Der erst 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc gehört zu den talentierten Jungprofis, um die ein perspektivisches Bundesliga-Team entwickelt werden soll. © Ralf Meier

Der erst 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc gehört zu den talentierten Jungprofis, um die ein perspektivisches Bundesliga-Team entwickelt werden soll. © Ralf Meier

Die für das Jahr 2022 bevorstehende Tennis-Bundesliga-Saison wird das Team Hämmerling TuS Sennelager in der 2. Bundesliga bestreiten und die seit zehn Jahren andauernde Sennelager-Erfolgsgeschichte wird weiter fortgeschrieben. Das erfolgreiche Jahrzehnt haben Mäzen Ralf Hämmerling, Sportwart Marc Renner und der TuS-Vorsitzende Matthias Wittig entwickelt. Sie konnten dabei Nachwuchsspieler fördern, die sich bis unter die Top 100 der Tenniswelt haben spielen können. Beispielhaft stehen dafür Arthur Rinderknech (ATP-Ranking 58), Antoine Hoang ATP-Ranking 98) oder Norbert Gombos (ATP Ranking 80). „Wir werden auch weiterhin talentierten jungen Nachwuchsspielern die Möglichkeiten geben, sich bei uns weiterzuentwickeln“, so die Botschaft von Seiten des TuS-Trio, „aber wir werden uns professioneller aufstellen.“ Tatsache ist nämlich, dass eine Bundesliga-Saison auch für das Organisationsteam herausfordernd ist. Sowohl was die Planungen, die Spielereinsätze, die Reiseherausforderungen, als auch die Gestaltung der Spieltage an den Wochenenden betrifft.

„Um solche Herausforderungen besser händeln zu können, haben wir personell einiges verändert. Auch ich werde mich aus der ersten Reihe zurückziehen, bleibe aber weiterhin als Namensgeber und Sponsor dem TuS Sennelager verbunden“, sagt Ralf Hämmerling. Folge dessen wird der sportliche Schwerpunkt künftig bei der von der 29-jährigen staatlich geprüften Tennislehrerin Carolin Daniels geführten Paderborner Tennis Base liegen, deren Aufgabe es nun sein wird, Talente zu sichten und an das Bundesliga-Team heranzuführen. Im Wesentlichen wird sie dabei von dem erfahrenen Niederländer Tennistrainer Ewald Spaaiy unterstützt, der ehemals für den weißrussischen Tennisverband gearbeitet hat, aktuell aber an der Tennis Base beschäftigt ist. Er fungiert künftig als Teammanager. Sie sollen gemeinsam sowohl junge nationale als auch internationale Spieler sichten und sie soweit entwickeln, dass sie zu einem Teil des Teams Hämmerling werden können. Unabhängig von den sportlichen Liga-Ergebnissen, ist dieses entwickelte Förderkonzept auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt.

Geplant ist jedenfalls, dass die Base-Spieler während der Bundesliga-Saison über einen Zeitraum von einigen Wochen vor Ort sein sollen „um den erforderlichen Teamspirit“ zu fördern. So wie ihn beispielsweise in dieser Saison der 21-jährige Franzose Antoine Cornut-Chauvinc sowie der fünf Jahre ältere Israeli Daniel Cukierman an den Tag gelegt haben, die stellvertretend für das neu zu formende Aufgebot 2022 stehen. Während der bisherige Coach Marius Kur nicht mehr zum Team gehört, steht der bisherige 37-jährigen Coach Marc Renner künftig nur noch beratend zu Seite: „Zehn Jahre sind genug.“

Vielfach waren die Tribünen bei den Heimspielen des Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager beim HTC bestens besetzt und in der Zuschauerbilanz rangieren sie auf dem vierten Platz. © Ralf Meier

Vielfach waren die Tribünen bei den Heimspielen des Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager beim HTC bestens besetzt und in der Zuschauerbilanz rangieren sie auf dem vierten Platz. © Ralf Meier

Passend zu den siegreichen Nachrichten, die aktuell vom deutschen Davis-Cup-Team um Jan-Lennard Struff aus Innsbruck kommen, vermeldet auch der Tennis-Bundesligist Team Hämmerling TuS Sennelager positive Botschaften. „Leistungstennis im Spitzensport wird es auch zukünftig bei uns geben“, sagt Ralf Hämmerling, „und ganz erfreulich ist festzustellen, dass die Publikumsresonanz bei unseren Heimspielen beim Hövelhofer TC Blau-Weiss sehr zufriedenstellend war.“

Auch der Zuspruch bei den Zuschauern war ein Kriterium, dass weiterhin nationaler Tennisspitzensport von Seiten des TuS Sennelagers in Hövelhof geboten wird. Hinter den drei großen Bundesliga-Clubs wie dem Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim mit 5.780 Zuschauern, folgen der Rochusclub Düsseldorf (5.050) und der Kölner THC Stadion Rot-Weiss (4.260). Den vierten Platz in diesem Ranking belegt das Team Hämmerfling TuS Sennelager mit 2.750 Zuschauern unter den zehn Bundesliga-Teams. Damit liegen sie vor so renommierten Vereinen wie Kurhaus Lambertz Aachen (2.180), TC Großhesselohe (2.100), Blau-Weiss Krefeld (1.650) und dem zehnfachen deutschen Meister Blau-Weiss Neuss (1.440).

