Daumen hoch von Arthur Rinderknech für seinen Titelgewinn beim ATP-Challenger in Calgary. © ATP Challenger Calgary

 

Karrierehoch für Arthur Rinderknech

Mit seinem zweiten ATP-Challenger-Triumph in 2020 hat der für den ostwestfälischen Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager spielende Arthur Rinderknech seine Karrierehoch erreicht. Der 24-jährige Tennisprofi gewann am 01. März in der kosmopolitischen Millionenmetropole von Calgary das mit 81.240 US-Dollar Preisgeld dotierte ATP-Challenger gegen den US-Amerikaner Maxime Cressy (ATP 191) mit 3:6, 7:67(5), 6:4. Neben einer stattlichen Siegprämie von 10.800 US-Dollar strich er sich 90 Weltranglistenpunkte ein und in der aktuellen ATP-Weltrangliste ist er auf einem Karrierehoch von Position 160 notiert. Im Doppel von Calgary trat Arthur Rinderknech mit seinem Landsmann und Teamkollegen Manuel Guinard an und schieden im Halbfinale mit einer 1:6, 7:6(4), 7:10 Niederlage gegen die beiden US-Amerikaner Nathan Pasha/Max Schnur aus. Die wiederum holten sich später die Turniertrophäe. Im Einzel war das Dabeisein von Manuel Guinard (ATP 299) nur von kurzer Dauer. Nach einem Freilos in der ersten Runde gab es danach eine Tiebreak-Niederlage in drei Sätzen gegen den 28-jährigen Tobias Simon (ATP 441) vom Ex-Bundesligisten TV Reutlingen.

 

Davis-Cup-Nominierungen

In dieser Woche steht weltweit der Davis Cup im Fokus des Tennissports. So trifft unter anderem die deutsche Tennis-Nationalmannschaft am 06./07. März mit unter anderem dem Sauerländer Jan-Lennard Struff (Kurhaus Lambertz Aachen) in Düsseldorf auf Weißrussland. Bei einem Sieg wär das Team für das Finale vom 23. bis 29. November in Madrid qualifiziert. Dahin wollen auch drei Tennis-Bundesliga-Profis des Team Hämmerling TuS Sennelager, die von den jeweiligen Teamchefs ihres Landes für die Nationalmannschaft berufen worden sind. Im Bratislava treffen die Slovakei und Tschechien aufeinander. Teamchef Dominik Hrbaty hat als Gastgeber die Profis des Team Hämmerling TuS Sennelager, Norbert Gambos (ATP 103) und Jozef Kovalik (ATP 120), nominiert. Für Tschechien berief Jaroslav Navratil den talentierten 18-jährigen Jonas Forejtek (ATP 479) ins Aufgebot. Ebenfalls im Davis Cup-Aufgebot steht Sumit Nagal für Indien.

Presseinfo 04 vom 23. Februar 2020

Tennis-Turnierwoche 17. bis 23. Februar 2020

David Pel mit Sander Arends siegreich im Doppel
Seit drei Jahren findend ein mit 46.600 Euro Preisgeld dotiertes ATP-Challenger in Koblenz statt und es ist mit rund 10.000 Zuschauern während der Woche das bestbesuchte Turniere hierzulande. Und für David Pel vom Team Hämmerling TuS Sennelager zudem ein Erfolgreiches. Mit seinem niederländischen Partner Sander Arends ging das Duo topgesetzt in die Doppelkonkurrenz und sie bestätigten am Sonntag (23. Februar) ihre Favoritenrolle. Im Finale trafen sie auf die beiden Deutschen Julian Lenz/Yannik Maden (Grün-Weiss Mannheim/Waldau Stuttgart) und mit einem knappen 7:6(4), 7:6(3) buchten sie ihren ersten Titelgewinn der Saison 2020. In der Vorschlussrunde besiegten Arends/Pel mit 3:6, 6:3, 10:7 das Gespann Andre Begemann/Florin Merga (Deutschland/Rumänien) und das geschlagene finale Duo kam im Halbfinale zu einem 5:7, 7:5, 10:5-Sieg gegen Ruben Bemelsman/Daniel Masur (Belgien/Tennispark Versmold).

Der für Team Hämmerling TuS Sennelager spielende Niederländer David Pel (links) gewann mit seinem Landsmann Sander Arends das ATP-Challenger-Doppelturnier in Koblenz. © ATP-Challenger Koblenz

Rinderknech erfolgreich mit Guinard

Der Franzose Arthur Rinderknech (ATP 239) von der Tennis-Bundesliga-Mannschaft Team Hämmerling TuS Sennelager konnte an diesem Wochenende (23. Februar) im kanadischen Drummondville sportlich gefallen. Auch wenn es nicht zum Titelgewinn im Einzel gereicht hat, spielte sich der 24-Jährige bis ins Finale des ATP-Challengers (54.160 US-Dollar Preisgeld) vor. Hier musste er sich dem US-Amerikaner Maxime Cressy (ATP 252), in Paris geboren und in Los Angeles lebend, mit 6:7(4), 6:4, 6:4 geschlagen geben. Gleichwohl konnte der ostwestfälische Bundesligaprofi Arthur Rinderknech einen Titelgewinn verzeichnen, denn bereits einen Tag zuvor gab es mit seinem Teamkollegen Manuel Guinard den Turniersieg im Doppel. Das französische Duo besiegte im Finale Roberto Cid Subervi/Goncalo Oliveira (Dominikanische Republik/Portugal) denkbar knapp mit 7:6(4), 7:6(3)

Kurz notiert
Jonas Forejtek: In bester sportlicher Verfassung präsentiert sich derzeit Jonas Forejtek (ATP 477), der erstmals in der 1. Tennis-Bundesliga für das Team Hämmerling TuS Sennelager aufschlagen wird. Im türkischen Antalya fand in dieser Woche ein mit 15.000 US-Dollar Preisgeld dotiertes ITF-Turnier statt und der 18-Jährige holte sich seinen ersten Turniersieg der Saison. Ohne Satzverlust bestritt er seine Partien und auch im Endspiel war der zwei Jahre ältere Spanier Nikolas Sanzecz Izquierdo (ATP 375) bei seiner 4:6, 3:6 Niederlage ohne Siegchance.

Zu seinem ersten saisonalen ITF-Turniersieg kam der 18-jährige Jonas Forejtek vom Team Hämmerling TuS Sennelager im türkischen Antalya. © Thomas Schulte

Jan Zielinski: Beim ITF-Turnier (25.000 US-Dollar Preisgeld) im britischen Barnstaple unterlag Jan Zielinski (Team Hämmerling TuS Sennelager) im Einzel seinem polnischen  Landsmann Kacper Zuk im Viertelfinale in drei Sätzen. Zusammen waren sie allerdings nicht zu bezwingen und erreichten ohne Satzverlust das Finale. Hier kamen sie zu einem 6:3, 7:6(5) Erfolg gegen die topgesetzten Briten Even Hoyt/Luke Johnson.

Presseinfo 03 vom 03. Februar 2020

Hochtalentierter 18-jähriger Junior Jonas Forejtek der erste Neuzugang

Sennelager. Zuletzt beeindruckte der 18-jährige Jonas Forejtek ATP 528) beim mit 25.000 US-Dollar Preisgeld dotierten ITF-Turnier im baden-württembergischen Nussloch – zehn Kilometer südlich von Heidelberg – sowohl die Zuschauer als auch den 32-jährigen belgischen Turniersieger Ruben Bemelmans (ATP 260). „Dieses Finale stand auf des Messers Schneide“, sagte der auf Gent stammende 14 Jahre ältere Davis-Cup-Spieler nach seinem umkämpften Dreisatzsieg (6:7, 7:6, 6:2) und lobte seinen Kontrahenten „ihn werden wir bestimmt auf höher dotierten Turnieren wiedersehen“. Diese Prognose wird sich zweifelsohne bewahrheiten, denn der aus dem tschechischen Pilsen stammende Junioren-Weltranglisten-Erste hat in seiner noch jungen Karriere bereits internationale Titel gewinnen können. „Wir sind froh darüber, dass er sich für uns entschieden hat, denn in der Tennis-Bundesliga hatten ihn einige Clubs auf den Zettel“, so Marc Renner, Teamchef des Erstligisten Team Hämmerling TuS Sennelager, „und daher können wir im Sommer einen Tennisprofi mit großen Ambitionen präsentieren.“

Ein Blick auf die Vita des jungen Tschechen, der am 10. März 19 Jahre wird und zuletzt bei Eintracht Frankfurt gemeldet war, zeigte sein außergewöhnliches Talent auf. So triumphierte Jonas Forejtek im September 2019 bei den US Open der Junioren in New York mit einem Titelgewinn in der Einzelkonkurrenz. Zuvor war er bereits im Doppel bei den Junioren-Grand-Slams von Australien Open und Wimbledon siegreich und wurde Ende des Jahre 2019 als Nummer eins der ITF-Junioren-Weltrangliste geführt. Von daher ist es keine allzu große Überraschung, dass ihm auch außerhalb der Tenniscourts Ehrungen zu Teil wurde. So zeichnete ihn die Stadt Frankfurt am Main als >Junger Athlet des Jahres< aus und in seinem Heimatland wurde er sogar als >Sportperson des Jahres 2019< geehrt.

