Norbert Gombos (Team Hämmerling TuS Sennelager) steht im Hauptfeld der French Open. © Agentur Klick

Norbert Gombos (Team Hämmerling TuS Sennelager) steht im Hauptfeld der French Open. © Agentur Klick

Paderborn. Bekanntlich sind die French Open, das letzte Grand Slam des Jahres, auf die Zeit vom 21. September bis 04. Oktober 2020 verschobenen worden. Erfreulich aus aktueller Sicht ist die Tatsache, dass die beiden für die ostwestfälische Tennis-Bundesliga-Mannschaft Team Hämmerling TuS Sennelager spielenden Profis Hubert Hurkacz (ATP 3!) und Norbert Gombos (ATP 105) auf Grund ihres ATP-Ranking im 128er Hauptfeld stehen. Qualifiziert sind ebenfalls die beiden Franzosen Arthur Rinderknech (ATP 163) und Maxime Janvier (ATP 203), die jeweils mit einer Wild Card an sie vom Turnierveranstalter spielberechtigt wurden. Dem Hauptfeld vorgeschaltet ist immer eine Qualifikation und da treten seitens Team Hämmerling Jozef Kovalik (ATP 124), Sumit Nagal (ATP 127), Frederico Ferreira Silva (ATP 193), Manuel Guinard (ATP 196) und Zdenek Kolar (ATP 216) an.

In der aktuell stattfindenden Turnierwoche ist der aus Warschau stammende Hubert Hurkacz im Hauptfeld des 1000er Event in Rom vertreten, dagegen scheiterte sein Teamkollege Josef Kovalik in der Qualifikation. Er unterlag im kleinen Qualifikationsfinale für das Hauptfeld den für Blau-Weiss Krefeld in der Bundesliga spielenden Italiener Marco Cecchinato (ATP 113) mit 2:6, 1:6. Einen glänzenden Start absolvierte dagegen der Pole Hurkacz, der in der ersten Runde den Briten Daniel Evans (ATP 33) mit 6:3, 3:6, 7:5 aus dem 3,854 Millionen Euro Preisgeld dotierten Turnier werfen konnte. Eine große Herausforderung steht nun in der 2. Runde an, denn sein Kontrahent ist der 22-jährige Russe Andrey Rublev (ATP 12), der in diesem Jahr bereits die Turniere in Doha und Adelaide gewinnen konnte.

Beim ATP-Challenger im tschechischen Prostejov (05. bis 15. September), das mit 132.000 Euro dotiert war, wurde das tschechische Duo Zdenek Kolar/Lukas Rosol (Team Hämmerling/Rochusclub Düsseldorf) mit einer Wild Card ins Hauptfeld geholt. Für dieses >Geschenk< bedankten sie sich mit dem Gewinn des Turniertitels, indem sie im Endspiel das indische Gespann N. Sriram Balaji/Divij Sharan mit 6:2, 2:6, 10:6 bezwangen. In der Runde zuvor gab es im Halbfinale für die späteren Turniergewinner einen 6:1, 1:6, 10:7-Sieg gegen die Niederländer David Pel/Sander Arends (Team Hämmerling TuS Sennelager/Rochusclub Düsseldorf).

Vom DTB-Präsidenten Ulrich Klaus wurde Carolin Daniels als beste Lehrgangsteilnehmerin in der Ausbildung zur A-Trainerin ausgezeichnet. © Claudio Gärtner

„Das ist auch ein persönlicher Vertrauensbeweis mir gegenüber“, sagt Carolin Daniels, „und es hat mich total erfreut.“ Vor zwei Wochen erhielt die 28-jährige Paderbornerin einen Anruf von Barbara Rittner, der >Head of Women‘s Tennis< des Deutschen Tennis Bundes (DTB), die ihr ein perspektivisches Angebot unterbreitete: „Ob ich für den DTB als Honorartrainerin für den weiblichen Nachwuchs arbeiten möchte?“ Diese Frage hat die studierte Tennistrainerin, die ihren A-Trainerschein 2017 beim DTB als beste Lehrgangsteilnehmerin absolviert hat, natürlich mit einem Ja beantwortet:

Ihre sportliche Entwicklung hat Carolin Daniels, die verletzungsbedingt 2016 ihre Profikarriere mit einer Einzel-Weltranglistenplatzierung 330, im Doppel-Ranking war es letztlich Platz 140, beendete, hat sie in erster Linie ihrem ehemaligen Soester Trainer Peter Osthoff zu verdanken. „Hilfreich war damals für mich, dass ich hin und wieder von Barbara Rittner für internationale Turnier in Deutschland Wild Cards bekommen habe.“ In ihrer Tenniskarriere hat >Caro< Daniels unter anderem die Deutsche U18-Doppel-Jugendmeisterschaft gewonnen, wurde in die Nationalmannschaft der Juniorinnen für die Europameisterschaft berufen und auf der internationalen ITF Tour hat sie insgesamt im Einzel bzw. im Doppel neunzehn Turniertitel gewinnen können.

Verantwortlich ist sie nun als DTB-Honorartrainerin für die U12 und U13 Mädchen und bei den U14erinnen teilt sie sich die Aufgaben mit Dinah Pfizenmaier, die im DTB-Bundesleistungszentrum in Kamen arbeitet. Gemeinsam haben sie sich unlängst im Beisein von Barbara Rittner in Kamen den Eltern vorgestellt. Die Aufgabenbereiche der Paderbornerin umfassen fortan die Sichtungen, die Lehrgänge, die Betreuung bei nationalen sowie internationalen ITF Turnieren und den Deutschen Jugendmeisterschaften.

Da die Termine für dieses Jahr bzw. für 2021 bereits feststehen, gibt es auch keine terminlichen Probleme mit ihrer Tennis Base in Paderborn. Neben ihren sportlichen Tätigkeiten als Trainerin in der Tennis Base bzw. für den Deutschen Tennis Bund, zudem ist die 28-Jährige auch im Trainerstab des Herren-Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager involviert, gibt es eine weitere Herausforderung für die sympathische Carolin Daniels. Nach ihrem Bachelor studiert sie an der Uni Paderborn nun vier Semester lang Sonderpädagogik auf Lehramt. Und zu viel wird das der Paderbornerin aber nicht: „Alles ist bestens getaktet.“

Arthur Rinderknech setzt seinen sportlichen Aufwärtstrend mit einem Doppeltriumph beim Prager ATP-Challenger fort. © Agentur Klick

