Unternehmer Ralf Hämmerling, Hauptsponsor des Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager, und HTC-Vorsitzender Daniel Didier (rechts) sind mit der vergangenen Saison 2022 sportlich sehr zufrieden. © HTC_Ralf Meier

Paderborn. Am vergangenen Wochenende endete die Saison 2022 in der 2. Tennis-Bundesliga Gruppe Nord der Herren, die vom Team Hämmerling TuS Sennelager mit dem 4. Tabellenplatz sportlich sehr erfreulich abgeschlossen werden konnte. Unisono bewerten sowohl Marc Renner als TuS-Kaderplaner, Chefcoach Ewald Spaaij und HTC-Vorsitzender Daniel Didier die Meisterschaftsrunde als einen Erfolg auf ganzer Linie. Dies bezieht sich sowohl auf die Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß (HTC), auf den Zuschauerzuspruch und auf die öffentliche Wahrnehmung. Wie der 65-jährige Paderborner Unternehmer Ralf Hämmerling die Saison bilanziert, hat Sportjournalist Frank Hofen (hofmedia Kommunikation/VDS) in einem Interview nachgefragt.

? Die Saison ist vorbei. Wie fällt denn Ihre Bilanz aus.
Ralf Hämmerling: Über die gesamte Saison hinweg betrachtet, bin ich zufrieden. So gab es überraschende Erfolge, aber auch bittere Niederlagen. Vor allem die vor eigenem Publikum, das war schon ärgerlich. Aber letztlich auch der personellen Situation geschuldet. Wie spielerisch stark wir hätten sein können, zeigten die zuletzt gezeigten Auftritte mit unseren auf den vorderen Plätzen gemeldeten Spielern. Bundesliga und Turniere passen nicht immer zusammen.

? Ihre Mannschaft war schon 2018 in der 2. Liga. Heuer wieder. Hat sich da etwas verändert.
Ralf Hämmerling: An der Struktur nicht, aber am spielerischen Potential. Die Liga ist spielerisch stärker geworden, weil die Erstligaambitionierten Clubs wie Aachen, Köln und Versmold wesentlich mehr ins Personal investiert haben: Spielstärkere Profis, breiterer Kader und ausgeglichenere Mannschaften.

? Das Team war gegenüber der letzten Erstliga-Saison personell runderneuert. War es ein Team.
Ralf Hämmerling: Es gibt ja vor der Saison keine Zeit, die Mannschaft zusammen zu holen, um Teamgeist zu leben. Allerdings hat sie sich im Lauf der Saison gefunden und unterstützt. Das konnte man am Rande der Matches sehen, wie sie sich gegenzeitig geholfen hat. Das zu erkennen zeigt, dass wir – was im letzten Jahre gefehlt hat – auf dem richtigen Weg sind.

? Gibt es Spieler die Sie überzeugt haben.
Ralf Hämmerling: Es ist immer ein wenig problematisch, den einen oder anderen Spieler hervorzuheben. Festzuhalten ist, dass sich David Pel, der bei uns seit 2018 spielt und mit uns aufgestiegen ist, sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. Er ist immer da, wenn man ihn braucht. Auch als sechster Einzelspieler, ob wohl er nur noch Doppel spielt. Er ist ein echter Teamplayer. Was mich auch erfreut, ist das Engagement von Antoine (Cornut-Chauvinc Anm. Redaktion), der bis zum allerletzten Ball fightet und sein Herz auf dem Court lässt. Egal wie der Spielstand ist.

? Es gab eine Neuaufstellung des Teams hinter dem Team. Will fragen: War Ewald Spaaij die erhoffte professionelle Führung.
Ralf Hämmerling: Da sei schon einmal gesagt: Dieses Engagement von Ewald war außergewöhnlich. Ich will gar nicht wissen, wie viele hunderte Telefonate er in der Woche immer geführt hat, um eine Mannschaft zusammen zubekommen. Er arbeitet sehr strukturiert, ohne hektisch zu werden und sehr professionell.

? Ist die 2. Bundesliga überhaupt ein Unterbau zur 1. Tennis-Bundesliga.
Ralf Hämmerling: Meiner Einschätzung nach nicht. Alleine schon die unterschiedlichen Kader, die größere Anzahl der Matches mit sechs Einzel und drei Doppel. Der Spieltag ist zu lang und sehr medienunfreundlich. Zudem werden die jeweils hintereinander stattfindenden Spieltage von Freitag und Sonntag geradezu in fünf Wochen durchgepeitscht und ehe die Öffentlichkeit die Liga wahrgenommen hat, ist die Saison schon wieder beendet. Und warum gibt es in der Nord-Gruppe neun und in der Süd-Gruppe zehn Mannschaften? Dadurch hat im Norden immer ein Team spielfrei und das ist wettbewerbsverzerrend.

? Sechser-Mannschaften erfordern auch größere Kader. Müsste das nicht strukturell an die 1. Liga angepasst werden.
Ralf Hämmerling: Unbedingt. Ich weiß nicht, warum sich zum Beispiel der Westfälische oder Deutsche Tennis Bund nicht mit diesem Thema beschäftigt. Ich glaube vielmehr, die Bundesliga interessiert die Verbände überhaupt nicht. Zudem wären Vierer-Mannschaften auch kostengünstiger. Zum Beispiel bei Reisen oder Hotelübernachtungen. Was sich doch in der ersten Bundesliga bewährt hat, warum wird das nicht umgesetzt in einen vernünftigen Unterbau? Hier sind aber auch die Zweitliga-Vereine gefordert, entsprechende Veränderungen einzufordern.

? Dass sportliche Ziel war im oberen Drittel der Tabelle zu landen. Sie sind nun vierter geworden. War da nicht noch mehr drin?
Ralf Hämmerling: Wir wollen mal nichts überstürzen. Unser Ziel war der Klassenerhalt und gewünscht haben wir uns einen oberen Tabellenplatz. Da ist dann auch tatsächlich so eingetreten. Wir sind schon der Meinung, wenn wir den einen oder anderen Spieler mehr aus unseren ersten Kaderpositionen mehr gehabt hätten, dass dann auch mehr drin gewesen wäre. Aber, man muss auch bedenken, dass die Tennisprofis in erster Linie von den Turnieren leben. Erst dann kommt Tennis-Bundesliga und bei mehr Dabeisein müssen wir uns auch immer nach dem richten, was unser Etat hergibt.

? …angesichts Ihres Drei-Jahreskonzept müssten Sie daher im Plan liegen.
Ralf Hämmerling: Genauso ist es. Wir wollen uns kontinuierlich weiterentwickeln und dabei ein Team formen, das auch unseren Teamspirit verkörpert. Das ist uns bekanntlich in der Folge mit den sieben Aufstiegen aus der Bezirksklasse bis in die 1. Tennis-Bundesliga auch gelungen. Und daran wollen wir anknüpfen.

? Auch bei der Akquise der Sponsoren.
Ralf Hämmerling: Ich gehe einmal davon aus, dass diese Möglichkeiten in unserer Paderborner Region noch nicht ausgeschöpft sind. Auch hier sind wir bestrebt, unserer Tennisprodukt Team Hämmerling in Hövelhof präsenter und breiter aufzustellen.

? Sie sind immer dicht bei den sogenannten Geldgebern. Wie waren deren Reaktionen.
Ralf Hämmerling: Überwiegend positiv. Wir haben unsere Heimspiele als kleine Events veranstaltet, mit entsprechender Gastronomie und das ist angekommen. Man muss aber auch festhalten, dass die Anlage des Hövelhöfer Tennis-Club Blau-Weiß ein Schmuckstück ist. Und wenn man sieht, wie publikumsgerecht die drei Courts gestaltet worden sind, so ist das schon bemerkenswert. Dieses Streben nach Verbesserung sehen auch die Sponsoren. Und wenn die sich wohlfühlen, wirkt sich das auch auf deren Sponsoring aus.

? Es gab viele positive Begleiterscheinungen während der Saison. So zum Beispiel der Zuschauerzuspruch.
Ralf Hämmerling: Wir haben mit knapp 500 Zuschauern bei den Heimspielen eine ordentliche Kulisse gehabt, wobei das Publikum auch emotional immer sehr gut mitgegangen ist. Das haben auch die Spieler bemerkt und ich glaube, so mancher Einzelerfolg ist auch darauf zurückzuführen. In der Zuschauergunst liegen wir in der 2. Liga ganz vorne, noch vor dem Aufsteiger aus Versmold. Ich finde es im Übrigen bemerkenswert, das sowohl der Bürgermeister von Hövelhof als auch der aus Paderborn bei Heimspielen zu Gast war.

