC – BW Timberland Finance Krefeld
TC Großhesselohe – TC Ewige Liebe BW Neuss
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – Allpresan Rochusclub Düsseldorf

Team Hämmerling TuS Sennelager im Stream

Nach einem Jahr Pause meldet sich die stärkste Tennis-Bundesliga der Welt zurück und zehn Clubs nahmen am Freitag die Jagd nach dem nationalen Titelgewinn auf. Auf allen Anlagen sind Zuschauer zugelassen, doch es gibt mediale Neuerung. Tennis Channel International ist ein 24/7 Streaming-Anbieter, der sich auf Tennis spezialisiert hat. Demzufolge werden erstmals an allen Spieltagen sämtliche Einzel und Doppel live übertragen und bringt die Tennis-Point-Bundesliga auf ein neues Niveau. Das gilt auch für Westfalens einzigem Tennis-Bundesligisten, dem Team Hämmerling TuS Sennelager, deren Begegnungen beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss stattfinden. Von dort aus werden die Partien der Ostwestfalen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Griechenland, Schweiz und England gestreamt. Sozusagen vom >Tor zur Senne< in die Welt hinaus. Einen ersten visuellen Einblick gibt es hier.

Mit Kacper Zuk als Nummer eins eröffnet am morgigen Freitag das Team Hämmerling TuS Sennelager beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss die Tennis-Bundesliga-Saison 2021. © ATP-Cup 2020

Am 11 August 2019 beendete das Team Hämmerling TuS Sennelager mit der Begegnung in der Domstadt beim Kölner THC Stadion Rot-Weiss die damalige Saison und am morgigen Freitag startet nach rund 101 Wochen die nationale höchste Spielklasse wieder im deutschen Mannschaftssport. Eine derartige Unterbrechung hat die 1972 gegründete Liga in seinen 50 Jahren noch nie erlebt. „Ich freue mich sehr darauf, dass wieder gespielt wird“, sagt Hauptsponsor Ralf Hämmerling. Während der Unternehmer Sponsorenakquise betreibt, musste der Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC) seine Anlage bundesligagerecht für die Heimspiele herrichten. „Natürlich sind unsere Plätze in Ordnung“, so Daniel Didier (1. HTC-Vorsitzender), „doch ein solcher Spielbetrieb hat ganz andere Anforderungen.“ Inzwischen hat die Anlage unter anderem mit Tribünen und Ausstellungständen sowie mit blau-weißen HTC-Fahnen ein schmuckes Aussehen. „Wir nutzen die Bundesliga-Spiele um uns als einen modernen Tennisclub in der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt der HTC-Vorsitzende.

Auf einen entsprechenden Zuschauerzuspruch hofft Teamchef Marc Renner, der allerdings bedauert, dass die Zuschauerzahl aus 2019 nicht überboten werden kann. Während im ersten Jahr der Zugehörigkeit im Schnitt 1.100 Besucher die Heimspiele verfolgten, sind Corona bedingt nur 500 Zuschauer zugelassen. „Wenn wir bei dieser Zahl dann jedes Mal ausverkauft sagen können, dann hört sich das doch auch sehr gut an“, meint Marc Renner. Sportlich ist der Liga-Auftakt in den beiden ersten Begegnungen gegen Badwerk Gladbacher HTC und zwei Tage später am Sonntag beim aktuellen Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim sehr schwer. „Wir sind aber bereit, den einen oder anderen sportlich zu ärgern“, meint Renner. So haben die Gladbacher an Nummer eins den 25-jährigen Christian Garin gemeldet, der aktuell die Nummer 20 der Tenniswelt ist. Und dahinter sind mit dem Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 39) und dem Tschechen Jiri Vesely (ATP 72) zwei weitere Top-100-Profis gemeldet. Ob sie in Hövelhof dabei sein werden, ist offen. Badwerks-Teamchef Henrik Schmidt lässt sich nicht in die Karten schauen und hat auf Nachfrage keine Namen bekannt gegeben.