Bis Ende des vergangenen Jahres durfte er noch bei Junioren-Turnieren antreten, spielte allerdings auch hin und wieder auf der internationalen Erwachsenen-Tour bei den Profis. So gewann Jonas Forejtek auf der ITF-Tour einen Einzel- und zwei Doppeltitel und auf der ATP-Challenger-Tour in Liberec mit seinem Landsmann Michael Vrbensky den Doppeltitel. Diese Erfolge und sein Können veranlassten letztjährig den tschechischen Teamchef Jaroslav Navratil den Junior ins Davis-Cup-Team zu berufen. Und er wurde nicht enttäuscht. Beim 3:2-Sieg der Tschechen gegen Bosnien-Herzegowina trug er maßgeblich mit zwei Erfolgen zum Sieg der Mannschaft bei.

Dem ersten Neuzugang, zweifelsohne werden weitere folgen, wird das Team Hämmerling TuS Sennelager in der 1. Tennis-Bundesliga der Herren ein neues Gesicht haben. Sechs Tennissprofis werden, wenn am 15. März die Meldeliste des Deutschen Tennis Bundes veröffentlicht wird, bei den Ostwestfalen nicht mehr gelistet sein. „Für ihn tut es mir besonders leid“, sagt Marc Renner, „aber sportlich reicht es für die erste Liga nicht mehr“. Demzufolge ist der Rumäne Dragos Dima (0:6-Bilanz 2019) ebenso nicht mehr dabei wie der Russe Ivan Gakhov (1:4-Bilanz). Ihre Profikarriere haben der Deutsch-Brasilianer Karue Sell sowie der Pole Marcin Matkowski beendet. Philipp Scholz ist zum TC Herford gewechselt und Louis Dietze nimmt ein Studium auf und spielt fortan in der zweiten TuS-Mannschaft.

Bildzeile: Der hochtalentierte 18-jährige Junioren-Weltranglisten-Erster Jonas Forejtek ist ein interessanter Neuzugang beim Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager. © Thomas Schulte

Doppel-Turniersieg für Jan Zielinski in Nussloch

Der MLP-Cup in Nussloch, einem mit 25.000 US-Dollar Preisgeld dotiertes Herren-Turnier der ITF-World Tour, beendete Jan Zielinski (Team Hämmerling TuS Sennelager) mit einem Turniersieg in der Doppelkonkurrenz. Während der 23-jährige Pole im Einzel bereits in der Qualifikation hängen blieb, lief es im Doppel bestens. Mit seinem zwei Jahre jüngeren Landsmann Kacper Zuk startete er als Nummer zwei der Setzliste und er kam am Ende mit einem 6:3, 6:4-Sieg im Endspiel über die beiden Deutschen Johannes Härteis/Peter Heller (BASF TC Ludwigshafen/TC Amberg am Schanzl) am 26. Januar zum ersten Titelgewinn in dieser noch jungen Saison.

Tennis-Turnierwoche 27. Januar bis 02. Februar 2020

Sennelager. In der vergangenen Woche waren drei Tennisprofis vom Erstligisten Team Hämmerling TuS Sennelager beim ATP-Challenger im französischen Quimper im sportlichen Geschehen. Allerdings war das Turnier für sie in der Bretange, welches mit 46.600 Euro Preisgeld dotiert war, alles andere als erfolgreich. Während Arthur Rinderknech – der mit Datum vom 03. Februar 2020 mit Position 236 seine beste ATP-Weltranglisten-Platzierung inne hat – in der Woche zuvor noch den Challenger-Turniersieg in Rennes einheimsen konnte, musste er diesmal verletzungsbedingt im Achtelfinale beim Stande von 6:4, 2:5 gegen seinen französischen Landsmann Enzo Couacaud (ATP 196) aufgeben.
Mit einem Sieg (7:6, 7:6) gegen den Nussloch-Sieger Ruben Bemelmans (ATP 260) startete Manuel Guinard (ATP 294) in das Turniergeschehen, unterlag jedoch im Achelfinale dem Tschechen Zdenek Kolar (ATP 227) mit 5:7, 6:2, 0:6. Eine Runde weiter kam der an Nummer sechs der Setzliste platzierte Russe Alexey Vatutin (ATP 206), der sich mit einer knappen Zweisatzniederlage 6:7(2), 6:7(4) gegen den 22-jährigen Tschechen Vit Kopriva (ATP 354) im Viertelfinale aus dem Turnier verabschiedete.

Presse-Info 02 vom 26. Januar 2020
Tennis-Turnierwoche 20. bis 26. Januar 2020
Erster ATP-Challenger-Triumph für Rinderknech (Team Hämmerling TuS Sennelager)

Sennelager. Einen großartigen Start in die Tennissaison 2020 legte in dieser Woche der Tennisprofi des Erst-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager, Arthur Rinderknech (ATP 329), beim mit 46.600 Euro Preisged dotierten ATP-Challenger im französischen Rennes hin. Der 24-jährige Franzose holte sich am Sonntag (26. Februar) seinen ersten ATPChallenger- Triumph im Einzel und im Doppel kam er zudem noch bis ins Halbfinale. Im Hallenfinale auf dem blauen Hardcourt-Belag in der Hauptstadt der Bretagne in Nordwestfrankreich besiegte Arthur Rinderknech den britischen Davis-Cup-Spieler James Ward (ATP 313), der immerhin schon auf der Weltranglistenposition 89 notiert wurde, knapp aber verdient mit 7:5, 6:4.

Der Lohn seiner Bemühungen sind immerhin 6.190 Euro Preisgeld aber auch zugleich 80 Weltranglistenpunkte. Die dürften ihm erstmals auf ein ATP-Ranking um Position 240 bringen, seine bis dato beste Platzierung. Und das ist außergewöhnlich, denn innerhalb von nur sechs Monaten steigerte sich Rinderknech um rund 1.100 Weltranglistenplätze und gehört nun zu den weltbesten 240 Tennisprofis. Auf dem Weg zum Titelgewinn besiegte Arthur Rinderknech unter anderem im Achtelfinale den an Nummer neun gesetzten Essener Mats Moraing (TC Bredeney/ATP 221) mit 6:2, 6:3 und in der Vorschlussrunde schaltete der den für den Deutschen Mannschaftsmeister Grün-Weiss Mannheim spielenden 33-jährigen Tobias Kamke (ATP 248) mit 6:4, 2:6, 6:3 aus. Auch in der Doppelkonkurrenz lief es bestens für den Bundesligaprofi des TuS Sennelager. Mit seinem Teamkollegen und Landsmann Manuel Guinard (ATP 297), der eine Erstrundenniederlage mit 4:6, 3:6 gegen den 27-jährigen Antoine Escoffier (ATP 346) hinzunehmen hatte, trat Rinderknech in der Doppelkonkurrenz an. Das mit einer Wild Card ins Turnier gekommene französiche Gespann musste sich erst im Halbfinale dem routiniertzen russisch-slovakischen Duo Teymuraz Gabashvili/Lukas Lacko mit 3.6, 6:3, 9:11 geschlagen geben.