? Der Standort Hövelhof ist auch für die nächste Saison gesetzt.
Ralf Hämmerling: Keine Frage. Lassen sie es mich so sagen: Wir sind Freunde geworden und haben zusammen Freude an unserem Engagement.

? …und die Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß ist sowieso Erstligareif.
Ralf Hämmerling: Mit dieser Platzanlage brauchen wir uns nicht verstecken. Selbst die Berliner des LTTC, die mit dem Steffi-Graf-Stadion eine 7.000 Zuschauer-Anlage haben, fanden unser Ambiente lobenswert. Sie waren überrascht, wie liebevoll alles hergerichtet ist.

? Bemerkenswert ist das persönliche Engagement des Teams um den HTC-Vorsitzenden Daniel Didier. Außergewöhnlich, wenn man bedenkt, dass Sie dort nur Gast sind.
Ralf Hämmerling: Er ist zweifelsohne der Motor. Aber ein Rad alleine kann nichts erreichen, wenn die anderen Räder nicht ineinandergreifen. Er hat ein tolles Vorstandsteam, da packt jeder an und das ergibt dann diese positive Darstellung des HTC in der Öffentlichkeit.

? Sie denken ja immer strategisch. In Ihrem Unternehmen sowieso. Gilt dies auch für das Team Hämmerling.
Ralf Hämmerling: Aber selbstverständlich. Daher haben wir ja ein Drei-Jahres-Konzept entwickelt, damit wir in überschaubaren Schritten unsere Ziele umsetzen können.

? …schon einen Gedanken an die Saison 2023 verschwendet.
Ralf Hämmerling: Nein. Ich habe mir nur darüber Gedanken gemacht, wann ich zu welchem Zeitpunkt alle ehrenamtlichen Helfer des Projekts 2. Tennis-Bundesliga zu einem Dankeschön-Abend einladen soll. Das ist mir sehr wichtig, dass wir uns entsprechend bei denen bedanken. Alles andere kommt dann danach, das habe ich schon mit den Verantwortlichen besprochen.

Danke für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft, denn wir leben aktuell in unruhigen Zeiten!

Er ist aus dem Team Hämmerling TuS Sennelager der Spieler der Saison: Raul Brancaccio. Der 25-jährige Italiener absolvierte eine 9:1 Bilanz, siegte in vier von fünf Einzelbegegnungen und in fünf Doppelpartien blieb er gänzlich ungeschlagen. Glückwunsch! © HTC (Ralf Meier)

Das war die Saison 2022 in der 2. Tennis-Bundesliga Herren der Gruppe Nord! Und unter dem Strich kann man eine sportliche Zufriedenheit bilanzieren: Ein ausgeglichener Punktestand (8:8) mit dem 4. Tabellenplatz und knapp 500 Zuschauer bei den jeweiligen Heimspielen auf der Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß zeigen auf, dass das Team Hämmerling TuS Sennelager auch in der neuen Liga Akzente setzen konnte. Vor dem Ligastart am 10. Juli war man mit einigen Unabwägbarkeiten gestartet, denn als Erstliga-Absteiger war die neue Klasse nicht einschätzen. Zum anderen wusste der erstmals neu agierende Chefcoach Ewald Spaaij auch nicht wie stark seine Mannschaft tatsächlich ist. Doch der letzte Spieltag am 07. August gab dem Niederländer die Antworten auf seine Fragen. Zwar gab es noch eine knappe 4:5-Niederlage beim bis dato führen Spitzenreiter TK BW Aachen, doch die Begegnung zeigt einmal mehr das sportliche Potential des Teams auf.

Nach einem 3:3-Zwischenstand nach den Einzeln erspielte das Duo Brancaccio/Pel den vierten Punkt. Allerdings war dieser Erfolg der Gastgeber gegen die spielstarken Ostwestfalen nur ein Pyrrhussieg. Da zeitgleich der TP HerzensSACHE Vermold mit 8:1 beim Bremer TC von 1912 triumphierte, verdrängten sie somit den Spitzenreiter und übernahmen damit am letzten Spieltag die Tabellenführung. Die wiederum bedeutet zugleich für sie erstmals der Aufstieg in das nationale Oberhaus. „Mit den Spielern, die mir auf Grund von Turnierverpflichtungen zur Verfügungen standen, haben wir viel erreicht. Ein ausgeglichener Punktstand und eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte lassen eine positive Beurteilung zu“, so die Bilanz von Ewald Spaaij.

Mit einer großartigen sportlichen Einstellung bestritt das Team Hämmerling die Begegnung gegen den favorisierten Gastgeber aus der Drei-Länder-Region, denn die hatten sich mehr ausgerechnet. Nach den sechs Einzelmatches war das 3:3-Zwischenresultat ein sehr erfreulicher Aspekt für Sennelager. „Man hat unseren Spielern angemerkt, dass sie spielen, um zu gewinnen“, so Ewald Spaaij. Die erste Dreier-Einzelrunde konnten die Ostwestfalen mit einer 2:1-Führung für sich entscheiden. Der an Nummer zwei spielende Spanier Raul Brancaccio entschied glatt in zwei Sätzen die Begegnung gegen Michael Gerts. Er ist mit einer 9:1-Bilanz der erfolgreichste Spieler der Saison. Im Einzel musste er bei fünf Einsätzen nur eine Niederlage hinnehmen und seine fünf Doppelpartien gewann er alle. Der Franzose Lucas Bouquet zeigte einmal mehr eine gewisse Spielfreude und siegte ebenfalls. Auch Hämmerlings Nummer sechs, der niederländische Doppelspezialist David Pel, fightete wie immer in seinem Einzel, doch er verlor in zwei Sätzen. Aber es gab Lob vom Trainer: „Toller Einsatz, denn so viele Spiele hat David in dieser Saison noch in keinem Match gewonnen.“

In der zweiten Einzelrunde wurde seitens des Teams Hämmerling TuS Sennelager der Vorsprung zwischenzeitlich sogar noch ausgebaut. Riccardo Bonadio traf als Nummer eins auf den Argentinier Santiago Rodriguez Taverna, der Einzige der keine belgische Staatsangehörigkeit besaß, doch der Südamerikaner war ohne Chancen. Der 29-jährige Italiener bestimmte in dem Grundlinienduell mit seinen schnellen Vorhandschlägen das Spielgeschehen und eingestreute technische Finessen sorgten für einen deutlichen Zweisatzsieg. Ein weiterer möglicher Einzelerfolg war durchaus im Bereich des Möglichen. Eine 5:3-Führung sowie Satzbälle hatte Yshai Oliel auf dem Schläger, doch Joris De Loore an Position drei kämpfte verbissen um jeden Ball. Ihm war klar, dass Duell darf angesichts des möglichen Aufstiegs nicht verloren gehen. So war es dann auch, zumal der Israeli mit zunehmender Spieldauer müder wurde. „Er war erst am Freitagmorgen von einem Turnier mit dem Zug aus Tschechien gekommen und wenn man dann nicht frisch ist, wird man auch mental müder“, so Ewald Spaaij. Der Belgier De Loore stellte das zwischenzeitliche 3:3 her, denn zuvor hatte Benedikt Henning seine Partie verloren.