Kein Geheimnis macht dagegen Marc Renner aus seinem Aufgebot, obwohl fast alle in dieser Woche im Turniergeschehen waren. „Am Dienstag hatte ich lediglich zwei Spieler“, sagt Renner, der mittlerweile seinen Kader zusammen hat. Der Pole Kacper Zuk (ATP 168) ist die Nummer eins und es folgen die beiden Tschechen Zdenek Kolar (ATP 232) und Jonas Forejtek (ATP 314) Dahinter kommen die beiden französischen Neuzugänge Antonie Cornut-Chauvinc (ATP 495) und Daniel Cukierman (ATP 745). Des Weiteren sind Jan Zielinski (ATP-Doppel 159) und Daniel de Jonge (ATP 1152) dabei.

Ein Donnerhall verursachte am gestrigen Mittwoch Hämmerlings Nummer eins, der 24-jährige Hubert Hurkacz (ATP 18), in Wimbledon. Im Viertelfinale triumphierte er über sein Kindheitsidol Roger Federer mit 6:3, 7:6(4), 6:0 und steht im Halbfinale. „Als ich den Platz verließ und mir bewusst war, dass ich gegen Roger gewonnen habe, merkte ich, es wurde ein Traum wahr, besonders hier auf dem Rasen in Wimbledon“, so der überglückliche Sieger. Die Frage, tritt er in dieser Saison auch für das Team Hämmerling TuS Sennelager an, beurteilt Marc Renner eher skeptisch: Nach meinem Kenntnisstand fliegt er von London zurück nach Polen und bereitet sich dort auf Olympia vor. Ich werde ihn aber nochmals kontaktieren.“

Unternehmer, Hauptsponsor, Namensgeber und 2. Abteilungsvorsitzender, Ralf Hämmerling, freut sich mit dem Team Hämmerling TuS Sennelager auf den Ligastart der 1. Tennis-Point Bundesliga an. © Ralf Meier

Start der Tennis-Bundesliga Herren am 09. Juli 2021
Team Hämmerling TuS Sennelager beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss
Zum Ligastart kommt Badwerk Gladbacher HTC • 500 Zuschauer sind zugelassen

? Herr Hämmerling, fangen wir mit etwas erfreulichem an. Nach dem umjubelten Klassenerhalt im Debütjahr 2019 und der Coronabedingten Pause im letzten Jahr, freuen Sie sich nun darauf, dass wieder gespielt wird.
Ralf Hämmerling: Dass kann man wohl sagen. Die vergangenen Wochen waren sehr anstrengend. Zum einen die Diskussionen um den Spielplan, zum anderen aber auch die Gespräche mit unseren Partnern und Sponsoren. Erfreulicherweise habe ich feststellen können, dass wir als Team Hämmerling TuS Sennelager ein sehr gutes Standing haben, so dass wir uns entschieden haben, wieder an der Tennis-Bundesliga teilnehmen. Um auf Ihre Frage zurückzukommen, ja ich freue mich sehr darauf.

? Verändert hat sich der Austragungsort Ihrer Heimspiele. Warum nicht mehr in Paderborn bei Blau-Rot oder Grün-Weiß.
Ralf Hämmerling: Auf Grund der langen Zeit der Ungewissheit, ob überhaupt die Saison stattfinden wird, haben unabhängig davon die angesprochenen Vereine ihr sportliches Clubleben geplant. Deshalb mussten wir uns nach einem anderen Club umsehen.

? Wie sind Sie auf den Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss gekommen.
Ralf Hämmerling: Ich kannte den HTC-Vorsitzenden Daniel Didier und habe ihn diesbezüglich angesprochen. Da es ein ambitionierter Tennisclub ist, der etwas bewegen will, waren wir uns schnell mit ihm und dem Vorstand einig, unsere Heimspiele dort auszutragen.

? Nun hat der HTC ja keine Bundesliga-Erfahrung. Konnten trotzdem alle Bundesliga-Vorschriften des DTB umgesetzt werden.
Ralf Hämmerling: Auf jeden Fall. Mit großer Begeisterung ist man beim HTC dieses Bundesliga-Vorhaben angegangen und ich bin mir sicher, wir werden dort eine optimale Bundesliga-Anlage vorfinden. Ich kann heute schon sagen, wir streben eine längerfristige Partnerschaft an.

? Nun ist der Bundesliga-Start vom 04. Juli auf den 09. Juli verschoben worden. Warum?
Ralf Hämmerling: Es war so, dass die Vorschriften auf Grund der Pandemie alles in Frage gestellt hat. So sind Turniere ausgefallen und verschoben worden. Die Damen-Bundesliga ebenfalls. So dass es letztlich bis vor zehn Tagen gebraucht hat, bis ein Spielplan für alle akzeptabel war.

? Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Bundesliga-Vereine und der DTB konträr gegenüberstanden. War der Spielbetrieb gefährdet.
Ralf Hämmerling: Es gab unterschiedliche Ansichten und Meinung, sowohl beim DTB als auch unter den Bundesliga-Vereinen. Von daher hatten auch einige Vereine die Absicht geäußert, sich vom Spielbetrieb zurückzuziehen. Von daher, ja, die Saison war gefährdet.

? Täuscht mich mein Gefühl, dass der DTB wenig Rücksicht auf die Bundesliga-Vereine nimmt?
Ralf Hämmerling: Es ist ein vielschichtiges Problem. Sicherlich hat die Tennis-Bundesliga der Herren nicht den sportlichen Einfluss auf den Verband, wie man ihn sich auf Grund der rund 50 Jahre Liga gerne hätte. Vielleicht ist man auch beim DTB zu weit weg von dieser Ligabasis. Zum anderen ist festzustellen, dass die zehn Clubs – was ich verstehen kann – sehr ihre eigenen Interessen im Blick haben. Hier hätte ich mir schon etwas mehr Solidarität auf Seiten der Bundesliga-Clubs gewünscht.

? Was muss sich in dieser Hinsicht ändern.
Ralf Hämmerling: Meiner Meinung nach, da die Tennis-Bundesliga zweifelsfrei ein Profispielbetrieb ist, muss man sich auch so aufstellen. Ein loser Zusammenschluss, wie es derzeit in einem Ausschuss der Fall ist, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Fragen nach Ligavermarktung, Sponsoren, TV-Rechte und andere Themen müssen professioneller gelöst werden. Das kann man nicht dem DTB alleine überlassen, die Bundesliga-Vereine müssen hier gestaltend mitwirken. Durchaus unter dem Dach des DTB, aber mit einer eigenen Ligastruktur bzw. -organisation.

? Kommen wir zu Ihrem Team. Ist die Mannschaft stark genug um erneut den Klassenerhalt zu ermöglichen.
Ralf Hämmerling: Davon gehe ich aus. Wir haben in unserem Debütjahr 2019 mit Enthusiasmus und großem Teamspirit die Liga halten können. Das wird auch in dieser Saison so sein.

? Vergleicht man das aktuelle Aufgebot mit dem der Saison 2019, so fällt auf, dass sich Profis wie Norbert Gombos, Arthur Rinderknech oder Jozef Kovalik spielerisch und im ATP-Ranking enorm verbessert haben. Wie konnten Sie die überzeugen beim Team Hämmerling zu bleiben.
Ralf Hämmerling: Es ist ja so, dass Marc (Renner als Teamchef, Anm. Red.) und Marius (Kur als Coach, Anm. Red.) nicht nur zur Saison, sondern das ganze Jahr über den Kontakt zu den Profis halten. Auf allen Social-Media-Kanälen tauscht man sich aus und diese persönliche Verbindung gibt eine Zugehörigkeit zum Team. Dieses Miteinander über den aktuellen Spieltag hinaus, lässt so einen Teamspirit entstehen.

? Trotz Profisport und Geld, ist Teamgeist auch heutzutage ein Faktor um erfolgreich zu sein.
Ralf Hämmerling: Generell kann ich das nicht beurteilen, denn ich weiß zu wenig wie andere Clubs dies händeln. Für uns kann ich dies uneingeschränkt bejahen.

? Sie sind der Haupt- und Namenssponsor. Ist durch die Pandemie das Interesse am Sport verloren gegangen.
Ralf Hämmerling: Das kann man wohl sagen, denn an der Basis hat ja in den Vereinen nichts stattgefunden. Es wird so seine Zeit brauchen, bis die Vereine diese Defizite aufgeholt haben. Man muss ja bedenken, die Vereinsarbeit erfolgt ja zumeist ehrenamtlich. Nach all den Beschränkungen für jeden Einzelnen und der Rückkehr in die Normalität, muss ein jeder auch wieder bereit sein, sich zu engagieren. Wir alle sind aufgefordert, den Vereinssport wieder zu beleben.