Die Tennisanlage des Hövelhofer TC Blau-Weiss ist auch weiterhin die Heimstätte vom Team Hämmerling TuS Sennelager während der Bundesliga-Saison 2022. © Ralf Meier

Die Tennisanlage des Hövelhofer TC Blau-Weiss ist auch weiterhin die Heimstätte vom Team Hämmerling TuS Sennelager während der Bundesliga-Saison 2022. © Ralf Meier

In der Saison 2021 hat das Team Hämmerling TuS Sennelager seine Heimspiele in der 1. Tennis-Point Bundesliga erstmals auf der Anlage des Hövelhofer TC Blau-Weiss ausgetragen. Unisono waren sich alle Beteiligten einig, diese Premiere war sowohl für den erstmals engagierten Gastgeber sehr zufriedenstellend und Sennelagers Teammanager Ralf Hämmerling war geradezu euphorisch: „Wir waren erstmals dort zu Gast. Es hat alles bestens geklappt und die Zusammenarbeit war perfekt. Wir haben feststellen können, dass wir dabei zu Freunden geworden sind. Mit großem Engagement und ebensolcher Begeisterung hat man uns aufgenommen.“

Folge dessen wird auch die Saison 2022 in der 2. Tennis-Bundesliga, die jeweils mit jeweils zehn Mannschaften in zwei Gruppen (Nord und Süd) ausgetragen wird, die Heimbegegnungen auf der Anlage des Hövelhofer TC Blau-Weiss austragen. Der Ligastart ist für den 10. Juli und der letzte Spieltag für den 07. August 2022 terminiert. Zur Austragung kommen, im Gegensatz zur 1. Liga immer sechs Einzel- und drei Doppelbegegnungen, und gespielt wird in den vier Wochen immer freitags (13.00 Uhr) und sonntags (11.00 Uhr). Der 2. Liga Nord gehören THC Brühl, SCC Berlin (beide Teams Regionalliga-Aufsteiger), LTTC Rot-Weiß Berlin, Oldenburger TeV, Blau-Weiß Aachen, Bremer TC von 1912, Tennispark Versmold sowie die Erstliga-Absteiger Kölner THC Stadion Rot-Weiss und Team Hämmerling TuS Sennelager an.

Sie hatten sich für die beiden letzten Spieltage so viel vorgenommen, doch am Saisonende stand für (von links) Jozef Kovalik, Coach Marius Kur, David Pel, Kacper Zuk, Gian Marco Moroni und Teamchef Marc Renner vom Team Hämmerling TuS Sennelager der Abstieg aus der 1. Tennis-Point Bundesliga fest. © Ralf Meier

Paderborn. „Wir werden unsere Situation jetzt erst einmal aufarbeiten und überlegen, was wir fortan machen“, sagt Hauptsponsor Ralf Hämmerling, „denn es hat sich auch heute wieder einmal gezeigt, dass wir eine halbwegs gute Mannschaft haben. Uns fehlten aber hier und da vorne die Spieler, die die gegenwärtige Situation hätten verhindern können. Wie schon mehrfach gesagt, dass alles zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Und die gilt es jetzt zu analysieren“

Von daher war es sportlich gesehen wie immer. Flapsig formuliert: Dran ist nicht drin. So auch diesmal, als der feststehende Absteiger Team Hämmerling TuS Sennelager am 9. Spieltag (15. August) in der 1. Tennis-Point Bundesliga zum letzten Duell beim Rochusclub Düsseldorf anzutreten hatte. Zwar hatten die Ostwestfalen auf Jozef Kovalik (ATP 126), Gian Marco Moroni (ATP 229) und Jonas Forejtek (ATP 318), „wenn es noch um etwas gegangen wäre, hätten wir sie dabei gehabt“, so Teamchef Marc Renner verzichtet, doch nach dem 1:5 am Freitag gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss war die Zugehörigkeit zur nationalen Eliteliga sowieso beendet. Insofern wurden Kacper Zuk (ATP 168), Daniel Cukierman (ATP 752), Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und David Pel für die Partie beim Tabellen-Achten in der NRW-Landeshauptstadt aufgeboten.

Neben dem Erstligaabschied gab es dann auch noch eine 0:6 Niederlage für die Ostwestfalen auf der Anlage am Grafenberger Wald. Die wiederum kamen somit noch mit 7:11 Punkten auf den 6. Tabellenplatz, vor den punktgleichen Kurhaus Lambertz Aachen, Blau-Weiss Krefeld und dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss. Die Domstädter müssen auf Grund des schlechteren Matchverhältnisses als Tabellen-Neunter ebenfalls absteigen. Kurios, dass das Team Hämmerling ihren einzigen Saisonsieg mit 6:0 am dritten Spieltag gegen diese Kölner verzeichnen konnte. An diesem 16. Juli dachte auf beiden Seiten keiner an einen Abstieg!

Da der Gastgeber vom Rolander Weg ebenfalls in Abstiegsnöte schwebte, traten sie mit routinierten und erfahrenen Profis an, die vor geraumer Zeit allesamt in ATP-Ranking-Sphären um die Positionen 30 bis 70 schwebten. So war es mehr oder weniger auch nicht überraschend, dass an den Positionen zwei und vier für die Paderborner nicht zu holen war. Dar 26-jährige Franzose Daniel Cukierman (ATP 753) verlor deutlich mit 2:6, 2:6 gegen den zwei Jahre älteren Spanier Roberto Carballes Baena – einst die Nummer 72 der Tenniswelt – und an vier bemühte sich der Niederländer David Pel um eine gutes Resultat. Dies gelang dem 30-Jährigen im ersten Satz auch halbwegs, obwohl er im Tiebreak unterlag. Im zweiten Durchgang waren allerdings die Körner verbraucht und der zehn Jahre jüngere Henri Squire (ATP 1223), der ansonsten in den USA an einem College studiert und dort Tennis spielt, steuerte mit einem 7:6(2), 6:2 Sieg den zweiten Punkt für den Rochusclub bei.

Die zweite Einzelrunde hätte durchaus zu einer Resultats-Verbesserung führen können, denn sowohl Hämmerlings Nummer eins, der 22-jähirge Kacper Zuk, als auch sein polnischer Landsmann Jan Zielinski waren ihren Kontrahenten gleichwertig. Beide Partien begannen mit jeweils einem Satz für die Gäste: Der Pole Zuk gewann mit 6:4 gegen den 13 Jahre älteren Pablo Andujar-Alba (ATP 74) und Zielinski buchte mit dem gleichen Resultat den Durchgang gegen Teymuranz Gabashvili (ATP 267. Letzterer war bereits die Nummer 43 im ATP-Ranking und mit zunehmenden Matchverlauf schlug das Pendel für Gabashvili aus, der somit zum Satzausgleich kam. Im Matchtiebreak wiederholte sich dann das, was den Hämmerling-Profis vielfach bescheinigte wurde: Im entscheidenden Durchgang waren sie gleichwertig, doch das letzte Quäntchen Potential zum Sieg fehlte ihnen fast immer. Mit 4:6, 6:4, 10:8 wurde das zwischenzeitliche 3:0 notiert.