Als Nummer sechs der Setzliste ging in Rennes der ebenfalls für das Team Hämmerling spielende Russe Alexey Vatutin (ATP 207) in die Konkurrenz. Nach einem Erstrunden-Freilos und einem Zweisatzsieg (6:4, 6:4) gegen Mischa Zverev (ATP 281), der bereits die Weltranglistenplatzierung 25 inne hatte, kam das Aus im Viertelfinale mit 5:7, 3:6 gegen den 27-jährigen Franzosen Constant Lestienne (ATP 225). Im thailändischen Bangkok ging die Nummer eins des Team Hämmerling, der Franzose Antoine Hoang (ATP 118), beim mit 54.160 US-Dollar Preisgeld dotierten ATP-Challenger an den Start. Der an vier gesetzte 24-jährige Franzose hatte zunächst ein Freilos, unterlag dann aber im ersten Match des Turniers im Achtelfinale mit 0:6, 6:3, 1:6 seinem ein Jahr jüngeren Landsmann Hugo Grenier (ATP 268). Das topgesetzte niederländische Duo Robin Haase/David Pel (Kurhaus Lambertz Aachen/Team Hämmerling TuS Sennelager) schied im Viertelfinale knapp mit 7:6(4), 57, 7:10 gegen die Kasachen Andrey Golubev/Aleksandr Nedovysov (TC Raadt/Badwerk Gladbacher HTC) aus.

Für den 24-jährigen Arthur Rinderknech vom ostwestfälischen Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager war es ein grandioder Start in die Saison: Beim ATP-Challenger in Rennes stand er im Finale und mit dem Sennelager-Teamkollegen Manuel Guinard spielte er sich ins Halbfinale der Doppelkonkurrenz. © Agentur Klick

 

Mit einem 3:3-Unentschieden, nach 1:3-Rückstand aus den Einzeln, gegen den fünffachen Deutschen Mannschaftsmeister Kurhaus Lambertz Aachen feierten frenetische 1.300 Zuschauer den Klassenerhalt und wildfremde Menschen lagen sich in den Armen.

Es gibt eine Geschichte, die immer wieder gerne erzählt wird, wenn ungleiche Voraussetzungen aufeinander treffen. Die Protagonisten Asterix und Obelix lebten 50 Jahre vor Christus in einem kleinen Dörfchen in Gallien und haben sich immer wieder gegen die kriegslustigen übermächtigen Römer unter Julius Cäsar zur Wehr setzen müssen. Doch denen gelang es nie, sie zu besiegen. Doch was hat das mit der 1. Tennis-Bundesliga der Herren zu tun? Natürlich nichts! Vergleicht man allerdings den aus dem Paderborner Vorort stammenden TuS Sennelager mit seinen 80 Vereinsmitgliedern mit den Übrigen Clubs in der Eliteliga des nationalen Mannschaftstennissports, so kann einem dieser Vergleich schon in den Sinn kommen. Nach sieben Aufstiegen in Folge befand sich der sportliche Nobody als Team Hämmerling TuS Sennelager dann plötzlich in der 1. Tennis-Point Bundesliga und trat die sportliche Herausforderung an.

Sennelager Festspiele: Freibier für alle

Den 10. August 2019 werden sich nun so manche Tennis-Teammanager im Kalender rot anstreichen müssen, denn an diesem 8. Spieltag vollzog sich eine faustdicke ostwestfälische Überraschungs-Story. Mit einem 3:3-Unentschieden, nach 1:3-Rückstand aus den Einzeln, feierten 1.300 Zuschauer frenetisch den Klassenerhalt und wildfremde Menschen lagen sich in den Armen. Als dann auch noch Matthias Wittig (1. Abteilungsvorsitzender TuS Sennelager) die Parole >Freibier ausrief, begannen die >Sennelager Festspiele< auf der Anlage beim Paderborner TC Blau-Rot. „Es ist für Außenstehende sicherlich schwerlich nachzuvollziehen, was wir erreicht haben“, so Ralf Hämmerling, „doch wir, die für die Mannschaft verantwortlich sind, haben immer an die Realisierung unsers Traums vom Klassenerhalt geglaubt. Wir waren überzeugt, dass wir mit unserer Mentalität dass schaffen werden, denn ansonsten hätten wir den Aufstieg ja nicht annehmen müssen.“

Zittern bis zuletzt

Allerdings schien an diesem Samstag das Duell gegen die Kaiserstädter alles wieder unwirklich werden zu lassen. Lediglich der 25-jährige Norbert Gombos (ATP 118) konnte sein Einzel gegen den zuletzt im schweizerischen Gstaad mit der Finalteilnahme so erfolgreichen Cedrik-Marcel Stebe (ATP 258) in drei Sätzen gewinnen. Ansonsten verlor Frederico Ferreira Silva (ATP 277) glatt in zwei Durchgängen gegen Carlos Taberner (ATP 347), Ivan Gakhov (ATP 341) vergab zwei Matchbälle gegen Martin Cuevas (ATP 400), und Arthur Rinderknech (ATP 319) hielt gegen den deutschen Davis-Cup-Spieler Tim Pütz (ATP-Doppel 65) bestens mit, aber der Gewinn der Match-Tiebreaks entschied das Duell zugunsten des gebürtigen Frankfurters.

Und immer wieder stechen die Doppel

Doch Sennelager hat exzellente Doppelspieler und Taktikfuchs Marius Kur schickte das französische Duo Arthur Rinderknech/Manuel Guinard und die polnisch-niederländische Paarung Jan Zielinski/David Pel auf die Courts. Als die beiden Franzosen in einem unglaublichen Match die Zuschauer in einem emotionalen Begeisterungszustand versetzte, die Partie mit 7:5, 6:4 gegen Cuevas/Pütz gewann, forderte der 24-jährige Rinderknech die Zuschauer gestenreich auf, mit ihnen zur nebenan noch laufenden Begegnung Zielinski/Pel gegen Taberner/Langer mitzukommen. Als auch hier mit lautstarker Unterstützung des Publikums diese Partie mit 7:6(4), 6:2 zu Gunsten der Hausherren entschieden wurde, stand ein Punktgewinn für den Ligadebütanten fest.

Zum Saisonabschluss nach Köln

„Das reicht uns aber nicht“, so ein stets zurückhaltende Marc Renner und meinte, „denn Weinheim holte noch einen Punkt in Düsseldorf und mir müssen Sonntag nach Köln.“ So das Abstiegsszenario des Teamchefs um 18.22 Uhr, doch zwei Minuten später lautstarker Jubel rund um den Court. Via Liveticker wurde das Duell der Kurpfälzer in der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt verfolgt und zwei Minuten später stand mit dem 4:2-Sieg des Irmler-Teams die sportliche Zukunft der Ostwestfalen fest: Team Hämmerling TuS Sennelager spielt in der Saison 2020 in der 1. Tennis-Point-Bundesliga und die Klassenverbleibs-Fete auf der Anlage an der Hermann-Kirchhoff-Straße nahm seinen Lauf.

Großer Jubel beim ostwestfälischen Neuling Team Hämmerling TuS Sennelager über den Ligaverbleib in der 1. Tennis-Point Bundesliga. © Agentur Klick

Den Klassenerhalt des Team Hämmerling TuS Sennelager bewerkstelligten (stehend von links) Frederico Ferreira Silva, Ivan Gakhov, Philipp Scholz, David Pel, Norbert Gombos, Arthur Rinderknech, Jonas Kell (Physiotherapeut), Marius Kur (Coach) sowie (kniend von links) Louis Dietze, Julius Hillmann, Carlos Ramierz Uttermann, Manuel Guinard, Dragos Dima, Jan Zielinski, Marcin Matkowski und Teamchef Marc Renner. Im Kreis von links oben: Antoine Hoang, Alexey Vatutin und Jozef Kovalik. © Agentur Klick

Samstag kommt Kurhaus Lambertz Aachen • Sonntag zum Kölner THC Stadion Rot-Weiss Publikumsunterstützung nötig • Ziel ist 1000 plus • Paderborns Spitzen-Squasher sind dabei