TK BW Aachen – Team Hämmerling TuS Sennelager 5:4 (3:3)
Einzel: Rodriguez Taverna, Santiago (ARG/ATP 161) – Bonadio, Riccardo (ITA/ATP 192) 4:6, 3:6, Geerts, Michael (BEL/233) – Brancaccio, Raul (ESP/206) 4:6, 4:6, De Loore, Joris (BEL/368) – Oliel, Yshai (ISR/320) 7:6(1), 6:2, Mertens, Yannick (BEL/851) – Bouquet, Lucas (FRA/803) 3:6, 7:5, 3:10, Geens, Clement (BEL/1612) – Henning, Benedikt (GER/—) 6:1, 6:3, Reuter, Yannik (BEL/1735) – Pel, David (NED/ATP-Doppel 124) 6:2, 6:4. Doppel: Rodriguez Taverna/Geerts – Bonadio/Henning 6:3, 6:3, De Loore/Desein, Niels – Oliel/Bouquet 7:5, 6:4, De Bakker, Thiemo/Mertens – Brancaccio/Pel 2:6, 2:6. Zuschauer: 450 (ATP-Rangliste: 01. August 2022)

Abschlusstabelle

  SpieltageSätzeMatchesPunkte
1.TP HerzensSACHE Versmold8111:5153:1914:2
1.TK BW Aachen8109:5351:2112:2
3.Kölner THC Stadion RW899:6444:2812:4
4.Team Hämmerling TuS Sennelager887:7539:338:8
5.LTTC Rot-Weiß Berlin889:8137:358:8
6.Bremer TC von 1912875:8633:396:10
7.THC Brühl864:10225:476:10
8.Oldenburger TeV865:9729:434:12
9.Tennis-Club SCC Berlin834:12413:590:16

Aufsteiger 1. Tennis-Bundesliga: TP HerzensSACHE Versmold
Absteiger Regionalligen: Oldenburger TeV, Tennis-Club SCC Berlin

Der Grundstein zum Klassenerhalt wurde am ersten Spieltag mit einem deutlichen Sieg gegen den Tennis-Club SCC Berlin gelegt (stehend von links): David Pel, Alfredo Perez, Antoine Cornut-Chauvinc, Julien Cagnina, Chefcoach Ewald Spaaij sowie kniend (von links) Corentin Denolly, Matteo Martineau und Riccardo Bonadio. Des Weiteren kamen im Saisonverlauf noch Nick Hardt, Yshai Oliel, Lucas Bouquet, Benedikt Henning und Sean Hess zum Einsatz. © HTC (Ralf Meier)

Das vorweg: Der Klassenerhalt in der 2. Tennis-Bundesliga ist dem Team Hämmerling TuS Sennelager am vorletzten Spieltag geglückt. Und noch mehr: Aktuelle Platzierung ist der 4. Tabellenplatz. So glücklich und zufriedenstellend das auch ist, es war eine Saison zwischen Hoffen und Bangen. Der Start am 10. Juli glückte mit einem deutlichen Sieg gegen den SCC Berlin, doch es folgten auch schmerzhafte Niederlagen. Und immer wieder schwebte das Damoklesschwert des Abstiegs über die von Chefcoach Ewald Spaaij geführte Mannschaft. Doch dieser 05. August mit seinem 8. Spieltag zeigte noch einmal auf, welch spielerisches Potential der Kader hat, wenn die Besten dabei sind. Das war nicht immer so, dafür aber am Freitag beim Oldenburger TeV, wo sich die Ostwestfalen einen überzeugenden 6:3-Sieg erspielen konnten und so das Abstiegsgespenst endgültig verscheuchen konnten.

„Heute hatten wir unser stärkstes Aufgebot“, sagte ein zufriedener Chefcoach Ewald Spaaij, der sich um 17.59 Uhr mit einem 5:1 Zwischenresultat nach sechs Einzeln über den Klassenerhalt freuen konnte. Der Saisonabschluss findet am Sonntag beim Tabellenführer TK BW Aachen statt. Dass im Team Hämmerling Teamgeist praktiziert wird, ist an einem aktuellen Beispiel zu belegen. Der 25-jährige US-Amerikaner Alfredo Perez kam nicht zum Einsatz, denn mit dem Israeli Yshai Oliel stand bereits ein Nicht-EU-Spieler im Team. Er wollte allerdings nicht untätig herum sitzen und hat infolge dessen die Schläger seiner spielenden Mannschaftskollegen bespannt! Demzufolge ist anzunehmen, dass er am Sonntag in Aachen wieder auf dem Court stehen wird, denn der 22-jährige Yshai Oliel hat sich bereits verabschiedet. Welch spielerisches Potential in dem Hämmerling-Kader steckt, verdeutlichte die erste Dreier-Einzelrunde. An den Positionen zwei, vier und sechs gab es drei glatte Zweisatzsiege von Paul Brancaccio, Julien Cagnina und vom erstmals eingesetzten Deutsch-Argentinier Sean Hess. Die 3:0-Führung baute Yshai Oliel ebenfalls in zwei Sätzen aus.

Topgesetzt war zum zweiten Mal in dieser Saison Riccardo Bonadio, der in der Partie gegen den mit einem französischen Pass spielenden Uzbeken Gleb Sakharov stark begann. Der stand zunächst auf verlorenem Posten, doch je länger die Auseinandersetzung andauerte, umso sicherer wurde der aus Tashkent stammende Oldenburger. Hinzu kam eine gehörige Portion Routine, den Sakharov ist mittlerweile 34 Jahre und war im weltweiten ATP-Ranking bereits auf Position 153 notiert gewesen. Der Satzausgleich war die logische Folge und auch im Champions-Tiebreak führte zunächst der Gastgeber. Allerdings konnte er das nicht siegreich zu Ende führen und der Dreisatzerfolg des Italieners führte zur klassenverbleibenden 5:0-Triumph.

„Ihm fehlt so ein wenig der Glaube an sein eigenes Können“, sagte Ewald Spaaij, „denn letztlich verliert er immer die engen Matches.“ Gemeint ist der 25-jährige sympathische Benedikt Henning, dessen kämpferisches Bemühen wieder einmal nicht belohnt wurde. Der erste Satz ging im Tiebreak verloren. Den Zweiten holte sich der Bad Hersfelder, so dass der Champions-Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Schnell in Führung ging der 32-jährige Routinier Florian Barth, doch Henning gab nicht auf. Selbst bei einem 4:8-Rückstand und Aufschlag des Kontrahenten, wurde dagegen gehalten. Mit Erfolg, doch es reichte nur zum zwischenzeitlichen 8:8. Schlussendlich fehlte letztlich die Konzentration und so gab es abermals eine weitere Niederlage. Insgesamt betrachtet tat dieser Punktverlust aber nicht weh, denn auch in der Saison 2023 gehört das Team Hämmerling TuS Sennelager der zweithöchsten nationalen Tennisliga an.

Oldenburger TeV – Team Hämmerling TuS Sennelager 3:6 (1:5)
Einzel: Sakharov, Gleb (FRA/ATP 989) – Bonadio, Riccardo (ITA/ATP 192) 3:6, 7:5, 7:10, Dornbusch, Michel (GER/—) – Brancaccio, Raul (ESP/206) 2:6, 1:6, Muscheites, Lasse (GER/—) – Oliel, Yshai (ISR/320) 2:6, 2:6, Donders, Dax (NED/1048) – Cagnina, Julien (BEL/1047) 1:6, 4:6, Barth, Florian (GER/—) – Henning, Benedikt (GER/—-) 7:6(4), 4:6, 12:10, Meyer, Alexander (GER/—) – Hess, Sean (GER/1192) 6:7(2), 4:6. Doppel: Sakharov/Dornbusch – Bonadio/Cagnina 5:7, 6:3, 10:8, Muscheites/Wetzel, Mattis – Brancaccio/Pel, David 6:7(4), 6:7(2), Barth/Meyer – Oliel/Hess 7:6(5), 6:3. Zuschauer: 250

Vor jeder Begegnung bildet das Team Hämmerling TuS Sennelager einen Kreis und stimmt sich auf den Teamgeist ein. HTC (Ralf Meier)

Reisen stehen am Wochenende an. Zwar nicht in die Ferien, sondern in der 2. Tennis-Bundesliga Nord, denn das Team Hämmerling TuS Sennelager muss zum Saisonende 2022 noch zweimal die Tennis-Bags packen. Am Freitag (05. August) geht die Tour in die Universitätsstadt Oldenburg und zwei Tage später in die 180 Kilometer weiter südlich gelegene Drei-Länder-Metropole Aachen. Nach dem die Ostwestfalen am vergangenen Sonntag vor 400 begeisterten Zuschauern das letzte Heimspiel auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß klar mit 8:1 gegen den THC Brühl gewinnen konnte, kann nun beim Tabellenvorletzten Oldenburger TeV der Klassenverbleib endgültig festgeschrieben werden.

