Mit einem 3:3-Unentschieden, nach 1:3-Rückstand aus den Einzeln, gegen den fünffachen Deutschen Mannschaftsmeister Kurhaus Lambertz Aachen feierten frenetische 1.300 Zuschauer den Klassenerhalt und wildfremde Menschen lagen sich in den Armen.

Es gibt eine Geschichte, die immer wieder gerne erzählt wird, wenn ungleiche Voraussetzungen aufeinander treffen. Die Protagonisten Asterix und Obelix lebten 50 Jahre vor Christus in einem kleinen Dörfchen in Gallien und haben sich immer wieder gegen die kriegslustigen übermächtigen Römer unter Julius Cäsar zur Wehr setzen müssen. Doch denen gelang es nie, sie zu besiegen. Doch was hat das mit der 1. Tennis-Bundesliga der Herren zu tun? Natürlich nichts! Vergleicht man allerdings den aus dem Paderborner Vorort stammenden TuS Sennelager mit seinen 80 Vereinsmitgliedern mit den Übrigen Clubs in der Eliteliga des nationalen Mannschaftstennissports, so kann einem dieser Vergleich schon in den Sinn kommen. Nach sieben Aufstiegen in Folge befand sich der sportliche Nobody als Team Hämmerling TuS Sennelager dann plötzlich in der 1. Tennis-Point Bundesliga und trat die sportliche Herausforderung an.

Sennelager Festspiele: Freibier für alle

Den 10. August 2019 werden sich nun so manche Tennis-Teammanager im Kalender rot anstreichen müssen, denn an diesem 8. Spieltag vollzog sich eine faustdicke ostwestfälische Überraschungs-Story. Mit einem 3:3-Unentschieden, nach 1:3-Rückstand aus den Einzeln, feierten 1.300 Zuschauer frenetisch den Klassenerhalt und wildfremde Menschen lagen sich in den Armen. Als dann auch noch Matthias Wittig (1. Abteilungsvorsitzender TuS Sennelager) die Parole >Freibier ausrief, begannen die >Sennelager Festspiele< auf der Anlage beim Paderborner TC Blau-Rot. „Es ist für Außenstehende sicherlich schwerlich nachzuvollziehen, was wir erreicht haben“, so Ralf Hämmerling, „doch wir, die für die Mannschaft verantwortlich sind, haben immer an die Realisierung unsers Traums vom Klassenerhalt geglaubt. Wir waren überzeugt, dass wir mit unserer Mentalität dass schaffen werden, denn ansonsten hätten wir den Aufstieg ja nicht annehmen müssen.“

Zittern bis zuletzt

Allerdings schien an diesem Samstag das Duell gegen die Kaiserstädter alles wieder unwirklich werden zu lassen. Lediglich der 25-jährige Norbert Gombos (ATP 118) konnte sein Einzel gegen den zuletzt im schweizerischen Gstaad mit der Finalteilnahme so erfolgreichen Cedrik-Marcel Stebe (ATP 258) in drei Sätzen gewinnen. Ansonsten verlor Frederico Ferreira Silva (ATP 277) glatt in zwei Durchgängen gegen Carlos Taberner (ATP 347), Ivan Gakhov (ATP 341) vergab zwei Matchbälle gegen Martin Cuevas (ATP 400), und Arthur Rinderknech (ATP 319) hielt gegen den deutschen Davis-Cup-Spieler Tim Pütz (ATP-Doppel 65) bestens mit, aber der Gewinn der Match-Tiebreaks entschied das Duell zugunsten des gebürtigen Frankfurters.

Und immer wieder stechen die Doppel

Doch Sennelager hat exzellente Doppelspieler und Taktikfuchs Marius Kur schickte das französische Duo Arthur Rinderknech/Manuel Guinard und die polnisch-niederländische Paarung Jan Zielinski/David Pel auf die Courts. Als die beiden Franzosen in einem unglaublichen Match die Zuschauer in einem emotionalen Begeisterungszustand versetzte, die Partie mit 7:5, 6:4 gegen Cuevas/Pütz gewann, forderte der 24-jährige Rinderknech die Zuschauer gestenreich auf, mit ihnen zur nebenan noch laufenden Begegnung Zielinski/Pel gegen Taberner/Langer mitzukommen. Als auch hier mit lautstarker Unterstützung des Publikums diese Partie mit 7:6(4), 6:2 zu Gunsten der Hausherren entschieden wurde, stand ein Punktgewinn für den Ligadebütanten fest.

Zum Saisonabschluss nach Köln

„Das reicht uns aber nicht“, so ein stets zurückhaltende Marc Renner und meinte, „denn Weinheim holte noch einen Punkt in Düsseldorf und mir müssen Sonntag nach Köln.“ So das Abstiegsszenario des Teamchefs um 18.22 Uhr, doch zwei Minuten später lautstarker Jubel rund um den Court. Via Liveticker wurde das Duell der Kurpfälzer in der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt verfolgt und zwei Minuten später stand mit dem 4:2-Sieg des Irmler-Teams die sportliche Zukunft der Ostwestfalen fest: Team Hämmerling TuS Sennelager spielt in der Saison 2020 in der 1. Tennis-Point-Bundesliga und die Klassenverbleibs-Fete auf der Anlage an der Hermann-Kirchhoff-Straße nahm seinen Lauf.

Großer Jubel beim ostwestfälischen Neuling Team Hämmerling TuS Sennelager über den Ligaverbleib in der 1. Tennis-Point Bundesliga. © Agentur Klick

Den Klassenerhalt des Team Hämmerling TuS Sennelager bewerkstelligten (stehend von links) Frederico Ferreira Silva, Ivan Gakhov, Philipp Scholz, David Pel, Norbert Gombos, Arthur Rinderknech, Jonas Kell (Physiotherapeut), Marius Kur (Coach) sowie (kniend von links) Louis Dietze, Julius Hillmann, Carlos Ramierz Uttermann, Manuel Guinard, Dragos Dima, Jan Zielinski, Marcin Matkowski und Teamchef Marc Renner. Im Kreis von links oben: Antoine Hoang, Alexey Vatutin und Jozef Kovalik. © Agentur Klick

Samstag kommt Kurhaus Lambertz Aachen • Sonntag zum Kölner THC Stadion Rot-Weiss Publikumsunterstützung nötig • Ziel ist 1000 plus • Paderborns Spitzen-Squasher sind dabei