Vor Ausbruch der weltweiten Corona-Epidemie hatte der Franzose Arthur Rinderknech geradezu einen sportlich bemerkenswerten Aufschwung und er konnte mit dem ATP Ranking 161 seine beste Platzierung aufweisen. Aktuell scheint der 25-Jährige an diese Erfolgsspur wieder anknüpfen zu können. So zumindest seine aktuelle Bilanz. In der tschechischen Metropole Prag fanden nacheinander zwei mit jeweils 137.560 Euro Preisgeld dotierte ATP Challenger statt. Arthur Rinderknech konnte bei den bestens besetzten Turnieren – der schweizerische US Open-Sieger von 2016, die ehemalige Nummer drei der Welt Stan Wawrinka (ATP 15), war jeweils topgesetzt – überzeugen. Auch wenn der Franzose beim ersten Turnier im Einzel im Achtelfinale dem Kölner Oscar Otte (ATP 215) mit 2:6, 3:6 unterlegen war, gab es ein zufriedenstellendes Happy End. Mit dem 29-jährigen Landsmann Pierre-Hugues Herbert (ATP 68) bildeten sie ein spielstarkes Duo, welches sich mit dem Titelgewinn belohnen konnte. Im Finale gab es einen ungefährdeten 6:3, 6:4-Sieg gegen die mit einer Wild Card ins Turnier geholten Tschechen Zdenek Kolar (Team Hämmerling TuS Sennelager) und Lukas Rosol vom Rochusclub Düsseldorf.

Beim in dieser Woche (22. bis 30. August) laufenden Challenger-Turnier waren neben Arthur Rinderknech noch die Sennelager Bundesliga-Profis Jonas Forejtek (ATP 418/Tschechien), Frederico Ferreira (ATP 195/Portugal) und Zdenek Kolar (ATP 224/Slowakei) im 64er Hauptfeld vertreten. Am besten schnitt abermals Rinderknech ab, der unter anderem im Achtelfinale den deutschen Davis Cup-Spieler Daniel Masur (ATP 250/Tennispark Versmold) mit 6:3, 6:3 besiegen konnte. Allerdings musste er danach überraschenderweise im Viertelfinale eine nicht einkalkulierte Niederlage mit 6:0, 6:7(1), 3:6 gegen den Kasachen Dmitry Popko (ATP 176) vom Zweitligisten BASF TC Ludwigshafen hinnehmen. Nach glänzendem Start in die Partie mit einem 6:0-Satzgewinn lief es auch im zweiten Satz recht ordentlich. Als der Franzose jedoch vier Breakbälle zum möglicherweise entscheidenen Satzgewinn nicht nutzen konnte, war zugleich der spielerische Faden verloren gegangen. „Diese Niederlage kann ich mir selber nicht erklären“, so Rinderknech.

Manuel Guinard gewinnt ITF Future in Vogau

Im Achtelfinale unterlag Zdenek Kolar mit 3:6, 2:6 dem Niederländer Robin Haase (ATP 170). Dank einer Wild Card war der 19-jährige Tscheche Jonas Forejtek im Hauptfeld spielberechtigt, unterlag aber in der zweiten Runde mit 6:1, 6:7(7), 2:6 dem an Nummer neun gesetzten Österreicher Sebastian Ofner (ATP 163). Aus auch in dieser Runde für den Portgiesen Frederico Ferreira, der dem Ukrainer Sergiy Stakhovsky (ATP 169) vom Bundesligisten TC Badwerk Gladbacher HTC denkbar knapp mit 6:2, 6:7(4), 6:7(5) unterlegen war. In der in der Steiermark gelegenen 1.200 Einwohner zählenden Gemeinde Vogau fand in der vorherigen Woche ein ITF Future-Turnier der Doppelkonkurrenz statt. Sennelagers Franzose Manuel Guinard (ATP 301) trat mit dem Deutschen Johannes Härteis (ATP 341/BASF TC Lugwigshafen) an und mit einem finalen 6:4, 6:4-Sieg gegen das französische Duo Sadio Doumbia/Matteo Martineau kamen sie beim mit 25.000 Euro dotieren Preisgeldturnier zum Titelgewinn.

Hubert Hurkacz gewann sein Auftaktmatch bei den US Open gegen den Deutschen Peter Gojowczyk vom TC Großhesselohe. © Jürgen Hasenkopf

Hubert Hurkacz gewann sein Auftaktmatch bei den US Open gegen den Deutschen Peter Gojowczyk vom TC Großhesselohe. © Jürgen Hasenkopf

Teamchef Marc Renner: Was in der nächsten Saison sein wird ist heute nicht planbar

Paderborn-Sennelager. Dass weltweit größte Sportevent in Europa, die Tour de France, ist am Samstag gestartet. Auch der Tennissport beginnt mit den US Open am Montag ein Turnier, welches auch Sportler aus aller Welt zusammenbringt. Ob dies angesichts der Pandemie richtig ist, weiß niemand und beurteilen muss das jeder Athlet aus seiner eigenen Verantwortung heraus. Die Veranstalter haben sich zweifelsohne große Mühen in punkto Sicherheit gemacht und dass der internationale Tennissport wieder beginnt, beurteilt Dirk Hordorff, Vize-Präsident des Deutschen Tennis Bundes, als richtig: „Ich würde sagen, dass die Corona-Hotspots derzeit woanders als in New York liegen und die Veranstalter sehr darum bemüht sind, ein Corona-freies und -sicheres Turnier zu gewährleisten. Deshalb ist das Risiko nicht als wahnsinnig hoch zu bewerten, zumal man ja überall ein Risiko hat. Wenn man sich anschaut, wie hier in Deutschland einige Anti-Corona-Demonstrationen ablaufen, ist es wahrscheinlich weitaus sicherer, an den US Open teilzunehmen, als in der Berliner Innenstadt an solch einer Demonstration teilzunehmen.“

Kritik übt Hordorff allerdings daran, dass die Spieler vorher eine Verpflichtung unterschreiben mussten, dass sie für mögliche körperliche Folgeschäden nach einer Corona-Erkrankung keine Rechtsansprüche an den Veranstalter stellen können. „Warum die ATP, die ja für Vertretung der Spieler zuständig ist, das genehmigt hat, ist mir ein Rätsel. Wenn ich die Spieler vertreten würde, hätte ich den US Open gesagt, dass sie nicht einfach das Risiko auf die Spieler abwälzen können. Ein solcher Paragraph ist fast schon sittenwidrig.“

Nach wie vor bleibt es aber ein Grand Slam-Turnier, auch wenn es auf Grund einiger Absagen von Weltstars an sportlichem Niveau verloren hat. So treten unter anderem bei den Herren der spanische Titelverteidiger Rafael Nadal (ATP 2) ebenso wenig an wie die Schweizer Roger Federer (krankheitsbedingt) und Stan Wawrinka sowie der Australier Nick Kyrgios. Fünf deutsche Tennisprofis sind bei dem mit 2,165 Millionen US-Dollar Preisgeld Tennisspektakel ohne Zuschauer dabei, welches vom 31. August bis 13. September andauert. So trifft die deutsche Nummer eins, Alexander Zverev (ATP 7), auf den Südamerikaner Kevin Anderson (ATP 124) und der Warsteiner Jan-Lennard Struff (ATP 34) muss zunächst gegen den Spanier Pedro Martinez (ATP 105) antreten. Philipp Kohlschreiber (ATP 74) spielt in der 1. Runde gegen den Kanadier Vasek Pospisil und Dominik Koepfer (Grün-Weiss Mannheim) hat den spielstarken US-Amerikaner Taylor Fritz (ATP 124) zugelost bekommen.