Der aus Valencia stammende Anduja-Alba, der in seiner Vita vier ATP Tour-Titelgewinne aufzuweisen hat und im ATP-Ranking auf Position 32 notiert wurde, war im Duell gegen Kacper Zuk der Erfahrenere auf der roten Asche. Bescheinigen muss man dem jungen Polen seinen unbedingten Willen, das Match zu gewinnen. Aber auch hier vergebens, mehr aber auch nicht. Nach dem sich der spanische Düsseldorfer trotz Rückstand im zweiten Satz diesen im Tiebreak holen konnte, ging dann auch der abschließende Matchtiebrak an den Südeuropäer. Mit seinem 4:6, 7:6(5), 10:6 Sieg war das Rochusclub-Team zum vorzeitigen Gesamtsieg gekommen und konnte quasi in letzter Minute den Abstieg in die zweite Liga verhindern.

Übrige Resultate

HTC Blau-Weiss KrefeldKölner THC Stadion Rot-Weiss3:3 (3:1)
Tennis Ewige Liebe BW NeussTSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse5:1 (3:1)
Badwerk Gladbacher HTCKurhaus Lambertz Aachen5:1 (3:1)
TC GroßhesseloheGrün-Weiss Mannheim6:0 (4:0)

Tabelle

SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)976:5434:20
14:4
2.Badwerk Gladbacher HTC978:52
34:20
13:5
3.TC Großhesselohe976:47
34:20
12:6
4.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)973:5232:22
11:7
5.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)966:63
27:27
9:9
6.Allpresan Rochusclub Düsseldorf962:70
24:30
7:11
7.Kurhaus Lambertz Aachen957:69
23:31
7:11
8.HTC Blau-Weiss Krefeld952:7323:32 7:11
9.Kölner THC Stadion Rot-Weiss956:7622:32
7:11
10.Team Hämmerling TuS Sennelager945:8417:373:15

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2021: Grün-Weiss Mannheim
A = Aufsteiger Saison 2019
Ab = Absteiger Saison 2021: Team Hämmerling TuS Sennelager, Kölner TGHC Stadion Rot-Weiss

Der für das Team Hämmerling TuS Sennelager spielende Kacper Zuk lieferte ein begeisterndes Match ab. Doch sein Sieg war zu wenig, um den Abstieg der Ostwestfalen zu verhindern. © Ralf Meier

Paderborn. Bereits am achten von neun Spieltagen fielen in der von Corona geprägte Saison der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren zwei Entscheidungen: Grün-Weiss Mannheim wurde nach 2018 und 2019 zum dritten Mal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister und das Team Hämmerling TuS Sennelager steht als erster Absteiger fest. Nur ein Sieg auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss hätte am 8. Spieltag (13. August) möglicherweise das verhindern können, was durchaus gegen Tennis Ewige Liebe BW Neuss möglich gewesen wäre. Doch unter dem Strich stand eine 1:5 Niederlage und der Aufsteiger aus der niederrheinischen Domstadt hat mit diesem doppelten Punktgewinn das Saisonziel Klassenerhalt realisieren können. Dabei sah das über weitere Strecken während der vier Einzelpartien nicht unbedingt danach aus. Vor 650 Zuschauern erwiesen sich die Ostwestfalen als gleichwertige Kontrahenten des aktuellen Tabellenvierten.

Die erste Einzelrunde wurde mit Sieg und Niederlage beendet, wobei der erstmals an vier spielende aufgebotene Niederländer David Pel (ATP-Doppel 79) mit Handgelenksproblemen in die Begegnung gegen Javier Barranco Cosano (ATP 329) gegangen war. Dies machte sich vor allem im ersten Satz bemerkbar, die mit einem 0:6 endete. Der biss sich letztlich im zweiten Satz durch, doch mit seiner Tiebreak-Niederlage war das Match verloren. Der 22-jährige Kacper Zuk (ATP 171) machte sich zunächst das sportliche Leben als Nummer zwei auf dem Centre Court selber schwer, denn er fand keine sportliche Linie gegen seinen italienischen Kontrahenten Roberto Macora (ATP 216). Doch nach Satzverlust wusste sich der junge Pole erheblich zu steigern und begeisterte fortan das Publikum. Er verzückte es regelrecht, denn seine unglaublich schnellen Schläge von der Grundlinie aus brachten ihn auf den sich anbahnenden Erfolgsweg. Begeisterung auch deshalb, weil sein Gegenüber die schnelle Gangart mitging und es wurde ein Duell auf Augenhöhe. Nach Satzausgleich ging es in den Matchtiebreak und der entwickelte sich dramatisch. Es folgten Matchbälle auf beiden Seiten und der immer wieder aufbrandende Applaus brachte letztlich das siegbringende Resultat von 4:6, 7:5 15:13 für Kacper Zuk. Dieses Duell zeigte einmal mehr, wie faszinierende Tennis-Bundesliga sein kann.

Erstmals im Team stand der bullige Italiener Gian Marco Moroni (ATP 229), man nennt ihn auch >El Bufalo<, der gegen seinen Neusser Landsmann Renzo Olivo (ATP 215) das Grundlinienduell lange offen hielt. Mehr aber auch nicht. Gegen die schnelle Gangart des wieselflinken Italiener stand er auf verlorenem Posten und hatte in eine klare 3:6, 2:6 Niederlage einzuwilligen. Sehenswerte war dagegen die Auseinandersetzung der an eins aufgebotenen Profis, Jozef Kovalik (ATP 126) und Thomas Fabbiano (ATP 214). Vom ersten Ballwechsel an bestimmte der 28-jährige Slowake die Partie, führte schnell mit 4:1, doch irgendwie war dann der Faden gerissen. Zwar wurde der vier Jahre ältere Fabbiano stärker, doch irgendwie stand Kovalik nun neben sich und verlor den ersten Satz. Nach einer kurzen Toilettenpause kam der >Hausherr< wie ausgewechselt zurück und schaffte den Satzausgleich. Leider was dies nur ein kurzes Aufflackern seines Könnens, denn den spielentscheidenden Matchtiebreak buchte der Neusser, und sein 6:4, 3:6, 10:7 Erfolg wurde lautstark von den mitgereisten Neusser bejubelt. Sie führten nun mit 3:1 und ihr angestrebter Punktgewinn zum Ligaverbleib war greifbar.