Paderborn. Es ist ein Finish und wer letztlich ins Ziel kommt bzw. unmittelbar davor ins Straucheln gerät, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Am bevorstehenden Wochenende in der 1. Tennis-Point-Bundesliga der Herren steht ein Doppelspieltag am Samstag und am Sonntag an. Das Einzige was nach sieben Spieltagen feststeht, ist der erste von zwei Absteigern: Tabellenletzter Blau-Weiß Aachen. Gesucht wird die zweite Mannschaft, die die Kaiserstädter in die zweite Liga begleiten muss. Und wer wird Deutscher Mannschaftsmeister 2019? Diese Frage dürfte noch am ehesten entschieden sein, denn die mit 12:2 Punkten führenden Mannschaften spielen am Samstag gegeneinander. Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld muss zum Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim und der Sieger dieser Auseinandersetzung wird aller Voraussicht nach der nächste nationale Champion sein.
Bereits sieben Mal trugen sich die Kurpfälzer, die auf ihrer Anlage am Neckarplatt zum samstäglichen Duell mit einem Besucheransturm rechnen können, in die Siegerliste ein. Der HTC Blau-Weiss Krefeld, im Jahr 1923 am dortigen Stadtwald gegründet, hat bis dato lediglich zweimal den Deutschen Meistertitel bei den Senioren (1978/1985) gewonnen. Mit den Herren, die bereits im Gründungsjahr der Bundesliga 1972 dabei waren, bisher Fehlanzeige. Dies soll sich nun ändern. Mit dem neuen Haupt- und Namenssponsor, dem Finanzdienstleister Timberland Finance, ist ein dreijähriges Projekt geplant. Natürlich ist das Ziel des finanziellen Engagements der Gewinn des Titels. Dass dies bereits am Ende der laufenden 48. Bundesliga-Saison erreicht werden kann, kommt zweifelsohne überraschend und zudem recht schnell!
Während an der Tabellenspitze zwei Teams das Rennen unter sich ausmachen, ist die Findung nach dem zweiten Absteiger offen und extrem spannend. Bundesliga-Spielleiter Oliver Weber hat für die Zielgerade Spielpaarungen parat, in die gleich fünf von zehn Mannschaften verwickelt sind. Das beginnt mit dem Tabellensechsten Team Hämmerling TuS Sennelager (6:8 Punkte), gefolgt von beiden punktgleichen Teams TC Großhesselohe und fläsh TC Weinheim (beide 5:9) auf den Rängen sieben und acht. Mit einem Punkt weniger auf dem Konto liegt dahinter der Kölner THC Stadion Rot-Weiss (4:10). Ohne Punktgewinn mit 0:14 Zählen sind die Aachener Tabellenzehnter.
In einer gefühlten komfortablen Situation befinden sich die Paderborner, die in ihrem vierten und letzten Heimspiel am Samstag (Beginn 11.00 Uhr) den zweiten Aachener Bundesligaclub >Kurhaus Lambertz< empfangen. Ein Verein mit großer Tennistradition, die als Lawn Tennisklub im Jahr 1890 begann. Der ging später in TK Kurhaus – der Name bezog sich auf die damaligen Kureinrichtungen an der Monheimsallee, wo sie auch heute noch beheimatet sind – auf. Maßgeblich hat in den sechziger Jahren Hermann Bühlbecker den Tennisklub geprägt, der als Präsident 1968 das Clubhaus gebaut hat. Diese Tennisleidenschaft hat sich auf seinen heute 69-jährigen Sohn Dr. Hermann Bühlbecker übertragen. Der wiederum ist Alleingesellschafter der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG und die Lambertz-Gruppe ist der führende deutsche Hersteller für Backwaren und zugleich Weltmarktführer für Weihnachtsgebäck. Ob die Gäste für den ostwestfälischen Aufsteiger Geschenke dabei haben, ist eher unwahrscheinlich.
Das Lambertz-Team spielt seit 2004 in der ersten Tennis-Bundesliga und sie gewannen in den Jahren 2008/2009 sowie 2011 bis 2013 fünfmal die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Zudem haben sie sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell immer klangvolle Spielernamen parat, die die Erfolge ermöglichen. So gehörte früher unter anderem Philipp Kohlschreiber ebenso dazu, wie aktuell der Spanier Roberto Bautista-Agut (ATP 13), Jan-Lennard Struff (ATP 35) und Pablo Cuevas (ATP 49). Von diesem Trio wird aber niemand auf der Anlage des Paderborner TC Blau-Rot aufschlagen, denn die haben sich bereits im Hinblick auf die US Open zu ihren Vorbereitungsturnieren nach Kanada bzw. USA aufgemacht. Gleichwohl ist das was Teamchef Alexander Legsding aufbieten kann, so spielstark, dass abermals die Ostwestfalen als Außenseiter anzusehen sind. So könnte der belgische Davis Cup-Spieler Steve Darcis (ATP 195), war bereits die Nummer 38 der Welt, das Team mit dem Deutschen Cedrik-Marcel Stebe (ATP 258), Filippo Baldi (ATP 145), Carlos Taberner (ATP 347), Martin Cuevas (ATP 400) sowie dem Davis-Cup-Spieler Tim Pütz (ATP-Doppel 65) und Nils Langer anführen. Wer letztlich aufschlagen wird, entscheidet sich in den nächsten 48 Stunden, denn sie sind allesamt noch in Turnieren involviert.
Dass sich die >Hämmerlinger< auch vor etablierten Namen nicht verstecken müssen und ihnen davor auch nicht bange ist, haben sie eindrucksvoll bewiesen. Sechs Punkte auf der Habenseite, vor Saisonbeginn hat man ihnen sozusagen keine Chancen eingeräumt, sind der Beweis für couragiertes Auftreten. „Wir glauben immer an unsere Chancen“, so Namensgeber Ralf Hämmerling, „und da wir ganz dicht vor der Realisierung unseres Traums stehen, den Klassenerhalt zu ermöglichen, müssen wir Samstag noch einmal alles mobilisieren.“ Dabei hat der Paderborner Unternehmer nicht nur seine Tennisprofis im Blick, gemeint sind auch die Besucher: „1000 plus“, ist das Ziel, „denn wenn wir weiterhin Tennisspitzensport in Paderborn haben wollen, benötigen wir die entsprechende Unterstützung unserer Zuschauer.“ Bei den bisherigen Begegnungen war diese Besucherzahl stets gegeben und mit verschiedenen Aktionen der Medien, des Vereins bzw. der Sponsoren sollen die Ziele erreicht werden: Klassenerhalt sowie 1000 Zuschauer und mehr!
Unterstützung bekommt das Team Hämmerling TuS Sennelager am Samstag vom renommierten Paderborner Squash Club, der mit 15 Titeln Deutscher Rekordmeister ist. „Paderborn ist eine Sportstadt und dass dies so bleibt, unterstützen wir als Verein mit unseren Sportlern auch die anderen Sportarten. Wir stehen zusammen und wir zeigen das auch in der Öffentlichkeit“, so Geschäftsführerin Anna Wedegärtner, die mit ihre prominenten Squashern Simon Rösner, Nicolas Müller, Lennart Osthoff, Lucas Wirths und Cederic Lens bei der entscheidenden Bundesliga-Partie auf der Anlage an der Hermann-Kirchhoff-Straße dabei sein wird. Die sportliche Herausforderung wollen Teamchef Marc Renner und Coach Marius Kur mit einer spielstarken Formation bestehen und demzufolge werden um 11.00 Uhr bei der Mannschaftspräsentation auf der roten Asche des Centre Courts Frederico Ferreira Silva (ATP 277), Dragos Dima (ATP 353), Ivan Gakhov (ATP 222), Arthur Rinderknech (ATP 319), Jan Zielinski, David Pel, Philipp Scholz und der frühere Doppel-Weltranglisten-Siebte Marcin Matkowski stehen.
Zweifelsohne werden die Zuschauer ihren Blick auf die Partien auf der Blau-Rot-Anlage richten, aber genauso interessiert werden sie die übrigen Spielansetzungen im Tabellenkeller verfolgen. So muss der aufgestiegene Südmeister TC Großhesselohe zum Absteiger Blau-Weiß Aachen reisen und fläsh TC Weinheim ist Gastgeber für Badwerk Gladbacher HTC. Und die Kölner Domstädter, zu denen müssen die Paderborner am Sonntag reisen, wollen beim benachbarten Rivalen Allpresan Rochusclub Düsseldorf die Punkte gegen den Abstieg holen.