Der fünfte Name der deutschen Tennisprofis ist der 31-jährige Peter Gojowczyk (ATP 126) vom TC Großhesselohe, der sich der Herausforderung von Hubert Hurkacz stellen muss. Der 23-jährige Pole, Nummer 29 der ATP-Weltrangliste, war für die diesjährig ausgefallene Tennis-Bundesliga-Saison im ostwestfälischen Team Hämmerling TuS Sennelager als neue Nummer eins gemeldet. „Hubi hätte uns sicherlich sportlich weitergebracht“, so Teamchef Marc Renner, „und was im nächsten Jahr sein wird, können wir heute noch nicht planen.“ Des Weiteren sind mit den beiden Slowaken Norbert Gombos (ATP 109) und Jozef Kovalik (ATP 121) sowie dem Inder Sumit Nagal (ATP 122) drei weitere Hämmerling Profis im 128er Hauptfeld vertreten. Der 30-jährige Gombos trifft auf den für Grün-Weiss Mannheim spielenden Mazedonier Radu Albot (ATP 67), sein slowakischer Landmann Kovalik muss das Auftaktduell gegen den US-Amerikaner Maxime Cressy (163) bestreiten und der indische Davis Cup-Spieler Nagal tritt gegen Bradley Klahn (ATP 128/USA) an.

Keine Tennis-Bundesliga beim Paderborner TC Blau-Rot mit dem Team Hämmerling TuS
Sennelager: Namens- und Hauptsponsor Ralf Hämmerling (links) und Teamchef Marc Renner haben
Verständnis für die diesjährige Absage des Spielbetriebs, freuen sich aber bereits heute auf die Saison

Sehr geehrte Damen und Herren,
bedauerlicherweise – aber verständlich – fällt in diesem Jahr die Saison in der 1. Tennis-Bundesliga Herren aus. Folge dessen können wir Ihnen leider das bereits gemeldete Bundesliga-Team auch nicht präsentieren. Gleichwohl ist es aber interessant, einmal nachzulesen, wer in diesem Jahr für das Team Hämmerling TuS Sennelager gespielt hätte. Wie wir meinen, ein spielstarkes Aufgebot mit interessanten Persönlichkeiten. Das haben wir sozusagen schriftlich in einer Pressemitteilung zusammengefasst, die wir Ihnen anbei übersenden. Viel Freude beim Lesen und bereits heute haben wir schon eine gewisse Vorfreude auf die Saison 2021 mit Tennis-Spitzensport in Paderborn.

In diesem Sinne verbleibe ich
mit sportlichen Grüßen
Ihr Frank Hofen

Presseinfo 09 vom 14. April 2020

Verständnis beim Team Hämmerling TuS Sennelager • Hatten eine attraktive Mannschaft
Verantwortliche helfen den Spielern wo es geht • Bereits heute Vorfreude auf Saison 2021

Paderborn. Bedauerlicherweise, aber durchaus verständlich und nachvollziehbar für das Team
Hämmerling TuS Sennelager, hat der Deutsche Tennis Bund (DTB) am 09. April die Saison 2020
in der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren abgesagt. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen.
Wir haben dies in Abstimmung mit den betroffenen zehn Vereinen entschieden und sind zu dem
Schluss gekommen, dass die Gesundheit aller Beteiligten und die Eindämmung der Pandemie
oberste Priorität hat“, so DTB-Präsident Ulrich Klaus. Verständnis dafür auch auf Seiten des
einzigen ostwestfälischen Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager, wobei die
Absage für den Haupt- und Namenssponsor Ralf Hämmerling letztlich keine Überraschung mehr
war: „Schade ist es trotzdem. Zumal wir für unsere zweite Saison in der höchsten nationalen Liga
eine sehr attraktive Mannschaft hatten. Ich war überzeugt, dass wir wieder gute Möglichkeiten
gehabt hätten, die Liga zu überstehen.“ Der sportliche Aspekt ist die eine Seite, für Ralf
Hämmerling gibt es auch noch eine andere Seite der Betrachtung: „Sorgen mache ich mir um
unsere Spieler, die keine Einnahmen und sicherlich auch schwierige Trainingsbedingungen haben.
Ich hoffe, dass alle diese Corona Phase gesund überstehen werden und ich freue mich heute schon
auf die Saison im Jahr 2021.“

Lobenswert ist für den Paderborner Unternehmer Ralf Hämmerling die bereits geleistete Arbeit
von Teamchef Marc Renner und Coach Marius Kur im Hinblick auf eine Saison, die nun nicht
stattfindet. Darauf wird man aber durchaus in 12 Monaten zurückgreifen können, denn das
sportliche Sennelager-Duo pflegt weiterhin die weltweiten Kontakte zu den internationalen
Tennisprofis. So sehr sie die Entscheidung „sie ist alternativlos gewesen“ auch nachvollziehen
können, sind Renner/Kur emotional betroffen. „Für die Spieler tut es mir sehr leid, denn es gehen
ihnen geplante Einnahmen verloren. Wie es für einige von ihnen weitergehen wird, muss man
sehen. Wir helfen, wo wir können, auch wenn es keine finanzielle Hilfe gibt“, so Marc Renner. So
unstrittig die DTB-Entscheidung ist, so unstrittig ist man sich auch über das gemeldete sportliche
Aufgebot des Team Hämmerling TuS Sennelager 2020. Dieses ist gegenüber der letztjährigen
Saison um einiges besser aufgestellt worden. Auch wenn von denen in diesem Jahr auf der Anlage
beim Paderborner TC Blau-Rot keiner einen einzigen Aufschlag servieren wird, lohnt es sich die
attraktive Mannschaftsmeldung einmal genauer anzuschauen.