Das daraus eine halbe Stunde später sogar ein Sieg wurde, lag an der verletzungsbedingten Aufgabe von David Pel. So kam nur ein Doppel zustande. Der 6:7(3), 6:3, 10:6 Erfolg des Gästeduos Thomas Fabbiano/Renzo Olivo gegen Kacper Zuk/Gian Marco Moroni ergab schlussendlich die deutliche Niederlage für das Team Hämmerling TuS Sennelager. Wer die Ostwestfalen mit in die zweite Liga begleiten wird, entscheidet sich am Sonntag. Der auf einem Abstiegsplatz verweilende Tabellenneunte Rochusclub Düsseldorfer (5:11 Punkte) empfängt die Ostwestfalen und nur ein Sieg der Rheinländer könnte sie retten. In der für das Team Hämmerling TuS Sennelager bedeutungslosen Begegnung wollen sie mit Kacper Zuk (ATP 168), Jonas Forejtek (ATP 318), Daniel Cukierman (ATP 756), Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und David Pel (ATP-Doppel 76) am Rolander Weg in der NRW-Landeshauptstadt antreten. Ebenfalls in Abstiegsnöten schweben die davor platzierten Krefelder und Kölner, die jeweils einen 6:10 Punktestand aufweisen. Das Kuriose an diesem letzten Spieltag ist, dass diese beiden Teams auf der Anlage der Blau-Weissen im Stadtwald aufeinandertreffen.

Übrige Resultate

Grün-Weiss Mannheim Allpresan Rochusclub Düsseldorf4:2 (3:1)
Kurhaus Lambertz AachenTC Großhesselohe4:2 (2:2)
TSV 1860 Rosenheimer UnterstützungskasseHTC Blau-Weiss Krefeld1:5 (0:4)
Kölner THC Stadion Rot-WeissBadwerk Gladbacher HTC2:4 (1:3)

SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)876:4234:1414:2
2.Badwerk Gladbacher HTC868:4929:1911:5
3.TC Großhesselohe864:4728:2010:6
4.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)863:4927:219:7
5.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)862:5326:229:7
6.Kurhaus Lambertz Aachen
854:5922:267:9
7.HTC Blau-Weiss Krefeld845:6520:286:10
8.Kölner THC Stadion Rot-Weiss848:6919:296:10
9.Allpresan Rochusclub Düsseldorf850:6818:305:11
10.Team Hämmerling TuS Sennelager8 43:7217:313:13

DM = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019

Seit Jahren gehört der baumlange Niederländer David Pel dem Team Hämmerling TuS Sennelager an und am Freitag bestreitet er sein Saisondebüt. © Agentur Klick

Paderborn. Am Freitag (Beginn 13.00 Uhr) stehen sich in der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren erstmals beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss der Tabellenletzte Team Hämmerling und die Tennis Ewige Liebe BW Neuss gegenüber. Dieser etwas ungewöhnliche Vereinsname geht auf den Ex-Tennisprofi Marius Zay zurück, der unter diesem Namen in Neuss und in Solingen mit Clinton Thomson zwei Tennisschulen führt. Seit 2016 ist der heute 38-jährige gebürtige Düsseldorfer Zay Teamchef und er kennt die Bundesliga wie kein zweiter, denn seine Stationen waren Rochusclub Düsseldorf, Etuf Essen, Blau-Weiss Krefeld, TC Solingen und Blau-Weiss Neuss. Mit letzterem stieg er 2019 wieder ins Oberhaus auf und es hat den Anschein, als dauere der Aufenthalt länger als nur ein Jahr an. Gegenwärtig belegt der Traditionsverein vom Niederrhein mit 7:7 Punkten den 5. Tabellenplatz. „Damit haben wir den Klassenerhalt so gut wie sicher“, sagt Marius Zay, „aber die Saison hat gezeigt, dass wir uns nicht sicher fühlen dürfen. Wir müssen mindestens einen Punkt holen.“

Folge dessen ist davon auszugehen, die Neusser wurden im Übrigen zwischen 1983 und 1994 zehn Mal Deutscher Meister und gewannen 1998 zudem den Europapokal, nicht mit einer B-Formation nach Ostwestfalen kommen werden. Denn nach ihrer goldenen Ära mit deutschen Spitzenspielern wie Eric Jelen, Michael Westphal und Andreas Maurer gab es einige Auf- und Abstiege, und das soll der Vergangenheit angehören. Den Grundstein für den augenblicklichen Tabellenstand haben die Niederrheiner mit ihren drei Auswärtserfolgen gelegt. Der siebte Pluspunkt resultiert aus einem Unentschieden gegen Kurhaus Lambertz Aachen.

Zustande gekommen ist dies, weil dem Neusser Teamchef immer ein breitgefächerter Spielerkader zur Verfügung stand. Von den 16 gemeldeten kamen immerhin bis dato 12 Spieler zum Einsatz und die wissen unisono mit dem Schläger umzugehen. Namen wie Martin Klizan (ATP 230), Thomas Fabbiano (ATP 214), Renzo Olivo (ATP 215), Luca Vanni (ATP 416) oder Frederik Nielsen (ATP-Doppel 96), alles gestandene Top-100-Profis mit einem Alter in den 30er Jahren, haben die Basis zum Klassenerhalt geschaffen. Zweifelsohne wird aus diesem Quintett sicherlich der eine oder andere am Freitag in Hövelhof dabei sein, aber auch Profis wie Botic van de Zandschulp (ATP 121), Roberto Marcora (ATP 216), Dmitriy Popko (ATP 181), Constant Lestienne (ATP 245) und Javier Barranco Cosano (ATP 329) sind möglicherweise dabei.