Paderborn. Es ist ein Finish und wer letztlich ins Ziel kommt bzw. unmittelbar davor ins Straucheln gerät, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Am bevorstehenden Wochenende in der 1. Tennis-Point-Bundesliga der Herren steht ein Doppelspieltag am Samstag und am Sonntag an. Das Einzige was nach sieben Spieltagen feststeht, ist der erste von zwei Absteigern: Tabellenletzter Blau-Weiß Aachen. Gesucht wird die zweite Mannschaft, die die Kaiserstädter in die zweite Liga begleiten muss. Und wer wird Deutscher Mannschaftsmeister 2019? Diese Frage dürfte noch am ehesten entschieden sein, denn die mit 12:2 Punkten führenden Mannschaften spielen am Samstag gegeneinander. Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld muss zum Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim und der Sieger dieser Auseinandersetzung wird aller Voraussicht nach der nächste nationale Champion sein.
Bereits sieben Mal trugen sich die Kurpfälzer, die auf ihrer Anlage am Neckarplatt zum samstäglichen Duell mit einem Besucheransturm rechnen können, in die Siegerliste ein. Der HTC Blau-Weiss Krefeld, im Jahr 1923 am dortigen Stadtwald gegründet, hat bis dato lediglich zweimal den Deutschen Meistertitel bei den Senioren (1978/1985) gewonnen. Mit den Herren, die bereits im Gründungsjahr der Bundesliga 1972 dabei waren, bisher Fehlanzeige. Dies soll sich nun ändern. Mit dem neuen Haupt- und Namenssponsor, dem Finanzdienstleister Timberland Finance, ist ein dreijähriges Projekt geplant. Natürlich ist das Ziel des finanziellen Engagements der Gewinn des Titels. Dass dies bereits am Ende der laufenden 48. Bundesliga-Saison erreicht werden kann, kommt zweifelsohne überraschend und zudem recht schnell!
Während an der Tabellenspitze zwei Teams das Rennen unter sich ausmachen, ist die Findung nach dem zweiten Absteiger offen und extrem spannend. Bundesliga-Spielleiter Oliver Weber hat für die Zielgerade Spielpaarungen parat, in die gleich fünf von zehn Mannschaften verwickelt sind. Das beginnt mit dem Tabellensechsten Team Hämmerling TuS Sennelager (6:8 Punkte), gefolgt von beiden punktgleichen Teams TC Großhesselohe und fläsh TC Weinheim (beide 5:9) auf den Rängen sieben und acht. Mit einem Punkt weniger auf dem Konto liegt dahinter der Kölner THC Stadion Rot-Weiss (4:10). Ohne Punktgewinn mit 0:14 Zählen sind die Aachener Tabellenzehnter.
In einer gefühlten komfortablen Situation befinden sich die Paderborner, die in ihrem vierten und letzten Heimspiel am Samstag (Beginn 11.00 Uhr) den zweiten Aachener Bundesligaclub >Kurhaus Lambertz< empfangen. Ein Verein mit großer Tennistradition, die als Lawn Tennisklub im Jahr 1890 begann. Der ging später in TK Kurhaus – der Name bezog sich auf die damaligen Kureinrichtungen an der Monheimsallee, wo sie auch heute noch beheimatet sind – auf. Maßgeblich hat in den sechziger Jahren Hermann Bühlbecker den Tennisklub geprägt, der als Präsident 1968 das Clubhaus gebaut hat. Diese Tennisleidenschaft hat sich auf seinen heute 69-jährigen Sohn Dr. Hermann Bühlbecker übertragen. Der wiederum ist Alleingesellschafter der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG und die Lambertz-Gruppe ist der führende deutsche Hersteller für Backwaren und zugleich Weltmarktführer für Weihnachtsgebäck. Ob die Gäste für den ostwestfälischen Aufsteiger Geschenke dabei haben, ist eher unwahrscheinlich.
Das Lambertz-Team spielt seit 2004 in der ersten Tennis-Bundesliga und sie gewannen in den Jahren 2008/2009 sowie 2011 bis 2013 fünfmal die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Zudem haben sie sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell immer klangvolle Spielernamen parat, die die Erfolge ermöglichen. So gehörte früher unter anderem Philipp Kohlschreiber ebenso dazu, wie aktuell der Spanier Roberto Bautista-Agut (ATP 13), Jan-Lennard Struff (ATP 35) und Pablo Cuevas (ATP 49). Von diesem Trio wird aber niemand auf der Anlage des Paderborner TC Blau-Rot aufschlagen, denn die haben sich bereits im Hinblick auf die US Open zu ihren Vorbereitungsturnieren nach Kanada bzw. USA aufgemacht. Gleichwohl ist das was Teamchef Alexander Legsding aufbieten kann, so spielstark, dass abermals die Ostwestfalen als Außenseiter anzusehen sind. So könnte der belgische Davis Cup-Spieler Steve Darcis (ATP 195), war bereits die Nummer 38 der Welt, das Team mit dem Deutschen Cedrik-Marcel Stebe (ATP 258), Filippo Baldi (ATP 145), Carlos Taberner (ATP 347), Martin Cuevas (ATP 400) sowie dem Davis-Cup-Spieler Tim Pütz (ATP-Doppel 65) und Nils Langer anführen. Wer letztlich aufschlagen wird, entscheidet sich in den nächsten 48 Stunden, denn sie sind allesamt noch in Turnieren involviert.
Dass sich die >Hämmerlinger< auch vor etablierten Namen nicht verstecken müssen und ihnen davor auch nicht bange ist, haben sie eindrucksvoll bewiesen. Sechs Punkte auf der Habenseite, vor Saisonbeginn hat man ihnen sozusagen keine Chancen eingeräumt, sind der Beweis für couragiertes Auftreten. „Wir glauben immer an unsere Chancen“, so Namensgeber Ralf Hämmerling, „und da wir ganz dicht vor der Realisierung unseres Traums stehen, den Klassenerhalt zu ermöglichen, müssen wir Samstag noch einmal alles mobilisieren.“ Dabei hat der Paderborner Unternehmer nicht nur seine Tennisprofis im Blick, gemeint sind auch die Besucher: „1000 plus“, ist das Ziel, „denn wenn wir weiterhin Tennisspitzensport in Paderborn haben wollen, benötigen wir die entsprechende Unterstützung unserer Zuschauer.“ Bei den bisherigen Begegnungen war diese Besucherzahl stets gegeben und mit verschiedenen Aktionen der Medien, des Vereins bzw. der Sponsoren sollen die Ziele erreicht werden: Klassenerhalt sowie 1000 Zuschauer und mehr!
Unterstützung bekommt das Team Hämmerling TuS Sennelager am Samstag vom renommierten Paderborner Squash Club, der mit 15 Titeln Deutscher Rekordmeister ist. „Paderborn ist eine Sportstadt und dass dies so bleibt, unterstützen wir als Verein mit unseren Sportlern auch die anderen Sportarten. Wir stehen zusammen und wir zeigen das auch in der Öffentlichkeit“, so Geschäftsführerin Anna Wedegärtner, die mit ihre prominenten Squashern Simon Rösner, Nicolas Müller, Lennart Osthoff, Lucas Wirths und Cederic Lens bei der entscheidenden Bundesliga-Partie auf der Anlage an der Hermann-Kirchhoff-Straße dabei sein wird. Die sportliche Herausforderung wollen Teamchef Marc Renner und Coach Marius Kur mit einer spielstarken Formation bestehen und demzufolge werden um 11.00 Uhr bei der Mannschaftspräsentation auf der roten Asche des Centre Courts Frederico Ferreira Silva (ATP 277), Dragos Dima (ATP 353), Ivan Gakhov (ATP 222), Arthur Rinderknech (ATP 319), Jan Zielinski, David Pel, Philipp Scholz und der frühere Doppel-Weltranglisten-Siebte Marcin Matkowski stehen.
Zweifelsohne werden die Zuschauer ihren Blick auf die Partien auf der Blau-Rot-Anlage richten, aber genauso interessiert werden sie die übrigen Spielansetzungen im Tabellenkeller verfolgen. So muss der aufgestiegene Südmeister TC Großhesselohe zum Absteiger Blau-Weiß Aachen reisen und fläsh TC Weinheim ist Gastgeber für Badwerk Gladbacher HTC. Und die Kölner Domstädter, zu denen müssen die Paderborner am Sonntag reisen, wollen beim benachbarten Rivalen Allpresan Rochusclub Düsseldorf die Punkte gegen den Abstieg holen.

Einschwören auf das Ziel Klassenerhalt beim Team Hämmerling TuS Sennelager vor den letzten Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga mit (von links) Dragos Dima, Marius Kur (Coach), Julius Hillmann, Marc Renner (Teamchef), Jan Zielinski, Frederico Ferreira Silva undPhysiotherapeut Sascha Naerger.© Agentur Klick

Die ostwestfälischen Duos Hoang/Rinderknech & Kovalik/Pel holen das Unentschieden

Großhesselohe. Was dieses 3:3 und der damit verbundene Punktgewinn beim TC Großhesselohe wert sein kann, wird man voraussichtlich erst am kommenden Sonntag – nach dem letzten Spieltag – abschätzen können. Aktuell bedeutet er zumindest, dass das Team Hämmerling TuS Sennelager weiterhin mit einem Zähler Vorsprung vor dem ebenfalls letztjährig aufgestiegenen bayerischen Südmeister in der Tabelle liegt. Zahlenmäßig heißt das, die Ostwestfalen bleiben mit einem 6:8-Punktekonto vor dem heutigen Gastgeber mit 5:9 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Allerdings geht es sehr eng im Tabellenkeller zu, denn fläsh TC Weinheim hat überraschenderweis mit 4:2 beim Kölner THC Stadion Rot-Weiss gewonnen und ebenfalls einen Punktestand von 5:9. Die Kurpfälzer sind somit Tabellen-Achter. Durch die Niederlage sind die Domstädter (4:10 Punkte) nun auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und Tabellenletzter ist weiterhin Blau-Weiß Aachen. Die schlugen sich zwar achtbar auf eigener Anlage gegen den Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld, hatten nach den Einzeln ein 2:2, unterlagen aber letztlich mit 2:4 und tragen mit 0:14 Punkten weiterhin Schlusslicht der Tabelle.

Das verdiente Unentschieden des Teams Hämmerling TuS Sennelager geht auf die großartige Leistung der beiden ostwestfälischen Duos Antoine Hoang/Arthur Rinderknech und Jozef Kovalik/David Pel zurück, wobei – ohne die Leistungen der jeweiligen Partner zu schmälern – die Verlierer der Einzelpartien unbedingt alles wieder gut machen wollten. Die Resultats-Verbesserung gelang am schnellsten der slowakisch-niederländischen Paarung, wobei ein ausgeruhter David Pel mit seinen fast 2,0 Metern der führende Akteur war. Ihr 7:6(5), 6:4-Erfolg gegen MatthiasBachinger/Lucas Miedler ließ Hoffnungen aufkommen, doch noch etwas Zählbares aus München mitzunehmen. Generell ist festzuhalten, das spielerische Niveau in den beiden Doppelpartien war enorm hoch und einmal mehr bewiesen die Renner-Teams an diesem Tage ihre Erstligatauglichkeit.

Zum gezeigten Können gesellte sich auch noch ungeheure Spannung, denn der Doppelsieg der beiden im ersten Doppel aufgestellten Sennelager-Franzosen war nach zwei Sätzen greifbar nahe. 6:4, 5:4 und eigener Aufschlag, was sollte da noch schief gehen? In diesem zweiten Satz alles, denn trotz der drei Matchbälle kam es zum Satzausgleich. Mehr aber auch nicht. Das Sennelager-Gespann zeigte Moral und Siegeswillen und der letztlich verdiente 6:4, 5:7, 10:5-Sieg sorgte für große Freunde bei den Ostwestfalen. „Vor der Saison haben wir mit zwei Punkten gerechnet“, so ein strahlender 24-jähriger Rinderknech, „jetzt haben wir bereits sechs. Das ist unglaublich.“ Am Ende des Tages gab sich auch Teamchef Marc Renner wieder versöhnlich: „Unsere Einzel waren nicht gut, dass muss man kritisch anmerken. Was sie aber im Doppel gezeigt haben, ist nur mit großartig zu beschreiben.“

 Auch wenn im Vorfeld der Partie über die Formation der Gastgeber ein Mantel des Schweigens gelegt wurde, lediglich den Namen Florian Mayer hatten die Münchner gelüftet, gab es bei der Abgabe der Mannschaftsaufstellung um 10.30 Uhr am Sonntagvormittag auf Seiten der Hausherren keine Überraschung. „Damit haben wir gerechnet“, sagt Marc Renner, der seine vermeintlich beste Formation aufgeboten hatte: „Mehr geht personell bei uns nicht.“ Namentlich ist dem Teamchef beizupflichten, sportlich reichte es aber zunächst nicht. Nach etwas mehr als drei Stunden Spielzeit lagen die Ostwestfalen nach den vier Einzeln mit 1:3 im Hintertreffen.

Dabei begann die Auseinandersetzung beim Mitaufsteiger aus Sicht des Teams Hämmerling recht zuversichtlich, denn nach den ersten beiden Einzeln stand es zwischenzeitlich 1:1. Der 25-jährige Österreicher Dennis Novak (ATP 119) gewann ebenso verdient seine Partie mit 6:1, 6:4 gegen an den an Nummer eins spielenden Slowaken Jozef Kovalik (ATP 326), wie im parallel laufenden Match der für Sennelager angetretene Russe Alexey Vatutin (ATP 199). Der aus Wolgograd stammende 26-Jährige siegte überzeugend mit 6:1, 6:4 gegen den aus der Steiermark stammenden Sebastian >Ofi< Ofner (ATP 167).