Folglich wurde der 24-jährige Polen Hubert Hukacz mit der ATP-Weltranglisten-Platzierung 30
als Nummer eins gemeldet. Ihm folgen die beiden Slowaken Norbert Gombos (ATP 103) und
Jozef Kovalik (ATP 120) sowie der in Hannover lebende 22-jährige indische Davis Cup-Spieler
Sumit Nagal (ATP 127). Er wäre ebenso ein Neuzugang, wie der an fünf gemeldete ein Jahr ältere
Franzose Maxime Janvier (ATP 173), der die französische Community mit Arthur Rinderknech
(ATP 206) und Manuel Guinard (ATP 299) verstärken sollte. Weiter gemeldet wurde der 27 Jahre
alte Russe Alexey Vatutin (ATP 223). Neu wären zudem noch der 23-jährige tschechische David
Cup-Spieler Zdenek Kolar (ATP 222), die beiden 22-jährigen Gian Marco Moroni (ATP
240/Italien) sowie der slowakische Linkshänder Alex Molcan (ATP 301), und die zwei
hochtalentierten Perspektivspieler Jonas Forejtek (19 Jahre/ATP 479/Slowakei) und der erst 16-
jährige Däne Holger Vitus Nodskov Rune (ATP 846).

Auf den Positionen 16 bis 18 Moritz befinden sich noch Moritz Pfaff (ATP 1677/Zugang TC
Rotenbühl Saarbrücken), der 20-jährige Niederländer mit deutschen Pass, Daniel de Jonge (ATP
1053), und dessen Landsmann David Pel (ATP-Doppel 99). Die Mannschaftsmeldung im
Überlick: 1. Hurkacz, Hubert (ATP 30/Polen), 2. Gambos, Norbert (ATP 103/Slowakei), 3.
Kovalik, Jozef (ATP 120/Slowakei), 4. Nagal, Sumit (ATP 127/Indien), 5. Janvier, Maxime (ATP
173/Frankreich), 6. Ferreira Silva, Frederico (ATP 190/Portugal), 7. Rinderknech, Arthur (ATP
206/Frankreich), 8. Kolar Zdenek (ATP 222/Tschechien), 9. Vatutin, Alexey (ATP 223/Russland),
10. Moroni, Gian Marco (ATP 240/Italien), 11. Guinard, Manuel (ATP 299/Frankreich), 12.
Molcan, Alex (ATP 301/Slowakei), 13. Forejtek, Jonas (ATP 479/Tschechien), 14. Zielinski, Jan
(ATP 793/Polen), 15. Rune, Holger Vitus Nodskov (ATP 846/Dänemark), 16. Pfaff, Moritz (ATP
1677/Deutschland), 17. de Jonge, Daniel (ATP 1053/Niederlande/Deutscher Pass), 18. Pel, David
(ATP-Doppel 99/Niederlande). Stand: ATP-Weltrangliste vom 24. Februar 2020

Der für den Tennissport im Deutschen Tennis Bund (DTB) zuständige Vizepräsident Thomas Heil bezieht im Interview mit dem Sportjournalisten Christoph Kellermann Position zu Fragen des Vereinswechsel in der Coronazeit. © Deutscher Tennis Bund

Von Christoph Kellermann (www.tennisredaktion.de)

Der Vizepräsident Sport des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Thomas Heil, nimmt im Interview mit Sportjournalist Christoph Kellermann Stellung zu den Forderungen einiger Spieler zu möglichen Vereinswechsel. Die fragen, warum ist es nicht möglich, nach der Corona-bedingten Abmeldung von Mannschaften in einem anderen Team, möglicherweise auch in einem anderen Landesverband, auf Punktejagd zu gehen?

 

Was spricht gegen diese Forderung von Spielerinnen und Spieler.

Thomas Heil: Nun, Sie können sich sicherlich vorstellen, dass jegliche Entscheidung des Deutschen Tennis Bundes in Sachen »Neustart des Wettspielbetriebes in einer nach wie vor existierenden Pandemie« jeweils zur Hälfte mit pro oder contra beurteilt wird. Natürlich werden wir am Ende nicht Jeden davon überzeugen können, dass der vom DTB eingeschlagene Weg der einzig Richtige war. Diesen Anspruch erhebe ich auch nicht, weil es keinen Königsweg gibt. Dennoch gibt es Gründe warum wir die Meldelisten der Bundes- und Regionalligen nicht mehr zu Gunsten der Amateure öffnen.

Die da wären.

Es geht nicht alleine um das Thema Wettbewerbsverzerrung, obgleich diese bei nachträglicher Öffnung der Meldelisten immer gegeben ist, sondern darum, dass Spielerinnen und Spieler, die für ihre Teilnahme am Wettspielbetrieb finanzielle Zuwendung bekommen, bei Absage dieser Wettbewerbe nicht auf Amateurligen ausweichen sollen. Viele der potentiellen Gegenspieler aus den Verbands- und darunterliegenden Ligen haben aus ihrer Sicht – und damit sind wir beim Pro – kein Interesse daran, wenn sie in einer Übergangssaison, die ausschließlich dem Spaß am Mannschaftstennis dienen soll, plötzlich ausgewachsenen Profis oder Ausnahmekönnern gegenüberstehen. Dass eine Saison, bei der es weder um Auf- noch Abstieg geht, nicht die Plattform für Aktive aus den Bundes- oder Regionalligen ist, war also für unsere Entscheidung ein durchaus gewichtiger Grund.

Sie denken besonders an den Amateursport.

Thomas Heil: Ja, denn auch am Ende der Mannschaftsmeldungen stehen Spielerinnen und Spieler, die einen Anspruch auf den Spaß am Tennis haben und dass man die Mannschaftsstruktur nicht nachträglich verändert und sie aus ihrem ohne Bundes- und Regionalligaspielerinnen und -spieler gewachsenen Team herauskatapultiert. Ein falsches Zeichen für den Amateursport.

Und was sagen Sie dem Bundes- oder Regionalligaspieler, der übergangsweise gern in einer anderen Mannschaft spielen möchte.

Thomas Heil: Die Regionalligen finden nach dem aktuellen Stand in drei Regionen statt und es war dafür Bedingung, dass nach dem geltenden Regelwerk ohne Sonderregelungen, wie beispielsweise die Öffnung der Meldelisten vom 15. März, gespielt wird. Dies als Voraussetzung für einen möglichen Aufstieg der Staffelsieger in eventuell darüber liegende Bundesligen und die Durchführung der Endrunde für die Deutschen Meisterschaften der Vereine. Wenn jetzt vereinzelte Altersklassen auf Grund des Rückzugs der Vereine nicht stattfinden, kann man dafür den DTB oder die Spielausschüsse der Regionalligen nicht verantwortlich machen und verpflichten, dafür Sorge zu tragen, dass den betroffenen Spielerinnen und Spielern eine andere Plattform in nachfolgenden Ligen ermöglicht wird. Die davon Betroffenen, sollten vielleicht auch mal das Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen suchen und deren Gründe erfragen.

Gibt es zu dieser Problematik eine Landesverbandsübergreifende einheitliche Regelung oder regelt das jeder Landesverband für sich.