Seine über 33.000 Quadratmeter große Tennisanlage umschreibt der Club mit >Ein Hauch Urlaub inmitten der Stadt< und der 1905 gegründete Verein gehört mit seinen 600 Mitgliedern zu den drei größeren Vereinen in der rund 150.000 Einwohner zählenden Großstadt. Deren berühmteste Persönlichkeit ist der 1969 verstorbene Karl Jaspers, der als der bedeutendste deutschsprachige Philosoph des 20. Jahrhunderts gilt. Er bediente geistreich philosophisch, literarisch die Intellektuellen, den Sport in der Stadt verkörpern die EWE Baskets der Herren in der Bundesliga sowie der VfL Oldenburg mit seinem Bundesliga-Handball-Team der Frauen und mit den Fußballern in der 3. Liga. Dahinter reiht sich dann der Oldenburger TeV ein, der mehrfach Norddeutscher Mannschaftsmeister wurde. Nach dem Abstieg 2017 gehört das >Pro-Team 1. Herren< seit der vergangenen Saison wieder der 2. Tennis-Bundesliga an und in ihrem Aufstiegsjahr belegten sie den 6. Tabellenplatz. Heuer kämpfen die Niedersachsen mit nur einem Saisonsieg (5:4 Bremer TV von 1912) gegen den drohenden Abstieg, aber OTeV-Sportleiter Daniel Greulich gibt noch nichts verloren: „Es ist unser letztes Heimspiel. Von daher hoffen wir auf großen Zuschauerzuspruch und der damit verbundenen Publikumsunterstützung.“ Die Gastgeber könnten den Tabellenfünften Team Hämmerling TuS Sennelager in der Tabelle zwar noch überholen, doch dabei müssten die Ostwestfalen auch den Vorteil von elf Matchpunkten in Oldenburg und in Aachen verspielen. Fix ist bis dato, dass zwei Vereine aus der 2. Liga absteigen. Hinzu kommt allerdings, was sich sportlich in der 1. Tennis-Bundesliga ergibt. Steigen zwei Teams ab, die in die Gruppe Nord eingeordnet werden müssen, erhöht sich die Anzahl der Absteiger auf drei. Aktuell schwebt im Oberhaus der Traditionsclub Blau-Weiß Krefeld (2:10 Punkte) als Tabellenletzter in höchster Abstiegsgefahr und gefährdet ist des Weiteren Blau-Weiß Neuss (5:7 Punkte) als Tabellen-Siebter. Allerdings stehen dort mit dem 07. August, 12. August und 14. August noch drei Spieltage aus. Da mit einem Sieg in Oldenburg definitiv der Klassenerhalt gerettet wäre, arbeitet Chefcoach Ewald Spaaij an einem spielstarken Kader: „Wir werden ein spielerisch starkes Team aufbieten, denn von den Ergebnissen der anderen Vereine will ich nicht abhängig sein.“ Zwar deckt Hämmerlings niederländischer Trainer noch nicht alle Karten auf, aber folgende Akteure dürften nomminiert werden: Raul Brancaccio (Spanien/ATP 206), Yshai Oliel (Israel/ATP 320), Julien Cagnina (Belgien/ATP 1047), Alfredo Perez (USA/ATP 573), Benedikt Henning (ATP 1770), David Pel (Niederlande/ATP-Doppel 124) und der Argentinier mit deutschem Pass Sean Hess (ATP 1192). Das OTeV-Aufgebot setzt sich wie folgt zusammen: Gleb Sakharov (Usbeke mit französischem Pass/ATP 989), Jack Findel-Hawkins (Großbritannien/ATP 1435), Niels Visker (Niederlande) sowie die Deutschen Michel Dornbusch, Lasse Muscheites, Florian Barth, Alexander Meyer und Mattis Wetzel.

Ob es an der neuen Frisur gelegen hat, man weiß es nicht. Auf jeden Fall zeigte Lucas Bouquet sein bis dato bestes Tennis für das Hämmerling-Team und kam zum ersten Einzelsieg für die Ostwestfalen. © HTC (Ralf Meier)

Für den Erstliga-Absteiger Team Hämmerling TuS Sennelager war als Saisonziel in der 2. Tennis-Bundesliga Nord der Klassenerhalt vorgegeben, doch zuletzt hat die 1:8-Niederlage am vergangenen Freitag gegen den Aufstiegsaspiranten TP HerzensSACHE Versmold schon arg wehgetan. Insofern war am sonntäglichen 7. Spieltag vor der Begegnung gegen den Tabellensiebten THC Brühl große Nervosität spürbar. „Siegen ist Pflicht“, so die Devise vor dem ersten Ballwechsel auf der Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß und als die Begegnung kurz nach 18 Uhr beendet war, sah man auf Seiten der Hausherren nur breites Lachen in den Gesichtern. Zufriedene Mienen gab es aber bereits zuvor nach den sechs Einzelmatches, denn mit fünf gewonnenen Duellen war der Sieg festgemacht. An die gezeigten sehr guten Einzelleistungen konnten die Schützlinge von Chefcoach Ewald Spaaij in den Doppeln nahtlos anknüpfen und der THC hatte mit einer 1:8-Niederlage die Heimreise in die Schlossstadt Brühl anzutreten.

Da an diesem letzten Tag im Monat Juli zugleich der praktisch abgestiegene Tennis-Club SCC Berlin mit 1:8 in Aachen verlor und mit 0:12 Punkten Tabellenletzter ist, rangiert mit 2:10 Punkten der Oldenburger TeV – nächster Auswärtsgegner am Freitag der Ostwestfalen – eine Platz davor. Der Bremer TC von 1912 – 4:5-Niederlage gegen den neuen Tabellenführer Kölner THC Stadion RW – hat ebenso wie der THC Brühl 4:8 Punkte und sie liegen hinter dem Team Hämmerling TuS Sennelager (6:6 Punkte) auf den Plätzen sechs und sieben. So dass praktische dieser Erfolg gegen Brühl quasi zum Klassenerhalt beigetragen hat.

Diese konzentrierte Leistung der Mannschaft brachte auch Lob vom Hauptsponsor Ralf Hämmerling ein: „Was uns in der letzten Saison gefehlt hat, war der Teamgeist. Heute haben wir eine Mannschaft gesehen, die sich gegenseitig unterstützt. Auf dieses Team bin ich stolz und ich hoffe, dass wir darauf aufbauen können.“ Nicht viel anders beurteilte auch Chefcoach Ewald Spaaij die Leistung seiner Spieler nach dem deutlichen Heimerfolg: „Jeder wusste heute worauf es ankommt. Alle waren fokussiert und das hat mich beeindruckt. Sie haben heute Wiedergutmachung für den Freitag gezeigt. Darüber haben wir auch gesprochen, so dass jetzt alles wieder im reinen ist.“

So starteten in der ersten Einzelrunde der 25-jährige Perez (gegen Diego Barreto Sanchez) ebenso mit einem 6:2-Satzgewinn wie sein Teamkollege Julien Cagnina (gegen Kenny De Schepper), während an Nummer sechs Benedikt Henning mit 0:6 gegen den Italiener Christian Carli unter seinen Möglichkeiten blieb. Ausgeglichener gestalteten die Brühler nach Satzrückstand den zweiten Durchgang, wobei der an zwei aufgebotenen Belgier Cagnina sich mit dem Franzosen De Schepper ein 149 minütiges Duell lieferten. In der entscheidenden Phase des zweiten Satzes kam der 28-jährige Belgier durch ein Break zur 6:5-Führung und in Folge mit einem Ass im zweiten Aufschlag zum Matchball. Eng wurde es auch im zweiten Durchgang im Duell zwischen den USA und Spanien, wobei Perez den Tiebreak zu seinen Gunsten entscheiden konnte und so waren schon zwei Punkte gebucht. Inzwischen hatte der aus Bad Hersfeld stammende Benedikt Henning seine spielerische Linie gefunden und der in den USA studierende Deutsche war nun ebenbürtig. Mit den 400 Zuschauern im Rücken – es lief zu dieser Zeit nur noch diese Partie – ging es nach Satzausgleich im Tiebreak zur Entscheidung in den Champions-Tiebreak. Die lautstarke Publikumsunterstützung half aber nicht, denn der 26-jährige Italiener verkürzte mit 6:0, 6:7(4), 11:9 auf 1:2.

In Führung liegend hielt in der zweiten Einzelrunde das Team Hämmerling TuS Sennelager das Heft des Handels in der Hand. Keine allzu großen Probleme hatte der topgesetzte Corentin Denolly gegen seinen spanischen Kontrahenten Nikolas Sanchez-Izquierdo und der 25-jährige Franzose baute mit einem Zweisatzsieg den Zwischenstand auf 3:1 aus. Sicher startete Antoine Cornut-Chauvinac gegen seinen französischen Landsmann Maxime Hamou mit 6:4, doch der mit hörbarer Eigenmotivation spielende Kontrahend fand die spielerische Lösung zum Satzausgleich. Der Champions-Tiebreak war eine ausgeglichene Angelegenheit zwischen den beiden Franzosen, bis es in die Entscheidung ging. Zwei Doppelfehler von Hamou beim Stande von 10:10 und damit wurde die Führung ausgebaut. Die Frage die jetzt die Runde auf der Anlage machte: Holen wir im letzten Einzel den fünften Punkt zum vorzeitigen Sieg? Die Voraussetzungen waren nicht die allerbesten, denn Lucas Bouquet kassierte bei seinen bisherigen Einsätzen nur Niederlagen.