Hämmerling-Teamchef Marc Renner ist genauso unzufrieden mit dem aktuellen Tabellenstand ist wie Ralf Hämmerling, denn nur zwei Siege an diesem finalen Doppelspieltag können den drohenden Abstieg verhindert. „In dieser Saison ist fast alles gegen uns gelaufen“, sagt Hauptsponsor Ralf Hämmerling und macht das auch an der Corona-Pandemie fest: „Die Einreise war nicht immer ganz einfach für die Spieler, sie waren teilweise auch nicht bereit, was ich verstehen kann, bei nur einer Impfung ein Risiko einzugehen. Und zum anderen gab es Quarantänevorschriften, die einzuhalten waren. Letztlich fehlte uns daher immer der eine oder andere Spieler auf einem der vorderen Plätze, was insgesamt das Team geschwächt hat. Aber kein Vorwurf an diejenigen, die da waren, sie haben sich in den Heimspielen bestens präsentiert.“

So wird es auch Freitag sein. „Es ist unser letztes Heimspiel und nur gemeinsam können wir erfolgreich sein“, sagt Teamchef Marc Renner, „und mit einer größtmöglichen Zuschauerunterstützung können wir sportlich noch alles abwenden.“ Der Funke der Begeisterung muss natürlich von den Hämmerling-Spielern auf der roten Asche ausgehen, doch da ist sich Marc Renner sicher: „das wird so sein, denn nur mit einem Sieg haben wir am Sonntag noch eine Chance beim Rochusclub Düsseldorf, die Saison erfolgreich abschließen zu können.“ Aufgeboten werden voraussichtlich Juan Manuel Cerundolo (ATP 148), Kacper Zuk (ATP 171), Zdenek Kolar (ATP 177), Daniel Cukierman (ATP 756), Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) und erstmals der Niederländer David Pel (ATP-Doppel 79). Um diesem Sextett den erforderlichen Rückenwind zu geben, wird zur Schicksalsbegegnung kein Eintrittsgeld erhoben. „Wir benötigen eine große Zuschauerunterstützung“, sagt Ralf Hämmerling, „zumal die Besucherzahlen bisher recht positiv waren. Positiv will ich auch festhalten, wir sind in der Stadt und beim HTC bestens aufgenommen worden.“

Auf eine bestbesetzte Zuschauertribüne hofft man am kommenden Freitag beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss, wenn das Team Hämmerling TuS Sennelager sein letztes Heimspiel in der 1. Tennis-Bundesliga bestreitet. Der Eintritt zu diesem Abstiegsduell ist frei. © Ralf Meier

Paderborn. Ein Blick auf die Tabelle der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren zeigt unmissverständlich die prekäre Situation vom Team Hämmerling TuS Sennelager auf: Tabellenletzter. Am kommenden Wochenende findet nun der finale Doppelspieltag statt und nur zwei Siege der Ostwestfalen können den drohenden Abstieg verhindert. Der Auftakt zur Umsetzung dieses Vorhabens beginnt am Freitag (13. August) um 13.00 Uhr auf der Anlage des Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss gegen den zehnfachen Deutschen Meister Blau-Weiss Neuss.

„Wir bemühen uns um die bestmögliche Besetzung für dieses Wochenende“, so Hauptsponsor Ralf Hämmerling, „doch wir benötigen auch die entsprechende große Zuschauerunterstützung. Von daher haben wir entschieden, kein Eintrittsgeld zu erheben.“ Damit kommt der Paderborner Unternehmer auch auf seine Zusage zurück, dass man sich für die auf Grund von Verletzungen ausgefallenen Doppelmatches am 15. Juli gegen Rosenheim etwas einfallen lasse.

„Es ist unser letztes Heimspiel und nur gemeinsam können wir erfolgreich sein“, sagt Teamchef Marc Renner, „und ich weiß von den Spielern, wie wichtig die Unterstützung von außen ist. Derartige Impulse sind immer sehr hilfreich und wir können durchaus diese Situation noch ins Positive drehen. Wir sind spielerisch besser, als es aktuell die Tabelle aufzeigt.“ Insofern hofft man auf Seiten des Paderborner Tennis-Bundesligisten, am Freitag mit der Hilfestellung einer größtmöglichen Zuschauerkulisse und einem Sieg, am Sonntag beim derzeitigen Tabellenachten Rochusclub Düsseldorf doch noch die Saison erfolgreich abschließen zu können.

Mit seinem vierten Einzelsieg am Sonntag in Aachen avancierte Daniel Cukierman zum besten Saisonspieler im Team Hämmerling TuS Sennelager. © Ralf Meier

Paderborn. „Wir stehen mit leeren Händen da“, bilanziert Marc Renner, der erneut mit einer 2:4 Niederlage die Heimreise anzutreten hatte, „dabei hätte uns schon ein Punkt sicherlich geholfen.“ Ist aber nicht, denn das Team Hämmerling TuS Sennelager unterlag am 07. Spieltag bei Kurhaus Lambertz Aachen und verharrt weiterhin am Tabellenende. Die beiden Letztplatzierten steigen ab und dies sind gegenwärtig neben den Ostwestfalen mit 3:11 Punkten noch der HTC Blau-Weis Krefeld mit 4:10 Punkten als Tabellenneunter. Die Distanz zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt zwei Punkte und da verweilen gegenwärtig mit jeweils 5:9 Punkten der Rochusclub Düsseldorf und eben Kurhaus Lambertz Aachen. Während sich die erneute Niederlage bereits nach den vier Einzeln angedeutet hat, war in den beiden abschließenden Doppeln durchaus ein Unentschieden noch möglich gewesen.