Thomas Heil: Es liegt mir fern, mich in die Kompetenzen der Landesverbände einzumischen und deren Verhaltensweisen zu kritisieren. Die sind durchaus in der Lage, ihren Wettspielbetrieb nach eigenem Recht zu organisieren. Wenn man sich dabei allerdings an der Argumentation des Deutschen Tennis Bundes orientiert, dann ist der Einsatz solcher Spielerinnen und Spieler auch auf Landesverbandsebene nicht möglich.

Manche werfen dem DTB fehlendes Fingerspitzengfühl vor. Die Aktiven meinten, dass Corona auch besondere Maßnahmen erfordern.

Thomas Heil: Lenken wir einmal vom Schicksal der Aktiven und Senioren ab und blicken auf die Jugend, deren Vereine sich entschieden haben, nicht am Wettspielbetrieb 2020 teilzunehmen. Auch dies geschieht in der heutigen Zeit und hat möglicherweise noch viel größere Nachwirkungen in den kommenden Jahren. Solidarität und Verständnis sind in diesen Tagen gefragt. Fehlendes Fingerspitzengefühl kann man dem DTB nur dann vorwerfen, wenn man den Blick ausschließlich auf sein eigenes Problem richtet und das große Ganze aus den Augen verliert.

Für die deutschen Profis jedenfalls hat der DTB jedenfalls den Weg über die aktuell gestartete Turnierserie >German Pro Series< geebnet.

Ja, für den Bereich der deutschen Profispielerinnen und -spieler haben wir ein deutliches Signal gesetzt und hoffen, dass dem Vorbild folgend, die noch ausstehenden Preisgeldturniere für Aktive und Senioren stattfinden können. Das ist dann selbstverständlich kein Ersatz für den regulären Wettspielbetrieb, bietet aber immerhin die Möglichkeit, sich mit spielstarken Partnern zu messen und nicht auf Verbands-, Bezirks- oder gar Kreisebene ausweichen zu müssen.

Herr Heil, besten Dank für das Interview.

Dirk Hordorff, seines Zeichens Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), kritisiert Tennislegende Roger Federer und politische Entscheidungen in der Corona-Krise – und würde sich über eine baldige Rückkehr der Fußball-Bundesliga freuen.

Herr Hordorff, noch gibt es rote Flecken auf der Corona-Tennislandkarte: Bundesländer, in denen die Klubs geschlossen sind. Wie lange existiert dieser Fleckenteppich noch?

Allerspätestens zum 18. Mai wird er sich auflösen. Ich glaube sogar, dass bereits am 11. Mai in jedem Bundesland wieder Tennis gespielt werden darf. Natürlich mit individuellen Auflagen.

Die Einschränkungen durch die Politik sind alles andere als einheitlich. Nicht nur im Sport …

… und das macht es so schwer verständlich für die Bürger. Die Begründungen sind ja teilweise hanebüchen. Wenn ein Ministerpräsident sagt, man könne Sportarten nicht differenziert betrachten, frage ich mich, ob da der IQ für ein solches Amt ausreicht? Und komme zur Antwort: nein.

Was stört Sie konkret?

Musikunterricht ist in geschlossenen Räumen mit fünf Leuten erlaubt. Aber auf dem Tennisplatz im Freien dürfen sich zwei Personen nicht auf 600 Quadratmeter aufhalten. Wo sich zwei Freizeitbeschäftigungen treffen, müssen für Beide die gleichen Maßstäben gelten.

Sind Politiker überfordert?

Sie müssen es mir wenigstens logisch erklären. Das passiert aber nicht. So schwindet die Akzeptanz für die Maßnahmen und die Bevölkerung begehrt auf. Genau das erleben wir in den letzten Tagen. Politiker sollen ihre Arbeit erledigen und nicht nur Politik für die eigene Kanzlerkandidatur betreiben.

Nicolas Kiefer hat vergangene Woche die Absage der Tennis-Bundesligen kritisiert. War die Absage so früh ein Fehler?

Nein. Sondern auch aus heutiger Sicht alternativlos. Die große Mehrheit der Vereine waren für eine Absage. Die Teams setzen sich zum großen Teil aus dem benachbarten Ausland zusammen. Mit Reisefreiheit ist aber so schnell nicht zu rechnen. Zuschauer sind ebenfalls für die Etats enorm wichtig. Ich empfehle Nicolas Kiefer, nicht nur emotional zu urteilen, sondern sich mit den Verantwortlichen zu unterhalten, die die Rechnungen bezahlen.

Eine Alternative ist die von Ihnen initiierte Turnierserie. Wie haben die Profis reagiert?

Wir haben mehr als doppelt so viele Meldungen als Plätze. Zu hundert Prozent steht das Teilnehmerfeld noch nicht. Dominik Köpfer hat zum Beispiel gemeldet, ist aber noch in den USA. Wenn er wieder fliegen darf, würde er sofort kommen. Muss dann aber sowieso 14 Tage in Quarantäne.

Für einen Spieler wie Alexander Zverev ist das Turnier nicht gedacht?

Für Alexander wird es immer einen Platz geben, wenn er mitspielen möchte. Das ist keine Frage. Aber in erster Linie ist es an Spieler gerichtet, die sich finanziell an der Pause zu knabbern haben. Alexander muss keine Sorgen haben seine Miete bezahlen zu können. Andere Profis schon. Den wollen wir helfen.
Immer mehr Spieler zweifeln, dass 2020 noch internationale Profiturniere stattfinden. Sie auch?
In Deutschland haben wir 80 Millionen Virologen, da möchte ich ungern dazugehören. Voraussetzung ist für mich Reisefreiheit. Momentan dürfen wir nicht einmal von Deutschland nach Österreich fahren. Wie soll man so ein internationales Turnier durchführen?

In der Pause wird viel über Veränderungen im Tennis diskutiert. Stichwort Turnierkalender, Preisgeldverteilung, Zusammenschluss von ATP und WTA. Was hat für Sie Priorität?

Die Preisgelder müssen anders verteilt werden. Wenn vom Profitennis weltweit weniger Leute leben können als in Österreich vom Fußball, läuft etwas gehörig schief. Da besteht akuter Handlungsbedarf.

Roger Federer hat die Bündelung in eine gemeinsamen Organisation von Männer und Frauen ins Spiel gebracht.

Aber das alleine löst kein Problem. Das war eine nicht gute Darstellung von Federer eines komplexen Themeninhaltes. Zudem hat die Idee der neue ATP-Chef Andrea Gaudenzi schon Anfang des Jahres empfohlen. Der Vorschlag von Federer ist auch zu kurz gedacht. Es gibt sieben Organisationen, die im Welttennis mitmischen. Ziehen wir davon zwei zusammen, haben wir das Hauptproblem immer noch nicht gelöst.

