Blinde Menschen spielen Tennis

Auf unterschiedlichen Ebenen finden Projekte statt, Menschen mit Beeinträchtigungen in die Gesellschaft zu integrieren. Am einfachsten scheint dies im Sport zu gelingen, zumal hier das ehrenamtliche Engagement unglaublich hoch ist. Zweifelsohne sind die Sportvereine eine tragende Säule des deutschen Sportgeschehens, sowohl im Leistungs- als auch im Breitensport. Und einige Vereine betreiben mit großem Aufwand den integrativen Sport voran, so wie der ostwestfälische Löhner TC.

Der Tennis-Club engagiert sich dahingehend, allen Menschen, ob mit oder ohne Handicap (körperlicher, geistiger, sozialer und finanzieller Art) den Zugang zum Tennissport zu ermöglichen. Es soll die Begeisterung für Tennis geweckt werden, wobei es völlig egal ist, ob man den Tennisball sieht oder hört, Hauptsache man spürt den Ball. Die Kampagne >Feel the Sound< soll dies vermitteln. In Zusammenarbeit mit der Gold-Kraemer-Stiftung (Köln), der BSG Bad Oeynhausen wird in der Werrestadt ein Stützpunkt für Blinden-, Sehbehinderten- und Rollstuhlfahrertennis aufgebaut, denn für sie ist Inklusion keine Modeerscheinung, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung.

So sind die Löhner, die seit 2018 die Nationalen Deutschen Blinden-Tennismeisterschaften ausrichten, auch stets unterwegs ihren Sport in der Öffentlichkeit zu präsentieren. So wie am vergangenen Sonntag beim Heimspiel des Tennis-Bundesligisten Team Hämmerling TuS Sennelager in Hövelhof. Man darf getrost davon ausgehen, dass es bis dato noch nie eine derart große Publikumskulisse gegeben hat. In der Pause zwischen den Einzel- und Doppelmatches gab vor 580 Zuschauern es eine Demonstration im Blindentennis und mit Applaus wurde nicht gegeizt. Tennislehrer Marc-René Walter (Löhne) demonstrierte unter anderem mit dem mehrfachen Deutschen Meister Bastian Kaller und der zweifachen Weltmeisterin Charlotte Schwagmeier diese integrative Sportart.

Auch das Publikum wurde ermuntert dies einmal zu probieren und so nahm unter anderem von den sehende Tennisspieler Ralf Hämmerling den Versuch sich im Blindentennis zu probierten: „Nichts zu sehen ist schon eine Herausforderung. Dann aber auch noch nach Gehör den Tennisball zu spielen, ist eine Wahrnehmung, die man gedanklich blitzschnell umsetzen muss. Ich kann nur meinen allergrößten Respekt diesen Sportlern zollen.“ Beim Blindentennis hat der Schaumstoff-Tennisball ungefähr einen Durchmesser von 10 Zentimeter, ist im Hohlraum mit einigen Eisenkügelchen bestückt und verursacht so beim Aufprall ein Geräusch, um so den Ball zum Return zu orten. Weitere Infos sind unter www.dtb-tennis.de sowie unter www.blindentennis.com zu finden.