„Zumindest mit der kämpferischen Einstellung kann man zufrieden sein“, so Teamchef Renner. Er sah dann auch ein 6:1, 4:6, 11:9 Sieg seines Doppels Juan Manuel Cerundolo/Jonas Forejtek gegen Hugo Dellien/Martin Cuevas. Resultats-Verbesserung ja, aber im Gesamtergebnis nur eine Korrektur. Das zweite Duell mit dem Duo Daniel Cukierman/Jan Zielinski ging letztendlich im Matchtiebreak mit 6:3, 6:7(4), 8:10 gegen Quentin Halys/Nils Langer verloren. „Vielleicht hätte uns ihr Matchball geholfen“, trauert Renner diesem nach, ist aber auch so ehrlich, „dafür hat unser erstes Doppel einen abwehren müssen. So ist es halt.“ Auch wenn es aktuell nicht bestens um das Team Hämmerling TuS Sennelager steht, zwei Begegnungen stehen noch aus. Am kommenden Freitag kommt Blau-Weiss Neuss, die mit 7:7 Punkten bereits am rettenden Ufer sind. Am Sonntag ist man dann beim Rochusclub Düsseldorf zu Gast, der Freitag beim Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim anzutreten hat. Krefeld spielt Freitag in Rosenheim und erwartet am Sonntag die Kölner. Nicht auszuschließen, dass erst am sonntäglichen 15. August nach dem letzten Matchball feststehen wird, wer in die 2. Bundesliga absteigen muss!

Die sportliche Geschichte der vier Einzel ist im Übrigen schnell erzählt. „Da waren wir chancenlos“, so die ernüchternde Analyse von Teamchef Marc Renner, nach nicht einmal 57 Minuten. In dieser Zeit waren die ersten beiden Einzel an den Positionen zwei und vier gespielt und die Ostwestfalen lagen mit 0:2 in Rückstand. Der aufschlagstarke Martin Cuevas (ATP 537), der sechs Jahre jüngere Bruder von Pablo – einst die Nummer 19 im ATP-Ranking – hatte es mit dem Jan Zielinski zutun. Der ist bekanntlich ein sehr guter Doppelspieler (ATP 132), doch alleine auf der roten Asche scheint für ihn der Platz zu groß zu sein. Der einst beste Juniorspieler Uruguays hatte keinerlei Probleme und nach 51 Minuten war mit einem 6:2, 6:2 Erfolg der erste Punkt bei den Gastgebern. Der zweite Punkt folgte sechs Minuten später.

Seine derzeit gute sportliche Verfassung, zwei Finals nacheinander bei ATP Challenger-Turnieren in Porto (Portugal) und Forli (Italien) haben dem Kurhaus-Teamchef Alexander Legsding die Zuversicht gegeben, den Franzosen Quentin Halys (ATP 185) erstmals ins Aufgebot zu berufen. Seine Einschätzung war richtig, denn sein Sennelager Kontrahent Jonas Forejtek (ATP 319) fand nie eine spielerische Lösung und die Folge war eine deutliche 1:6, 2:6 Niederlage. Der inzwischen von den Olympischen Spielen zurückgekehrte Hugo Dellien (ATP 139), verlor in Tokio in der ersten Runde gegen Novak Djokovic, stand erstmals auf der Kurpark-Anlage an Nummer eins im Team. Der in Trinidad geborene 28-jährige Profi ist eigentlich Bolivianer, doch er besitzt einen deutschen Pass. Als Junior die Nummer zwei im ITF-World-Ranking, danach Profi und bis heute hat er sechs ATP-Challenger-Titel gewinnen können. Neun Jahre jünger dagegen Hämmerlings Nummer eins, der 19-jährige Juan Manuel Cerundolo (ATP 145). Der junge Argentinier hielt nach besten Kräften dagegen, doch das reichte nicht. Auf dem Spielberichtsbogen stand schlussendlich eine 4:6, 4:6 Niederlage. Nach drei Einzelbegegnungen noch keinen Satzgewinn, war schon schwere Kost für die Ostwestfalen.

Die Bilanz ein wenig beschönigen konnte mal wieder Daniel Cukierman (ATP 697), der an Position drei auf den Tschechen Vit Kopriva (ATP 201) traf. Hier machte sich die große Distanz im ATP-Ranking mal nicht zum Nachteil des Team Hämmerling bemerkbar. Im Gegenteil. Der 26-jährige Franzose, in seinen bisherigen Einsätzen ein Musterbeispiel für kämpferischen Willen, legte furios los. Sein 6:1-Satzgewinn gab Hoffnung, doch der Dämpfer folgte zugleich: Ein 2:6 brachte den Gleichstand. Doch dieses Zwischenergebnis brachte ihn nicht ins Wanken. Im Matchtiebreak demonstrierte der gebürtige Israeli noch einmal seine sportliche Kompetenz und sein 6:1, 2:6, 10:6 Sieg brachte dem OWL-Team das zwischenzeitliche 1:3 ein. Im Übrigen ist Daniel Cukiermann somit mit seinen vier Einzelerfolgen der erfolgreichste Spieler in dieser Saison für das Team Hämmerling TuS Sennelager. Wenigstens ein Lichtblick an diesem Sonntag.

Übrige Resultate

HTC Blau-Weiss KrefeldGrün-Weiss Mannheim1:5 (1:3)
Badwerk Gladbacher HTCTSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse2:4 (1:3)
TC GroßhesseloheAllpresan Rochusclub Düsseldorf4:2 (3:1)
Kölner THC Stadion Rot-WeissTennis Ewige Liebe BW Neuss2:4 (1:3)

Tabelle

SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)767:3630:1212:2
2.TC Großhesselohe758:3826:1610:4
3.Badwerk Gladbacher HTC759:4525:179:5
4.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)757:4325:179:5
5.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)752:4522:207:7
6.Kölner THC Stadion Rot-Weiss744:6017:256:8
7.Kurhaus Lambertz Aachen745:5318:245:9
8.Allpresan Rochusclub Düsseldorf744:5916:265:9
9.HTC Blau-Weiss Krefeld735:6015:274:10
10.Team Hämmerling TuS Sennelager739:6116:263:11

Noch bestehen Hoffnungen Alex Molcan im Abstiegsduell in Aachen im Team Hämmerling TuS Sennelager zu haben, doch derzeit ist er noch im Turnier im tschechischen Liberec. © Ralf Meier