Damit war aber das Kontingent der TuS-Siege ausgeschöpft, obwohl sicherlich mehr drin gewesen wäre. Sennelagers an Nummer vier eingesetzter Franzose Manuel Guinard (ATP 332) traf auf den deutschen Altmeister Florian Mayer, der im vergangenen Jahr seine internationale Karriere beendet hat. Der heute 35 jährige Bayreuther, auf dem Zenit seiner sportlichen Laufbahn die Nummer 18 der Welt, verlor zwar den ersten Satz gegen seinen 13 Jahre jüngeren Kontrahenten, aber auch nur den. Routine und Erfahrung kann Guinard in dem Alter nicht haben, aber davon hat der Gerry-Weber-Open-Sieger des Jahres 2016 unglaublich viel. In seiner ihm unnachahmlichen Ruhe beeindruckte ihn der Satzverlust in keiner Phase und je länger das Match andauerte, umso leichter kam Mayer zu Punkten. Allerdings weiß man nicht wie letztlich das Duell ausgegangen wäre, denn im ersten Satz beim 3:3 – bis dahin spielte Guinard sein wohl bestes Tennis – knickt er mit dem rechten Fuß um. Folglich war er, wenn auch nicht sichtbar, spielerisch gehandicapt und fand nicht mehr in sein Match zurück. Die 6:4, 1:6, 3:10-Niederlage war folge dessen das Resultat.

Für den zweiten Franzosen im Aufgebot des TuS Sennelager, Antoine Hoang (ATP 109), verlief das Duell anders herum. Der 23-jährige Tennisprofi aus der südfranzösischen Stadt Aix-en-Provence, der mit seiner ATP-Platzierung an den Top 100 der Welt sein derzeit bestes Ranking hat, traf auf den neun Jahre älteren Matthias Bachinger (ATP 125). Der gebürtige Münchner, schon einmal als Nummer 85 der Welt notiert, gewann recht schnell den ersten Satz. In dieser Phase war Hoang anzumerken, dass er bereits auf Hardcourt trainiert und sich so auf seine US-Turnierreise in die Staaten vorbereitet. Seine jetzige Umstellung auf Asche dauerte so seine Zeit, was dann aber im Verlaufe der Partie mit dem Gewinn des zweiten Durchganges zählbar wurde. Doch so ganz fand Antoine Hoang seinen Spielrhythmus nicht. Hinzu kam sein schlechtes Aufschlagspiel und zahlreiche ungenutzte Breakchancen, so dass am Ende – nach drei abgewehrten Matchbällen – der Münchner doch noch zu einem 6:2, 2:6, 12:10-Dreisatzsieg kam.