? Hat der Tennissport in Paderborn eine wirtschaftliche Basis.
Ralf Hämmerling: Da wir lange nicht wussten, wie es weiter geht, konnten wir auch keine Sponsorenakquise betreiben. Seit vier Wochen führen wir nun Gespräche mit unseren vorhandenen Sponsoren. Ich kann nur sagen, keine einzige Firma oder Unternehmen hat uns abgesagt. Sie alle sind dabei geblieben. Diese wirtschaftliche Rückendeckung hat uns letztlich bewogen, in der Bundesliga zu bleiben. Es ist sogar etwas mehr an Geldern zusammengekommen, so dass wir sicherlich ein starkes Team aufbieten können.

? Ein anderes Thema sind die Hygienevorschriften. Was gibt es eigentlich alles zu beachten.
Ralf Hämmerling: Der HTC hat mit dem örtlichen Gesundheitsamt alles besprochen. Die Vorgaben, geimpft, genesen oder der Nachweis eines Tests, können umgesetzt werden. Am Eingang werden entsprechende Listen ausgelegt, wo – wer das nicht nachweisen kann – sich der Einzelne zur Nachverfolgung eintragen kann.

?…und Zuschauer dürfen auch kommen. Wenn ja, wieviel sind zugelassen.
Ralf Hämmerling: Bis zu 500 Zuschauer sind zugelassen. Auf der Tribüne sind die entsprechenden Sitzplätze markiert und nummeriert, so dass wie exakt wissen, wer wo Platz genommen hat. Gottlob sind aber in Hövelhof und Paderborn die Inzidenzen rückläufig.

? Kann man sagen: Der Hövelhofer Tennis Club und Ihr Team Hämmerling sind am kommenden Freitag bereit zum Ligaauftakt gegen den Gladbacher HTC.
Ralf Hämmerling: Wenn der eigentliche Saisonstart am 4. Juni hätte stattfinden müssen, wären sicherlich auf der Anlage ein paar Nachtschichten erforderlich gewesen. So aber hat alles just in time geklappt und es kann losgehen. Wie eingangs gesagt, wir freuen uns auf die Bundesliga-Saison 2021.

! Dann wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Saison.

Kurzportrait Ralf Hämmerling
Alter: 64 Jahre
Geboren in: Elze (Wedemark)
Status: Verheiratet
Kinder: Zwei und zwei Enkelkinder
Beruf: Selbstständiger Kaufmann
Name des Unternehmens: Hämmerling Group GmbH
Stammsitz des Unternehmens: Paderborn
Branche: Handel und Logistik
Beschäftigte: 500 Mitarbeiter
Hobbys: Tennis, Fußball, Rennsport
Entspanne mich am besten bei… …gutem Rotwein und einer Zigarre
Lebensphilosophie: Geht nicht, gibt´s nicht!

Die Zuschauertribüne für die fünf Heimspiele des Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss steht und die HTC-Fahne aufgehängt. © Ralf Meier

Im Prinzip war für den 04. Juli der saisonale Start in die Tennis-Point Bundesliga der Herren terminiert gewesen. Allerdings musste auf Grund von Einreisebestimmungen im Rahmen der Corona-Pandemie der komplette erste Spieltag auf den 16. Juli verschoben. Demzufolge nimmt Westfalens einziger Tennis-Bundesligist, Team Hämmerling TuS Sennelager, seine diesjährige Saison am 09. Juli mit einer Heimbegegnung gegen den Deutschen Meister des Jahres 2016, Badwerk Gladbacher HTC, auf. Bekanntlich tragen die Ostwestfalen in diesem Jahr ihre fünf Heimbegegnungen beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss aus.

Insgesamt gesehen haben die zehn Tennis-Bundesligisten abermals nationale und internationale Top-Spieler gemeldet, doch die Ein- und Ausreisebedingungen lassen derzeit keine verlässlichen Aussagen seitens der Teamchefs zu. „Dieses personelle Vabanque-Spiel kann in dieser Saison letztlich entscheidend sein“, sagte Marc Renner, Hämmerlings-Teamchef. So müssen sich die derzeit noch in Wimbledon spielenden Profis entscheiden, direkt von der dortigen Blase in die nächste zum Turnier nach Hamburg zu fliegen, will man die Quarantänezeit umgehen. Oder sie entscheiden sich jetzt schon für die Hartplatz-Saison in den USA. „Und dann gibt es auch noch Olympia“, so Renner, „so dass Hubert Hurkacz, unserer Nummer eins, von Wimbledon direkt in seine polnische Heimat fliegt und von dort aus nach Tokio weiterreist.“