Doch an diesem Sonntag war es anders. Zum einen hatte sich der 24-jährige Franzose einen neuen kurzen Haarschnitt zugelegt, so dass der an Nummer fünf aufgebotene Tennisprofi wie verwandelt spielte. Allerdings wollte sich der Belgier Yannick Vanderbulcke nicht so einfach geschlagen gaben und nach je einem Satzgewinn auf beiden Seiten musste auch hier der Champions-Tiebreak die Entscheidung bringen. Agierte in der Vergangenheit Lucas Bouquet vielfach zu zögerlich, zu uninspiriert und zu fehlerhaft, strahlte er diesmal geradezu großes Selbstvertrauen aus. 6:4, 3:6, 10:3-Sieg ließ ihn übers ganze Gesicht strahlen und mit seiner Hand strich er sich zur Freude der Zuschauer mehrfach über seine neue Frisur!

Team Hämmerling TuS Sennelager – THC Brühl 8:1 (5:1)
Einzel: Denolly, Corentin (FRA/ATP 548) – Sanchez-Izquierdo, Nicolas (ESP) 6:4, 6:4, Cagnina, Julien (BEL/1067) – De Schepper, Kenny (FRA) 6:2, 7:5, Cornut-Chauvinac, Antoine (FRA/844) – Hamou, Maxime (FRA/958) 6:4, 3:6, 12:10, Perez, Alfredo (USA/598) – Barreto Sanchez, Diego (ESP/722) 6:2, 7:6(3), Bouquet, Lucas (FRA/874) – Vandenbulcke, Yannick (BEL/—) 6:4, 2:6, 10:3, Henning, Benedik (GER/11793) – Carli, Christian (ITA/—) 0:6, 7:6(4), 9:11. Doppel: Denolly/Cagnina – Sanchez-Isquierdo/De Schepper 6:4, 7:5, Cornut-Chauvinac/Pel – Hamou/Vandenbulcke 6:4, 7:6(1), Perez/Bouquet – Carli/Lampe, Nies. 6:4, 6:1. Zuschauer: 400

Sein Debüt vor heimischer Kulisse war für den 22-jährigen Israeli Yshai Oliel nicht von Erfolg geprägt, denn er musste sich dem bereits für Deutschland im Davis-Cup eingesetzten Versmolder Daniel Masur geschlagen geben. © HTC (Ralf Meier)

Das war leider nichts, was sich da am Freitag in dem ostwestfälischen Derby zwischen dem Team Hämmerling TuS Sennelager und dem Aufstiegskandidaten TP HerzensSACHE Versmold am 6. Spieltag in der 2. Tennis-Bundesliga abgespielt hat. Zumindest nicht aus Sicht des gastgebenden Teams auf der Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß. Am Ende des Tages gab es vor 400 Zuschauern eine 1:8-Niederlage und sie zeigt den Versmoldern den Aufstieg in die 1. Tennis-Bundesliga auf. Bereits nach den sechs gespielten Einzel war das Duell entschieden, denn mit dem 6:0-Zwischenresultat hatten die Gäste schon schon alles erreicht. Eine minimale Resultats-Verbesserung gab es dann noch im Doppel, denn das an Nummer eins aufgebotene Hämmerling-Duo Duo Corentin Denolly/Julien Cagnina siegten mit 6:1, 6:3 gegen das Gästegespann Jelle Sels/Frederico Ferreira Silva.

So schmerzlich dieses Resultat für das Team Hämmerling auch ist, ein weiteres Abrutschen in die untere Tabellenregion kann schnell wettgemacht werden. Auf den Plätze fünf bis sieben sind derzeit mit jeweils 4:6 Punkten der Bremer TC von 1912, Team Hämmerling TuS Sennelager und der THC Brühl platziert. Die Ostwestfalen empfangen nun im letzten Heimspiel am Sonntag (31. Juli) den Aufsteiger THC Brühl (Spielbeginn 11.00 Uhr) und zum Kader stoßen mit Francesco Passaro (ATP 144), Antoine Cornut-Chauvinc (ATP 844) und Alfredo Perez (ATP 589) drei spielstarke Profi, die das Mannschaftsgefüge gegenüber Freitag komplett verändert. Spannend zu sehen sein wird auch die Auseinandersetzung zwischen den Hansestädtern aus Bremen sein, die den Tabellenzweiten Kölner THC Stadion RW (10:2 Punkte) empfangen. Der neue Spitzenreiter TP HerzensSACHE Versmold (10:2 Punkte) hat spielfrei und bei einem möglichen Sieg der Domstädter könnte diese Spitzenposition wieder verloren gehen. Auf dem dritten Rang befindet sich derzeit TK BW Aachen (8:2 Punkte), die beim bis dato noch sieglosen Tabellenletzten Tennis-Club SCC Berlin (0:10 Punkte) anzutreten haben. Tabellenachter ist aktuell mit einem 2:8 Punktestand der Oldenburger TeV, der daheim den LTTC Rot-Weiß Berlin (6:6 Punkte) zu Gast hat.

Zurück zum OWL-Duell. Betrachtet man nur das nackte Ergebnis, so ist anzunehmen, dass die Begegnungen unisono eine einseitige Angelegenheit zu Gunsten der Versmolder gewesen war. Mitnichten, dass war es alle Male nicht. „Versmold war ein kleines Stückchen besser, ein klein wenig routinierter und spielerisch auch ein wenig abgeklärter“, so das Fazit von Hämmerlings Chefcoach Ewald Spaaij, „denn vielfach haben wir mithalten können, aber leider auch nicht mehr. Wir haken das Ergebnis ab.“ In der ersten Einzelrunde zeigte der 26-jährige Niederländer Jelle Sels (ATP 241) gegen Hämmerlings Corentin Denolly (ATP 548) vor allem im ersten Satz eine fehlerlose Vorstellung. Mit seiner bärenstarken Vorhand hielt er seinen Kontrahenten in der Defensive: der 6:1-Satzgewinn bestätigt das. Etwas ausgeglichener wurde der zweite Durchgang, doch gegen die von der Grundlinie pfeilschnell gezogenen Schüsse konnte der Franzose wenig druckvoll returnieren und es gab ein 1:6, 3:6.

Fast fehlerfrei spielte der Bielefelder Louis Weßels (ATP 279) im Duell gegen Lucas Bouquet (ATP 820) auf. Keine Schwächen, gutes und schnelles Antizipieren bei den Stoppbällen, ließen den Franzosen nie so richtig ins Spiel kommen. Der 6:2, 6:4-Erfolg von Weßels war bereits der dritte Einzelpunkt, denn zuvor hatte auch schon Hämmerlings Doppelspezialist David Pel (ATP-Doppel 117) mit 4:6, 2:6 gegen den Österreicher David Pichler (ATP 612) verloren. Hoffnungen auf mögliche Punktgewinne waren insgeheim auf Seiten der Hausherren für die zweite Einzelrunde geplant. Doch leider erfüllten sich diese Wünsche nicht, denn auch hier blieb es nur gutes Mithalten.

Eigentlich hatte nur der an Nummer sechs spielende Benedikt Henning (ATP 1793) eine reale Chance auf den Punktgewinn. Um 16.03 Uhr gewann er den ersten und letztlich mit 7:6(3) auch den einzigen Satzgewinn für das Team. Seine Partie gegen den hageren Lucas Gelhardt (ATP 1652), es war das letzte noch andauernde Einzel, war nach dem Geschmack des Publikums. Vor allem aus Sicht der Gastgeber, denn der Bad Hersfelder lieferte sich gegen den wie eine Ballmaschine spielenden Gelhardt sehenswerte und schnelle Grundlinienduelle. Als Henning dann beim Stande von 5:4 und 40:0 Matchbälle hatte, schien der Punktgewinn greifbar. Doch der aus Koblenz stammende Versmolder packte spielerisch alles aus, wehrt die ab und im Tiebreak stellte er den Satzausgleich her. Damit war auch dieses Duell gelaufen und der 6:7, 7:5, 10:7 sorgte für das makellose 6:0 Zwischenresultat.

