Presse-Info 07 vom 15. März 2020
Arthur Rinderknech (Team Hämmerling TuS Sennelager)
In jungen Jahren machte Tennis keinen Sinn: „War zu schwach und war zu teuer“
Nach dem Studium in Texas neue Ziele • Trainer gewechselt und nach Rennes gezogen Aktuelle Bilanz des 24-jährigen Franzosen: Weltweit erfolgreichster ATP-Challenger-Profi

Rennes/Paderborn. Vor einigen Jahr war der Franzose Arthur Rinderknech einer von vielen im Niemandsland des Tenniszirkus, denn mit wenigen Turniererfolgen auf der ITF-Future-Tour erreicht man keine Aufmerksamkeit. Der Grund ist darin begründet, dass – stammt aus dem 2.500 Einwohner zählenden Dörfchen Gassin an der Côte d’Azur, welches zum schönsten Dorf Frankreichs erklärt wurde – er derweil in Texas an der A & M University studierte. Inzwischen hat er den Uni-Abschluss als >Bachelor of Business< in der Tasche und hat sich nun seit Beginn des Jahres ganz dem Profitennis verschrieben.

So ist er von Paris nach Rennes gezogen, hat mit dem neuen Coach Sebastien Vilette dort seinen Trainingsstandort, und führt fortan das Leben eines Tennisprofis. Mit Erfolg, wie man weiß. Die drei ATP-Challenger-Triumphe (zwei Einzel, ein Doppel) und eine weitere Finalteilnahme in den diesen ersten zwei Monaten haben ihn mit seiner Spielbilanz von 16:4 zum weltweit erfolgreichste Profi des Jahres 2020 auf der ATP Challenger Tour avancieren lassen. Titelgewinne in Calgary und Rennes, Finalteilnahme in Drummondville, wo er auch im Doppel mit seinem Freund und Teamkollegen Manuel Guinard siegreich war. Von daher auch keine Überraschung, dass er sich auf der ATP-Weltrangliste auf Platz 161 der Tenniswelt vorkatapultiert hat.

In diesem Jahr bestreitet er seine zweite Saison für das Team Hämmerling TuS Sennelager und vom erneuten Ziel des Klassenerhalts in der 1. Tennis-Point Bundesliga ist er überzeugt. Er glaubt sogar, dass sportlich mit der Mannschaft noch mehr drin ist. Darüber und über seine sportliche Entwicklung bzw. Ziele hat sich der 24-jährige Franzose Arthur Rinderknech gegenüber dem VDS-Sportjournalist Frank Hofen (Pressestelle Team Hämmerling TuS Sennelager) in einem Interview geäußert.

? Herr Rinderknech, Glückwunsch. Sie sind aktuell der erfolgreichste Tennisprofi der ATP- Challenger-Tour. Wie überrascht sind Sie von dieser Entwicklung.
Arthur Rinderknech: Es ist auch für mich eine große Überraschung. Aber ich habe mit meinem neuen Coach sehr hart gearbeitet. Dass ich aber nach so kurzer Zeit schon so erfolgreich spiele, verwundert mich ebenfalls.

? Gibt es eine schlüssige Erklärung dafür.

Arthur Rinderknech: Ich bin im Januar zu Sebastian Vilette, meinem neuen Coach, gewechselt. Wir haben nicht viel verändert, aber scheinbar hat er an den richtigen Schrauben gedreht. Ich spiele nun während der Matches meine Stärken wesentlich besser aus und treffe daher im Moment auch auf dem Platz die richtigen Entscheidungen.

? Was haben Sie anders gemacht als sonst. Mehr trainiert. Bessere Fitness. Leben Sie sportlicher. Wieso diese Leistungsexplosion.

Arthur Rinderknech: Wie gesagt, viel geändert habe ich eigentlich nicht. Auch nichts Besonderes. Aber zwei, drei kleine Veränderungen in meinem Spiel machen auf diesem Niveau eine ganze Menge aus.

? Was war für Sie in den vergangenen Wochen der emotionalste Moment.

Arthur Rinderknech: Sicherlich der Turniersieg in meiner neuen Heimat in Rennes, denn dort bin ich von Paris aus hin gezogen. Vor unglaublichen 3.500 Zuschauern im Finale zu gewinnen, die mich zu jeder Zeit gepusht haben, hat mir viel bedeutet. Es war für mich daher ein perfektes Turnier. Vielleicht ist es von der Stimmung her sogar das beste Challenger-Turnier der Welt.

?…und der sportlichste Moment.

Arthur Rinderknech: Natürlich in Rennes der Turniersieg, aber auch der Doppeltriumph mit meinem Freund Manuel Guinard in Drummondville in Kanada. Ich war nach meiner dortigen Finalniederlage körperlich am Ende, aber Manuel hat mich immer wieder gepusht und unterstützt, sodass ich ihn nicht hängen lassen durfte. Am Ende gewannen wir zusammen das Turnier mit 7:6 7:6. Einfach unglaublich.

? Vor zwei Jahren waren sie die Nummer 1065 der ATP-Weltrangliste, heute sind sie die Nummer 161. Kann man so etwas erträumen.
Arthur Rinderknech: Ich stand auch deshalb nur auf 1065, weil für mich damals der Schwerpunkt mein Studium an der Texas A & M University war. Zu der Zeit lebte ich auch dort. Heute glaube ich, dass ich mich spielerisch in den nächsten Monaten noch weiter verbessern kann, denn mein sportliches Ende soll noch nicht erreicht sein.

? Sie haben erst in Texas studiert und sich danach dem Profitennis zugewandt. Warum ein solcher Karriereweg.
Arthur Rinderknech: Weil ich damals einfach noch zu jung und vom Kopf her nicht bereit für Tennis war. Ich hatte noch nicht das Niveau für die Profitour und war einfach zu schwach. Zudem ist die Profitour sehr sehr teuer. Von daher machte es keinen Sinn für mich, denn es wäre nur reines Geldverbrennen gewesen. Erst zu studieren war die richtige Entscheidung, wobei ich aber auch am College mein Spiel deutlich verbessern konnte.

? Sie waren nicht bereit für nur Tennis. Warum nicht.

Arthur Rinderknech: Ich ging in eine normale Schule und hatte nicht die Zeit für bis zu fünf Stunden am Tag zu trainieren. Höchsten mal zwei Stunden. Außerdem war ich körperlich zu schwach. Ich bin schnell gewachsen und wog einfach zu wenig. Mit 18 Jahren war ich in Frankreich nur die Nummer sechs in meiner Altersklasse.

? Wer gab Ihnen den Impuls erst zu studieren.

Arthur Rinderknech: Das habe ich selber entschieden, denn mein Spielniveau war einfach zu schwach. Mein Kopf sagte mir, erst ein Studium.

? Gehörten Sie als Jugendlicher einem Förderprogramm an.

Arthur Rinderknech: Der französische Tennisverband half mir etwas beim Training. Finanziell aber nicht, was auch verständlich war. Ich gehörte nie zu den Top drei meines Jahrgangs.

? Was hat Ihnen, außer dem Bachelor-Abschluss, das Studium gebracht.

Arthur Rinderknech: Ich bin wesentlich entspannter, denn Tennis ist nicht alles für mich. Mein Leben basiert von daher auch nicht nur um den Sport mit der gelben Filzkugel. Sollte es zu mehr aber nicht reichen, dann kann ich jeder Zeit sagen, danke es war eine schöne Zeit. Ich gehe jetzt als Bachelor of Business in die Arbeitswelt und höre mit dem Profitennis auf.

? Können Sie jungen Tennisspielern einen solchen Weg empfehlen.

Arthur Rinderknech: Das kann ich jedem nur empfehlen. Es sei denn, er steht unter den Top 10 der ITF-Juniorenweltrangliste. Wichtig ist natürlich eine College mit einem guten Trainer, der dich unterstützt und sportlich entwickeln kann. Der Übergang vom Junior zum Erwachsenen ist einfach riesig auf der Tour.

? Ihr Kapitel Texas ist abgeschlossen. Wie sehen heute ihre weiteren Pläne aus.

Arthur Rinderknech: Ich will mich weiter verbessern und schauen wie weit ich noch nach vorne kommen kann. Zumal ich nun in Rennes meinen festen Standort habe, wo ich regelmäßig trainieren kann.