Einschwören auf das Ziel Klassenerhalt beim Team Hämmerling TuS Sennelager vor den letzten Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga mit (von links) Dragos Dima, Marius Kur (Coach), Julius Hillmann, Marc Renner (Teamchef), Jan Zielinski, Frederico Ferreira Silva undPhysiotherapeut Sascha Naerger.© Agentur Klick

Die ostwestfälischen Duos Hoang/Rinderknech & Kovalik/Pel holen das Unentschieden

Großhesselohe. Was dieses 3:3 und der damit verbundene Punktgewinn beim TC Großhesselohe wert sein kann, wird man voraussichtlich erst am kommenden Sonntag – nach dem letzten Spieltag – abschätzen können. Aktuell bedeutet er zumindest, dass das Team Hämmerling TuS Sennelager weiterhin mit einem Zähler Vorsprung vor dem ebenfalls letztjährig aufgestiegenen bayerischen Südmeister in der Tabelle liegt. Zahlenmäßig heißt das, die Ostwestfalen bleiben mit einem 6:8-Punktekonto vor dem heutigen Gastgeber mit 5:9 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Allerdings geht es sehr eng im Tabellenkeller zu, denn fläsh TC Weinheim hat überraschenderweis mit 4:2 beim Kölner THC Stadion Rot-Weiss gewonnen und ebenfalls einen Punktestand von 5:9. Die Kurpfälzer sind somit Tabellen-Achter. Durch die Niederlage sind die Domstädter (4:10 Punkte) nun auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und Tabellenletzter ist weiterhin Blau-Weiß Aachen. Die schlugen sich zwar achtbar auf eigener Anlage gegen den Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld, hatten nach den Einzeln ein 2:2, unterlagen aber letztlich mit 2:4 und tragen mit 0:14 Punkten weiterhin Schlusslicht der Tabelle.

Das verdiente Unentschieden des Teams Hämmerling TuS Sennelager geht auf die großartige Leistung der beiden ostwestfälischen Duos Antoine Hoang/Arthur Rinderknech und Jozef Kovalik/David Pel zurück, wobei – ohne die Leistungen der jeweiligen Partner zu schmälern – die Verlierer der Einzelpartien unbedingt alles wieder gut machen wollten. Die Resultats-Verbesserung gelang am schnellsten der slowakisch-niederländischen Paarung, wobei ein ausgeruhter David Pel mit seinen fast 2,0 Metern der führende Akteur war. Ihr 7:6(5), 6:4-Erfolg gegen MatthiasBachinger/Lucas Miedler ließ Hoffnungen aufkommen, doch noch etwas Zählbares aus München mitzunehmen. Generell ist festzuhalten, das spielerische Niveau in den beiden Doppelpartien war enorm hoch und einmal mehr bewiesen die Renner-Teams an diesem Tage ihre Erstligatauglichkeit.

Zum gezeigten Können gesellte sich auch noch ungeheure Spannung, denn der Doppelsieg der beiden im ersten Doppel aufgestellten Sennelager-Franzosen war nach zwei Sätzen greifbar nahe. 6:4, 5:4 und eigener Aufschlag, was sollte da noch schief gehen? In diesem zweiten Satz alles, denn trotz der drei Matchbälle kam es zum Satzausgleich. Mehr aber auch nicht. Das Sennelager-Gespann zeigte Moral und Siegeswillen und der letztlich verdiente 6:4, 5:7, 10:5-Sieg sorgte für große Freunde bei den Ostwestfalen. „Vor der Saison haben wir mit zwei Punkten gerechnet“, so ein strahlender 24-jähriger Rinderknech, „jetzt haben wir bereits sechs. Das ist unglaublich.“ Am Ende des Tages gab sich auch Teamchef Marc Renner wieder versöhnlich: „Unsere Einzel waren nicht gut, dass muss man kritisch anmerken. Was sie aber im Doppel gezeigt haben, ist nur mit großartig zu beschreiben.“

 Auch wenn im Vorfeld der Partie über die Formation der Gastgeber ein Mantel des Schweigens gelegt wurde, lediglich den Namen Florian Mayer hatten die Münchner gelüftet, gab es bei der Abgabe der Mannschaftsaufstellung um 10.30 Uhr am Sonntagvormittag auf Seiten der Hausherren keine Überraschung. „Damit haben wir gerechnet“, sagt Marc Renner, der seine vermeintlich beste Formation aufgeboten hatte: „Mehr geht personell bei uns nicht.“ Namentlich ist dem Teamchef beizupflichten, sportlich reichte es aber zunächst nicht. Nach etwas mehr als drei Stunden Spielzeit lagen die Ostwestfalen nach den vier Einzeln mit 1:3 im Hintertreffen.

Dabei begann die Auseinandersetzung beim Mitaufsteiger aus Sicht des Teams Hämmerling recht zuversichtlich, denn nach den ersten beiden Einzeln stand es zwischenzeitlich 1:1. Der 25-jährige Österreicher Dennis Novak (ATP 119) gewann ebenso verdient seine Partie mit 6:1, 6:4 gegen an den an Nummer eins spielenden Slowaken Jozef Kovalik (ATP 326), wie im parallel laufenden Match der für Sennelager angetretene Russe Alexey Vatutin (ATP 199). Der aus Wolgograd stammende 26-Jährige siegte überzeugend mit 6:1, 6:4 gegen den aus der Steiermark stammenden Sebastian >Ofi< Ofner (ATP 167).

Damit war aber das Kontingent der TuS-Siege ausgeschöpft, obwohl sicherlich mehr drin gewesen wäre. Sennelagers an Nummer vier eingesetzter Franzose Manuel Guinard (ATP 332) traf auf den deutschen Altmeister Florian Mayer, der im vergangenen Jahr seine internationale Karriere beendet hat. Der heute 35 jährige Bayreuther, auf dem Zenit seiner sportlichen Laufbahn die Nummer 18 der Welt, verlor zwar den ersten Satz gegen seinen 13 Jahre jüngeren Kontrahenten, aber auch nur den. Routine und Erfahrung kann Guinard in dem Alter nicht haben, aber davon hat der Gerry-Weber-Open-Sieger des Jahres 2016 unglaublich viel. In seiner ihm unnachahmlichen Ruhe beeindruckte ihn der Satzverlust in keiner Phase und je länger das Match andauerte, umso leichter kam Mayer zu Punkten. Allerdings weiß man nicht wie letztlich das Duell ausgegangen wäre, denn im ersten Satz beim 3:3 – bis dahin spielte Guinard sein wohl bestes Tennis – knickt er mit dem rechten Fuß um. Folglich war er, wenn auch nicht sichtbar, spielerisch gehandicapt und fand nicht mehr in sein Match zurück. Die 6:4, 1:6, 3:10-Niederlage war folge dessen das Resultat.

Für den zweiten Franzosen im Aufgebot des TuS Sennelager, Antoine Hoang (ATP 109), verlief das Duell anders herum. Der 23-jährige Tennisprofi aus der südfranzösischen Stadt Aix-en-Provence, der mit seiner ATP-Platzierung an den Top 100 der Welt sein derzeit bestes Ranking hat, traf auf den neun Jahre älteren Matthias Bachinger (ATP 125). Der gebürtige Münchner, schon einmal als Nummer 85 der Welt notiert, gewann recht schnell den ersten Satz. In dieser Phase war Hoang anzumerken, dass er bereits auf Hardcourt trainiert und sich so auf seine US-Turnierreise in die Staaten vorbereitet. Seine jetzige Umstellung auf Asche dauerte so seine Zeit, was dann aber im Verlaufe der Partie mit dem Gewinn des zweiten Durchganges zählbar wurde. Doch so ganz fand Antoine Hoang seinen Spielrhythmus nicht. Hinzu kam sein schlechtes Aufschlagspiel und zahlreiche ungenutzte Breakchancen, so dass am Ende – nach drei abgewehrten Matchbällen – der Münchner doch noch zu einem 6:2, 2:6, 12:10-Dreisatzsieg kam.