Zuvor hatte bereits der erstmals vor eigenem Publikum spielende Israeli Yshai Oliel (ATP 335) in der Partie der Topgesetzten gegen Daniel Masur (ATP 192) gut mitgehalten, doch er verlor gegen den bereits für Deutschland im Davis-Cup eingesetzten Versmolder in zwei Sätzen. Auch Julien Cagnina (ATP 1067) lieferte sich mit dem Ukrainer Vitaliy Sachko (ATP 265) eine spielerische Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Als der 28-jährige Belgier allerdings beim Stande von 4:4 ein überflüssiges Break kassieren musste, sich darüber mächtig ärgerte, war insgesamt gesehen auch dieses Spiel in zwei Sätzen verloren.

Team Hämmerling TuS Sennelager – TP HerzensSACHE Versmold 1:8 (0:6)
Einzel: Oliel, Yshai (ISR/ATP 335) – Masur, Daniel (GER/ATP 192) 3:6, 4:6, Denolly, Corentin (FRA/ATP 548) – Sels, Jelle (NED/241) 1:6, 3:6, Cagnina, Julien (BEL/1067) – Sachko, Vitaliy (UKR/265) 4:6, 2:6, Bouquet, Lucas (FRA/874) – Weßels, Louis (GER/279) 2:6, 4:6, Henning, Benedik (GER/11793) – Gelhardt, Luca (GER/1652) 7:6(3), 5:7, 7:10, Pel, David (NED/ATP-Doppel 112) – Pichler, David (AUT/612) 4:6, 2:6. Doppel: Denolly/Cagnina – Sels/Ferreira Silva, Frederico 6:1, 6:3, Oliel/Pel – Masur/Weßels 2:6, 4:6, Bouquet/Henning – Sachko/Pichler 1:6, 4:6.

Der an der University Norfolk im US-Bundesstaat Virginia studierende 25-jährige Benedikt Henning ist eine Spielerpersönlichkeit mit Entwicklungspotential. © HTC (Ralf Meier)

Die Auseinandersetzung am 6. Spieltag in der 2. Tennis-Bundesliga verspricht einmal mehr Spannung. Zu was das Team Hämmerling TuS Sennelager auf der Anlage beim Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß zu leisten vermag, belegt der 7:2-Erfolg gegen den LTTC Rot-Weiß Berlin am vergangenen Freitag. An diesem Freitag (29. Juli) kommt es zum ostwestfälischen Derby gegen den TP HerzensSACHE Versmold. Der wiederum zählt zu den Aufstiegsaspiranten der Liga und da die Unterstützung durch die Zuschauer in Hövelhof ein wichtiger Faktor ist, wird kein Eintrittsgeld erhoben. Begeisterung und große Kulisse ist in diesem Fall wichtiger als die Euros.

Diese beiden ostwestfälischen Clubs treffen zum zweiten Mal im Ligabetrieb aufeinander. Fast auf den Tag genau vor vier Jahren standen sie sich am 27. Juli 2018 in Versmold gegenüber und mit einem 6:3-Erfolg kam der TuS Sennelager letztlich seinem Aufstieg in die 1. Bundesliga näher. Für die damaligen Gastgeber endete die Meisterschaftsrunde mit dem Abstieg in die Regionalliga. Der Tennispark stieg ein Jahr später wieder in die 2. Liga auf, das Team Hämmerling gehörte in den folgenden zwei Jahren dem Oberhaus im Tennis-Mannschaftssport an und nun dieses erneutes Duell. Diesmal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Die Mannschaft um Mäzen Hans-Ewald Reinert, Inhaber der gleichnamigen Privatfleischerei, hat sich als Saisonziel den Erstliga-Aufstieg gegeben und Namenssponsor Ralf Hämmerling will den Abstieg vermeiden. Eine Platzierung im Tabellen-Mittelfeld ist die Vorgabe. Insofern ist diese Paarung sehr reizvoll und es ist davon auszugehen, dass sie mit einer spielstarken Formation angereist kommen.

Mit dabei sein werden auch ihre fünf deutschen Tennisprofis. Dies sind der aus Bückeburg stammende deutsche Davis-Cup-Spieler Daniel Masur, der Bielefelder Louis Weßels, Luca Gelhardt aus Koblenz, der in Hamm beheimatete mehrfache Westfalenmeister Marvin Netuschil und mit Karlo Cubelic als Nummer 16 im Aufgebot ist sogar ein Paderborner dabei. Zudem gibt es ein Wiedersehn mit den Ex-Sennelager-Spielern Frederico Ferreira Silva und dem Österreicher David Pichler, die beide 2018 der Aufstiegsformation angehörten. Der heute 27-jährige Portugiese stand sogar noch bis zum Abstiegsjahr 2021 auf dem TuS-Meldebogen, wurde allerdings nicht eingesetzt. Sie sind unisono betrachtet die spielerische Breite.

Angeführt wird Versmold von dem 32-jährige Argentinier Facuno Bagnis (ATP 120), es folgt dahinter der Bulgare Dimitar Kuzmanov (ATP 189) vor Masur und dem Niederländer Jelle Sels (ATP 241). Die Probleme! Der routinierte Südamerikaner steht im Achtelfinale des ATP Tour-Events in Umag (Kroatien), Masur trifft beim AT-Challenger in der Runde der letzten 16 im spanischen Segovia auf den Haller-Sieger 2021 Ugo Humbert und der bulgarische Davis-Cup-Spieler hat im schweizerischen Zug bereits das Viertelfinale erreicht. Diese Runde wird am Freitag ausgespielt und Kuzmanov trifft dabei auf den italienischen Qualifikanten Lorenzo Giustino, der im Achtelfinale den für den in der 1. Tennis-Bundesliga TC Großhesselohe spielenden Ex-Haller Jan-Lennard Struff mit 6:4, 7:6(5) hat ausschalten können.

Ob nun Bagnis & Co. dabei sein werden oder nicht, ist das für das Team Hämmerling TuS Sennelager alle Male eine große Herausforderung. „Die Leistung gegen Berlin wünsche ich mir auch am Freitag“, sagt Coach Ewald Spaaij, „wobei uns dabei die Zuschauer enorm geholfen haben.“ Darauf setzt auch Ralf Hämmerling: „Wir haben am Freitag freien Eintritt. Damit wollen wir uns beim Publikum bedanken, die mit großer Begeisterung die Mannschaft immer gepusht hat. Wir hoffen darauf, dass das auch gegen Versmold so sein wird.“ In der Tat ist festzuhalten, dass die die Zuschauer bei den Heimspielen immer für Stimmung gesorgt haben und der emotionale Funke ist immer auf die Mannschaft übergesprungen. Demzufolge freuen sich folgende Hämmerling-Schützlinge darauf: Nick Hardt (ATP 298/Luxemburg), Yshai Oliel (ATP 383/Israel), Corentin Denolly (ATP 548/Frankreich), Julien Cagnina (ATP 1067/Belgien), Lucas Bouquet (ATP 820/Frankreich), Benedikt Henning und David Pel (ATP-Doppel 117/Niederlande).

Zu guter Letzt noch eine kleine Randnotiz: Beide Mannschaften werden von einem niederländischen Trainer gecoacht: beim Team Hämmerling TuS Sennelager ist das Ewald Spaaij, bei den Vermoldern hat Remco Schreurs diese Funktion inne!

Hämmerlings Chefcoach Ewald Spaaij (rechts) rangiert mit einem ausgeglichenen Punktekonto auf dem fünften Tabellenplatz. © HTC (Ralf Meier)

Nach seinem ersten Doppelspieltag-Wochenende und vier von acht Saisonauftritten in der Nordgruppe der 2. Tennis-Bundesliga Herren ist das Team Hämmerling TuS Sennelager im Soll. Mit 4:4-Punkten belegt der Erstliga-Absteiger Tabellenplatz fünf der Neunergruppe.