Das wäre?

Der Weltverband ITF ist einfach zu schwach. In jeder anderen Sportart führt der Weltverband die Sportart. Wie die Fifa im Fußball. Die ITF ist aber bedeutungslos in diesem Bereich. Ein starker Weltverband könnte eine andere Verteilung der Preisgelder durchsetzten. Und Tennis als Sportart seine Einnahmen um ein Vielfaches Steigern, wenn man gemeinsam kooperieren würde anstatt sich zu bekämpfen.

Einfacher scheint die Rückkehr zu Normalität im Fußball. Spüren Sie eine Ungleichbehandlung, wenn Sie auf König Fußball blicken?

Überhaupt nicht. Ich plädiere für einen schnellen Wiederanpfiff in den Fußball-Bundesligen. Die DFL hat ein Konzept vorgelegt, das überzeugt, und ich bin sicher, dass der Fußball verantwortungsvoll zurückkehrt. Fußball ist ein ganz wichtiger Teil unserer Gesellschaft, der vielen Millionen von Menschen Vergnügen bereitet. Er ist ein Wirtschaftsbereich, der genauso das Recht hat, wieder zurückzukommen wie alle anderen Bereich auch. Neid ist da völlig fehl am Platz.

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 05. Mai 2020
von Daniel Müksch

Presse-Info 08 vom 09. April 2020

Hamburg/Paderborn. Aufgrund der anhaltenden Ausbreitung der weltweiten COVID 19-
Pandemie sagt der Deutsche Tennis Bund (DTB) die 1. Tennis-Point Bundesliga und die 2. Tennis
Bundesliga Herren für die Saison 2020 ab. Von der Absage der Spiele aus der 1. Bundesliga sind
insgesamt zehn Mannschaften, darunter auch das Team Hämmerling TuS Sennelager, betroffen.
In der 2. Bundesliga werden insgesamt 18 Mannschaften nicht spielen – neun in der 2. Bundesliga
Nord und neun in der 2. Bundesliga Süd. Offizieller Spielstart in der höchsten deutschen
Spielklasse wäre der 5. Juli 2020 gewesen. Für die 2. Bundesliga Nord und Süd war der erste
Spieltag für den 12. Juli terminiert.

„Die Entscheidung, sämtliche Spiele der ersten und zweiten Tennis-Bundesliga abzusagen, ist uns
nicht leichtgefallen. Wir haben dies in enger Abstimmung mit allen betroffenen Vereinen
entschieden und sind letztlich zu dem Schluss gekommen, dass die Gesundheit aller Beteiligten
und die weitere Eindämmung einer Ausbreitung des COVID-19-Erregers derzeit oberste Priorität
haben“, so DTB-Präsident Ulrich Klaus in seiner schriftlichen Stellungnahme

Aus der Absage folgert, dass es in diesem Jahr keine Auf- bzw. Absteiger in der 1. und 2.
Bundesliga geben wird. Zudem findet auch die Bundesliga der Herren 30, in der in Nord und Süd
jeweils sieben Mannschaften antreten, in diesem Jahr nicht statt. Die Spiele bei den Damen (1. und
2. Bundesliga) wurden aufgrund der Corona-Krise bereits am 23. März abgesagt.

Presse-Info 07 vom 15. März 2020
Arthur Rinderknech (Team Hämmerling TuS Sennelager)
In jungen Jahren machte Tennis keinen Sinn: „War zu schwach und war zu teuer“
Nach dem Studium in Texas neue Ziele • Trainer gewechselt und nach Rennes gezogen Aktuelle Bilanz des 24-jährigen Franzosen: Weltweit erfolgreichster ATP-Challenger-Profi

Rennes/Paderborn. Vor einigen Jahr war der Franzose Arthur Rinderknech einer von vielen im Niemandsland des Tenniszirkus, denn mit wenigen Turniererfolgen auf der ITF-Future-Tour erreicht man keine Aufmerksamkeit. Der Grund ist darin begründet, dass – stammt aus dem 2.500 Einwohner zählenden Dörfchen Gassin an der Côte d’Azur, welches zum schönsten Dorf Frankreichs erklärt wurde – er derweil in Texas an der A & M University studierte. Inzwischen hat er den Uni-Abschluss als >Bachelor of Business< in der Tasche und hat sich nun seit Beginn des Jahres ganz dem Profitennis verschrieben.

So ist er von Paris nach Rennes gezogen, hat mit dem neuen Coach Sebastien Vilette dort seinen Trainingsstandort, und führt fortan das Leben eines Tennisprofis. Mit Erfolg, wie man weiß. Die drei ATP-Challenger-Triumphe (zwei Einzel, ein Doppel) und eine weitere Finalteilnahme in den diesen ersten zwei Monaten haben ihn mit seiner Spielbilanz von 16:4 zum weltweit erfolgreichste Profi des Jahres 2020 auf der ATP Challenger Tour avancieren lassen. Titelgewinne in Calgary und Rennes, Finalteilnahme in Drummondville, wo er auch im Doppel mit seinem Freund und Teamkollegen Manuel Guinard siegreich war. Von daher auch keine Überraschung, dass er sich auf der ATP-Weltrangliste auf Platz 161 der Tenniswelt vorkatapultiert hat.

In diesem Jahr bestreitet er seine zweite Saison für das Team Hämmerling TuS Sennelager und vom erneuten Ziel des Klassenerhalts in der 1. Tennis-Point Bundesliga ist er überzeugt. Er glaubt sogar, dass sportlich mit der Mannschaft noch mehr drin ist. Darüber und über seine sportliche Entwicklung bzw. Ziele hat sich der 24-jährige Franzose Arthur Rinderknech gegenüber dem VDS-Sportjournalist Frank Hofen (Pressestelle Team Hämmerling TuS Sennelager) in einem Interview geäußert.

? Herr Rinderknech, Glückwunsch. Sie sind aktuell der erfolgreichste Tennisprofi der ATP- Challenger-Tour. Wie überrascht sind Sie von dieser Entwicklung.
Arthur Rinderknech: Es ist auch für mich eine große Überraschung. Aber ich habe mit meinem neuen Coach sehr hart gearbeitet. Dass ich aber nach so kurzer Zeit schon so erfolgreich spiele, verwundert mich ebenfalls.

? Gibt es eine schlüssige Erklärung dafür.

Arthur Rinderknech: Ich bin im Januar zu Sebastian Vilette, meinem neuen Coach, gewechselt. Wir haben nicht viel verändert, aber scheinbar hat er an den richtigen Schrauben gedreht. Ich spiele nun während der Matches meine Stärken wesentlich besser aus und treffe daher im Moment auch auf dem Platz die richtigen Entscheidungen.