Das Hämmerling-Duo David Pel (links) und Jozef Kovalik hatte mit einem Zweisatzsieg maßgeblichen Anteil am Unentschieden der Ostwestfalen beim TC Großhesselohe.
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Arthur Rinderknech noch ungeschlagen • Erstmals in der Saison ein Nichtabstiegsplatz
Aachen. In der niederländischen Provinz Limburg liegt die knapp 10.000 Einwohner zählende Gemeinde Vaals, knapp acht Kilometer von Aachen entfernt, und dieses Städtchen wird künftig in der Vereinsgeschichte des TuS Sennelager einen festen Platz haben. Am 26. Juli kam das Team Hämmerling um 22.48 Uhr als Debütant der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren mit einem 5:1 gegen den Mitaufsteiger Blau-Weiß Aachen zum ersten Erfolg in dieser neuen Liga. Und warum in Vaals? Mehrere Regenunterbrechungen verzögerten tagsüber den gesamten Ablauf der Begegnung bei Blau-Weiß Aachen und so mussten letztlich die zweiten Sätzen in den beiden Doppelbegegnungen im benachbarten Niederlande zu Ende gespielt werden.
Beim Standortwechsel hatte das französische Sennelager-Duo Arthur Rinderknech/Manuel Guinard mit 6:3 den ersten Satz gewonnen, lag dann aber 1:3 zurück. Auch das zweite Hämmerling-Gespann Jozef Kovalik/Jan Zielinski hatte im Tiebreak mit 7:6(5) den ersten Satz gewonnen. Zwar gaben die Franzosen den zweiten Durchgang gegen de Bakker/Gigounon ab, doch im vierten Champions Tiebreak des Tages – drei davon buchten siegreich die Ostwestfalen – war ihr 6:3, 3:6, 10:8 Erfolg der vierte Punktegewinn und damit das Duell zu Gunsten der Paderborn entschieden. Wenige Minuten danach war dann auch Kovalik/Zielinski am Ziel. Sie sorgten mit ihrem Zweisatzsieg für einen phantastischen Erfolg und erstmals in dieser Saison steht Team Hämmerling TuS Sennelager mit 3:7 Punkten auf dem achten und einem Nichtabstiegsplatz in der Tabelle.
„Das wäre geschafft“, so TuS-Teamchef Marc Renner, „jetzt können wir ein wenig entspannter die nächsten Aufgaben angehen. Es fühlt sich großartig an, aber alle sind ganz schön platt.“ Während unisono alle >Hämmerlinger< das breite Strahlen im Gesicht hatten, freute sich Arthur Rinderknecht noch einen Deut mehr. Zum einen beging er am vergangenen Montag seinen 24. Geburtstag und die Mannschaft hat ihn am Freitag beim Frühstück mit einem Geschenk überrascht, was ihn wiederum noch mehr motivierte und er hat sich nun eine makellose 4:0-Bilanz erspielt. Er ist zweifelsohne der Motivator und sorgt mit seinen Siegen für die nötigen Glücksmomente im Team. Respekt, Monsieur Rinderknech!
Dagegen erwischte an diesem fünften Spieltag Sennelagers nächster Gegner fläsh TC Weinheim einen rabenschwarzen Tag. Sie kassierten beim derzeitigen Tabellenzweiten BW Timberland Finance Krefeld mit 1:5 eine deutliche Niederlage, die bereits nach den Einzeln mit 0:4 feststand. Überraschenderweise konnte das Doppel Moritz Baumann/Jonas Lütjen gegen die beiden italienischen Spitzenspieler Stefano Travaglia/Alessandro Giannessi in zwei Sätzen gewinnen und so den Ehrenpunkt für die Kurpfälzer buchen. Ansonsten gab es Einzelniederlagen für Andrea Arnaboldi (ATP 218/Italien), Luca Vanni (ATP 246/Italien), Sadio Doumbia (ATP 375/Frankreich) und für den 30-jährigen Deutschen Frank Wintermantel. Ob am Sonntag im Heimspiel gegen Team Hämmerling TuS Sennelager auf Seiten der Weinheimer personell aufgerüstet wird, ist nicht bekannt. Aber auszugehen ist davon, zumal der Gastgeber nach der Niederlage vom Freitag auch nur ein 3:7-Punktekonto hat und auf einem Abstiegsplatz abgerutscht ist.
Keinen geregelten Ablauf kam in der ersten Einzelrunde zustande, denn Regen und Gewitter sorgten für zwei längere Unterbrechungen. Sie betrafen vor allem die Partien zwischen Germaine Gigounon und Alexey Vatutin bzw. Yannik Reuter und Manuel Guinard. Möglicherweise brachten diese Spielpausen auch die Konzentration des 26-jährigen Vatutin (ATP 201) aus dem Rhythmus, denn eigentlich stellte ihn sein vier Jahre älterer belgischer Kontrahent Gigounon vor keine allzu große Herausforderungen. In beiden Sätzen war stets eine 4:0-Führung möglich, doch im „Spiel der verpassten Chancen“ (so Teamchef Marc Renner) machte der in Barcelona lebende Russe eine Reihe leichter Fehler. Irgendwie fand er aber doch noch zum jeweiligen Satzende zu seiner spielerischen Linie zurück und mit einem 6:4, 7:5 Sieg erspielten sich die Paderborner die 1:0 Matchführung im Duell der Kellerkinder.
Wesentlich länger dauerte die Auseinandersetzung der an Nummer vier gesetzten Akteure, Yannik Reuter gegen Manuel Guinard (ATP 339), zumal sich beide in der Spielanlage sehr ähneln. Lange und flache Ballwechsel von der Grundlinie gespielt, die Plätze waren zudem auf Grund des Regens relativ weich, ließen keinen Netzangriffe zu und so wurde dieses Duell ein Nervenspiel. Es war demzufolge auch nicht verwunderlich, dass nach dem Satzgewinn des 23-jährigen Guinard, es im zweiten Durchgang zum Satzausgleich kam. So ging es in den Champions Tiebreak und in diesem hielt der fünf Jahre ältere Belgier Reuter, der vor Jahren zu den besten 200 der Welt zu zählen war, recht ordentlich mit. Doch es reichte nicht: der 7:6(4), 2:6, 10:7 Dreisatzsieg des erstmals eingesetzten Franzosen sorgte beim ostwestfälischen Liganeuling für eine 2:0-Führung. Dieses bis dato für das Team Hämmerling TuS Sennelager unbekannte und erstmals erlebte Zwischenresultat sollte möglichweise durch ihre Nummer eins, Jozef Kovalik (ATP 186), gegen Thiemo de Bakker (ATP 338) ausgebaut werden.
Allerdings weiß man den 30-jährigen Niederländer nie so richtig einzuschätzen. Die ehemalige Nummer 40 der Weltrangliste kann großes Tennis spielen und in einem Match auch völlig daneben liegen. So begann die Aachener Nummer eins dann auch mal wieder recht spielstark und mit seiner dominierenden Spielweise gewann er den ersten Satz. Allerdings wurde Sennelagers 26-jähriger Slowake mit zunehmender Spieldauer besser und gestaltete den zweiten Satz siegreich für sich. Er war demzufolge auf dem besten Weg sein Team mit 3:0 nach vorne zu bringen, denn eine 7:4 Führung im Champions Tiebreak ließ diese Hoffnung aufkommen. Doch in dieser Phase servierte der aus Den Haag stammende niederländische Davis-Cup-Spieler fast fehlerfrei und sorgte mit einem 6:3, 3:6, 10:8 Sieg für den Anschlusspunkt.
Gottlob hat aber das Renner-Team einen Arthur Rinderknech (ATP 356) in seinen Reihen, der gegen den erstmals aufgebotenen belgischen Aachener Clement Geens souverän das Duell begann. Der 6:2-Satzgewinn stellte auch die Überlegenheit in Zahlen dar, doch die Partie kippte zu Gunsten des 23-Jährigen. Der aus der berühmten Stadt Waterloo stammende Tennisprofi wusste nun seine Breakchancen zu nutzen und der 24-jährige Franzose hatte mit 3:6 den Ausgleich hinzunehmen. Doch dies beeindruckte den sympathischen Sennelager Profi keineswegs und sein glatter Erfolg im Champions Tiebreak brachte ihm mit 6:2, 3:6, 10:4 seinen dritten Sieg im dritten Einsatz ein und ließ beim 3:1-Zwischenresultat zarte Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg in der 1. Tennis-Point-Bundesliga aufkommen. „Die haben aber starke Doppel“, argwöhnte dagegen Marc Renner, was letztlich auch stimmte, aber seine Formationen waren an diesem späten Freitagabend einfach besser.
Ungeschlagen ist der 24-jährige Franzose Arthur Rinderknech noch in der 1. Tennis-Point-Bundesliga und hat für das Team Hämmerling TuS Sennelager eine makellose 4:0-Bilanz erspielt und führte die Mannschaft am fünften Spieltag auf einen Nichtabstiegsplatz. © Agentur Klick
Nach dem Sieg am Freitag in Aachen folgt der nächste Paukenschlag mit 4:2 in Weinheim
Weinheim. Ohne den selbsternannten Experten und Fachleuten zu nahe treten zu wollen, mit diesen Paukenschlägen war in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren nicht zu rechnen. Dass sich Teams wie der Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim, BW Timberland Finance Krefeld oder Badwerk Gladbacher HTC an der Tabellenspitze behaupten würde, daran zweifelte niemand. Dass aber ein Nobody des nationalen Mannschaftssports sich in die positiven Schlagzeilen spielen würde, war nicht zu erwarten. Im Gegenteil. Als sich das Team Hämmerling TuS Sennelager, wo ist das denn wurde immer wieder gefragt, nach seinem siebten Aufstieg in Serie plötzlich in der Eliteliga wieder fand, zog so mancher Kontrahent die Augenbrauen hoch. Na ja, ein Jahr und dann wieder tschüss. Zumal der Namens- und Hauptsponsor Ralf Hämmerling lediglich mit einem Etat von 100.000 Euro diese Vorhaben anging, dafür aber fast gebetsmühlenartig von Teamgeist sprach der alles möglich machen kann, was vielfach müde belächelt wurde.
Spätestens an diesem sonntäglichen 28. Juli, dem siebten Spieltag der Liga, muss die sportliche Geschichte der Paderborner neu bewertet werden. Nach dem 5:1-Sieg in Aachen folgte am heutigen Sonntag ein 4:2-Erfolg und so muss man sich die Augen gleich zweimal reiben, denn das Team Hämmerling TuS Sennelager rangiert auf dem sechsten Tabellenplatz. Mit einem Punkt Vorsprung von dem TC Großhesselohe und dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Den heutigen siegbringenden vierten Punkt steuerte im Doppel das Duo Hoang/Zielinski mit einem souveränen Zweisatzsieg (6:3, 6:1) gegen Fabbiano/Vanni bei, das zweite Sennelager-Gespann Rinderknech/Guinard unterlag mit 6:2, 4:6, 3:10 Arnaboldi/Wintermantel, so dass letztlich Oberschiedsrichter Carsten Krumm die >Hämmerlinger< mit einem zweiten Gesamtsieg in Folge auf die Heimreise schicken konnte. „Wir haben in zwei Spielen Big-Points gemacht“, so Teamchef Marc Renner“, und mit fünf Pluspunkte können wir jetzt entspannter die nächsten Herausforderungen angehen.“
So ruhig wie Renner die Begegnungen analysiert, so wenig aufgeregt scheint auch der Aufsteiger seine Aufgaben zu lösen, denn der Spieltag in Weinheim begann für die Ostwestfalen fast so ähnlich wie am Freitag bei Blau-Weiß Aachen. Während in der alten Kaiserstadt nach Beginn der beiden Einzel auf Grund von Regen und Gewittern die Partien unterbrochen werden musste, ging in der Kurpfalz bei Spielbeginn um 11.00 Uhr gar nichts. Auch hier setzten zunächst kräftige Regenschauer die Plätze unter Wasser, so dass erst zwei Stunden später die Begegnung starten konnte. Und die Analogie vom letzten Spieltag in Aachen konnte fortgeschrieben werden. Abermals hatte sich das Team Hämmerling TuS Sennelager nach vier Einzeln eine 3:1-Führung erspielen können, gegen einen Kontrahenten, der ebenfalls gegen den Abstieg zu kämpfen hat. Einmal abgesehen von den miserablen Wetterbedingungen, gab es zudem personelle Probleme im Team von Marc Renner. Der bis dato so spielstarke Franzose Arthur Rinderknech hatte Oberschenkelprobleme und blieb zunächst draußen. Ebenfalls nur Zuschauer war der Portugiese Federico Ferreira Silva, dem die Adduktoren zu schaffen machten.
Ob auf dem Court, oder am Rande der Aschenplätze, der Bundesliga-Aufsteiger Sennelager sorgt derzeit für beste Unterhaltung. Nach dem verspäteten Beginn mussten zunächst Jan Zielinski und Alexey Vatutin (ATP 201) auf die rote Asche und der 21-jährige Warschauer hielt gegen den fünf Jahre älteren Renzo Olivo (ATP 259) recht gut mit. Bis zum Stande von 5:5. Als der Pole beim Aufschlag seines Kontrahenten, aber eigener 40:0 Führung das Break nicht nach Hause bekam, war sozusagen das Match gelaufen. Der gebürtige argentinische Davis-Cup-Spieler mit italienischem Pass gewann dann überzeugend mit 7:6(3), 6:2. Dass dies der einige Einzelpunkt sein würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt auf Seiten der Gastgeber niemand. Hoffnung auf mehr kam beim TC Weinheim auf, denn Andrea Arnaboldi, der in der Bundesliga bereits für Wacker Burghausen und dem 1. FC Nürnberg gespielt hat, holte sich den ersten Satz gegen Alexey Vatutin. Doch der Mann aus Wolgograd stellte danach sein Spiel gegen den 31-jährigen Italiener um. Mit langen zermürbenden Slicebällen zeigte einmal mehr der 26-jährige Russe sein spielerisches Potential und der Dreisatzerfolg (4:6, 6:2, 10:3) brachte das zwischenzeitliche 1:1.
Recht zügig und erfolgreich ging es für den Tabellenachten aus Paderborn weiter, denn als nächstes stand der 23-jährige Manuel Guinard (ATP 339) auf dem Platz. Seine Herausforderung war der elf Jahre ältere Weinheimer Luca Vanni (ATP 246), der bereits schon zu den besten 100 Tennisprofis der Welt gehört hat. Auch dass der Italiener bereits sechs Challenger gewonnen und auch einmal in einem ATP World Tour-Event in Sao Paulo im Finale gestanden hat, beeindruckte den Mann aus Saint Melo – der bretonischen Küstenstadt mit dem größten Touristenzuspruch aller französischer Städte – nicht. Auch wenn der Franzose im ersten Satz hin und wieder leichtsinnig Vorteile verspielte, zog er letztlich sein Spiel durch und gewann deutlich mit 7:6(3), 6:2 die Partie.
Sehenswert war die abschließende Auseinandersetzung der beiden Spitzenspieler. Sowohl Thomas Fabbiano (ATP 90) als auch der erstmals auf Seiten Sennelagers eingesetzte Antonine Hoang (ATP 105) boten allerbesten Tennissport. Der 30jährige Italiener, in der vergangenen Woche noch im Viertelfinale des ATP Tour-Event von Gstaad gestanden, traf auf einen hochmotivieren Franzosen. Der war von seiner Turnierreise aus Kanada zum Team gestoßen und zeigte einmal mehr auf, dass er sich spielerisch enorm verbessert hat. Sein aktuelles ATP-Ranking an der 100er-Grenze gibt das auch in Zahlen her. Erfreulich dann im Match auch, dass er den ersten Satz knapp für sich entscheiden konnte. In der Folge steigerte sich der sieben Jahre älterer Gegner aber verdeutlich. Festzustellen war auch, dass er schon länger auf der Profitour agiert und mit einem glatten Satzgewinn konnte er den Ausgleich herstellen. Wer nun geglaubt hat, dass das Duell auf Grund der verbesserten Matchführung zu Gunsten der Weinheimer Nummer eins entschieden sei, der lag daneben. Antonine Hoang, der sich in früheren Zeiten vielfach selber unter Druck gesetzt hat, präsentierte sich als ein abgezockter Franzose. Selbst zwei Matchbälle im Champions Tiebreak gegen sich brachten ihn nicht aus der Konzentration. Um 16.44 Uhr nahm das Team Hämmerling sein 5:7, 6:3, 12:10-Sieg begeistert auf und mit einer 3:1 kamen große Hoffnungen auf einen zweiten Auswärtserfolg in der 1. Tennis-Point Bundesliga auf.