Das Hämmerling-Duo David Pel (links) und Jozef Kovalik hatte mit einem Zweisatzsieg maßgeblichen Anteil am Unentschieden der Ostwestfalen beim TC Großhesselohe.
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Arthur Rinderknech noch ungeschlagen • Erstmals in der Saison ein Nichtabstiegsplatz
Aachen. In der niederländischen Provinz Limburg liegt die knapp 10.000 Einwohner zählende Gemeinde Vaals, knapp acht Kilometer von Aachen entfernt, und dieses Städtchen wird künftig in der Vereinsgeschichte des TuS Sennelager einen festen Platz haben. Am 26. Juli kam das Team Hämmerling um 22.48 Uhr als Debütant der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren mit einem 5:1 gegen den Mitaufsteiger Blau-Weiß Aachen zum ersten Erfolg in dieser neuen Liga. Und warum in Vaals? Mehrere Regenunterbrechungen verzögerten tagsüber den gesamten Ablauf der Begegnung bei Blau-Weiß Aachen und so mussten letztlich die zweiten Sätzen in den beiden Doppelbegegnungen im benachbarten Niederlande zu Ende gespielt werden.
Beim Standortwechsel hatte das französische Sennelager-Duo Arthur Rinderknech/Manuel Guinard mit 6:3 den ersten Satz gewonnen, lag dann aber 1:3 zurück. Auch das zweite Hämmerling-Gespann Jozef Kovalik/Jan Zielinski hatte im Tiebreak mit 7:6(5) den ersten Satz gewonnen. Zwar gaben die Franzosen den zweiten Durchgang gegen de Bakker/Gigounon ab, doch im vierten Champions Tiebreak des Tages – drei davon buchten siegreich die Ostwestfalen – war ihr 6:3, 3:6, 10:8 Erfolg der vierte Punktegewinn und damit das Duell zu Gunsten der Paderborn entschieden. Wenige Minuten danach war dann auch Kovalik/Zielinski am Ziel. Sie sorgten mit ihrem Zweisatzsieg für einen phantastischen Erfolg und erstmals in dieser Saison steht Team Hämmerling TuS Sennelager mit 3:7 Punkten auf dem achten und einem Nichtabstiegsplatz in der Tabelle.
„Das wäre geschafft“, so TuS-Teamchef Marc Renner, „jetzt können wir ein wenig entspannter die nächsten Aufgaben angehen. Es fühlt sich großartig an, aber alle sind ganz schön platt.“ Während unisono alle >Hämmerlinger< das breite Strahlen im Gesicht hatten, freute sich Arthur Rinderknecht noch einen Deut mehr. Zum einen beging er am vergangenen Montag seinen 24. Geburtstag und die Mannschaft hat ihn am Freitag beim Frühstück mit einem Geschenk überrascht, was ihn wiederum noch mehr motivierte und er hat sich nun eine makellose 4:0-Bilanz erspielt. Er ist zweifelsohne der Motivator und sorgt mit seinen Siegen für die nötigen Glücksmomente im Team. Respekt, Monsieur Rinderknech!
Dagegen erwischte an diesem fünften Spieltag Sennelagers nächster Gegner fläsh TC Weinheim einen rabenschwarzen Tag. Sie kassierten beim derzeitigen Tabellenzweiten BW Timberland Finance Krefeld mit 1:5 eine deutliche Niederlage, die bereits nach den Einzeln mit 0:4 feststand. Überraschenderweise konnte das Doppel Moritz Baumann/Jonas Lütjen gegen die beiden italienischen Spitzenspieler Stefano Travaglia/Alessandro Giannessi in zwei Sätzen gewinnen und so den Ehrenpunkt für die Kurpfälzer buchen. Ansonsten gab es Einzelniederlagen für Andrea Arnaboldi (ATP 218/Italien), Luca Vanni (ATP 246/Italien), Sadio Doumbia (ATP 375/Frankreich) und für den 30-jährigen Deutschen Frank Wintermantel. Ob am Sonntag im Heimspiel gegen Team Hämmerling TuS Sennelager auf Seiten der Weinheimer personell aufgerüstet wird, ist nicht bekannt. Aber auszugehen ist davon, zumal der Gastgeber nach der Niederlage vom Freitag auch nur ein 3:7-Punktekonto hat und auf einem Abstiegsplatz abgerutscht ist.
Keinen geregelten Ablauf kam in der ersten Einzelrunde zustande, denn Regen und Gewitter sorgten für zwei längere Unterbrechungen. Sie betrafen vor allem die Partien zwischen Germaine Gigounon und Alexey Vatutin bzw. Yannik Reuter und Manuel Guinard. Möglicherweise brachten diese Spielpausen auch die Konzentration des 26-jährigen Vatutin (ATP 201) aus dem Rhythmus, denn eigentlich stellte ihn sein vier Jahre älterer belgischer Kontrahent Gigounon vor keine allzu große Herausforderungen. In beiden Sätzen war stets eine 4:0-Führung möglich, doch im „Spiel der verpassten Chancen“ (so Teamchef Marc Renner) machte der in Barcelona lebende Russe eine Reihe leichter Fehler. Irgendwie fand er aber doch noch zum jeweiligen Satzende zu seiner spielerischen Linie zurück und mit einem 6:4, 7:5 Sieg erspielten sich die Paderborner die 1:0 Matchführung im Duell der Kellerkinder.
Wesentlich länger dauerte die Auseinandersetzung der an Nummer vier gesetzten Akteure, Yannik Reuter gegen Manuel Guinard (ATP 339), zumal sich beide in der Spielanlage sehr ähneln. Lange und flache Ballwechsel von der Grundlinie gespielt, die Plätze waren zudem auf Grund des Regens relativ weich, ließen keinen Netzangriffe zu und so wurde dieses Duell ein Nervenspiel. Es war demzufolge auch nicht verwunderlich, dass nach dem Satzgewinn des 23-jährigen Guinard, es im zweiten Durchgang zum Satzausgleich kam. So ging es in den Champions Tiebreak und in diesem hielt der fünf Jahre ältere Belgier Reuter, der vor Jahren zu den besten 200 der Welt zu zählen war, recht ordentlich mit. Doch es reichte nicht: der 7:6(4), 2:6, 10:7 Dreisatzsieg des erstmals eingesetzten Franzosen sorgte beim ostwestfälischen Liganeuling für eine 2:0-Führung. Dieses bis dato für das Team Hämmerling TuS Sennelager unbekannte und erstmals erlebte Zwischenresultat sollte möglichweise durch ihre Nummer eins, Jozef Kovalik (ATP 186), gegen Thiemo de Bakker (ATP 338) ausgebaut werden.
Allerdings weiß man den 30-jährigen Niederländer nie so richtig einzuschätzen. Die ehemalige Nummer 40 der Weltrangliste kann großes Tennis spielen und in einem Match auch völlig daneben liegen. So begann die Aachener Nummer eins dann auch mal wieder recht spielstark und mit seiner dominierenden Spielweise gewann er den ersten Satz. Allerdings wurde Sennelagers 26-jähriger Slowake mit zunehmender Spieldauer besser und gestaltete den zweiten Satz siegreich für sich. Er war demzufolge auf dem besten Weg sein Team mit 3:0 nach vorne zu bringen, denn eine 7:4 Führung im Champions Tiebreak ließ diese Hoffnung aufkommen. Doch in dieser Phase servierte der aus Den Haag stammende niederländische Davis-Cup-Spieler fast fehlerfrei und sorgte mit einem 6:3, 3:6, 10:8 Sieg für den Anschlusspunkt.
Gottlob hat aber das Renner-Team einen Arthur Rinderknech (ATP 356) in seinen Reihen, der gegen den erstmals aufgebotenen belgischen Aachener Clement Geens souverän das Duell begann. Der 6:2-Satzgewinn stellte auch die Überlegenheit in Zahlen dar, doch die Partie kippte zu Gunsten des 23-Jährigen. Der aus der berühmten Stadt Waterloo stammende Tennisprofi wusste nun seine Breakchancen zu nutzen und der 24-jährige Franzose hatte mit 3:6 den Ausgleich hinzunehmen. Doch dies beeindruckte den sympathischen Sennelager Profi keineswegs und sein glatter Erfolg im Champions Tiebreak brachte ihm mit 6:2, 3:6, 10:4 seinen dritten Sieg im dritten Einsatz ein und ließ beim 3:1-Zwischenresultat zarte Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg in der 1. Tennis-Point-Bundesliga aufkommen. „Die haben aber starke Doppel“, argwöhnte dagegen Marc Renner, was letztlich auch stimmte, aber seine Formationen waren an diesem späten Freitagabend einfach besser.