? Was haben Sie anders gemacht als sonst. Mehr trainiert. Bessere Fitness. Leben Sie sportlicher. Wieso diese Leistungsexplosion.

Arthur Rinderknech: Wie gesagt, viel geändert habe ich eigentlich nicht. Auch nichts Besonderes. Aber zwei, drei kleine Veränderungen in meinem Spiel machen auf diesem Niveau eine ganze Menge aus.

? Was war für Sie in den vergangenen Wochen der emotionalste Moment.

Arthur Rinderknech: Sicherlich der Turniersieg in meiner neuen Heimat in Rennes, denn dort bin ich von Paris aus hin gezogen. Vor unglaublichen 3.500 Zuschauern im Finale zu gewinnen, die mich zu jeder Zeit gepusht haben, hat mir viel bedeutet. Es war für mich daher ein perfektes Turnier. Vielleicht ist es von der Stimmung her sogar das beste Challenger-Turnier der Welt.

?…und der sportlichste Moment.

Arthur Rinderknech: Natürlich in Rennes der Turniersieg, aber auch der Doppeltriumph mit meinem Freund Manuel Guinard in Drummondville in Kanada. Ich war nach meiner dortigen Finalniederlage körperlich am Ende, aber Manuel hat mich immer wieder gepusht und unterstützt, sodass ich ihn nicht hängen lassen durfte. Am Ende gewannen wir zusammen das Turnier mit 7:6 7:6. Einfach unglaublich.

? Vor zwei Jahren waren sie die Nummer 1065 der ATP-Weltrangliste, heute sind sie die Nummer 161. Kann man so etwas erträumen.
Arthur Rinderknech: Ich stand auch deshalb nur auf 1065, weil für mich damals der Schwerpunkt mein Studium an der Texas A & M University war. Zu der Zeit lebte ich auch dort. Heute glaube ich, dass ich mich spielerisch in den nächsten Monaten noch weiter verbessern kann, denn mein sportliches Ende soll noch nicht erreicht sein.

? Sie haben erst in Texas studiert und sich danach dem Profitennis zugewandt. Warum ein solcher Karriereweg.
Arthur Rinderknech: Weil ich damals einfach noch zu jung und vom Kopf her nicht bereit für Tennis war. Ich hatte noch nicht das Niveau für die Profitour und war einfach zu schwach. Zudem ist die Profitour sehr sehr teuer. Von daher machte es keinen Sinn für mich, denn es wäre nur reines Geldverbrennen gewesen. Erst zu studieren war die richtige Entscheidung, wobei ich aber auch am College mein Spiel deutlich verbessern konnte.

? Sie waren nicht bereit für nur Tennis. Warum nicht.

Arthur Rinderknech: Ich ging in eine normale Schule und hatte nicht die Zeit für bis zu fünf Stunden am Tag zu trainieren. Höchsten mal zwei Stunden. Außerdem war ich körperlich zu schwach. Ich bin schnell gewachsen und wog einfach zu wenig. Mit 18 Jahren war ich in Frankreich nur die Nummer sechs in meiner Altersklasse.

? Wer gab Ihnen den Impuls erst zu studieren.

Arthur Rinderknech: Das habe ich selber entschieden, denn mein Spielniveau war einfach zu schwach. Mein Kopf sagte mir, erst ein Studium.

? Gehörten Sie als Jugendlicher einem Förderprogramm an.

Arthur Rinderknech: Der französische Tennisverband half mir etwas beim Training. Finanziell aber nicht, was auch verständlich war. Ich gehörte nie zu den Top drei meines Jahrgangs.

? Was hat Ihnen, außer dem Bachelor-Abschluss, das Studium gebracht.

Arthur Rinderknech: Ich bin wesentlich entspannter, denn Tennis ist nicht alles für mich. Mein Leben basiert von daher auch nicht nur um den Sport mit der gelben Filzkugel. Sollte es zu mehr aber nicht reichen, dann kann ich jeder Zeit sagen, danke es war eine schöne Zeit. Ich gehe jetzt als Bachelor of Business in die Arbeitswelt und höre mit dem Profitennis auf.

? Können Sie jungen Tennisspielern einen solchen Weg empfehlen.

Arthur Rinderknech: Das kann ich jedem nur empfehlen. Es sei denn, er steht unter den Top 10 der ITF-Juniorenweltrangliste. Wichtig ist natürlich eine College mit einem guten Trainer, der dich unterstützt und sportlich entwickeln kann. Der Übergang vom Junior zum Erwachsenen ist einfach riesig auf der Tour.

? Ihr Kapitel Texas ist abgeschlossen. Wie sehen heute ihre weiteren Pläne aus.

Arthur Rinderknech: Ich will mich weiter verbessern und schauen wie weit ich noch nach vorne kommen kann. Zumal ich nun in Rennes meinen festen Standort habe, wo ich regelmäßig trainieren kann.

? Sie sind erst 24 Jahre. Beginnt jetzt Ihre Profikarriere als Tennisspieler.

Arthur Rinderknech: Das stimmt, jetzt geht’s eigentlich erst richtig los.

? Mit ihrem ATP-Ranking 161 können Sie auch große ATP Tour Events spielen. Ist Ihr Ziel jetzt das Dabeisein bei Grand-Slam-Turnieren.
Arthur Rinderknech: Mein Ziel ist es natürlich die größeren Events zu spielen. Im Moment reicht es bei diesen großen Major-Turnieren aber nur für die Qualifikation. Ein paar Plätze muss ich mich noch verbessern.

? In Frankreich gehören Sie aktuell zu den besten 15 Profis des Landes. Wurde das irgendwie in ihrem Land wahrgenommen. Oder beim französischen Tennisverband.
Arthur Rinderknech: Ich hatte schon ein paar Presseartikel in einigen Tennismagazinen in Frankreich. Durch meinen Club Team Hämmerling sogar welche in Deutschland, was für mich natürlich super ist. Ein positives Feedback vom Verband gab es auch, er hat mir gratuliert.

? Gibt es den Wunsch, einmal ins Davis-Cup-Team berufen zu werden.

Arthur Rinderknech: Na klar, das wäre ein Traum. Aber in Frankreich gibt es so viele gute Spieler. Um dahin zu kommen, muss ich einfach noch besser werden um überhaupt eine realistische Chance zu haben.