Dass das Team Hämmerling TuS Sennelager nach nur einem Jahr Tennis-Bundesliga einen so guten Klang hat, hängt natürlich mit dem sensationellem Abschneiden in der Saison 2019 und dem allseits anerkanntem Teamspirit zusammen. „Das wurde uns immer wieder anerkennend gesagt, was sich auch bei den Tennisprofis herumgesprochen hat“, meint Renner und verweist natürlich auch auf die sportliche Entwicklung einiger Hämmerling-Profis. Neben Hurkacz (ATP 20) sind dies insbesondere sein Landsmann Nobert Gombos (ATP 81), der Franzose Arthur Rinderknech (ATP 118) und der Slowake Jozef Kovalik (ATP 127). Insofern ist angesichts der aktuellen Lage völlig offen, wer von diesem Spielstarken Quartett wann dabei sein wird.

Zu den Heimspielen sind aktuell bis zu 500 Zuschauer zugelassen. Der Zutritt erfolgt nur mit negativem Corona-Test, genesen oder komplett geimpft. Die Sitzplätze auf der Tribüne werden zugewiesen. Spielbeginn freitags ist jeweils um 13.00 Uhr, die sonntäglichen Begegnungen beginnen immer um 11.00 Uhr. Die Heimspiele finden beim Hövelhofer Tennisclub Blau-Weiss (HTC), statt, deren Anlage sich an Von-der-Recke-Straße 30 in 33161 Hövelhof befindet. Parkplätze stehen rund um die Tennisanlage zur Verfügung und sind ausgewiesen.

Das Doppelfinale der 28. Noventi Open in HalleWestfalen verlor der für den Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling Tus Sennelager spielende Hubert Hurkacz (links) mit seinem kanadischen Partner Felix Auger-Aliassime in zwei Sätzen. © NOVENTI OPEN (honorarfrei)

Das Doppelfinale der 28. Noventi Open in Halle Westfalen verlor der für den Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling Tus Sennelager spielende Hubert Hurkacz (links) mit seinem kanadischen Partner Felix Auger-Aliassime in zwei Sätzen. © NOVENTI OPEN (honorarfrei)

Halle Westfalen. Die deutschen Tennisprofis waren beim heute zu Ende gegangenen 500er ATP Event Noventi Open, dotiert mit 1,45 Millionen Euro Preisgeld, in Halle Westfalen nicht besonders erfolgreich. Doch noch ein halber Heimsieg gab es am Sonntag durch den für Grün-Weiss Mannheim spielenden Kevin Krawietz, der zusammen mit seinem Partner Horia Tecau das Doppelfinale bei Deutschlands bedeutendstem Herrentennis-Wettbewerb.

Das gegenwärtig auf Weltranglisten-Platz 11 eingestufte deutsch-rumänische Duo besiegte Hubert Hurkacz, vom ostwestfälischen Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager, an der Seite des Kanadiers Felix Auger-Aliassime (ATP Doppel gemeinsam 61) in einem bis in die Schlussminuten packenden Match mit 7:6 (7:4), 6:4. Zuletzt hatte Hubert Hurkacz/Felix Auger-Aliassime in Paris das 1000er Hallenturnier im November 2020 in Paris gewonnen. Für Krawietz und Tecau war es der erste Pokalerfolg, seit sie sich im Februar zu einer neuen, starken Allianz zusammengefunden hatten. Zuvor standen sie 2021 auch schon in den Finals der ATP 500er-Turniere von Rotterdam und Barcelona.

Beide Doppel lieferten sich ein umkämpftes Spiel auf Augenhöhe, in dem wie so oft aus Rasen nur zwei, drei Ballwechsel über Sieg und Niederlage entschieden. Im ersten Satz musste der Tiebreak entscheiden, und dort gelang Krawietz und Tecau ein Minibreak mehr als dem Duo Auger-Aliassime/Hurkacz bis zum 7:4. Eng ging es auch im zweiten Durchgang zu, in dem das einzige Break im gesamten Match zum 6:4 schließlich den Ausschlag gab – über Spiel, Satz und Turniersieg.