Paderborn. Der kommende Sonntag (08. August) in der 1. Tennis-Point Bundesliga Herren, der siebte von insgesamt neun Spieltagen, könnte so manche Vorentscheidung bringen. Sowohl an der Tabellenspitze als auch im Tabellenkeller. Der aktuelle Deutsche Mannschaftsmeister Grün-Weiss Mannheim (10:2 Punkte) ist derzeit als Tabellenführer Ligaprimus mit einem Zähler Vorsprung vor Badwerk Gladbacher HTC und zwei Zählern vor dem TC Großhesselohe. Die Kurpfälzer treten beim HTC Blau-Weiss Krefeld an (4:8 Punkte), die Gladbacher erwarten die TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse und der Tabellendritte vom Isarhochufer hat den Rochusclub Düsseldorf (5:7 Punkte) zu Gast. Der Ausgang dieser drei Begegnungen wirkt sich zweifelsohne auch auf das Tabellenende aus, denn sowohl die Krefelder als auch die NRW-Landeshauptstädter sind zu Siegen verdammt. Gleiches gilt natürlich auch für den Tabellenvorletzten Kurhaus Lambertz Aachen sowie für das Schlusslicht Team Hämmerling TuS Sennelager, die beide jeweils 3:9 Punkte aufweisen. Und beide Mannschaften treffen am Sonntag im Aachener Kurpark aufeinander.

Während die Ostwestfalen sowohl in ihrem Bundesliga-Debütjahr 2019 als auch in dieser Saison immer nur gegen den Abstieg anspielen mussten, ist eine solche Tabellenplatzierung beim sonntäglichen Gastgeber nicht der sportliche Alltag. Seit dem die renommierte Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Lambertz, in Person des Inhabers Hermann Bühlbecker das Mäzenatentum bzw. das Sponsoring inne hat, haben sie sich zu einem nationalen Spitzenclub entwickelt. Die derzeitige Platzierung ist daher für die Lambertz-Truppe ein völlig neues Terrain, denn immerhin kam sie in den Jahren 2008 bis 2013 zu fünf nationalen Meisterehren.

Nach wie vor ist Kurhaus Lambertz Aachen bestens aufgestellt und umso ungewohnter ist für sie die aktuelle Situation. Gelistet als Nummer eins ist der 33-jährige Spanier Roberto Bautista Agut, der immerhin die Nummer neun der Tennis-Welt. Doch was hinter ihm in der Meldeliste geführt wird, ist mit dem French-Open-Doppelsieger Pablo Cuevas (ATP 99), Salvatore Caruso (ATP 111), Carlos Taberna (ATP 106), Vit Kopriva (ATP 201) und dem von Olympia heimgekehrten Doppelspezialisten Tim Pütz (ATP-Doppel 31) durchaus beachtenswert. Insofern sind sie davon ausgegangen, dass sie in dieser Formation durchaus am vergangenen sechsten Spieltag zu einem Sieg beim Kölner Stadion THC Rot-Weiss kommen könnten. Doch daraus wurde nichts, am Ende gab es ein 2:4. Die drei bisherigen Pluspunkte rekrutieren aus den Unentschieden gegen den HTC Blau-Weiss Krefeld, TSV 1860 Rosenheim und gegen Blau-Weiss Neuss.

„Die Niederlage ist eine große Enttäuschung, weil damit auch klar ist, dass die letzten drei Begegnungen eine unangenehme nervliche Belastung im Abstiegskampfs mit sich bringt“, sagt Alexander Legsding. Neben den zuvor genannten Spielern sicherlich auch noch Carlos Taberner (ATP 106) und der Ex-Sennelager-Profi Antoine Hoang (ATP 144) dabei sein. Wer letztlich am Sonntag die rote Asche auf der Kurpark-Anlage betreten wird, bleibt derzeit noch im Dunkeln. Über eins ist sich das Lambertz-Duo Legsding/Meffert aber einig: „Nur ein Sieg bringt uns aus dieser bedrohlichen Situation heraus.“

So sieht das auch Marc Renner, der allerdings ohne Nervosität und mit großer Gelassenheit die personellen Vorbereitungen für Aachen angeht. „Wir hätten ihn gerne dabei gehabt“, sagt Hämmerlings Teammanager, der sich aber nach dessen siegreichem Einsatz am vergangenen Sonntag in Krefeld von Arthur Rinderknech hat verabschieden müssen: „Das ist auch völlig ok, denn mit einer solchen Platzierung ist Arthur jetzt in jedem großen Turnier.“ Aktuell wird der 26-jährige Franzose, nach seiner Halbfinalteilnahme von Kitzbühel, als Nummer 79 im ATP-Ranking geführt. Da in den USA in Vorbereitung auf die vom 30. August bis 12. September terminierten US Open in New York mit zuvor Turniere in Cincinnati und in Winston-Salem angesagt sind, steht daher sein Abflug in die Vereinigten Staaten an. Bereits in den USA ist der Franzose Antoine Cornut-Chauvinc, der sich an seinem US-College wieder einschreiben muss.

Zudem sind einige Hämmerling-Profis derzeit noch bei Turnieren im europäischen Ausland involviert, so dass die personelle Findung mal wieder recht problematisch ist. Von daher ist es für das sportliche Hämmerling-Duo Marc Renner/Marius Kur rund 48 Stunden vor Matchbeginn recht einfach ein paar Namen zu nennen, doch ob sie letztlich auch aufschlagen werden, bleibt offen. Der mögliche Kader umfasst derzeit Jozef Kovalik (ATP 124), Juan Manuel Cerundolo (ATP 145), Kacper Zuk (ATP 170), Alex Molcan (ATP 153), Zdenek Kolar (ATP 178), Jonas Forejtek (ATP 319), Daniel Cukierman (ATP 687) und Jan Zielinski (ATP-Doppel 132). Angesichts dieses spielerischen Potentials ist ein zweite Saisonsieg für die Ostwestfalen durchaus möglich ist und nur der kann das Schreckgespenst Abstieg vertreiben!