? Sie sind erst 24 Jahre. Beginnt jetzt Ihre Profikarriere als Tennisspieler.

Arthur Rinderknech: Das stimmt, jetzt geht’s eigentlich erst richtig los.

? Mit ihrem ATP-Ranking 161 können Sie auch große ATP Tour Events spielen. Ist Ihr Ziel jetzt das Dabeisein bei Grand-Slam-Turnieren.
Arthur Rinderknech: Mein Ziel ist es natürlich die größeren Events zu spielen. Im Moment reicht es bei diesen großen Major-Turnieren aber nur für die Qualifikation. Ein paar Plätze muss ich mich noch verbessern.

? In Frankreich gehören Sie aktuell zu den besten 15 Profis des Landes. Wurde das irgendwie in ihrem Land wahrgenommen. Oder beim französischen Tennisverband.
Arthur Rinderknech: Ich hatte schon ein paar Presseartikel in einigen Tennismagazinen in Frankreich. Durch meinen Club Team Hämmerling sogar welche in Deutschland, was für mich natürlich super ist. Ein positives Feedback vom Verband gab es auch, er hat mir gratuliert.

? Gibt es den Wunsch, einmal ins Davis-Cup-Team berufen zu werden.

Arthur Rinderknech: Na klar, das wäre ein Traum. Aber in Frankreich gibt es so viele gute Spieler. Um dahin zu kommen, muss ich einfach noch besser werden um überhaupt eine realistische Chance zu haben.

? Seit zwei Jahren spielen sie im Team Hämmerling für den TuS Sennelager. Im vergangenen Jahr erstmals in der 1. Tennis-Bundesliga. Haben Sie an den Klassenerhalt geglaubt.
Arthur Rinderknech: Sennelager ist eine tolle Mannschaft und Paderborn eine schöne Stadt. Ich hatte schon zu meiner Zeit beim Suchsdorfer SV gemerkt, dass Sennelager über eine großartige Stimmung innerhalb der Mannschaft verfügt. So wurde ich letztes Jahr auch sofort willkommen geheißen. Unser Teamgeist war ausschlaggebend und ich hoffe, es bleibt auch in diesem Jahr so. Möglicherweise können wir uns sogar noch sportlich verbessern, wobei der ständige Austausch mit den Verantwortlichen zweifelsohne ein wichtiger Aspekt für die Mannschaft ist.

? Ist ein Bundesliga-Team mit dem Collegesport in den USA gleichzusetzen.

Arthur Rinderknech: Ja, da gibt es viele Gemeinsamkeiten. Es ist immer toll dort vor vielen Zuschauern zu spielen. Gerade unsere Heimspiele haben mich fasziniert, vor allem mit dem fairen Publikum. In Amerika sind die Zuschauer daher auch immer noch etwas verrückter, weil es ja auch >ihr< College ist.

? In dieser Saison sind Sie ein Aushängeschild der Mannschaft. Pusht Sie das, sozusagen als Leader dabei zu sein.
Arthur Rinderknech: Ich weiß nicht ob ich einer der Anführer bin. Es war immer unsere Stärke, dass wir eigentlich keinen Star hatten. Alle spielten mit Freude und unterstützten sich gegenseitig. Somit steht der Spaß und die Gemeinsamkeit zu gewinnen im Vordergrund. Stress oder Druck, haben wir uns nicht aufgebaut und er wurde auch nicht von den Verantwortlichen vorgegeben. Das war sicher unser Schlüssel zum Erfolg.

? Wir gehen einmal davon aus, dass der Klassenerhalt geschafft wird. Gibt es weitere sportliche Ziele in 2020 für Sie.
Arthur Rinderknech: Eines meiner Ziele ist neben dem Klassenerhalt für mich, die tolle Bundesliga-Stimmung für die zweite Turnierhälfte des Jahres mitzunehmen. Damit hoffe ich, auch weiterhin erfolgreich Tennis spielen zu können.

?…und wo möchten Sie im ATP-Ranking am Ende des Jahres stehen. Unter den Top 100. Oder sogar Top 50.
Arthur Rinderknech: Da will ich mir keinen Druck machen. Ich möchte mich einfach nur weiter entwickeln. Die Ergebnisse kommen dann von selbst und somit auch die Verbesserung auf der Weltrangliste.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und freuen uns auf ihr Dabeisein im Juli bei der Tennis- Bundesliga in Paderborn.

Arthur Rinderknech: Vielen Dank.

 

Bildzeile: Der Turniertitel im französischen Rennes war für Arthur Rinderknech der bisher emotionalsten Moment seiner Karriere…© Turnier Rennes

Bildzeile:… und mit der Tennis-Bundesliga-Mannschaft des Team Hämmerling TuS Sennelager glaubt er an den Klassenerhalt in der höchsten nationalen Liga. © Agentur Klick

Presse-Info 06 vom 13. März 2020
ATP- und ITF-Tour für Wochen stillgelegt
Tennisprofis vom Team Hämmerling hatten sowieso Pause eingeplant
Paderborn. Es hatte sich bereits angedeutet – nun ist es offiziell: In den kommenden sechs Wochen wird kein ATP-Turnier stattfinden. Inzwischen hat auch die ITF eine entsprechende Pause bekannt gegeben und ihre Turniere ausgesetzt. Die ATP-Tour sowie die ATP-Challenger-Tour wird in den kommenden sechs Wochen kein Turnier austragen. Das verkündete die ATP im Namen ihres Präsident Andrea Gaudenzi. Es sei die verantwortungsvolle und notwendige Maßnahme in dieser Zeit, im Interesse der Gesundheit und Sicherheit für Personal, Spieler, Turniere, Fans und die Allgemeinheit. Man werde die Lage natürlich weiterhin beobachten.

„Nach meinem Kenntnisstand hatten unsere Tennisspieler sowieso schon eine Turnierpause eingeplant“, sagt Teamchef Marc Renner, „so dass sie sich nun in ihren Heimatorten bzw. Trainingszentren aufhalten. Erst wenn das Turnierverbot auf gehoben wird, können wir dezidiert etwas über ihre weiteren Planungen aussagen.“ Um derzeit so wenig soziale Kontakte wie möglich einzugehen, hat Haupt- und Namenssponsor Ralf Hämmerling auch angedachte Pressegespräche sowie ein Sponsorentreffen zunächst einmal verschoben: „Wir wollen niemanden unnötigen Risiken aussetzen.“

Masters-Turniere in Miami und Monte Carlo fallen aus

Die Herren-Turniere sind bis in die Turnierwoche vom 20. April hinein abgesagt. Das betreffe – nach Indian Wells – somit die Miami Open, Houston, Marrakesch, Monte Carlo, Barcelona und Budapest. Zum Entschluss, die ATP-Turniere abzusagen, sei man nun gekommen, nachdem die Weltgesundheits-Organisation COVID-19, also den Coronavirus, als globale Pandemie erklärt und die USA ein 30-tägiges Einreiseverbot aus 26 Ländern erhoben habe.

„Das ist keine leichte Entscheidung, sie stellt einen großen Verlust für unsere Turniere, Spieler und Fans weltweit dar. Wir glauben jedoch, dass dies eine verantwortungsvolle Maßnahme ist, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Spieler, der Tennisgemeinschaft und der allgemeinen öffentlichen Gesundheit angesichts dieser globalen Pandemie zu schützen“, so Gaudenzi, „denn der weltweite Charakter unseres Sports und die damit verbundenen internationalen Reisen stellen erhebliche Risiken und Herausforderungen dar. Wir überwachen dies weiterhin täglich.“ Die Aussetzung der ATP-Tour gilt ab sofort.

Was passiert mit den Weltranglisten-Punkten?

Was dies für die Weltrangliste bedeutet, scheint jedoch noch unklar, denn normalerweise werden die Punkte nach einem 52-Wochen-Modus verrechnet. Streng nach Reglement würden die im Vorjahr erhaltenen Punkte somit allesamt wegfallen. Möglich scheint auch die Überlegung zu sein, die Punkte aus dem Vorjahr einzufrieren. Man sei aktuell „in sorgfältiger Überprüfung“, heißt es in der Pressemitteilung der ATP. Nach der ATP hat sich auch die ITF-Tour zu Wort gemeldet und ebenso eine Aussetzung ihrer Turniere bis mindestens einschließlich der Woche vom 20. April verkündet. Das betrifft unter anderem die ITF World Tennis Tour Juniors und demzufolge fällt auch das für die kommende Woche in Kamen geplante internationale ITF-Jugendturnier aus.