Das 7:2 über den LTTC Berlin am vergangenen Freitag war ein Auftritt wie aus einem Guss. Bis auf die nach den Regenmassen des Vortags noch recht weichen Plätze stimmte alles: das Ergebnis, der Einsatz, die Unterstützung innerhalb der Mannschaft, durch das Publikum und auch ein wenig durch Fortuna. „Das war unfassbar“, kommentierte Teammanager Ewald Spaaij nach der Partie begeistert, „ich wusste, dass die Jungs das können, sie haben gegen Berlin mit etwas Glück das geschafft, was sie beim 4:5 in Bremen schon hätten schaffen sollen.“

Das Team habe „mehr daran geglaubt“ als in Bremen und während der engen Matches sehr vom Zuspruch von den Rängen profitiert. „Sehr stolz“ sei er auf Benedikt Henning, der anders als bei seinem Match in Bremen dieses Mal eine komfortable Führung in einen Sieg ummünzen konnte. „Die Jungs gehen bei einer 3:0-Führung in den nächsten Matches anders auf den Platz und das Team steht mehr dahinter“, so Spaaij weiter. Zum gegen Berlin ohne Spiel gewonnen Doppel sagte er: „Ein Spieler des LTTC hat sich zu spät von einem internationalen Turnier abgemeldet und war für die Doppel nicht mehr spielberechtigt, woraufhin Berlin das Doppel mangels Ersatz abgeben musste.“

Den Rückenwind erfolgreicher Auftakt-Einzel hatte Sennelager in Köln vor der bisherigen ligaweiten Saisonrekordkulisse von 900 Zuschauern nicht. Die 2:7-Niederlage am Sonntag beim ambitionierten Erstliga-Mitabsteiger und neuen Tabellenführer geht laut Spaaij zwar „in Ordnung“, ist für den TuS-Teammanager jedoch „um einen Matchpunkt zu hoch ausgefallen“. Insgesamt sei Köln aber zu stark gewesen und man habe wieder gesehen, wie wichtig die Unterstützung von den Rängen sei.

Die volle Konzentration gelte nun dem anstehenden Doppel-Heimspieltag-Wochenende in Hövelhof: zunächst dem aus lokaler Sicht wo möglichen Duell der Saison, dem Ostwestfalen-Derby am kommenden Freitag, 29. Juli, 13 Uhr, gegen den gestürzten Spitzenreiter TP Herzenssache Versmold (8:2 Punkte), und am Sonntag, 31. Juli, 11 Uhr, der Partie gegen den Tabellennachbarn THC Brühl (4:4 Punkte). Verfasser: AK.

Der mit einem luxemburgischen Pass ausgestattete Nick Hardt, der gebürtig aus der Dominikanischen Republik stammt, debütierte erfolgreich für das Team Hämmerling TuS Sennelager. © ITF

Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt. So könnte man auch das vergangene Wochenende mit den beiden Spieltagen in der 2. Tennis-Bundesliga Nord beschreiben. Am letzten Freitag gab es einen überragenden 7:2-Erfolg gegen den LTTC Rot-Weiß Berlin und zwei Tage später pure Ernüchterung. „Das war nicht das, was wir uns ausgerechnet haben“, so Chefcoach Ewald Spaaij nach der sonntäglichen 2:7-Niederlage beim Aufstiegskandidaten Kölner THC Stadion RW, „denn von den Paarungen her hätte es eigentlich ausgeglichener sein müssen.“ In der Domstadt sah sich das Team Hämmerling TuS Sennelager am 5. Spieltag zwischenzeitlich mit einem deutlichen 1:5-Rückstand konfrontiert. Nicht viel besser wurde es in den Doppeln, denn lediglich das Duo Matteo Martineau/Julien Cagnina konnte einen siegbringenden Punkt beisteuern. „Leider konnten wir nicht an das Niveau von Freitag anknüpfen“, meinte Teambetreuer Marc Renner, „denn irgendwie waren wir heute mental nicht gut drauf. Dieses Ergebnis haken wir ab und konzentrieren uns auf das nächste Wochenende.“ Dann stehen die beiden letzten Saison-Heimspiel an: Am Freitag (29. Juli) kommt es zum ostwestfälischen Nachbarschaftsduell gegen den TP HerzensSACHE Versmold und zwei Tage später reist der THC Brühl in Hövelhof an.

In der ersten Dreierrunde von sechs Einzelbegegnungen glaubten die Ostwestfalen noch gut mithalten zu können, obwohl bereits zwei Partien recht schnell zu Gunsten der Rheinländer zu Ende gegangen waren. Gegenüber seinem Spiel vom Freitag gegen den Ukrainer Krutykh, war der 23-jährige Matteo Martineau nicht wiederzuerkennen. Der aus Koblenz stammende Jan Choinski, drei Jahre älter als sein französischer Kontrahent, dominierte das Duell und gestattete seinem Gast ganz vier Spiele. Eine ernüchternde 1:6, 3:6 Zweisatzniederlage brachte die Kölner in Führung. Diese wurde an Position sechs auf 2:0 ausgebaut. Der Niederländer Wesley Koolhof, aktuell die Nummer 6 der ATP-Doppel-Weltrangliste, traf auf Benedikt Henning. Der zog sich gut aus der Affäre und musste sich letztlich dem 33-jährigen Routinier, der in diesem Jahr bereits fünf Doppelturniere auf der ATP-Tour gewinnen konnte, am Ende mit 5:7, 3:6 geschlagen geben.

Offen bis in den Champions-Tiebreak verlief das Duell zwischen Adam Pavlasek und Antoine Cournut-Chauvinc. Der 27-jährige Tscheche in Reihen der Kölner, der bereits als Nummer 79 im ATP-Ranking notiert wurde, leistete dem sechs Jahre jüngeren Franzosen im Team von Chefcoach Ewald Spaaij erbitterten Widerstand. Während am Freitag das Quäntchen Glück bei drei gewonnenen Champion-Tiebreaks auf Seiten der Paderborner war, fehlte diesmal dieses Momentum. Selbst vier Matchbälle reichten nicht aus, so dass ein 4:6, 6:2, 11:13 die 3:0-Führung bedeutet. Irgendwie war danach ein wenig der Glaube an das eigene Können und die Hoffnung an eine Ergebniswende verloren gegangen und es wurde bitter für das Team Hämmerling TuS Sennelager.

Der schillernde Tennisprofi Dustin Brown, der immer schon Tennis nach dem Motto alles oder nichts gespielt hat, brannte auch an diesem Sonntag ein spielerisches Feuerwerk gegen Julien Cagnina ab. Wie entfesselt knallte der 37-jährige Deutsch-Jamaikaner, der mit seiner unorthodoxen Spielweise unter anderem ein Rafael Nadal besiegen konnte, die Bälle auf die andere Seite des Netzes. Seiner 9:0-Führung gegen den zehn Jahre jüngeren Belgier schreibt sich am Ende 6:0, 6:3 für den Mann mit den Rasta-Locken. Tsitsipas ist ein großer Namen auf der ATP-Tour, doch dies gilt lediglich für den Profi mit dem Vornamen Stefanos, immerhin die Nummer 4 im ATP-Ranking. Sein jüngerer Bruder Petros ist mit der Position 1020 im Tennis-Niemandsland. Gleichwohl reichte es an diesem Tag, mit 6:1, 6:3 dem 24-jährigen Franzosen Lucas Bouquet eine glatte Niederlage beizubringen. Somit führen die Domstädter mit 5:0 und fundamentierte die zweite Saisonniederlage für die Ostwestfalen.

Dass es nicht auch noch eine sechste Einzelniederlage gab, verhinderte der erstmals an Nummer eins eingesetzte Nick Hardt. Der 21-jährige Tennisprofi, der aus der Dominikanischen Republik stammt und einen luxemburgischen Pass besitzt, war am Sonntagvormittag in Köln gelandet und schnurstracks zur Anlage gekommen war. Da fand er zunächst kein spielerisches Mittel gegen den elf Jahre älteren Argentinier Marco Trungelitti und verlor den ersten Durchgang mit 3:6. Doch mit einer ungeheuren Willenskraft stemmt sich der junge Luxemburger gegen die Niederlage und glich im Tiebreak des zweiten Satzes aus. Zwar wurde es im abschließenden Champions-Tiebreak noch einmal spannend, aus seiner 8:5-Führung wurde zwischenzeitlich ein 9:9, doch das 11:9 brachte wenigsten einen Einzelsieg für Spaaij, Renner und Co. ein.