Am heutigen siebten Spieltag führte Antonine Hoang erstmals als Nummer eins das Team Hämmerling TuS Sennelager an und mit zwei Siege trug der Franzose maßgeblich zum Auswärtssieg bei fläsh TC Weinheim bei. © Agentur Klick

Der Mitaufsteiger aus dem Süden hat klangvolle Namen im Team aber noch keinen Sieg
Paderborn. Auch wenn der augenblickliche Tabellenstand nach sechs Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren für den Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager sehr erfreulich ist, lassen sich die Verantwortlichen davon nicht blenden. „Wir stehen zwar derzeit auf dem sechsten Rang, können aber die gute Platzierung realistisch einschätzen“, sagt Teamchef Marc Renner, „denn wir benötigen noch einen Sieg, um den Klassenerhalt perfekt zu machen.“ Das eine gewisse Skepsis und letztlich auch eine gewisse Demut in seinen Worten mit schwingt, hängt zweifelsohne mit der bevorstehenden siebten Meisterschaftsrunde am kommenden Sonntag (04. August) zusammen, die Klarheit über die beiden Absteiger bringen könnte.
Mehr oder weniger wird sich das Schlusslicht Blau-Weiß Aachen bei einem 0:12 Punktekonto, somit bereits drei Zähler Rückstand auf fläsh TC Weinheim als Tabellenneunten (3:9 Punkte), die sich wohl wieder mit der 2. Liga im kommenden Jahr anfreunden müssen. Zumal für die Kaiserstädter die anstehende Herausforderung beim noch ungeschlagenen Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld kaum lösbar ist. Krefelds Teamchef Olaf Merkel wird „alle Spieler, die noch in Europa sind, wollen für uns spielen“ eine spielstarke Formation aufbieten, denn die Tabellenführung soll unbedingt bis zum Duell beim Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim am vorletzten Spieltag (10. August) verteidigt werden. Demzufolge dürfte am Sonntagabend auch die Entscheidung über den ersten Absteiger gefallen sein. Eine weitere Vorentscheidung könnte sich in der Domstadt anbahnen. Die Kurpfälzer liegen mit nur einem Punkt weniger auf der Habenseite hinter dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss, die die Weinheimer zu Gast haben. Ein Sieg für die Rheinländer, die seit 2015 dem Oberhaus angehören, könnte sie von Abstiegsängsten befreien.
Auf Grund des besseren Satzverhältnisses rangiert der bayerische Aufsteiger TC Großhesselohe mit einem Punktestand von 4:8 vor den Domstädtern, denen ein Sieg Luft zum Atmen im Tabellenkeller verschaffen könnte. Nicht anders sieht es beim traditionsreichen Münchner Vorstadt-Club aus, der im Duell der beiden Liganeulinge die Ostwestfalen erwartet. „Unsere beiden Siege am letzten Wochenende haben alle aufhorchen lassen“, so Renner, „und ich bin überzeugt, dass Großhesselohe gegen uns mit einer sehr starken Formation antreten wird.“ Mit dieser Einschätzung liegt Renner sicherlich nicht daneben, zumal die Siege der Paderborner die Konkurrenz aufgeschreckt und somit die potentiellen Kandidaten im Duell um den Klassenverbleib gegen die >Hämmerlinger< gewarnt hat. Nach 16 Jahren Abstinenz ist der TC Großhesselohe im vergangenen Jahr als Südmeister ins Oberhaus zurückgekehrt und Teamchef Bernard Eßmann formulierte eine deutliche Zielvorgabe: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“
Dass eine gewisse Nervosität auf der Anlage am Isarhochufer vorherrscht, ist auch daran zu erkennen, dass man sich angesichts der möglichen Formation in Schweigen hüllt. „Bekanntgeben kann ich nur, dass Florian Mayer spielen wird“, sagte Großhesselohes Pressesprecher Robert M. Frank, „mehr will Teammanager Christopher Kas nicht verraten.“ Fakt ist, sie wollen sich langfristig in der 1. Tennis-Bundesliga etablieren und mit ihrem prominent besetzten Kader von bayerischen Weltklassespielern – vor allem im Vergleich zum TuS Sennelager – haben sie sich sicherlich aktuell mehr ausgerechnet als gegenwärtig Tabellenplatz sieben.
Namen gefällig? Zum Einsatz kamen bis dato unter anderem der zweifacher German-Open-Sieger Nikoloz Basilashvili (ATP 16) aus Georgien, Dennis Novak (ATP 119), Kamil Majchrzak (ATP 100), Matthias Bachinger (ATP 125), Peter Gojowczyk (ATP 122) oder der aktuelle Doppel-French-Open-Sieger Kevin Krawietz (ATP-Doppelweltrangliste 25). „Viele unserer Spieler kennen die 1. Liga. Unser Ziel ist ein im Saisonverlauf möglichst frühzeitiger Klassenerhalt.“, sagt Eßmann. In einem sind die Ostwestfalen dem Mitaufsteiger aus dem Süden einen Schritt voraus. Sennelager hat zwei Siege, dass Team um den früheren deutschen Davis-Cup-Spieler Christopher Kas hat noch keinen Sieg verbuchen können. Ihre vier Punkte resultieren aus den Unentschieden gegen Allpresan Rochusclub Düsseldorf, Kölner THC Stadion Rot-Weiss, Badwerk Gladbacher THC und Kurhaus Lambertz Aachen. Folge dessen soll sich dies am Sonntag ändern und angesichts der mageren Informationspolitik der Gastgeber muss angesichts des möglichen Personals spekuliert werden.
Die beiden Österreicher Dennis Novak und Sebastian Ofner (ATP 167) sind in Kitzbühel beim 250er ATP-World-Event sowohl im Einzel als auch im Doppel ausgeschieden, ebenso wie Matthias Bachinger. Mit Ihnen ist ebenso zu rechnen wie mit Daniel Brands (ATP 277) oder dem Polen Majchrzak, der beim ATP-Challenger im polnischen Sopot als Nummer zwei der Setzliste bereits in der ersten Runde gegen den Mannheim Jeremy Jahn (ATP 420) verloren hat. Auf keinen Fall werden Peter Gojowczyk und Kevin Krawietz da sein, denn die weilen bereits in den USA.
Derweil noch nicht in den Staaten sind die beiden Hämmerling-Spitzenspieler Antoine Hoang (ATP 109) und Jozef Kovalik (ATP 326), die demzufolge dem Team zur Verfügung stehen werden. Offen ist noch die Position des Nicht-EU-Spielers, wobei sich die Nominierung zwischen den beiden Russen Alexey Vatutin (ATP 199) und Ivan Gakhov (ATP 381) entscheiden wird. Die Reise nach Pullach in den Ortsteil Großhesselohe werden auf jeden Fall Dragos Dima (ATP 322), Arthur Rinderknech (ATP 357) und David Pel (ATP-Doppel 109) antreten. Diese personelle Sennelager-Formation besitzt sicherlich nicht die großen Namen, wie die der Bayern. Ist aber leistungsmäßig so ausgeglichen, dass ihnen auch bei der dritten Auswärtsbegegnung in Folge eine Überraschung zuzutrauen ist. Wie sagte unlängst ein optimistischer Hauptsponsor Ralf Hämmerling: „Die halbe Miete ist geschafft, denn nun können wir es selber schaffen und sind von keiner anderen Mannschaft mehr abhängig. Noch ein Sieg und wir bleiben drin.“

Wer letztlich am Sonntag für den TC Großhesselohe im Duell gegen das Team Hämmerling TuS Sennelager auflaufen wird, ist nicht bekannt, bis auf eine Ausnahme: der 35-jährige Florian Mayer, ehemals die Nummer 18 der Weltrangliste, tritt gegen die Ostwestfalen an. © GERRY WEBER OPEN_KET