Daumen hoch von Arthur Rinderknech für seinen Titelgewinn beim ATP-Challenger in Calgary. © ATP Challenger Calgary

 

Karrierehoch für Arthur Rinderknech

Mit seinem zweiten ATP-Challenger-Triumph in 2020 hat der für den ostwestfälischen Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager spielende Arthur Rinderknech seine Karrierehoch erreicht. Der 24-jährige Tennisprofi gewann am 01. März in der kosmopolitischen Millionenmetropole von Calgary das mit 81.240 US-Dollar Preisgeld dotierte ATP-Challenger gegen den US-Amerikaner Maxime Cressy (ATP 191) mit 3:6, 7:67(5), 6:4. Neben einer stattlichen Siegprämie von 10.800 US-Dollar strich er sich 90 Weltranglistenpunkte ein und in der aktuellen ATP-Weltrangliste ist er auf einem Karrierehoch von Position 160 notiert. Im Doppel von Calgary trat Arthur Rinderknech mit seinem Landsmann und Teamkollegen Manuel Guinard an und schieden im Halbfinale mit einer 1:6, 7:6(4), 7:10 Niederlage gegen die beiden US-Amerikaner Nathan Pasha/Max Schnur aus. Die wiederum holten sich später die Turniertrophäe. Im Einzel war das Dabeisein von Manuel Guinard (ATP 299) nur von kurzer Dauer. Nach einem Freilos in der ersten Runde gab es danach eine Tiebreak-Niederlage in drei Sätzen gegen den 28-jährigen Tobias Simon (ATP 441) vom Ex-Bundesligisten TV Reutlingen.

 

Davis-Cup-Nominierungen

In dieser Woche steht weltweit der Davis Cup im Fokus des Tennissports. So trifft unter anderem die deutsche Tennis-Nationalmannschaft am 06./07. März mit unter anderem dem Sauerländer Jan-Lennard Struff (Kurhaus Lambertz Aachen) in Düsseldorf auf Weißrussland. Bei einem Sieg wär das Team für das Finale vom 23. bis 29. November in Madrid qualifiziert. Dahin wollen auch drei Tennis-Bundesliga-Profis des Team Hämmerling TuS Sennelager, die von den jeweiligen Teamchefs ihres Landes für die Nationalmannschaft berufen worden sind. Im Bratislava treffen die Slovakei und Tschechien aufeinander. Teamchef Dominik Hrbaty hat als Gastgeber die Profis des Team Hämmerling TuS Sennelager, Norbert Gambos (ATP 103) und Jozef Kovalik (ATP 120), nominiert. Für Tschechien berief Jaroslav Navratil den talentierten 18-jährigen Jonas Forejtek (ATP 479) ins Aufgebot. Ebenfalls im Davis Cup-Aufgebot steht Sumit Nagal für Indien.

Presseinfo 04 vom 23. Februar 2020

Tennis-Turnierwoche 17. bis 23. Februar 2020

David Pel mit Sander Arends siegreich im Doppel
Seit drei Jahren findend ein mit 46.600 Euro Preisgeld dotiertes ATP-Challenger in Koblenz statt und es ist mit rund 10.000 Zuschauern während der Woche das bestbesuchte Turniere hierzulande. Und für David Pel vom Team Hämmerling TuS Sennelager zudem ein Erfolgreiches. Mit seinem niederländischen Partner Sander Arends ging das Duo topgesetzt in die Doppelkonkurrenz und sie bestätigten am Sonntag (23. Februar) ihre Favoritenrolle. Im Finale trafen sie auf die beiden Deutschen Julian Lenz/Yannik Maden (Grün-Weiss Mannheim/Waldau Stuttgart) und mit einem knappen 7:6(4), 7:6(3) buchten sie ihren ersten Titelgewinn der Saison 2020. In der Vorschlussrunde besiegten Arends/Pel mit 3:6, 6:3, 10:7 das Gespann Andre Begemann/Florin Merga (Deutschland/Rumänien) und das geschlagene finale Duo kam im Halbfinale zu einem 5:7, 7:5, 10:5-Sieg gegen Ruben Bemelsman/Daniel Masur (Belgien/Tennispark Versmold).

Der für Team Hämmerling TuS Sennelager spielende Niederländer David Pel (links) gewann mit seinem Landsmann Sander Arends das ATP-Challenger-Doppelturnier in Koblenz. © ATP-Challenger Koblenz

Rinderknech erfolgreich mit Guinard

Der Franzose Arthur Rinderknech (ATP 239) von der Tennis-Bundesliga-Mannschaft Team Hämmerling TuS Sennelager konnte an diesem Wochenende (23. Februar) im kanadischen Drummondville sportlich gefallen. Auch wenn es nicht zum Titelgewinn im Einzel gereicht hat, spielte sich der 24-Jährige bis ins Finale des ATP-Challengers (54.160 US-Dollar Preisgeld) vor. Hier musste er sich dem US-Amerikaner Maxime Cressy (ATP 252), in Paris geboren und in Los Angeles lebend, mit 6:7(4), 6:4, 6:4 geschlagen geben. Gleichwohl konnte der ostwestfälische Bundesligaprofi Arthur Rinderknech einen Titelgewinn verzeichnen, denn bereits einen Tag zuvor gab es mit seinem Teamkollegen Manuel Guinard den Turniersieg im Doppel. Das französische Duo besiegte im Finale Roberto Cid Subervi/Goncalo Oliveira (Dominikanische Republik/Portugal) denkbar knapp mit 7:6(4), 7:6(3)

Kurz notiert
Jonas Forejtek: In bester sportlicher Verfassung präsentiert sich derzeit Jonas Forejtek (ATP 477), der erstmals in der 1. Tennis-Bundesliga für das Team Hämmerling TuS Sennelager aufschlagen wird. Im türkischen Antalya fand in dieser Woche ein mit 15.000 US-Dollar Preisgeld dotiertes ITF-Turnier statt und der 18-Jährige holte sich seinen ersten Turniersieg der Saison. Ohne Satzverlust bestritt er seine Partien und auch im Endspiel war der zwei Jahre ältere Spanier Nikolas Sanzecz Izquierdo (ATP 375) bei seiner 4:6, 3:6 Niederlage ohne Siegchance.

Zu seinem ersten saisonalen ITF-Turniersieg kam der 18-jährige Jonas Forejtek vom Team Hämmerling TuS Sennelager im türkischen Antalya. © Thomas Schulte

Jan Zielinski: Beim ITF-Turnier (25.000 US-Dollar Preisgeld) im britischen Barnstaple unterlag Jan Zielinski (Team Hämmerling TuS Sennelager) im Einzel seinem polnischen  Landsmann Kacper Zuk im Viertelfinale in drei Sätzen. Zusammen waren sie allerdings nicht zu bezwingen und erreichten ohne Satzverlust das Finale. Hier kamen sie zu einem 6:3, 7:6(5) Erfolg gegen die topgesetzten Briten Even Hoyt/Luke Johnson.

Presseinfo 03 vom 03. Februar 2020

Hochtalentierter 18-jähriger Junior Jonas Forejtek der erste Neuzugang

Sennelager. Zuletzt beeindruckte der 18-jährige Jonas Forejtek ATP 528) beim mit 25.000 US-Dollar Preisgeld dotierten ITF-Turnier im baden-württembergischen Nussloch – zehn Kilometer südlich von Heidelberg – sowohl die Zuschauer als auch den 32-jährigen belgischen Turniersieger Ruben Bemelmans (ATP 260). „Dieses Finale stand auf des Messers Schneide“, sagte der auf Gent stammende 14 Jahre ältere Davis-Cup-Spieler nach seinem umkämpften Dreisatzsieg (6:7, 7:6, 6:2) und lobte seinen Kontrahenten „ihn werden wir bestimmt auf höher dotierten Turnieren wiedersehen“. Diese Prognose wird sich zweifelsohne bewahrheiten, denn der aus dem tschechischen Pilsen stammende Junioren-Weltranglisten-Erste hat in seiner noch jungen Karriere bereits internationale Titel gewinnen können. „Wir sind froh darüber, dass er sich für uns entschieden hat, denn in der Tennis-Bundesliga hatten ihn einige Clubs auf den Zettel“, so Marc Renner, Teamchef des Erstligisten Team Hämmerling TuS Sennelager, „und daher können wir im Sommer einen Tennisprofi mit großen Ambitionen präsentieren.“

Ein Blick auf die Vita des jungen Tschechen, der am 10. März 19 Jahre wird und zuletzt bei Eintracht Frankfurt gemeldet war, zeigte sein außergewöhnliches Talent auf. So triumphierte Jonas Forejtek im September 2019 bei den US Open der Junioren in New York mit einem Titelgewinn in der Einzelkonkurrenz. Zuvor war er bereits im Doppel bei den Junioren-Grand-Slams von Australien Open und Wimbledon siegreich und wurde Ende des Jahre 2019 als Nummer eins der ITF-Junioren-Weltrangliste geführt. Von daher ist es keine allzu große Überraschung, dass ihm auch außerhalb der Tenniscourts Ehrungen zu Teil wurde. So zeichnete ihn die Stadt Frankfurt am Main als >Junger Athlet des Jahres< aus und in seinem Heimatland wurde er sogar als >Sportperson des Jahres 2019< geehrt.