Kölner THC Stadion RW – Team Hämmerling TuS Sennelager 7:2 (5:1)
Einzel: Trungelliti, Marco (ARG/ATP 229) – Hardt, Nick (LUX/ATP 297) 6:3, 6:7(4), 9:11, Choinski, Jan (GER/561) – Martineau, Matteo (FRA/ATP 380) 6:1, 6:3, Brown, Dustin (GER/ATP-Doppel 145) – Cagnina, Julien (BEL/1083) 6:0, 6:3, Pavlasek, Adam (CZE/960 – Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/828) 6:4, 2:6, 13:11, Tsitsipas, Petros (GRE/1020) – Bouquet, Lucas (FRA/874) 6:1, 6:3, Koolhof, Wesley (NED/ATP-Doppel 6) – Henning, Benedik (GER/1847) 7:5, 6:3. Doppel: Trungelitti/Koolhof – Martineau/Cagnina 3:6, 2;6, Brown/Broska, Florian – Cornut-Chauvinc/Pel, David 5:7, 6:4, 10:8, Pavlasek/Tsitsipas – Bouquet/Henning 6:1, 7:5.

Der topgesetzte Raul Brancaccio setzte mit seinem Sieg den Schlusspunkt und führte so das Team Hämmerling mit einem 5:1-Zwischenresultat vorzeitig zum Gesamtsieg. © HTC (Ralf Meier)

Diesen Spieltag wird das Team Hämmerling TuS Sennelager nicht so schnell vergessen, denn der LTTC Rot-Weiß Berlin wurde bereits in den Einzeln entzaubert. Mit 5:1 stand der Erfolg vorzeitig fest und die knapp 500 Zuschauer sahen Tennis vom Feinsten. Dieses Resultat lässt in der 2. Tennis-Bundesliga aufhorchen, denn das was sich am 4. Spieltag eintrat, ist nicht alltäglich. Die Ostwestfalen, mit einem Sieg (gegen des SCC Berlin) und einer Niederlage (4:5 beim Bremer TC von 1912) waren nicht optimal in die Saison gestartet und hatten vor knapp 500 Zuschauern den Tabellen-Dritten LTTC Rot-Weiß Berlin zu Gast. Die Mannschaft aus dem Grunewald wiederum war mit „viel Selbstvertrauen nach zwei Siegen“ so Teamchef Timo Taplick, in Ostwestfalen angekommen und hatte sich viel vorgenommen. „Wir wollten gewinnen“, so Markus Zoecke, „um die an der Tabellenspitze zu ärgern.“ Daraus wurde aber nichts und Zoeckes-Fazit war ernüchternd ehrlich: „Das war ein schwarzer Tag für uns.“

Nun gehören Niederlagen im Sport zur Tagesordnung, doch was sich an diesem Freitag auf der Anlage des Hövelhofer Tennis-Club Blau-Weiß abgespielt hat, war schon großartig: Bereits nach den sechs gespielten Einzeln stand mit einem überragenden 5:1-Zwischenresultat vorzeitig der Sieg der Paderborner fest und am Ende lautet das Schlussresultat 7:2. Mit einem derartigen Erfolg im Rücken bekam dann auch die Clubfete >Blau-Weisse-Nacht< den richtigen Schwung. Dass die Tennisprofis auf Seiten der Hausherren bis in die Haarspitzen motiviert waren, zeigte sich bereits in der ersten Einzelrunde. Ihnen war nach der unglücklichen Niederlage in der Hansestadt Bremen klar, wenn man in der Tabelle nicht weiter nach unten rutschen will, muss diese Partie gewonnen werden. „Ich habe heute Nacht um 2 Uhr von Lucas den Anruf bekommen, dass er kommen wird“, sagte Chefcoach Ewald Spaaij, der mit dem Franzosen Bouquet nun einen siebten Mann im Kader hatte. Dass er dann später glatt in zwei Sätzen seinem Landmann Baptiste Crepatte unterlag, ist auch der Müdigkeit geschuldet. Es bleib aber die einzige Einzelniederlage.

Den ersten Einzelsieg steuerte Benedikt Henning bei, der sich mit dem Berliner Nachwuchsmann Nino Ehrenschneider ein zähes Grundlinienduell liefert. Als sich die Partie dem Ende zuneigte und der Hämmerling-Punkt zum Greifen nahe war, setzte aus der nahegelegenen evangelischen Johanneskirche das Glockengeläut ein. Mit diesem lauten Beistand konnte dann auch nichts mehr schief gehen: Sieg! Zu dieser Zeit neigte sich auf dem Centre Court auch das Duell zwischen Matteo Martineau und dem erstmals in Reihen der Berliner eingesetzten Ukrainer Oleksii Krutykh dem Ende zu. Die Zuschauer waren fasziniert von dem spielerischen Potential beider Akteure, doch das glückliche Ende hatte im Champions-Tiebreak – nach 1:5-Rückstand – mit 10:8 der französische Hausherr. Es lief nur noch das Einzel zwischen Antoine Cornut-Chauvinc und dem 26-jährigen Berliner Timo Stodder. Da sich das Publikum nun um diesen Court geschart hatte und mit rhythmischen Klatschen ihren Mann unterstützten, schien dieser förmlich die Emotionen einzuatmen. Selbst Matchbälle gegen sich im Champions-Tiebreak konnten ihn nicht aufhalten und das 11:9 schrieb eine 3:0-Führung fest.

Der 27-jährige Julien Cagnina traf nun auf Eduard Esteve Lobato, der sich bis dato eine makellose 5:0-Bilanz aus seinen Einzel- und Doppeleinsätzen hat erspielen können. Doch sein Siegeszug endete in Hövelhof. Der Berliner ging zwar schnell mit 3:1 in Führung, das war es aber auch schon. Hämmerlings Belgier agierte variantenreich und belohnt wurde er mit einem Zweisatzsieg. So lief nur noch die Spitzenbegegnung zwischen den Spaniern Matteo Brancaccio und Oriol Roca-Batalla, der den ersten Durchgang für sich buchen konnte. Doch Hämmerlings Nummer eins war davon unbeeindruckt und stellte genauso schnell mit 2:6, 6:3 den Satzausgleich her. Mittlerweile waren die Zuschauer an den Centre Court gekommen und sie erlebten im Champions-Tiebreak ein Wechselbad der Gefühle zwischen Sieg und Niederlage. Mal für den Einen, mal für den Anderen. Aber auch hier: Matteo Brancaccio war der fintenreichere Akteure und zeitweise gab es ein Stopp-Lob-Spiel zu sehen. Mit hoher Geschwindigkeit wurden des Weiteren die Bälle in die Ecken gespielt und die Schnelligkeit der Beiden war bemerkenswert. Frenetischer Beifall begleitete dabei dauerhaft den Lokalmatador und der fightete sich letztlich – nach einem 8:9-Rückstand und Matchball gegen sich – mit 11:9 zum Erfolg der Gastgeber. Ein insgeheim erhoffter Sieg wurde pure Realität.

„Ein Riesenlob an meine Mannschaft. Sie hat sich mit dieser außergewöhnlichen Leistung den Sieg verdient“, so Hauptsponsor Ralf Hämmerling, „aber auch ein Glückwunsch an die Berliner. Sie haben unglaublich gefightet, nur wir hatten heute das Quäntchen Glück zum Erfolg.“ Mit diesem großartigen Sieg im Reisegepäck fährt das Team Hämmerling am Sonntag zum Tabellennachbarn Kölner THC Stadion RW, die sich am Freitag deutlich mit 7:2 beim Oldenburger TeV durchsetzen konnten. „Es gibt keinen Grund mein Mannschaft zu ändern“, so Teamchef Ewald Spaaij, „und ein solcher Auftritt mach einfach Spaß. Ich hoffe einmal, das wir uns nun als Mannschaft gefunden haben.“

Team Hämmerling TuS Sennelager – LTTC Rot-Weiß Berlin 7:2 (5:1)
Einzel: Brancaccio, Raul (ESP/ATP 286) – Roca-Batalla, Oriol (ESP/ATP 235) 3:6, 6:2, 11:9, Martineau, Matteo (FRA/380) – Krutykh, Oleksii (UKR/242) 7:6(7), 5:7, 10:8, Cagnina, Julien (BEL/1083) – Esteve Lobato (ESP/291) 6:3, 6:3, Cornut-Chauvinc, Antoine (FRA/828) – Stodder, Timo (GER/404) 3:6, 7:6(3), 11:9, Bouquet, Lucas (FRA/874) – Crepatte, Baptiste (FRA/1041) 1:6, 3:6, Henning, Benedikt (GER/1847) – Ehrenschneider, Nino (GER/1450) 6:3, 6:4. Doppel: Brancaccio/Cagnina – Roca-Batalla/Esteve Lobato 6:4, 6:2, Martineau/Henning – Krutykh/Ehrenschneider ohne Spiel, Cornut-Chauvinac/Pel, David – Stodder/Crepatte 2:6, 3:6.