Ungeschlagen ist der 24-jährige Franzose Arthur Rinderknech noch in der 1. Tennis-Point-Bundesliga und hat für das Team Hämmerling TuS Sennelager eine makellose 4:0-Bilanz erspielt und führte die Mannschaft am fünften Spieltag auf einen Nichtabstiegsplatz. © Agentur Klick
Nach dem Sieg am Freitag in Aachen folgt der nächste Paukenschlag mit 4:2 in Weinheim
Weinheim. Ohne den selbsternannten Experten und Fachleuten zu nahe treten zu wollen, mit diesen Paukenschlägen war in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren nicht zu rechnen. Dass sich Teams wie der Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim, BW Timberland Finance Krefeld oder Badwerk Gladbacher HTC an der Tabellenspitze behaupten würde, daran zweifelte niemand. Dass aber ein Nobody des nationalen Mannschaftssports sich in die positiven Schlagzeilen spielen würde, war nicht zu erwarten. Im Gegenteil. Als sich das Team Hämmerling TuS Sennelager, wo ist das denn wurde immer wieder gefragt, nach seinem siebten Aufstieg in Serie plötzlich in der Eliteliga wieder fand, zog so mancher Kontrahent die Augenbrauen hoch. Na ja, ein Jahr und dann wieder tschüss. Zumal der Namens- und Hauptsponsor Ralf Hämmerling lediglich mit einem Etat von 100.000 Euro diese Vorhaben anging, dafür aber fast gebetsmühlenartig von Teamgeist sprach der alles möglich machen kann, was vielfach müde belächelt wurde.
Spätestens an diesem sonntäglichen 28. Juli, dem siebten Spieltag der Liga, muss die sportliche Geschichte der Paderborner neu bewertet werden. Nach dem 5:1-Sieg in Aachen folgte am heutigen Sonntag ein 4:2-Erfolg und so muss man sich die Augen gleich zweimal reiben, denn das Team Hämmerling TuS Sennelager rangiert auf dem sechsten Tabellenplatz. Mit einem Punkt Vorsprung von dem TC Großhesselohe und dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Den heutigen siegbringenden vierten Punkt steuerte im Doppel das Duo Hoang/Zielinski mit einem souveränen Zweisatzsieg (6:3, 6:1) gegen Fabbiano/Vanni bei, das zweite Sennelager-Gespann Rinderknech/Guinard unterlag mit 6:2, 4:6, 3:10 Arnaboldi/Wintermantel, so dass letztlich Oberschiedsrichter Carsten Krumm die >Hämmerlinger< mit einem zweiten Gesamtsieg in Folge auf die Heimreise schicken konnte. „Wir haben in zwei Spielen Big-Points gemacht“, so Teamchef Marc Renner“, und mit fünf Pluspunkte können wir jetzt entspannter die nächsten Herausforderungen angehen.“
So ruhig wie Renner die Begegnungen analysiert, so wenig aufgeregt scheint auch der Aufsteiger seine Aufgaben zu lösen, denn der Spieltag in Weinheim begann für die Ostwestfalen fast so ähnlich wie am Freitag bei Blau-Weiß Aachen. Während in der alten Kaiserstadt nach Beginn der beiden Einzel auf Grund von Regen und Gewittern die Partien unterbrochen werden musste, ging in der Kurpfalz bei Spielbeginn um 11.00 Uhr gar nichts. Auch hier setzten zunächst kräftige Regenschauer die Plätze unter Wasser, so dass erst zwei Stunden später die Begegnung starten konnte. Und die Analogie vom letzten Spieltag in Aachen konnte fortgeschrieben werden. Abermals hatte sich das Team Hämmerling TuS Sennelager nach vier Einzeln eine 3:1-Führung erspielen können, gegen einen Kontrahenten, der ebenfalls gegen den Abstieg zu kämpfen hat. Einmal abgesehen von den miserablen Wetterbedingungen, gab es zudem personelle Probleme im Team von Marc Renner. Der bis dato so spielstarke Franzose Arthur Rinderknech hatte Oberschenkelprobleme und blieb zunächst draußen. Ebenfalls nur Zuschauer war der Portugiese Federico Ferreira Silva, dem die Adduktoren zu schaffen machten.
Ob auf dem Court, oder am Rande der Aschenplätze, der Bundesliga-Aufsteiger Sennelager sorgt derzeit für beste Unterhaltung. Nach dem verspäteten Beginn mussten zunächst Jan Zielinski und Alexey Vatutin (ATP 201) auf die rote Asche und der 21-jährige Warschauer hielt gegen den fünf Jahre älteren Renzo Olivo (ATP 259) recht gut mit. Bis zum Stande von 5:5. Als der Pole beim Aufschlag seines Kontrahenten, aber eigener 40:0 Führung das Break nicht nach Hause bekam, war sozusagen das Match gelaufen. Der gebürtige argentinische Davis-Cup-Spieler mit italienischem Pass gewann dann überzeugend mit 7:6(3), 6:2. Dass dies der einige Einzelpunkt sein würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt auf Seiten der Gastgeber niemand. Hoffnung auf mehr kam beim TC Weinheim auf, denn Andrea Arnaboldi, der in der Bundesliga bereits für Wacker Burghausen und dem 1. FC Nürnberg gespielt hat, holte sich den ersten Satz gegen Alexey Vatutin. Doch der Mann aus Wolgograd stellte danach sein Spiel gegen den 31-jährigen Italiener um. Mit langen zermürbenden Slicebällen zeigte einmal mehr der 26-jährige Russe sein spielerisches Potential und der Dreisatzerfolg (4:6, 6:2, 10:3) brachte das zwischenzeitliche 1:1.
Recht zügig und erfolgreich ging es für den Tabellenachten aus Paderborn weiter, denn als nächstes stand der 23-jährige Manuel Guinard (ATP 339) auf dem Platz. Seine Herausforderung war der elf Jahre ältere Weinheimer Luca Vanni (ATP 246), der bereits schon zu den besten 100 Tennisprofis der Welt gehört hat. Auch dass der Italiener bereits sechs Challenger gewonnen und auch einmal in einem ATP World Tour-Event in Sao Paulo im Finale gestanden hat, beeindruckte den Mann aus Saint Melo – der bretonischen Küstenstadt mit dem größten Touristenzuspruch aller französischer Städte – nicht. Auch wenn der Franzose im ersten Satz hin und wieder leichtsinnig Vorteile verspielte, zog er letztlich sein Spiel durch und gewann deutlich mit 7:6(3), 6:2 die Partie.
Sehenswert war die abschließende Auseinandersetzung der beiden Spitzenspieler. Sowohl Thomas Fabbiano (ATP 90) als auch der erstmals auf Seiten Sennelagers eingesetzte Antonine Hoang (ATP 105) boten allerbesten Tennissport. Der 30jährige Italiener, in der vergangenen Woche noch im Viertelfinale des ATP Tour-Event von Gstaad gestanden, traf auf einen hochmotivieren Franzosen. Der war von seiner Turnierreise aus Kanada zum Team gestoßen und zeigte einmal mehr auf, dass er sich spielerisch enorm verbessert hat. Sein aktuelles ATP-Ranking an der 100er-Grenze gibt das auch in Zahlen her. Erfreulich dann im Match auch, dass er den ersten Satz knapp für sich entscheiden konnte. In der Folge steigerte sich der sieben Jahre älterer Gegner aber verdeutlich. Festzustellen war auch, dass er schon länger auf der Profitour agiert und mit einem glatten Satzgewinn konnte er den Ausgleich herstellen. Wer nun geglaubt hat, dass das Duell auf Grund der verbesserten Matchführung zu Gunsten der Weinheimer Nummer eins entschieden sei, der lag daneben. Antonine Hoang, der sich in früheren Zeiten vielfach selber unter Druck gesetzt hat, präsentierte sich als ein abgezockter Franzose. Selbst zwei Matchbälle im Champions Tiebreak gegen sich brachten ihn nicht aus der Konzentration. Um 16.44 Uhr nahm das Team Hämmerling sein 5:7, 6:3, 12:10-Sieg begeistert auf und mit einer 3:1 kamen große Hoffnungen auf einen zweiten Auswärtserfolg in der 1. Tennis-Point Bundesliga auf.