Bis Ende des vergangenen Jahres durfte er noch bei Junioren-Turnieren antreten, spielte allerdings auch hin und wieder auf der internationalen Erwachsenen-Tour bei den Profis. So gewann Jonas Forejtek auf der ITF-Tour einen Einzel- und zwei Doppeltitel und auf der ATP-Challenger-Tour in Liberec mit seinem Landsmann Michael Vrbensky den Doppeltitel. Diese Erfolge und sein Können veranlassten letztjährig den tschechischen Teamchef Jaroslav Navratil den Junior ins Davis-Cup-Team zu berufen. Und er wurde nicht enttäuscht. Beim 3:2-Sieg der Tschechen gegen Bosnien-Herzegowina trug er maßgeblich mit zwei Erfolgen zum Sieg der Mannschaft bei.

Dem ersten Neuzugang, zweifelsohne werden weitere folgen, wird das Team Hämmerling TuS Sennelager in der 1. Tennis-Bundesliga der Herren ein neues Gesicht haben. Sechs Tennissprofis werden, wenn am 15. März die Meldeliste des Deutschen Tennis Bundes veröffentlicht wird, bei den Ostwestfalen nicht mehr gelistet sein. „Für ihn tut es mir besonders leid“, sagt Marc Renner, „aber sportlich reicht es für die erste Liga nicht mehr“. Demzufolge ist der Rumäne Dragos Dima (0:6-Bilanz 2019) ebenso nicht mehr dabei wie der Russe Ivan Gakhov (1:4-Bilanz). Ihre Profikarriere haben der Deutsch-Brasilianer Karue Sell sowie der Pole Marcin Matkowski beendet. Philipp Scholz ist zum TC Herford gewechselt und Louis Dietze nimmt ein Studium auf und spielt fortan in der zweiten TuS-Mannschaft.

Bildzeile: Der hochtalentierte 18-jährige Junioren-Weltranglisten-Erster Jonas Forejtek ist ein interessanter Neuzugang beim Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager. © Thomas Schulte

Doppel-Turniersieg für Jan Zielinski in Nussloch

Der MLP-Cup in Nussloch, einem mit 25.000 US-Dollar Preisgeld dotiertes Herren-Turnier der ITF-World Tour, beendete Jan Zielinski (Team Hämmerling TuS Sennelager) mit einem Turniersieg in der Doppelkonkurrenz. Während der 23-jährige Pole im Einzel bereits in der Qualifikation hängen blieb, lief es im Doppel bestens. Mit seinem zwei Jahre jüngeren Landsmann Kacper Zuk startete er als Nummer zwei der Setzliste und er kam am Ende mit einem 6:3, 6:4-Sieg im Endspiel über die beiden Deutschen Johannes Härteis/Peter Heller (BASF TC Ludwigshafen/TC Amberg am Schanzl) am 26. Januar zum ersten Titelgewinn in dieser noch jungen Saison.

Tennis-Turnierwoche 27. Januar bis 02. Februar 2020

Sennelager. In der vergangenen Woche waren drei Tennisprofis vom Erstligisten Team Hämmerling TuS Sennelager beim ATP-Challenger im französischen Quimper im sportlichen Geschehen. Allerdings war das Turnier für sie in der Bretange, welches mit 46.600 Euro Preisgeld dotiert war, alles andere als erfolgreich. Während Arthur Rinderknech – der mit Datum vom 03. Februar 2020 mit Position 236 seine beste ATP-Weltranglisten-Platzierung inne hat – in der Woche zuvor noch den Challenger-Turniersieg in Rennes einheimsen konnte, musste er diesmal verletzungsbedingt im Achtelfinale beim Stande von 6:4, 2:5 gegen seinen französischen Landsmann Enzo Couacaud (ATP 196) aufgeben.
Mit einem Sieg (7:6, 7:6) gegen den Nussloch-Sieger Ruben Bemelmans (ATP 260) startete Manuel Guinard (ATP 294) in das Turniergeschehen, unterlag jedoch im Achelfinale dem Tschechen Zdenek Kolar (ATP 227) mit 5:7, 6:2, 0:6. Eine Runde weiter kam der an Nummer sechs der Setzliste platzierte Russe Alexey Vatutin (ATP 206), der sich mit einer knappen Zweisatzniederlage 6:7(2), 6:7(4) gegen den 22-jährigen Tschechen Vit Kopriva (ATP 354) im Viertelfinale aus dem Turnier verabschiedete.

Presse-Info 02 vom 26. Januar 2020
Tennis-Turnierwoche 20. bis 26. Januar 2020
Erster ATP-Challenger-Triumph für Rinderknech (Team Hämmerling TuS Sennelager)

Sennelager. Einen großartigen Start in die Tennissaison 2020 legte in dieser Woche der Tennisprofi des Erst-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager, Arthur Rinderknech (ATP 329), beim mit 46.600 Euro Preisged dotierten ATP-Challenger im französischen Rennes hin. Der 24-jährige Franzose holte sich am Sonntag (26. Februar) seinen ersten ATPChallenger- Triumph im Einzel und im Doppel kam er zudem noch bis ins Halbfinale. Im Hallenfinale auf dem blauen Hardcourt-Belag in der Hauptstadt der Bretagne in Nordwestfrankreich besiegte Arthur Rinderknech den britischen Davis-Cup-Spieler James Ward (ATP 313), der immerhin schon auf der Weltranglistenposition 89 notiert wurde, knapp aber verdient mit 7:5, 6:4.

Der Lohn seiner Bemühungen sind immerhin 6.190 Euro Preisgeld aber auch zugleich 80 Weltranglistenpunkte. Die dürften ihm erstmals auf ein ATP-Ranking um Position 240 bringen, seine bis dato beste Platzierung. Und das ist außergewöhnlich, denn innerhalb von nur sechs Monaten steigerte sich Rinderknech um rund 1.100 Weltranglistenplätze und gehört nun zu den weltbesten 240 Tennisprofis. Auf dem Weg zum Titelgewinn besiegte Arthur Rinderknech unter anderem im Achtelfinale den an Nummer neun gesetzten Essener Mats Moraing (TC Bredeney/ATP 221) mit 6:2, 6:3 und in der Vorschlussrunde schaltete der den für den Deutschen Mannschaftsmeister Grün-Weiss Mannheim spielenden 33-jährigen Tobias Kamke (ATP 248) mit 6:4, 2:6, 6:3 aus. Auch in der Doppelkonkurrenz lief es bestens für den Bundesligaprofi des TuS Sennelager. Mit seinem Teamkollegen und Landsmann Manuel Guinard (ATP 297), der eine Erstrundenniederlage mit 4:6, 3:6 gegen den 27-jährigen Antoine Escoffier (ATP 346) hinzunehmen hatte, trat Rinderknech in der Doppelkonkurrenz an. Das mit einer Wild Card ins Turnier gekommene französiche Gespann musste sich erst im Halbfinale dem routiniertzen russisch-slovakischen Duo Teymuraz Gabashvili/Lukas Lacko mit 3.6, 6:3, 9:11 geschlagen geben.