Nach den Titelanwärtern kommen nun vermeintlich leichtere Aufgaben
Marc Renner: „Konnten teilweise spielerisch mithalten, es fehlte das Quäntchen Glück“
? Herzlichen Glückwunsch, Sie sind nicht mehr Tabellenletzter. Macht die Tennis-Bundesliga jetzt eigentlich mehr Spaß.
Marc Renner: Absolut. Das war aber auch schon in den ersten Spielen so, nur nach dem der letzten Begegnung noch mehr. Wir haben auf der Anlage vom Paderborner TC Blau-Rot bei drei Heimspielen tolle Events gehabt und unsere Zuschauer dabei hervorragenden Tennissport geboten, wie er so sicherlich bei uns noch nicht zu sehen war. Sportlich gesehen ist die erste Tennis-Point-Bundesliga doch noch einmal ein riesiger Unterschied zur zweiten Liga. Von daher ist es großartig zu sehen, dass wir dabei sind.
? Nach dem geglückten Punktgewinn am letzten Sonntag ist die Freude sicherlich recht groß. Sie sind jetzt Tabellenvorletzter. Beginnt nun die eigentliche Herausforderung.
Marc Renner: Gegen Krefeld wurden wir nun endlich auch vom Ergebnis her belohnt. Wobei sicherlich auch ein Sieg möglich gewesen wäre. Leider fehlte uns in den Begegnungen gegen Mannheim und Gladbach das Quäntchen Glück, um auch gegen große Teams zu punkten. Ja, jetzt beginnt der wichtige Teil der Saison, gegen Mannschaften, gegen die wir mehr holen wollen. Allerdings sind wir auch keine Träumer. Wir wussten von Anfang an, dass es schwer für uns wird und wir nur der krasse Außenseiter sind. Auf Grund unseres kleinen Etats haben wir, bis auf wenige Ausnahmen, nur Spieler die auf der Challenger- oder Future-Tour zu Hause sind. Unsere Chance in der Liga zu bleiben ist daher sehr gering, aber durchaus möglich.
? Sie mussten in den ersten vier Partien nur gegen ambitionierte Clubs antreten. Das wussten Sie aber auch vorher. Hat Sie trotzdem die Leistungsstärke überrascht.
Marc Renner: Nicht wirklich. Zu Beginn einer jeden Bundesliga-Saison treten die Mannschaften fast nur in starker Besetzung auf. Hinzu kam, dass wir an den ersten vier Spieltagen auf drei Meisterschaftsfavoriten trafen, die aktuell auch die Tabelle anführen. Wenn die dann auch noch mit ihren Topspielern kommen, dann wird es nun einmal sehr schwer für uns. Wir haben aber immer gut dagegen gehalten.
? Dafür kann man Ihrer Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Gleichwohl waren einige aber spielerisch überfordert.
Marc Renner: Das sehe ich etwas anders. An den ersten beiden Spieltagen konnten alle spielerisch durchaus mithalten. Leider fehlte uns hier und da ein wenig das Glück, oder auch ein Ticken mehr Erfahrung. Natürlich gibt es da Qualitätsunterschiede, sonst würden die gegnerischen Spieler ja auch nicht in der Weltrangliste teilweise bis zu 200 Plätze höher stehen als unsere.
? Hinzu kam, dass einige Ihrer Spieler an den Spieltagen nicht da waren. Lief da in der Absprache etwas falsch.
Marc Renner: Wir können nicht an jedem Spieltag in Bestbesetzung auflaufen. Auch aufgrund unseres niedrigen Etats schon nicht. Von daher müssen einige Spieler ihren Schwerpunkt auf die Turniere legen, weil das letztlich ihr Business ist. Das war aber vorher klar und so deutlich besprochen worden. Leider trifft uns der verletzungsbedingt Ausfall von Karue Sell sehr, denn er war fest eingeplant und er wollte die Saison in Paderborn verbringen.
? Erfreulich ist mit fast immer 1.000 Zuschauern bei den Heimspielen, Damit war aber nicht zu rechnen.
Marc Renner: In der Tat. Darüber freuen wir uns sehr. Es zeigt auf, dass in und um Paderborn großes Interesse am Tennis- und Spitzensport besteht. Trotz der Sommerferien war die Anlage auch am letzten Spieltag sehr gut besucht. Ich glaube zudem, da wir zu den Heimspielen auch immer andere Sportler zu Talkrunden und Autogrammstunden einzuladen wie zuletzt die SCP-Fußballer, macht das alles zusammen für die Besucher zu einem erlebnisreichen Sporttag.
? Insofern hat sich der Ortswechsel zum Paderborner TC Blau-Rot positiv auf das Image von TuS Sennelager ausgewirkt. Welche Erkenntnisse haben Sie.
Marc Renner: Ich habe nur positive Resonanzen erhalten. Sowohl von den gegnerischen Teams, als auch von den prominenten Besuchern und von den Zuschauern. Nüchtern gesehen ist die parkähnliche Tennisanlage von Blau-Rot tatsächlich auch eine der Schönsten in Ostwestfalen-Lippe. Ein Düsseldorfer Zuschauer meinte sogar, dass sei die kleine Rochusclub-Anlage. Hier könnte man auch größere Tennisturniere stattfinden lassen.
? Fünf Spieltage stehen noch an. Davon müssen Sie drei in Folge auswärts bestritten. Zhalen Sie als Ligadebütant Lehrgeld.
Marc Renner: Ich denke, dass der DTB-Spielleiter Oliver Weber sein Bestes gegeben hat. Jeder Verein durfte vor der Saison einen Wunsch äußern und jeder konnte, soweit ich das beurteilen kann, erfüllt werden. Nun dreimal auswärts zu spielen, sehe ich nicht als Nachteil an. Wir sind immer der Underdog und können daher nur positiv überraschen, wie zuletzt gegen Krefeld. Am Ende der Saison werden wir sehen, ob es zum Klassenerhalt gereicht hat oder nicht. Nur kampflos geben wir nichts her.
? Im Duell gegen Abstieg helfen nur Siege weiter. Der Optimismus ist gegeben, dass das zu schaffen ist.
Marc Renner: Die Spieler glauben an die Chance. Sie wissen natürlich, dass es verdammt schwierig sein wird. Aber alle werden motiviert sein und ihr Bestes geben. Wir glauben an die Mannschaft, da ihr Charakter auch in den vergangenen Jahren der Schlüssel zum Erfolg war.
? Einige Ihrer Spitzenleute fehlten. Steht Ihnen ab jetzt die beste Formation zur Verfügung.
Marc Renner: Nein. Spieler wie Antoine Hoang oder Norbert Gombos stehen unmittelbar davor in die Top 100 der Weltrangliste aufzurücken bzw. zurückzukehren. Da ist es verständlich, dass sie ihren Schwerpunkt auf die Turniere legen. Zudem wird Jozef Kovalik auch bald seine Hartplatzsaison in den USA starten wollen.
? Ein Sieg am Freitag bei Blau-Weiß Aachen würde zweifelsohne die Moral stärken. Auch, um den Klassenerhalt realistisch erscheinen zu lassen.
Marc Renner: Natürlich. Nur die Aachener sind sehr ausgeglichen besetzt und spielte teilweise von der Mannschaftsmeldung her von oben herunter. Mit den Neuzugängen Tallon Griekspoor, Thiemo de Bakker und Aslan Karatsev haben sie sich im Vergleich zu ihrer letzten Zweitliga-Saison enorm verbessert. Hinzu kommt, das De Bakker und Karatsev große Bundesligaerfahrungen haben. Sie haben so manchen Fight für Blau-Weiss Halle in der Bundesliga bestritten und gewonnen. Und mit 23 Jahren gehört Tallon zur aufstrebenden Spielergeneration.
? Sie sind vom Klassenerhalt überzeugt, Ralf Hämmerling auch. Wie beurteilt die Mannschaft die Situation.
Marc Renner: Wir haben einen enormen Teamspirit, der uns schon in der Vergangenheit ausgezeichnet hat. Zwar spielte ein Großteil der Mannschaft schon im letzten Jahr für uns, aber noch nicht in der ersten Liga. Und selbst für unserer Neuzugänge, nur Kovalik und Gombos haben Bundesliga-Vergangenheit, ist dies für sie sportliches Neuland. Alle wussten aber, dass sie über sich hinaus wachsen müssen, wenn der Ligaverbleib realisiert werden soll. Gemeinsam werden wir das auch schaffen. Ich bin davon überzeugt, dass wir nach sieben Aufstiegen in sieben Jahren nun ein neues Erfolgskapitel schreiben werden.
Wünsche ihnen und dem Team Hämmerling TuS Sennelager viel Erfolg!

Dieses Duo, Ralf Hämmerling (links) und Teamchef Marc Renner, ist davon überzeugt, dass das Team Hämmerling TuS Sennelager den Klassenerhalt in der 1. Tennis-Point Bundesliga schafft. © Agentur Klick

1. Tennis-Point Bundesliga Herren: Team Hämmerling TuS Sennelager
Über die alte Kaiserstadt Aachen in die Sepp Herberger’sche Stadt Weinheim
Marc Renner hat derzeit mit Dima, Scholz und Hillmann nur ein rudimentäres Team
Paderborn. „Das nächste Spiel ist immer das schwerste“, so die Binsenweisheit des legendären Sepp Herberger. Das trifft zweifelsohne auch auf das Team Hämmerling TuS Sennelager in der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren zu und gilt sicherlich gleich für das gesamte bevorstehende Wochenende. Am Freitag haben die Paderborner beim Mitaufsteiger Blau-Weiß in der alten Kaiserstadt Aachen anzutreten. Von dort geht die Reise der Ostwestfalen in die Heimatstadt des am 28. April 1977 verstorbenen Trainers der ruhmreichen WM-Fußball-Nationalmannschaft von 1954.
Der am 28. März 1897 geborene spätere Reichs- und Bundestrainer hat die Grundschule Sachsenhausen in Weinheim – kurpfälzerisch auch Woinem ausgesprochen – besucht und folge dessen trägt zum einen die Schule und das Fußballstadion seinen Namen. Weinheim liegt etwa 18 Kilometer nördlich von Heidelberg und etwa 15 Kilometer nordöstlich vom Tabellenführer Grün-Weiss Mannheim an der Badischen Bergstraße. Sie hat etwa 46.000 Einwohner und wird auf Grund der beiden Wahrzeichen, Ruine Windeck und Wachenburg, die >Zwei-Burgen-Stadt< genannt. Allerdings wird die Mannschaft um Teamchef Marc Renner keine Zeit damit verbringen können, sich mit Historischem in Aachen oder mit Zeitgeschichte in Weinheim zu beschäftigen.
Das Einzige was auf diesem Weg für sie zählt sind mögliche Siege und somit Punktgewinne an den beiden Spieltagen. Sowohl beim Tabellenletzten Blau-Weiß Aachen und zwei Tage später bei fläsh TC Weinheim. Während Sennelager mit Frederico Ferreira Silva, Dragos Dima, Ivan Gakhov und David Pel immerhin noch mit vier Tennisspielern aus dem Aufstiegsjahr die Saison bestreitet, wird beim 1962 gründeten Tennis-Klub Blau-Weiss ein spielstarkes neues Team aufgeboten. Dazu gehören der topgesetzte Inder Prajnesh Gunneswaran (ATP 88), die beiden Niederländer Thiemo de Bakker (war bereits als Nummer 40 der Weltrangliste) und Tallon Griekspoor, sowie der Russe Aslan Karatsev. Die drei letztgenannten sind nach dem Rückzug von Blau-Weiss Halle zu den Blau-Weissen in die Stadt mit der größten und traditionsreichsten technischen Universität (RWTH) Europas gewechselt. Sportliches Neuland haben die Aachener aber nicht betreten, denn bereits in den Jahren 2016 und 2017 gehörten sie der 1. Tennis-Point Bundesliga an. Nun haben sie als Nachrücker den frei gewordenen Ligaplatz für die Ostwestfalen im Oberhaus des nationalen Mannschaftssports eingenommen.
Während Team Hämmerling TuS Sennelager mit dem 3:3-Unentschieden gegen BW Timberland Finance Krefeld und mit dem damit verbundenen Punktgewinn die rote Laterne an eben den nächsten Gegner weitergereicht haben, gab es für den rheinischen Mitaufsteiger bis dato vier Niederlage. Dreimal ein 2:4 gegen fläsh TC Weinheim, Grün-Weiss Mannheim und am vergangenen Sonntag daheim gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Dazwischen gab es ein 0:6 bei Badwerk Gladbacher HTC. Drei Punkte haben bereits die Weinheimer auf Ihrem Konto verbuchen können, denn nach ihrem Auftaktsieg gegen Aachen glückte ihnen am vierten Spieltag ein überraschendes 3:3 beim kurpfälzischen Nachbarn Grün-Weiss Mannheim. Niederlagen gab es für die Weinheimer mit 1:5 beim Rochusclub Düsseldorf und ein 2:4 auf eigener Anlage gegen Kurhaus Lambertz Aachen. Der TC Weinheim, der Sponsor Name fläsh steht für ein deutsches Unternehmen der professionellen Zahnaufhellung, ist mit seinem Gründungsjahr 1902 der älteste Tennisclub an der Bergstraße und bestreitet seine dritte Erstliga-Saison.
Vom spielerischen Potential her dürften die Kurpfälzer eigentlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben, denn die bis dato eingesetzten Tennisprofi gehören oder gehörten zu den Top 100 der Welt. Zum Beispiel der hochtalentierte 20-jährige Norweger Casper Ruud (ATP 69) oder der zehn Jahre ältere Italiener Thomas Fabbiano (ATP 90) oder dessen Landsmann Olivo Renzo (ATP 78). ATP-Ranking 99 hatte der 27-jährige Deutsche Yannick Hanfmann inne und Luca Vanni (Italien) wurde auf Platz 100 der Welt notiert. Allerdings plagt alle Bundesliga-Teamchefs eine Sorge, wie weit kommen ihre Spieler bei den Turnieren? So finden derzeit zwei ATP Tour-Events in Hamburg und Gstaad statt, ATP Challenger-Turniere werden aktuell in Prag und Tampere gespielt, und neben dem deutschen ITF Future-Turnier in Bad Schussenried laufen derzeit in Europa noch Turniere dieser Kategorie in Pontedera (Italien), Denia (Spanien), Porto (Portugal), Troyes (Frankreich) und im österreichischen Wels. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass nach eigener Aussage von Sennelagers Teamchef Marc Renner er mit Dragos Dima, Philipp Scholz und dem Junior Julius Hillmann derzeit nur ein rudimentäres Team zur Verfügung hat.