Am heutigen siebten Spieltag führte Antonine Hoang erstmals als Nummer eins das Team Hämmerling TuS Sennelager an und mit zwei Siege trug der Franzose maßgeblich zum Auswärtssieg bei fläsh TC Weinheim bei. © Agentur Klick

Der Mitaufsteiger aus dem Süden hat klangvolle Namen im Team aber noch keinen Sieg
Paderborn. Auch wenn der augenblickliche Tabellenstand nach sechs Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren für den Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager sehr erfreulich ist, lassen sich die Verantwortlichen davon nicht blenden. „Wir stehen zwar derzeit auf dem sechsten Rang, können aber die gute Platzierung realistisch einschätzen“, sagt Teamchef Marc Renner, „denn wir benötigen noch einen Sieg, um den Klassenerhalt perfekt zu machen.“ Das eine gewisse Skepsis und letztlich auch eine gewisse Demut in seinen Worten mit schwingt, hängt zweifelsohne mit der bevorstehenden siebten Meisterschaftsrunde am kommenden Sonntag (04. August) zusammen, die Klarheit über die beiden Absteiger bringen könnte.
Mehr oder weniger wird sich das Schlusslicht Blau-Weiß Aachen bei einem 0:12 Punktekonto, somit bereits drei Zähler Rückstand auf fläsh TC Weinheim als Tabellenneunten (3:9 Punkte), die sich wohl wieder mit der 2. Liga im kommenden Jahr anfreunden müssen. Zumal für die Kaiserstädter die anstehende Herausforderung beim noch ungeschlagenen Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld kaum lösbar ist. Krefelds Teamchef Olaf Merkel wird „alle Spieler, die noch in Europa sind, wollen für uns spielen“ eine spielstarke Formation aufbieten, denn die Tabellenführung soll unbedingt bis zum Duell beim Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim am vorletzten Spieltag (10. August) verteidigt werden. Demzufolge dürfte am Sonntagabend auch die Entscheidung über den ersten Absteiger gefallen sein. Eine weitere Vorentscheidung könnte sich in der Domstadt anbahnen. Die Kurpfälzer liegen mit nur einem Punkt weniger auf der Habenseite hinter dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss, die die Weinheimer zu Gast haben. Ein Sieg für die Rheinländer, die seit 2015 dem Oberhaus angehören, könnte sie von Abstiegsängsten befreien.
Auf Grund des besseren Satzverhältnisses rangiert der bayerische Aufsteiger TC Großhesselohe mit einem Punktestand von 4:8 vor den Domstädtern, denen ein Sieg Luft zum Atmen im Tabellenkeller verschaffen könnte. Nicht anders sieht es beim traditionsreichen Münchner Vorstadt-Club aus, der im Duell der beiden Liganeulinge die Ostwestfalen erwartet. „Unsere beiden Siege am letzten Wochenende haben alle aufhorchen lassen“, so Renner, „und ich bin überzeugt, dass Großhesselohe gegen uns mit einer sehr starken Formation antreten wird.“ Mit dieser Einschätzung liegt Renner sicherlich nicht daneben, zumal die Siege der Paderborner die Konkurrenz aufgeschreckt und somit die potentiellen Kandidaten im Duell um den Klassenverbleib gegen die >Hämmerlinger< gewarnt hat. Nach 16 Jahren Abstinenz ist der TC Großhesselohe im vergangenen Jahr als Südmeister ins Oberhaus zurückgekehrt und Teamchef Bernard Eßmann formulierte eine deutliche Zielvorgabe: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“
Dass eine gewisse Nervosität auf der Anlage am Isarhochufer vorherrscht, ist auch daran zu erkennen, dass man sich angesichts der möglichen Formation in Schweigen hüllt. „Bekanntgeben kann ich nur, dass Florian Mayer spielen wird“, sagte Großhesselohes Pressesprecher Robert M. Frank, „mehr will Teammanager Christopher Kas nicht verraten.“ Fakt ist, sie wollen sich langfristig in der 1. Tennis-Bundesliga etablieren und mit ihrem prominent besetzten Kader von bayerischen Weltklassespielern – vor allem im Vergleich zum TuS Sennelager – haben sie sich sicherlich aktuell mehr ausgerechnet als gegenwärtig Tabellenplatz sieben.
Namen gefällig? Zum Einsatz kamen bis dato unter anderem der zweifacher German-Open-Sieger Nikoloz Basilashvili (ATP 16) aus Georgien, Dennis Novak (ATP 119), Kamil Majchrzak (ATP 100), Matthias Bachinger (ATP 125), Peter Gojowczyk (ATP 122) oder der aktuelle Doppel-French-Open-Sieger Kevin Krawietz (ATP-Doppelweltrangliste 25). „Viele unserer Spieler kennen die 1. Liga. Unser Ziel ist ein im Saisonverlauf möglichst frühzeitiger Klassenerhalt.“, sagt Eßmann. In einem sind die Ostwestfalen dem Mitaufsteiger aus dem Süden einen Schritt voraus. Sennelager hat zwei Siege, dass Team um den früheren deutschen Davis-Cup-Spieler Christopher Kas hat noch keinen Sieg verbuchen können. Ihre vier Punkte resultieren aus den Unentschieden gegen Allpresan Rochusclub Düsseldorf, Kölner THC Stadion Rot-Weiss, Badwerk Gladbacher THC und Kurhaus Lambertz Aachen. Folge dessen soll sich dies am Sonntag ändern und angesichts der mageren Informationspolitik der Gastgeber muss angesichts des möglichen Personals spekuliert werden.
Die beiden Österreicher Dennis Novak und Sebastian Ofner (ATP 167) sind in Kitzbühel beim 250er ATP-World-Event sowohl im Einzel als auch im Doppel ausgeschieden, ebenso wie Matthias Bachinger. Mit Ihnen ist ebenso zu rechnen wie mit Daniel Brands (ATP 277) oder dem Polen Majchrzak, der beim ATP-Challenger im polnischen Sopot als Nummer zwei der Setzliste bereits in der ersten Runde gegen den Mannheim Jeremy Jahn (ATP 420) verloren hat. Auf keinen Fall werden Peter Gojowczyk und Kevin Krawietz da sein, denn die weilen bereits in den USA.
Derweil noch nicht in den Staaten sind die beiden Hämmerling-Spitzenspieler Antoine Hoang (ATP 109) und Jozef Kovalik (ATP 326), die demzufolge dem Team zur Verfügung stehen werden. Offen ist noch die Position des Nicht-EU-Spielers, wobei sich die Nominierung zwischen den beiden Russen Alexey Vatutin (ATP 199) und Ivan Gakhov (ATP 381) entscheiden wird. Die Reise nach Pullach in den Ortsteil Großhesselohe werden auf jeden Fall Dragos Dima (ATP 322), Arthur Rinderknech (ATP 357) und David Pel (ATP-Doppel 109) antreten. Diese personelle Sennelager-Formation besitzt sicherlich nicht die großen Namen, wie die der Bayern. Ist aber leistungsmäßig so ausgeglichen, dass ihnen auch bei der dritten Auswärtsbegegnung in Folge eine Überraschung zuzutrauen ist. Wie sagte unlängst ein optimistischer Hauptsponsor Ralf Hämmerling: „Die halbe Miete ist geschafft, denn nun können wir es selber schaffen und sind von keiner anderen Mannschaft mehr abhängig. Noch ein Sieg und wir bleiben drin.“

Wer letztlich am Sonntag für den TC Großhesselohe im Duell gegen das Team Hämmerling TuS Sennelager auflaufen wird, ist nicht bekannt, bis auf eine Ausnahme: der 35-jährige Florian Mayer, ehemals die Nummer 18 der Weltrangliste, tritt gegen die Ostwestfalen an. © GERRY WEBER OPEN_KET