Als Nummer sechs der Setzliste ging in Rennes der ebenfalls für das Team Hämmerling spielende Russe Alexey Vatutin (ATP 207) in die Konkurrenz. Nach einem Erstrunden-Freilos und einem Zweisatzsieg (6:4, 6:4) gegen Mischa Zverev (ATP 281), der bereits die Weltranglistenplatzierung 25 inne hatte, kam das Aus im Viertelfinale mit 5:7, 3:6 gegen den 27-jährigen Franzosen Constant Lestienne (ATP 225). Im thailändischen Bangkok ging die Nummer eins des Team Hämmerling, der Franzose Antoine Hoang (ATP 118), beim mit 54.160 US-Dollar Preisgeld dotierten ATP-Challenger an den Start. Der an vier gesetzte 24-jährige Franzose hatte zunächst ein Freilos, unterlag dann aber im ersten Match des Turniers im Achtelfinale mit 0:6, 6:3, 1:6 seinem ein Jahr jüngeren Landsmann Hugo Grenier (ATP 268). Das topgesetzte niederländische Duo Robin Haase/David Pel (Kurhaus Lambertz Aachen/Team Hämmerling TuS Sennelager) schied im Viertelfinale knapp mit 7:6(4), 57, 7:10 gegen die Kasachen Andrey Golubev/Aleksandr Nedovysov (TC Raadt/Badwerk Gladbacher HTC) aus.

Für den 24-jährigen Arthur Rinderknech vom ostwestfälischen Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager war es ein grandioder Start in die Saison: Beim ATP-Challenger in Rennes stand er im Finale und mit dem Sennelager-Teamkollegen Manuel Guinard spielte er sich ins Halbfinale der Doppelkonkurrenz. © Agentur Klick

 

Mit einem 3:3-Unentschieden, nach 1:3-Rückstand aus den Einzeln, gegen den fünffachen Deutschen Mannschaftsmeister Kurhaus Lambertz Aachen feierten frenetische 1.300 Zuschauer den Klassenerhalt und wildfremde Menschen lagen sich in den Armen.

Es gibt eine Geschichte, die immer wieder gerne erzählt wird, wenn ungleiche Voraussetzungen aufeinander treffen. Die Protagonisten Asterix und Obelix lebten 50 Jahre vor Christus in einem kleinen Dörfchen in Gallien und haben sich immer wieder gegen die kriegslustigen übermächtigen Römer unter Julius Cäsar zur Wehr setzen müssen. Doch denen gelang es nie, sie zu besiegen. Doch was hat das mit der 1. Tennis-Bundesliga der Herren zu tun? Natürlich nichts! Vergleicht man allerdings den aus dem Paderborner Vorort stammenden TuS Sennelager mit seinen 80 Vereinsmitgliedern mit den Übrigen Clubs in der Eliteliga des nationalen Mannschaftstennissports, so kann einem dieser Vergleich schon in den Sinn kommen. Nach sieben Aufstiegen in Folge befand sich der sportliche Nobody als Team Hämmerling TuS Sennelager dann plötzlich in der 1. Tennis-Point Bundesliga und trat die sportliche Herausforderung an.

Sennelager Festspiele: Freibier für alle

Den 10. August 2019 werden sich nun so manche Tennis-Teammanager im Kalender rot anstreichen müssen, denn an diesem 8. Spieltag vollzog sich eine faustdicke ostwestfälische Überraschungs-Story. Mit einem 3:3-Unentschieden, nach 1:3-Rückstand aus den Einzeln, feierten 1.300 Zuschauer frenetisch den Klassenerhalt und wildfremde Menschen lagen sich in den Armen. Als dann auch noch Matthias Wittig (1. Abteilungsvorsitzender TuS Sennelager) die Parole >Freibier ausrief, begannen die >Sennelager Festspiele< auf der Anlage beim Paderborner TC Blau-Rot. „Es ist für Außenstehende sicherlich schwerlich nachzuvollziehen, was wir erreicht haben“, so Ralf Hämmerling, „doch wir, die für die Mannschaft verantwortlich sind, haben immer an die Realisierung unsers Traums vom Klassenerhalt geglaubt. Wir waren überzeugt, dass wir mit unserer Mentalität dass schaffen werden, denn ansonsten hätten wir den Aufstieg ja nicht annehmen müssen.“

Zittern bis zuletzt

Allerdings schien an diesem Samstag das Duell gegen die Kaiserstädter alles wieder unwirklich werden zu lassen. Lediglich der 25-jährige Norbert Gombos (ATP 118) konnte sein Einzel gegen den zuletzt im schweizerischen Gstaad mit der Finalteilnahme so erfolgreichen Cedrik-Marcel Stebe (ATP 258) in drei Sätzen gewinnen. Ansonsten verlor Frederico Ferreira Silva (ATP 277) glatt in zwei Durchgängen gegen Carlos Taberner (ATP 347), Ivan Gakhov (ATP 341) vergab zwei Matchbälle gegen Martin Cuevas (ATP 400), und Arthur Rinderknech (ATP 319) hielt gegen den deutschen Davis-Cup-Spieler Tim Pütz (ATP-Doppel 65) bestens mit, aber der Gewinn der Match-Tiebreaks entschied das Duell zugunsten des gebürtigen Frankfurters.

Und immer wieder stechen die Doppel

Doch Sennelager hat exzellente Doppelspieler und Taktikfuchs Marius Kur schickte das französische Duo Arthur Rinderknech/Manuel Guinard und die polnisch-niederländische Paarung Jan Zielinski/David Pel auf die Courts. Als die beiden Franzosen in einem unglaublichen Match die Zuschauer in einem emotionalen Begeisterungszustand versetzte, die Partie mit 7:5, 6:4 gegen Cuevas/Pütz gewann, forderte der 24-jährige Rinderknech die Zuschauer gestenreich auf, mit ihnen zur nebenan noch laufenden Begegnung Zielinski/Pel gegen Taberner/Langer mitzukommen. Als auch hier mit lautstarker Unterstützung des Publikums diese Partie mit 7:6(4), 6:2 zu Gunsten der Hausherren entschieden wurde, stand ein Punktgewinn für den Ligadebütanten fest.

Zum Saisonabschluss nach Köln

„Das reicht uns aber nicht“, so ein stets zurückhaltende Marc Renner und meinte, „denn Weinheim holte noch einen Punkt in Düsseldorf und mir müssen Sonntag nach Köln.“ So das Abstiegsszenario des Teamchefs um 18.22 Uhr, doch zwei Minuten später lautstarker Jubel rund um den Court. Via Liveticker wurde das Duell der Kurpfälzer in der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt verfolgt und zwei Minuten später stand mit dem 4:2-Sieg des Irmler-Teams die sportliche Zukunft der Ostwestfalen fest: Team Hämmerling TuS Sennelager spielt in der Saison 2020 in der 1. Tennis-Point-Bundesliga und die Klassenverbleibs-Fete auf der Anlage an der Hermann-Kirchhoff-Straße nahm seinen Lauf.

Großer Jubel beim ostwestfälischen Neuling Team Hämmerling TuS Sennelager über den Ligaverbleib in der 1. Tennis-Point Bundesliga. © Agentur Klick

Den Klassenerhalt des Team Hämmerling TuS Sennelager bewerkstelligten (stehend von links) Frederico Ferreira Silva, Ivan Gakhov, Philipp Scholz, David Pel, Norbert Gombos, Arthur Rinderknech, Jonas Kell (Physiotherapeut), Marius Kur (Coach) sowie (kniend von links) Louis Dietze, Julius Hillmann, Carlos Ramierz Uttermann, Manuel Guinard, Dragos Dima, Jan Zielinski, Marcin Matkowski und Teamchef Marc Renner. Im Kreis von links oben: Antoine Hoang, Alexey Vatutin und Jozef Kovalik. © Agentur Klick

Samstag kommt Kurhaus Lambertz Aachen • Sonntag zum Kölner THC Stadion Rot-Weiss Publikumsunterstützung nötig • Ziel ist 1000 plus • Paderborns Spitzen-Squasher sind dabei