Gegen Krefeld war auch mehr möglich • Tabellenletzter ist nun Blau-Weiß Aachen

Paderborn. An den ersten drei Spieltagen in der 1. Tennis-Point-Bundesliga gab es für den Liga-Neuling Team Hämmerling TuS Sennelager immer wieder Lob für die gezeigten sportlichen Leistungen, doch dafür gab es keine Punkte. Es war für die Paderborner immer eine gewisse Genugtuung, dass man auf dem richtigen Weg in der neuen sportlichen Liga sei, doch unterm Strich standen drei Niederlagen und mit 0:6 Punkten das Tabellenende. Diese zuvor gesagten tröstenden Worte wurden an diesem Sonntag, dem vierten Spieltag (21. Juli), nach dem letzten Matchball belohnt. Zu Gast auf der Anlage des Paderborner TC Blau-Rot waren nicht nur die aufgestiegenen Erstliga-Fußballer des SC Paderborn, Leo Zingerle, Uwe Hünemeier, Christian Strohdieck und der SC-Vizepräsident sowie der stellvertretende Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Carsten Linnemann, sondern als sportliche Herausforderung der ungeschlagene Tabellenvierte BW Timberland Finance Krefeld.

Die Gäste vom Niederrhein hatten sich zweifelsohne mehr versprochen, doch diesmal hatten die gastgebenden Ostwestfalen das erforderliche Quäntchen Glück zum Teilerfolg. Aber es hätte auch mehr als nur ein Teilerfolg sein können, denn statt eines 3:3 (2:2) war vor 1.050 Zuschauern durchaus auch ein Sieg möglich gewesen. Doch auf Seiten des Hämmerling Teams trauerte man dem nicht länger nach, man freue sich vielmehr über den ersten Punktgewinn. Vor allem darüber, dass man die rote Laterne an Blau-Weiß Aachen weiterreichen konnte, dem nächsten Gegner am kommenden Freitag (26. Juli). Dann treffen in der Kurstadt die beiden Aufsteiger aufeinander. „Unserer Mannschaft kann ich nur ein großes Lob aussprechen“, sagt Ralf Hämmerling (Namens- und Hauptsponsor), „denn sie haben einmal mehr gezeigt, welch spielerische Möglichkeiten sie haben. Der Punktgewinn bestätigt, dass wir durchaus den Klassenerhalt schaffen können.“ Klassenerhalt war sowieso an diesem sommerlichen Sonntag das Thema, denn in der Talkrunde mit den Paderborner Bundesliga-Fußballern stand die Frage nach ihrem Verbleib in der ersten Fußball-Bundesliga im Vordergrund. Unisono fasst der Paderborner Bundestagsabgeordnete Linnemann dies in seinem Statement so zusammen: „Wir kommen als Mannschaft und setzten auf Teamgeist. Das hat uns letztlich den Aufstieg gebracht und was gelebter Teamspirit bewirken kann, sieht man am Beispiel der Tennis-Bundesliga-Mannschaft von Ralf Hämmerling. Die haben heute das erreicht, was wir auch immer erreichen wollen: Punkte gegen vermeintlich große Gegner.“

Gegenüber den ersten personellen Überlegungen in der vergangenen Woche hatten beide Teams dann doch noch eine spielstarke Nummer eins aufbieten können, was letztlich das gesamte Mannschaftsgefüge verschoben hat. Die Hausherren traten erstmals daheim mit dem Slowaken Jozef Kovalik (ATP 184) an, auf Seiten der Seidenstädter lief topgesetzt der Italiener Simone Bolelli (ATP 216) auf. Doch dieses Spitzenduell stand erst in der zweiten Runde an. Zunächst trafen der Rumäne Dragos Dima (ATP 326) und Rogerio Dutra Silva (ATP 228) sowie der erstmals in dieser Saison für den TuS Sennelager aufschlagende Russe Ivan Gakhov (ATP 361) und Andrea Collarini (ATP 316) aufeinander. Der 27-Jährige Krefelder Profi Collarini wird in der Meldeliste als Argentinier geführt, war aber – geboren in New York – bis zu seinem 21. Lebensjahr US-Amerikaner und spielt in der Bundesliga mit einem italienischen Pass. Das alles half ihm aber nicht, denn der in Moskau geborene und in Barcelona lebende Gakhov war die spielbestimmende Persönlichkeit.

Sein Zweisatzsieg (6:4, 6:2) brachte die Hausherren in Führung, doch fast zeitgleich gewann der Brasilianer Rogerio Dutra Silva sein Duell gegen den 27-jährigen Dragos Dima zu sehen. Großartige Ballwechsel mit unglaublicher Geschwindigkeit schossen die beiden Kontrahenten von ihren Grundlinien ins gegnerische Gegenüber, was von den Zuschauern immer wieder mit Szenenapplaus belohnt wurde. Das kann der kampfstarke Rumäne durchaus als tröstende Belohnung für seine Leistung ansehen, aber das Duell holte sich mit 6:2, 6:3 der aus Sao Paulo stammende brasilianische Krefelder.

Sehenswertes Tennis gab es auch in beiden folgenden Partien und mit jedem Ballwechsel mehr wuchs das Selbstvertrauen beim Aufsteiger. Jozef Kovalik, vor einem Jahr bereits die Nummer 80 der Welt, war nach seinem Qualifikationsaus in Hamburg in die ostwestfälische Domstadt gekommen und dies zahlte sich aus. Er ließ seinem 33-jährigen italienischen Kontrahenten Simone Bolelli, war vor ein paar Jahren die Nummer acht der ATP-Doppel-Weltrangliste, wenig Möglichkeiten zur spielerischen Entfaltung, so dass der sich mit 2:6, 5:7 geschlagen geben musste. Ein völlig neues Gefühlt, Team Hämmerling TuS Sennelager führte erstmal in einem Ligaduell mit 2:1. Und man hätte den Vorsprung durchaus ausbauen können.

In der Partie der an vier gemeldeten Akteure führte Sennelagers 22-jähriger Pole Jan Zielinski, auf Grund seines derzeitigen Stipendiums in den USA ohne ATP-Ranking, zwischenzeitlich im Champions Tiebreak mit 5:2. Doch plötzlich war die Lockerheit wie weggeflogen, die Beine wollten auch nichts mehr so wie gewünscht und der 26-jährige Spanier Ricardo Ojeda Lara konnte mit seinem 6:4, 3:6, 10:6-Erfolg das 2:2 Zwischenresultat herstellen. „Schade, da war mehr drin“, sagt Teamchef Marc Renner, „aber wir haben ja noch mit unseren beiden Doppeln alle Möglichkeiten.“

Diese Aussage ist nicht als großspurig zu verstehen, denn der glatte Zweisatzsieg von Jozef Kovalik/David Pel gegen Collarini/Ojeda Lara brachte die Führung ein. Dass Simone Bolelli ein exzellenter Doppelspieler ist, bewies er in einigen kritischen Situationen. „Er spielt fast nur noch Doppel“, so Krefelds Pressesprecher Jörg Zellen, „uns deshalb brauchen wir ihn auch in solchen Situationen, wo er seine ganze Routine und Erfahrung ausspielen kann.“ Last but not least. Mit 6:3, 3:6, 10:5 stellte das Krefelder Duo Bolelli/Dutra Silva gegen Kovalik/Dima das Unentschieden sicher. Freuen konnte sich das Team Hämmerling TuS Sennelager über den Punktgewinn, bedeutet der doch zugleich, dass man sportlich in der 1. Tennis-Point Bundesliga angekommen ist!