Erst in der späten Samstagnacht war Arthur Rinderknech von Kitzbühel aus kommend in Krefeld eingetroffen, am sonntäglichen Spieltag jedoch hellwach. Der 26-jährige Franzose überzeugte bei seinem Saisondebüt für das Team Hämmerling TuS Sennelager mit seinen Siegen im Einzel und im Doppel. Agentur Klick

Paderborn. >Verlieren verboten< war beim Team Hämmerling TuS Sennelager die Parole vor dem 7. Spieltag beim HTC Blau-Weiss Krefeld. Als gegen 17.25 Uhr die Begegnung auf der Anlage am Stadtwald vor knapp 400 Zuschauern beendet war, war die Vorgabe umgesetzt: Man hatte nicht verloren. Doch gewonnen wurde auch nicht. Letztlich reichte es nur zu einem 3:3 Unentschieden und die Ostwestfalen bleiben weiterhin Tabellenletzter. „Die Partie hat auch keinen Sieger verdient gehabt“, so Hämmerlings Teamchef Marc Renner, „was mich aber zufrieden stellt, ist die Tatsache, dass keiner enttäuscht hat.“

Gleichwohl gab es an diesem Sonntag doch einen Gewinner, der erst knapp 12 Stunden vor Beginn der Begegnung von Kitzbühel aus kommend in der Seidenstadt eingetroffen war: Arthur Rinderknech. Der 26-jährige Franzose, der im Debütjahr 2019 mit einer ATP-Rankingposition um 390 nach Paderborn gekommen war, hat sich mittlerweile zu einer sportlichen Größe auf der ATP World Tour entwickelt. Er ist mittlerweile zu einem Top 100-Mann in der Tenniswelt gereift und seine bislang beste Platzierung (vor Kitzbühel) ist ATP-Platz 91.

Gegen den niederrheinischen Gastgeber eröffnete der 26-jährige Rinderknech die Begegnung als Nummer eins seiner Mannschaft und er traf auf den erstmals eingesetzten drei Jahre älteren Stefano Travaglia (ATP 88). Der Italiener startete furios mit Satzgewinn, doch je länger die Auseinandersetzung andauerte, umso spielerisch wacher wurde Hämmerlings Topspieler. Im Tiebrack kam der fast 2,0 Meter große Franzose zum Satzausgleich und am Ende reichte sein 2:6, 7:5(5) 11:9 Erfolg zum zwischenzeitlichen 1:1. Zuvor hatte sich nämlich Jozef Kovalik (ATP 131) dem glänzend aufgelegten Italiener Marco Cecchinato (ATP 83) mit 4:6, 3:6 geschlagen geben müssen.

Die Ausgeglichenheit beider Mannschaften setzte sich anschließend in den beiden weiteren Einzelbegegnungen fort. Mit Federico Gaio (ATP 149) schickten die Hausherren ihren dritten Italiener in die Partie, der auf Manuel Guinard (ATP 265) traf. Für den 25-jährigen Franzosen war dies die Saisonpremiere und die Hoffnungen auf einen Einzelsieg waren gegeben. Sein Satzgewinn nährte die Hoffnungen, doch daraus wurde leider nichts. Die knappe 6:4, 4:6, 6:10 Niederlage brachte den Krefeldern einen weiteren Punkt ein. „Der Sieg von Federico war sicherlich recht glücklich“, sagte Blau-Weiss-Pressesprecher Jörg Zellen, „dafür hatte Viktor aber etwas Pech bei seiner Niederlage.“

Gemeint ist der an Nummer vier spielende Norweger Durasovic, der sich Daniel Cukierman in drei Sätzen geschlagen geben musste. Der mit einem französischen Pass ausgestattete Israeli präsentierte sich in bester kämpferischer Verfassung. Die Auseinandersetzung begann Cukierman mit Satzgewinn, doch der in Oslo lebende 24-Jährige konterte mit dem Gewinn des zweiten Satzes. Doch diesmal schlug das Pendel für das Team Hämmerling aus und das 6:3, 4:6, 10:6 bedeutete ein Remis nach vier Einzeln.

Für die Doppel brachten beide Teams Doppelspezialisten auf die rote Asche: Beim Gastgeber kam der 35-jährige Simone Bolelli (ATP-Doppel 35), der bereits die Nummer acht der ATP-Doppel-Weltrangliste war, und Marc Renner stellte den elf Jahre jüngeren Jan Zielinski (ATP-Doppel 132) auf. Der aus Bologna stammende Bolelli trat mit Federico Gaio an und sie hatten das Hämmerling-Duo Cukierman/Zielinski als Kontrahent. Während ihre sportliche Auseinandersetzung noch andauerte, hatte das französische Duo Rinderknech/Guinard mit 6:4, 7:6(5) das Team Hämmerling mit 3:2 in Führung gebracht. Doch die Hoffnungen auf einen doppelten Punktgewinn für die Ostwestfalen erfüllten sich nicht, denn eine 5:7, 5:7 Niederlage bracht schlussendlich das Unentschieden zustande.

Übrige Resultate

Grün-Weiss MannheimBadwerk Gladbacher HTC 4:2 (3:1)
Tennis Ewige Liebe BW NeussAllpresan Rochusclub Düsseldorf 2:4 (1:3)
TSV 1860 Rosenheimer UnterstützungskasseTC Großhesselohe2:4 (2:2)
Kölner THC Stadion Rot-WeissKurhaus Lambertz Aachen 4:2 (2:2)

Tabelle

  SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.Grün-Weiss Mannheim (DM)656:3325:1110:2
2.Badwerk Gladbacher HTC651:3723:139:3
3.TC Großhesselohe649:3422:148:4
4.TSV 1860 Rosenheimer Unterstützungskasse (A)649:3521:157:5
5.Kölner THC Stadion Rot-Weiss638:5115:216:6
6.Tennis Ewige Liebe BW Neuss (A)643:3918:185:7
7.Allpresan Rochusclub Düsseldorf640:5014:225:7
8.HTC Blau-Weiss Krefeld632:4914:224:8
9.Kurhaus Lambertz Aachen635:4814:223:9
10.Team Hämmerling TuS Sennelager634:5114:223:9

M = Deutscher Mannschaftsmeister 2019
A = Aufsteiger 2019