Paderborn. Es ist ein Finish und wer letztlich ins Ziel kommt bzw. unmittelbar davor ins Straucheln gerät, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Am bevorstehenden Wochenende in der 1. Tennis-Point-Bundesliga der Herren steht ein Doppelspieltag am Samstag und am Sonntag an. Das Einzige was nach sieben Spieltagen feststeht, ist der erste von zwei Absteigern: Tabellenletzter Blau-Weiß Aachen. Gesucht wird die zweite Mannschaft, die die Kaiserstädter in die zweite Liga begleiten muss. Und wer wird Deutscher Mannschaftsmeister 2019? Diese Frage dürfte noch am ehesten entschieden sein, denn die mit 12:2 Punkten führenden Mannschaften spielen am Samstag gegeneinander. Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld muss zum Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim und der Sieger dieser Auseinandersetzung wird aller Voraussicht nach der nächste nationale Champion sein.
Bereits sieben Mal trugen sich die Kurpfälzer, die auf ihrer Anlage am Neckarplatt zum samstäglichen Duell mit einem Besucheransturm rechnen können, in die Siegerliste ein. Der HTC Blau-Weiss Krefeld, im Jahr 1923 am dortigen Stadtwald gegründet, hat bis dato lediglich zweimal den Deutschen Meistertitel bei den Senioren (1978/1985) gewonnen. Mit den Herren, die bereits im Gründungsjahr der Bundesliga 1972 dabei waren, bisher Fehlanzeige. Dies soll sich nun ändern. Mit dem neuen Haupt- und Namenssponsor, dem Finanzdienstleister Timberland Finance, ist ein dreijähriges Projekt geplant. Natürlich ist das Ziel des finanziellen Engagements der Gewinn des Titels. Dass dies bereits am Ende der laufenden 48. Bundesliga-Saison erreicht werden kann, kommt zweifelsohne überraschend und zudem recht schnell!
Während an der Tabellenspitze zwei Teams das Rennen unter sich ausmachen, ist die Findung nach dem zweiten Absteiger offen und extrem spannend. Bundesliga-Spielleiter Oliver Weber hat für die Zielgerade Spielpaarungen parat, in die gleich fünf von zehn Mannschaften verwickelt sind. Das beginnt mit dem Tabellensechsten Team Hämmerling TuS Sennelager (6:8 Punkte), gefolgt von beiden punktgleichen Teams TC Großhesselohe und fläsh TC Weinheim (beide 5:9) auf den Rängen sieben und acht. Mit einem Punkt weniger auf dem Konto liegt dahinter der Kölner THC Stadion Rot-Weiss (4:10). Ohne Punktgewinn mit 0:14 Zählen sind die Aachener Tabellenzehnter.
In einer gefühlten komfortablen Situation befinden sich die Paderborner, die in ihrem vierten und letzten Heimspiel am Samstag (Beginn 11.00 Uhr) den zweiten Aachener Bundesligaclub >Kurhaus Lambertz< empfangen. Ein Verein mit großer Tennistradition, die als Lawn Tennisklub im Jahr 1890 begann. Der ging später in TK Kurhaus – der Name bezog sich auf die damaligen Kureinrichtungen an der Monheimsallee, wo sie auch heute noch beheimatet sind – auf. Maßgeblich hat in den sechziger Jahren Hermann Bühlbecker den Tennisklub geprägt, der als Präsident 1968 das Clubhaus gebaut hat. Diese Tennisleidenschaft hat sich auf seinen heute 69-jährigen Sohn Dr. Hermann Bühlbecker übertragen. Der wiederum ist Alleingesellschafter der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG und die Lambertz-Gruppe ist der führende deutsche Hersteller für Backwaren und zugleich Weltmarktführer für Weihnachtsgebäck. Ob die Gäste für den ostwestfälischen Aufsteiger Geschenke dabei haben, ist eher unwahrscheinlich.
Das Lambertz-Team spielt seit 2004 in der ersten Tennis-Bundesliga und sie gewannen in den Jahren 2008/2009 sowie 2011 bis 2013 fünfmal die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Zudem haben sie sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell immer klangvolle Spielernamen parat, die die Erfolge ermöglichen. So gehörte früher unter anderem Philipp Kohlschreiber ebenso dazu, wie aktuell der Spanier Roberto Bautista-Agut (ATP 13), Jan-Lennard Struff (ATP 35) und Pablo Cuevas (ATP 49). Von diesem Trio wird aber niemand auf der Anlage des Paderborner TC Blau-Rot aufschlagen, denn die haben sich bereits im Hinblick auf die US Open zu ihren Vorbereitungsturnieren nach Kanada bzw. USA aufgemacht. Gleichwohl ist das was Teamchef Alexander Legsding aufbieten kann, so spielstark, dass abermals die Ostwestfalen als Außenseiter anzusehen sind. So könnte der belgische Davis Cup-Spieler Steve Darcis (ATP 195), war bereits die Nummer 38 der Welt, das Team mit dem Deutschen Cedrik-Marcel Stebe (ATP 258), Filippo Baldi (ATP 145), Carlos Taberner (ATP 347), Martin Cuevas (ATP 400) sowie dem Davis-Cup-Spieler Tim Pütz (ATP-Doppel 65) und Nils Langer anführen. Wer letztlich aufschlagen wird, entscheidet sich in den nächsten 48 Stunden, denn sie sind allesamt noch in Turnieren involviert.
Dass sich die >Hämmerlinger< auch vor etablierten Namen nicht verstecken müssen und ihnen davor auch nicht bange ist, haben sie eindrucksvoll bewiesen. Sechs Punkte auf der Habenseite, vor Saisonbeginn hat man ihnen sozusagen keine Chancen eingeräumt, sind der Beweis für couragiertes Auftreten. „Wir glauben immer an unsere Chancen“, so Namensgeber Ralf Hämmerling, „und da wir ganz dicht vor der Realisierung unseres Traums stehen, den Klassenerhalt zu ermöglichen, müssen wir Samstag noch einmal alles mobilisieren.“ Dabei hat der Paderborner Unternehmer nicht nur seine Tennisprofis im Blick, gemeint sind auch die Besucher: „1000 plus“, ist das Ziel, „denn wenn wir weiterhin Tennisspitzensport in Paderborn haben wollen, benötigen wir die entsprechende Unterstützung unserer Zuschauer.“ Bei den bisherigen Begegnungen war diese Besucherzahl stets gegeben und mit verschiedenen Aktionen der Medien, des Vereins bzw. der Sponsoren sollen die Ziele erreicht werden: Klassenerhalt sowie 1000 Zuschauer und mehr!
Unterstützung bekommt das Team Hämmerling TuS Sennelager am Samstag vom renommierten Paderborner Squash Club, der mit 15 Titeln Deutscher Rekordmeister ist. „Paderborn ist eine Sportstadt und dass dies so bleibt, unterstützen wir als Verein mit unseren Sportlern auch die anderen Sportarten. Wir stehen zusammen und wir zeigen das auch in der Öffentlichkeit“, so Geschäftsführerin Anna Wedegärtner, die mit ihre prominenten Squashern Simon Rösner, Nicolas Müller, Lennart Osthoff, Lucas Wirths und Cederic Lens bei der entscheidenden Bundesliga-Partie auf der Anlage an der Hermann-Kirchhoff-Straße dabei sein wird. Die sportliche Herausforderung wollen Teamchef Marc Renner und Coach Marius Kur mit einer spielstarken Formation bestehen und demzufolge werden um 11.00 Uhr bei der Mannschaftspräsentation auf der roten Asche des Centre Courts Frederico Ferreira Silva (ATP 277), Dragos Dima (ATP 353), Ivan Gakhov (ATP 222), Arthur Rinderknech (ATP 319), Jan Zielinski, David Pel, Philipp Scholz und der frühere Doppel-Weltranglisten-Siebte Marcin Matkowski stehen.
Zweifelsohne werden die Zuschauer ihren Blick auf die Partien auf der Blau-Rot-Anlage richten, aber genauso interessiert werden sie die übrigen Spielansetzungen im Tabellenkeller verfolgen. So muss der aufgestiegene Südmeister TC Großhesselohe zum Absteiger Blau-Weiß Aachen reisen und fläsh TC Weinheim ist Gastgeber für Badwerk Gladbacher HTC. Und die Kölner Domstädter, zu denen müssen die Paderborner am Sonntag reisen, wollen beim benachbarten Rivalen Allpresan Rochusclub Düsseldorf die Punkte gegen den Abstieg holen.