Erstmals hatte der Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager zwei Siegertypen dabei. Jozef Kovalik setzte sich als Nummer eins ebenso souverän in zwei Sätzen gegen seinen Krefelder Kontrahenten Simone Bolelli durch…© Agentur Klick
…wie sein an Position drei platzierter Teamkollege Ivan Gakhov im Duell gegen den mit italienischen Pass spielenden Argentinier Andrea Collarini. © Agentur Klick

Am Freitag bei Badwerk Gladbacher HTC • Sonntag kommt Rochusclub Düsseldorf
Kovalik noch im Turnier in Braunschweig • Dafür aber Vatutin und Matkowski dabei

Paderborn. Es war am letzten Sonntag eine gewisse Anspannung spürbar, was allerdings auch nicht verwunderlich war. Denn das Team Hämmerling TuS Sennelager gab an diesem 07. Juli sein Debüt in der seit 1972 bestehenden 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren. Auch wenn nach dem letzten Matchball gegen den Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim auf dem Mannschaftsmeldebogen eine 2:4 Niederlage geschrieben stand, als Verlierer fühlten sich die Paderborner allerdings nicht. „Wir haben am Abend mit der Mannschaft zusammen gegessen und gemeinsam die Begegnung analysiert“, sagt Teamchef Marc Renner, „und wir waren uns alle einig, dass wir uns sehr gut präsentiert haben. Wenn man zudem bedenkt, dass uns sozusagen mit Kovalik und Vatutin zwei Spieler gegen Mannheim gestrichen wurden, so ist die Leistung unseres Teams als außer ordentlich gut zu bezeichnen.“

Zufrieden mit dem dargebotenen Tennissport, Zufriedenheit auch beim Namens- und Hauptsponsor Ralf Hämmerling. „Im Nachhinein haben wir von vielen Seiten großes Lob bekommen, denn Tennis-Bundesliga haben sie in Paderborn noch nicht erlebt. Und wenn Bürgermeister Michael Dreier von >unglaublichem Stolz< und einem >Hochgefühl für die Sportstadt Paderborn< spricht, dann zeigt das auf, dass unser Dabeisein in dieser Eliteliga des nationalen Tennissports in der Öffentlichkeit anerkannt wird.“ Diese emotionale Begeisterung ist inzwischen beim Aufsteiger der Realität gewichen, denn am bevorstehenden Wochenende gibt es einen doppelten Spieltag mit großen Herausforderungen. Und angesichts der kommenden Herausforderungen hat es der auch in sich. Am morgigen Freitag (12. Juli) steht das erste Aufwärtsspiel bei Badwerk Gladbacher HTC an und zwei Tage später auf der Tennisanlage des Paderborner TC Blau-Rot an der Hermann-Kirchhoff-Straße wird Allpresan Rochusclub Düsseldorf erwartet. „Das sind noch nicht die Mannschaften, gegen die wir punkten können“, so Marc Renner, „denn diese Teams kommen noch.“

Gleichwohl so Renner, „ich habe nichts dagegen, wenn wir uns schon mal ein Pünktchen holen könnten“, ist das Hämmerling-Team an den bevorstehenden beiden Spieltagen wesentlich besser als zum Saisonstart aufgestellt. Während über eine lange Zeit hinweg, der Mehrspartenverein in Mönchengladbach begeht in diesem Jahr sein 100-jähriges Vereinsjubiläum, das Hockeyspiel die dominierende Sportart im Club war, hat sich das in den vergangenen sechs Jahren geändert. Zwar haben GHTC-Spieler und Teams Gold-, Silber-, und Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie Europapokalsiege und zahlreiche Deutsche Meisterschaften feiern können, doch das Badwerk-Team kam zwei Jahre nach dem Erstliga-Aufstieg 2016 zum Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Dieser Titelgewinn zeigt auf, dass die Tennis-Bundesliga ein fester Bestandteil beim Gladbacher HTC geworden ist und seitdem wird das Team um Henrik Schmidt immer als Titelfavorit gehandelt. Dies ist allerdings auch keine Überraschung, denn der Kader ist personell bestens aufgestellt.

„Wir können Erster oder auch Sechster werden, Es geht darum, welche Spieler zur Verfügung stehen. Wir versuchen immer die bestmögliche Formation zu haben, aber einen Meistertitel kann man nicht planen“, sagt Teamchef Schmidt. Einen möglichen ersten Sieg in der Saison 2019 hat der kommende Sennelager-Gastgeber am letzten Sonntag verspielt. Bereits mit 3:1 lagen die Niederrheiner im Nachbarschaftsduell bei BW Timberland Finance Krefeld vor 1.450 Zuschauern in Führung und die Ausgangssituation für einen Sieg war bestens. Zwar gewannen die Gladbacher in ihren beiden Doppelpartien jeweils den ersten Satz, doch am Ende unterlagen die Duos Andrej Martin/Aleksandr Nedovyesov und Philipp Kohlschreiber/Tim Sandkaulen jeweils im Match-Tiebreak. „Auch wenn wir uns natürlich einen Sieg gewünscht hätten, können wir insgesamt mit dem Auftakt zufrieden sein und freuen uns auf den kommenden Spieltag“, so Henrik Schmidt.

Auch wenn längst noch nicht alle personellen Planungen auf Seiten des GHTC für die Begegnung gegen den Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager bekannt sind, werden sie zweifelsohne ein spielstarkes und prominent besetztes Team auf der Anlage An den Holter Sportstätten (41069 Mönchengladbach) aufbieten. Topgesetzt ist auf jeden Fall der deutsche Davis Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber (ATP-Weltrangliste 57) und dahinter folgt Robin Haase (ATP 76). Der Niederländer ist nach dem Rückzug von Blau-Weiss Halle zum Team Badwerk Gladbacher HTC gewechselt. “Mit ihm haben wir im Einzel und Doppel einen Weltklassespieler, der seit Jahren in der Bundesliga seine Leistungen bringt. Er ist der Spieler, wenn es um die Tagesform und um den Match-Tiebreak geht, dann immer die letzten zehn Prozent mehr abrufen kann. Auf ihn kann man sich verlassen“, meint Schmidt, der seinen Neuzugang morgen erstmals im Aufgebot hat.

Des Weiteren werden der 32-jährige Kasache Aleksandr Nedovyesov (ATP 200) und der elf Jahre jüngere deutsche Tim Sandkaulen auflaufen. Der wurde vor allem als Junior als großes Talent gehandelt. Bei den U18-Jährigen gewann er 2015 den deutschen Meistertitel, wurde Europameister, bestritt alle Grand Slam-Events der Junioren, und war damals die nationale Juniorennummer zwei hinter Alexander Zverev. Eine Profikarriere wurde avisiert, dann aber verschoben. So nahm der heute 21-Jährige zunächst ein Stipendium an der University of Alabama („Ole Miss“) in Birmingham im US-Staat Alabama an und studiert an der mit 17.600 von Studenten belegten zweitgrößten Universität in den USA Marketing- und Kommunikations-Wissenschaft. Es ist sein zweites Bundesliga-Jahr in Gladbach und ist ein Einsatz bei sechs von neun Bundesligabegegnungen geplant. Wer ansonsten noch hinzukommt, ist für die morgige Partie noch offen.

Im Aufgebot von Marc Renner ist Sennelagers Nummer eins, der Slowake Jozef Kovalik (ATP 165), noch nicht vorgesehen. Möglicherweise aber am Sonntag (14. Juli) gegen die Düsseldorfer. Allerdings ist er noch im Turnier des mit knapp 70.000 Euro Preisgeld dotierten ATP-Challenger in Braunschweig und steht dort im Viertelfinale. Heutiger Gegner ist der ungesetzte 20-jährige Italiener Javier Barranco Cosano (ATP 328), ein durchaus schlagbarer Kontrahent für den 26-jährigen Bundesligaprofi des TuS Sennelager. Die Nummer eins am morgigen Freitag ist bei den Paderborner daher der Russe Alexey Vatutin (ATP 202), der in Braunschweig nach seiner Auftaktniederlage ausgeschieden ist. Ihm folgen in der Formation der Portugiese Frederico Ferreira Silva (ATP 296), Dragos Dima (ATP 330/Rumänien), Manuel Guinard (ATP 355/Frankreich) und der 22-jährige Pole Jan Zielinski.

Während in den Einzelpartien die TuS-Spieler nur Außenseiterchancen haben, ist im Doppel alles möglich. Hier wird der Niederländer David Pel (ATP-Doppel 124), der am letzten Sonntag mit dem im Einzel siegreichen Franzosen Arthur Rinderknech im Doppel gegen das Mannheimer-Duo Robin Kern/Andreas Beck gewinnen konnte, und erstmals Marcin Matkowski zum Einsatz kommen. Der Pole war bereits die Nummer sieben der Doppel-Weltrangliste und hat 17 Titel auf der ATP World Tour gewonnen. Zwar ist er bereits 38-Jahre, doch er ist ein Tennisprofi Par Excellence und macht jedes Team sportlich betrachtet besser.

Ein gutes Turnier spielt derzeit Sennelagers Nummer Eins Jozef Kovalik in Braunschweig, so dass er am Freitag in Gladbach fehlen wird. © Susanne Hübner

Sein Debüt im >Trikot< des Bundesliga-Aufsteigers Team Hämmerlig TuS Sennelager gibt im ersten Auswärtsspiel bei Badwerk Gladbacher HTC der Pole Marcin Matkowski. © Jürgen Hasenkopf

2. Spieltag • Freitag • 12. Juli 2018 • 13.00 Uhr
Badwerk Gladbacher HTC – Team Hämmerling TuS Sennelager
Allpresan Rochusclub Düsseldorf – fläsh TC Weinheim
BW Timberland Finance Krefeld – Kurhaus Lambertz Aachen
Blau-Weiß Aachen – Grün-Weiß Mannheim
TC Großhesselohe – Kölner THC Stadion Rot-Weiss

3. Spieltag • Sonntag• 14. Juli 2018 • 11.00 Uhr
Team Hämmerling TuS Sennelager – Allpresan Rochusclub Düsseldorf
Grün-Weiß Mannheim – TC Großhesselohe
Badwerk Gladbacher HTC – Blau-Weiß Aachen
fläsh TC Weinheim – Kurhaus Lambertz Aachen
Kölner THC Stadion Rot-Weiss – BW Timberland Finance Krefeld

Wir freuen uns, Spieler und Vertreten folgender Paderborner Vereine

während unserer Heimspiele auf der Anlage begrüßen zu dürfen.

Am 07. Juli Andre Wiersig, den Paderborner Extremschwimmer

Am 14. Juli die Paderborn Baskets

Am 21. Juli den SC Paderborn 07

Am 10. August den Paderborn Squash Club

 

In der Zeit 13.30 Uhr  bis 15.00 Uhr wird es kurze Interwies und eine Autogrammstunde geben.