? Seit zwei Jahren spielen sie im Team Hämmerling für den TuS Sennelager. Im vergangenen Jahr erstmals in der 1. Tennis-Bundesliga. Haben Sie an den Klassenerhalt geglaubt.
Arthur Rinderknech: Sennelager ist eine tolle Mannschaft und Paderborn eine schöne Stadt. Ich hatte schon zu meiner Zeit beim Suchsdorfer SV gemerkt, dass Sennelager über eine großartige Stimmung innerhalb der Mannschaft verfügt. So wurde ich letztes Jahr auch sofort willkommen geheißen. Unser Teamgeist war ausschlaggebend und ich hoffe, es bleibt auch in diesem Jahr so. Möglicherweise können wir uns sogar noch sportlich verbessern, wobei der ständige Austausch mit den Verantwortlichen zweifelsohne ein wichtiger Aspekt für die Mannschaft ist.

? Ist ein Bundesliga-Team mit dem Collegesport in den USA gleichzusetzen.

Arthur Rinderknech: Ja, da gibt es viele Gemeinsamkeiten. Es ist immer toll dort vor vielen Zuschauern zu spielen. Gerade unsere Heimspiele haben mich fasziniert, vor allem mit dem fairen Publikum. In Amerika sind die Zuschauer daher auch immer noch etwas verrückter, weil es ja auch >ihr< College ist.

? In dieser Saison sind Sie ein Aushängeschild der Mannschaft. Pusht Sie das, sozusagen als Leader dabei zu sein.
Arthur Rinderknech: Ich weiß nicht ob ich einer der Anführer bin. Es war immer unsere Stärke, dass wir eigentlich keinen Star hatten. Alle spielten mit Freude und unterstützten sich gegenseitig. Somit steht der Spaß und die Gemeinsamkeit zu gewinnen im Vordergrund. Stress oder Druck, haben wir uns nicht aufgebaut und er wurde auch nicht von den Verantwortlichen vorgegeben. Das war sicher unser Schlüssel zum Erfolg.

? Wir gehen einmal davon aus, dass der Klassenerhalt geschafft wird. Gibt es weitere sportliche Ziele in 2020 für Sie.
Arthur Rinderknech: Eines meiner Ziele ist neben dem Klassenerhalt für mich, die tolle Bundesliga-Stimmung für die zweite Turnierhälfte des Jahres mitzunehmen. Damit hoffe ich, auch weiterhin erfolgreich Tennis spielen zu können.

?…und wo möchten Sie im ATP-Ranking am Ende des Jahres stehen. Unter den Top 100. Oder sogar Top 50.
Arthur Rinderknech: Da will ich mir keinen Druck machen. Ich möchte mich einfach nur weiter entwickeln. Die Ergebnisse kommen dann von selbst und somit auch die Verbesserung auf der Weltrangliste.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und freuen uns auf ihr Dabeisein im Juli bei der Tennis- Bundesliga in Paderborn.

Arthur Rinderknech: Vielen Dank.

 

Bildzeile: Der Turniertitel im französischen Rennes war für Arthur Rinderknech der bisher emotionalsten Moment seiner Karriere…© Turnier Rennes

Bildzeile:… und mit der Tennis-Bundesliga-Mannschaft des Team Hämmerling TuS Sennelager glaubt er an den Klassenerhalt in der höchsten nationalen Liga. © Agentur Klick

Presse-Info 06 vom 13. März 2020
ATP- und ITF-Tour für Wochen stillgelegt
Tennisprofis vom Team Hämmerling hatten sowieso Pause eingeplant
Paderborn. Es hatte sich bereits angedeutet – nun ist es offiziell: In den kommenden sechs Wochen wird kein ATP-Turnier stattfinden. Inzwischen hat auch die ITF eine entsprechende Pause bekannt gegeben und ihre Turniere ausgesetzt. Die ATP-Tour sowie die ATP-Challenger-Tour wird in den kommenden sechs Wochen kein Turnier austragen. Das verkündete die ATP im Namen ihres Präsident Andrea Gaudenzi. Es sei die verantwortungsvolle und notwendige Maßnahme in dieser Zeit, im Interesse der Gesundheit und Sicherheit für Personal, Spieler, Turniere, Fans und die Allgemeinheit. Man werde die Lage natürlich weiterhin beobachten.

„Nach meinem Kenntnisstand hatten unsere Tennisspieler sowieso schon eine Turnierpause eingeplant“, sagt Teamchef Marc Renner, „so dass sie sich nun in ihren Heimatorten bzw. Trainingszentren aufhalten. Erst wenn das Turnierverbot auf gehoben wird, können wir dezidiert etwas über ihre weiteren Planungen aussagen.“ Um derzeit so wenig soziale Kontakte wie möglich einzugehen, hat Haupt- und Namenssponsor Ralf Hämmerling auch angedachte Pressegespräche sowie ein Sponsorentreffen zunächst einmal verschoben: „Wir wollen niemanden unnötigen Risiken aussetzen.“

Masters-Turniere in Miami und Monte Carlo fallen aus

Die Herren-Turniere sind bis in die Turnierwoche vom 20. April hinein abgesagt. Das betreffe – nach Indian Wells – somit die Miami Open, Houston, Marrakesch, Monte Carlo, Barcelona und Budapest. Zum Entschluss, die ATP-Turniere abzusagen, sei man nun gekommen, nachdem die Weltgesundheits-Organisation COVID-19, also den Coronavirus, als globale Pandemie erklärt und die USA ein 30-tägiges Einreiseverbot aus 26 Ländern erhoben habe.

„Das ist keine leichte Entscheidung, sie stellt einen großen Verlust für unsere Turniere, Spieler und Fans weltweit dar. Wir glauben jedoch, dass dies eine verantwortungsvolle Maßnahme ist, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Spieler, der Tennisgemeinschaft und der allgemeinen öffentlichen Gesundheit angesichts dieser globalen Pandemie zu schützen“, so Gaudenzi, „denn der weltweite Charakter unseres Sports und die damit verbundenen internationalen Reisen stellen erhebliche Risiken und Herausforderungen dar. Wir überwachen dies weiterhin täglich.“ Die Aussetzung der ATP-Tour gilt ab sofort.

Was passiert mit den Weltranglisten-Punkten?

Was dies für die Weltrangliste bedeutet, scheint jedoch noch unklar, denn normalerweise werden die Punkte nach einem 52-Wochen-Modus verrechnet. Streng nach Reglement würden die im Vorjahr erhaltenen Punkte somit allesamt wegfallen. Möglich scheint auch die Überlegung zu sein, die Punkte aus dem Vorjahr einzufrieren. Man sei aktuell „in sorgfältiger Überprüfung“, heißt es in der Pressemitteilung der ATP. Nach der ATP hat sich auch die ITF-Tour zu Wort gemeldet und ebenso eine Aussetzung ihrer Turniere bis mindestens einschließlich der Woche vom 20. April verkündet. Das betrifft unter anderem die ITF World Tennis Tour Juniors und demzufolge fällt auch das für die kommende Woche in Kamen geplante internationale ITF-Jugendturnier aus.