Einschwören auf das Ziel Klassenerhalt beim Team Hämmerling TuS Sennelager vor den letzten Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga mit (von links) Dragos Dima, Marius Kur (Coach), Julius Hillmann, Marc Renner (Teamchef), Jan Zielinski, Frederico Ferreira Silva undPhysiotherapeut Sascha Naerger.© Agentur Klick

Die ostwestfälischen Duos Hoang/Rinderknech & Kovalik/Pel holen das Unentschieden

Großhesselohe. Was dieses 3:3 und der damit verbundene Punktgewinn beim TC Großhesselohe wert sein kann, wird man voraussichtlich erst am kommenden Sonntag – nach dem letzten Spieltag – abschätzen können. Aktuell bedeutet er zumindest, dass das Team Hämmerling TuS Sennelager weiterhin mit einem Zähler Vorsprung vor dem ebenfalls letztjährig aufgestiegenen bayerischen Südmeister in der Tabelle liegt. Zahlenmäßig heißt das, die Ostwestfalen bleiben mit einem 6:8-Punktekonto vor dem heutigen Gastgeber mit 5:9 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Allerdings geht es sehr eng im Tabellenkeller zu, denn fläsh TC Weinheim hat überraschenderweis mit 4:2 beim Kölner THC Stadion Rot-Weiss gewonnen und ebenfalls einen Punktestand von 5:9. Die Kurpfälzer sind somit Tabellen-Achter. Durch die Niederlage sind die Domstädter (4:10 Punkte) nun auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und Tabellenletzter ist weiterhin Blau-Weiß Aachen. Die schlugen sich zwar achtbar auf eigener Anlage gegen den Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld, hatten nach den Einzeln ein 2:2, unterlagen aber letztlich mit 2:4 und tragen mit 0:14 Punkten weiterhin Schlusslicht der Tabelle.

Das verdiente Unentschieden des Teams Hämmerling TuS Sennelager geht auf die großartige Leistung der beiden ostwestfälischen Duos Antoine Hoang/Arthur Rinderknech und Jozef Kovalik/David Pel zurück, wobei – ohne die Leistungen der jeweiligen Partner zu schmälern – die Verlierer der Einzelpartien unbedingt alles wieder gut machen wollten. Die Resultats-Verbesserung gelang am schnellsten der slowakisch-niederländischen Paarung, wobei ein ausgeruhter David Pel mit seinen fast 2,0 Metern der führende Akteur war. Ihr 7:6(5), 6:4-Erfolg gegen MatthiasBachinger/Lucas Miedler ließ Hoffnungen aufkommen, doch noch etwas Zählbares aus München mitzunehmen. Generell ist festzuhalten, das spielerische Niveau in den beiden Doppelpartien war enorm hoch und einmal mehr bewiesen die Renner-Teams an diesem Tage ihre Erstligatauglichkeit.

Zum gezeigten Können gesellte sich auch noch ungeheure Spannung, denn der Doppelsieg der beiden im ersten Doppel aufgestellten Sennelager-Franzosen war nach zwei Sätzen greifbar nahe. 6:4, 5:4 und eigener Aufschlag, was sollte da noch schief gehen? In diesem zweiten Satz alles, denn trotz der drei Matchbälle kam es zum Satzausgleich. Mehr aber auch nicht. Das Sennelager-Gespann zeigte Moral und Siegeswillen und der letztlich verdiente 6:4, 5:7, 10:5-Sieg sorgte für große Freunde bei den Ostwestfalen. „Vor der Saison haben wir mit zwei Punkten gerechnet“, so ein strahlender 24-jähriger Rinderknech, „jetzt haben wir bereits sechs. Das ist unglaublich.“ Am Ende des Tages gab sich auch Teamchef Marc Renner wieder versöhnlich: „Unsere Einzel waren nicht gut, dass muss man kritisch anmerken. Was sie aber im Doppel gezeigt haben, ist nur mit großartig zu beschreiben.“

 Auch wenn im Vorfeld der Partie über die Formation der Gastgeber ein Mantel des Schweigens gelegt wurde, lediglich den Namen Florian Mayer hatten die Münchner gelüftet, gab es bei der Abgabe der Mannschaftsaufstellung um 10.30 Uhr am Sonntagvormittag auf Seiten der Hausherren keine Überraschung. „Damit haben wir gerechnet“, sagt Marc Renner, der seine vermeintlich beste Formation aufgeboten hatte: „Mehr geht personell bei uns nicht.“ Namentlich ist dem Teamchef beizupflichten, sportlich reichte es aber zunächst nicht. Nach etwas mehr als drei Stunden Spielzeit lagen die Ostwestfalen nach den vier Einzeln mit 1:3 im Hintertreffen.

Dabei begann die Auseinandersetzung beim Mitaufsteiger aus Sicht des Teams Hämmerling recht zuversichtlich, denn nach den ersten beiden Einzeln stand es zwischenzeitlich 1:1. Der 25-jährige Österreicher Dennis Novak (ATP 119) gewann ebenso verdient seine Partie mit 6:1, 6:4 gegen an den an Nummer eins spielenden Slowaken Jozef Kovalik (ATP 326), wie im parallel laufenden Match der für Sennelager angetretene Russe Alexey Vatutin (ATP 199). Der aus Wolgograd stammende 26-Jährige siegte überzeugend mit 6:1, 6:4 gegen den aus der Steiermark stammenden Sebastian >Ofi< Ofner (ATP 167).

Damit war aber das Kontingent der TuS-Siege ausgeschöpft, obwohl sicherlich mehr drin gewesen wäre. Sennelagers an Nummer vier eingesetzter Franzose Manuel Guinard (ATP 332) traf auf den deutschen Altmeister Florian Mayer, der im vergangenen Jahr seine internationale Karriere beendet hat. Der heute 35 jährige Bayreuther, auf dem Zenit seiner sportlichen Laufbahn die Nummer 18 der Welt, verlor zwar den ersten Satz gegen seinen 13 Jahre jüngeren Kontrahenten, aber auch nur den. Routine und Erfahrung kann Guinard in dem Alter nicht haben, aber davon hat der Gerry-Weber-Open-Sieger des Jahres 2016 unglaublich viel. In seiner ihm unnachahmlichen Ruhe beeindruckte ihn der Satzverlust in keiner Phase und je länger das Match andauerte, umso leichter kam Mayer zu Punkten. Allerdings weiß man nicht wie letztlich das Duell ausgegangen wäre, denn im ersten Satz beim 3:3 – bis dahin spielte Guinard sein wohl bestes Tennis – knickt er mit dem rechten Fuß um. Folglich war er, wenn auch nicht sichtbar, spielerisch gehandicapt und fand nicht mehr in sein Match zurück. Die 6:4, 1:6, 3:10-Niederlage war folge dessen das Resultat.

Für den zweiten Franzosen im Aufgebot des TuS Sennelager, Antoine Hoang (ATP 109), verlief das Duell anders herum. Der 23-jährige Tennisprofi aus der südfranzösischen Stadt Aix-en-Provence, der mit seiner ATP-Platzierung an den Top 100 der Welt sein derzeit bestes Ranking hat, traf auf den neun Jahre älteren Matthias Bachinger (ATP 125). Der gebürtige Münchner, schon einmal als Nummer 85 der Welt notiert, gewann recht schnell den ersten Satz. In dieser Phase war Hoang anzumerken, dass er bereits auf Hardcourt trainiert und sich so auf seine US-Turnierreise in die Staaten vorbereitet. Seine jetzige Umstellung auf Asche dauerte so seine Zeit, was dann aber im Verlaufe der Partie mit dem Gewinn des zweiten Durchganges zählbar wurde. Doch so ganz fand Antoine Hoang seinen Spielrhythmus nicht. Hinzu kam sein schlechtes Aufschlagspiel und zahlreiche ungenutzte Breakchancen, so dass am Ende – nach drei abgewehrten Matchbällen – der Münchner doch noch zu einem 6:2, 2:6, 12:10-Dreisatzsieg kam.

Das Hämmerling-Duo David Pel (links) und Jozef Kovalik hatte mit einem Zweisatzsieg maßgeblichen Anteil am Unentschieden der Ostwestfalen beim TC Großhesselohe.
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Arthur Rinderknech noch ungeschlagen • Erstmals in der Saison ein Nichtabstiegsplatz
Aachen. In der niederländischen Provinz Limburg liegt die knapp 10.000 Einwohner zählende Gemeinde Vaals, knapp acht Kilometer von Aachen entfernt, und dieses Städtchen wird künftig in der Vereinsgeschichte des TuS Sennelager einen festen Platz haben. Am 26. Juli kam das Team Hämmerling um 22.48 Uhr als Debütant der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren mit einem 5:1 gegen den Mitaufsteiger Blau-Weiß Aachen zum ersten Erfolg in dieser neuen Liga. Und warum in Vaals? Mehrere Regenunterbrechungen verzögerten tagsüber den gesamten Ablauf der Begegnung bei Blau-Weiß Aachen und so mussten letztlich die zweiten Sätzen in den beiden Doppelbegegnungen im benachbarten Niederlande zu Ende gespielt werden.
Beim Standortwechsel hatte das französische Sennelager-Duo Arthur Rinderknech/Manuel Guinard mit 6:3 den ersten Satz gewonnen, lag dann aber 1:3 zurück. Auch das zweite Hämmerling-Gespann Jozef Kovalik/Jan Zielinski hatte im Tiebreak mit 7:6(5) den ersten Satz gewonnen. Zwar gaben die Franzosen den zweiten Durchgang gegen de Bakker/Gigounon ab, doch im vierten Champions Tiebreak des Tages – drei davon buchten siegreich die Ostwestfalen – war ihr 6:3, 3:6, 10:8 Erfolg der vierte Punktegewinn und damit das Duell zu Gunsten der Paderborn entschieden. Wenige Minuten danach war dann auch Kovalik/Zielinski am Ziel. Sie sorgten mit ihrem Zweisatzsieg für einen phantastischen Erfolg und erstmals in dieser Saison steht Team Hämmerling TuS Sennelager mit 3:7 Punkten auf dem achten und einem Nichtabstiegsplatz in der Tabelle.
„Das wäre geschafft“, so TuS-Teamchef Marc Renner, „jetzt können wir ein wenig entspannter die nächsten Aufgaben angehen. Es fühlt sich großartig an, aber alle sind ganz schön platt.“ Während unisono alle >Hämmerlinger< das breite Strahlen im Gesicht hatten, freute sich Arthur Rinderknecht noch einen Deut mehr. Zum einen beging er am vergangenen Montag seinen 24. Geburtstag und die Mannschaft hat ihn am Freitag beim Frühstück mit einem Geschenk überrascht, was ihn wiederum noch mehr motivierte und er hat sich nun eine makellose 4:0-Bilanz erspielt. Er ist zweifelsohne der Motivator und sorgt mit seinen Siegen für die nötigen Glücksmomente im Team. Respekt, Monsieur Rinderknech!
Dagegen erwischte an diesem fünften Spieltag Sennelagers nächster Gegner fläsh TC Weinheim einen rabenschwarzen Tag. Sie kassierten beim derzeitigen Tabellenzweiten BW Timberland Finance Krefeld mit 1:5 eine deutliche Niederlage, die bereits nach den Einzeln mit 0:4 feststand. Überraschenderweise konnte das Doppel Moritz Baumann/Jonas Lütjen gegen die beiden italienischen Spitzenspieler Stefano Travaglia/Alessandro Giannessi in zwei Sätzen gewinnen und so den Ehrenpunkt für die Kurpfälzer buchen. Ansonsten gab es Einzelniederlagen für Andrea Arnaboldi (ATP 218/Italien), Luca Vanni (ATP 246/Italien), Sadio Doumbia (ATP 375/Frankreich) und für den 30-jährigen Deutschen Frank Wintermantel. Ob am Sonntag im Heimspiel gegen Team Hämmerling TuS Sennelager auf Seiten der Weinheimer personell aufgerüstet wird, ist nicht bekannt. Aber auszugehen ist davon, zumal der Gastgeber nach der Niederlage vom Freitag auch nur ein 3:7-Punktekonto hat und auf einem Abstiegsplatz abgerutscht ist.
Keinen geregelten Ablauf kam in der ersten Einzelrunde zustande, denn Regen und Gewitter sorgten für zwei längere Unterbrechungen. Sie betrafen vor allem die Partien zwischen Germaine Gigounon und Alexey Vatutin bzw. Yannik Reuter und Manuel Guinard. Möglicherweise brachten diese Spielpausen auch die Konzentration des 26-jährigen Vatutin (ATP 201) aus dem Rhythmus, denn eigentlich stellte ihn sein vier Jahre älterer belgischer Kontrahent Gigounon vor keine allzu große Herausforderungen. In beiden Sätzen war stets eine 4:0-Führung möglich, doch im „Spiel der verpassten Chancen“ (so Teamchef Marc Renner) machte der in Barcelona lebende Russe eine Reihe leichter Fehler. Irgendwie fand er aber doch noch zum jeweiligen Satzende zu seiner spielerischen Linie zurück und mit einem 6:4, 7:5 Sieg erspielten sich die Paderborner die 1:0 Matchführung im Duell der Kellerkinder.
Wesentlich länger dauerte die Auseinandersetzung der an Nummer vier gesetzten Akteure, Yannik Reuter gegen Manuel Guinard (ATP 339), zumal sich beide in der Spielanlage sehr ähneln. Lange und flache Ballwechsel von der Grundlinie gespielt, die Plätze waren zudem auf Grund des Regens relativ weich, ließen keinen Netzangriffe zu und so wurde dieses Duell ein Nervenspiel. Es war demzufolge auch nicht verwunderlich, dass nach dem Satzgewinn des 23-jährigen Guinard, es im zweiten Durchgang zum Satzausgleich kam. So ging es in den Champions Tiebreak und in diesem hielt der fünf Jahre ältere Belgier Reuter, der vor Jahren zu den besten 200 der Welt zu zählen war, recht ordentlich mit. Doch es reichte nicht: der 7:6(4), 2:6, 10:7 Dreisatzsieg des erstmals eingesetzten Franzosen sorgte beim ostwestfälischen Liganeuling für eine 2:0-Führung. Dieses bis dato für das Team Hämmerling TuS Sennelager unbekannte und erstmals erlebte Zwischenresultat sollte möglichweise durch ihre Nummer eins, Jozef Kovalik (ATP 186), gegen Thiemo de Bakker (ATP 338) ausgebaut werden.
Allerdings weiß man den 30-jährigen Niederländer nie so richtig einzuschätzen. Die ehemalige Nummer 40 der Weltrangliste kann großes Tennis spielen und in einem Match auch völlig daneben liegen. So begann die Aachener Nummer eins dann auch mal wieder recht spielstark und mit seiner dominierenden Spielweise gewann er den ersten Satz. Allerdings wurde Sennelagers 26-jähriger Slowake mit zunehmender Spieldauer besser und gestaltete den zweiten Satz siegreich für sich. Er war demzufolge auf dem besten Weg sein Team mit 3:0 nach vorne zu bringen, denn eine 7:4 Führung im Champions Tiebreak ließ diese Hoffnung aufkommen. Doch in dieser Phase servierte der aus Den Haag stammende niederländische Davis-Cup-Spieler fast fehlerfrei und sorgte mit einem 6:3, 3:6, 10:8 Sieg für den Anschlusspunkt.
Gottlob hat aber das Renner-Team einen Arthur Rinderknech (ATP 356) in seinen Reihen, der gegen den erstmals aufgebotenen belgischen Aachener Clement Geens souverän das Duell begann. Der 6:2-Satzgewinn stellte auch die Überlegenheit in Zahlen dar, doch die Partie kippte zu Gunsten des 23-Jährigen. Der aus der berühmten Stadt Waterloo stammende Tennisprofi wusste nun seine Breakchancen zu nutzen und der 24-jährige Franzose hatte mit 3:6 den Ausgleich hinzunehmen. Doch dies beeindruckte den sympathischen Sennelager Profi keineswegs und sein glatter Erfolg im Champions Tiebreak brachte ihm mit 6:2, 3:6, 10:4 seinen dritten Sieg im dritten Einsatz ein und ließ beim 3:1-Zwischenresultat zarte Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg in der 1. Tennis-Point-Bundesliga aufkommen. „Die haben aber starke Doppel“, argwöhnte dagegen Marc Renner, was letztlich auch stimmte, aber seine Formationen waren an diesem späten Freitagabend einfach besser.
Ungeschlagen ist der 24-jährige Franzose Arthur Rinderknech noch in der 1. Tennis-Point-Bundesliga und hat für das Team Hämmerling TuS Sennelager eine makellose 4:0-Bilanz erspielt und führte die Mannschaft am fünften Spieltag auf einen Nichtabstiegsplatz. © Agentur Klick