Mit Kacper Zuk als Nummer eins eröffnet am morgigen Freitag das Team Hämmerling TuS Sennelager beim Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss die Tennis-Bundesliga-Saison 2021. © ATP-Cup 2020

Am 11 August 2019 beendete das Team Hämmerling TuS Sennelager mit der Begegnung in der Domstadt beim Kölner THC Stadion Rot-Weiss die damalige Saison und am morgigen Freitag startet nach rund 101 Wochen die nationale höchste Spielklasse wieder im deutschen Mannschaftssport. Eine derartige Unterbrechung hat die 1972 gegründete Liga in seinen 50 Jahren noch nie erlebt. „Ich freue mich sehr darauf, dass wieder gespielt wird“, sagt Hauptsponsor Ralf Hämmerling. Während der Unternehmer Sponsorenakquise betreibt, musste der Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss (HTC) seine Anlage bundesligagerecht für die Heimspiele herrichten. „Natürlich sind unsere Plätze in Ordnung“, so Daniel Didier (1. HTC-Vorsitzender), „doch ein solcher Spielbetrieb hat ganz andere Anforderungen.“ Inzwischen hat die Anlage unter anderem mit Tribünen und Ausstellungständen sowie mit blau-weißen HTC-Fahnen ein schmuckes Aussehen. „Wir nutzen die Bundesliga-Spiele um uns als einen modernen Tennisclub in der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt der HTC-Vorsitzende.

Auf einen entsprechenden Zuschauerzuspruch hofft Teamchef Marc Renner, der allerdings bedauert, dass die Zuschauerzahl aus 2019 nicht überboten werden kann. Während im ersten Jahr der Zugehörigkeit im Schnitt 1.100 Besucher die Heimspiele verfolgten, sind Corona bedingt nur 500 Zuschauer zugelassen. „Wenn wir bei dieser Zahl dann jedes Mal ausverkauft sagen können, dann hört sich das doch auch sehr gut an“, meint Marc Renner. Sportlich ist der Liga-Auftakt in den beiden ersten Begegnungen gegen Badwerk Gladbacher HTC und zwei Tage später am Sonntag beim aktuellen Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim sehr schwer. „Wir sind aber bereit, den einen oder anderen sportlich zu ärgern“, meint Renner. So haben die Gladbacher an Nummer eins den 25-jährigen Christian Garin gemeldet, der aktuell die Nummer 20 der Tenniswelt ist. Und dahinter sind mit dem Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 39) und dem Tschechen Jiri Vesely (ATP 72) zwei weitere Top-100-Profis gemeldet. Ob sie in Hövelhof dabei sein werden, ist offen. Badwerks-Teamchef Henrik Schmidt lässt sich nicht in die Karten schauen und hat auf Nachfrage keine Namen bekannt gegeben.

Kein Geheimnis macht dagegen Marc Renner aus seinem Aufgebot, obwohl fast alle in dieser Woche im Turniergeschehen waren. „Am Dienstag hatte ich lediglich zwei Spieler“, sagt Renner, der mittlerweile seinen Kader zusammen hat. Der Pole Kacper Zuk (ATP 168) ist die Nummer eins und es folgen die beiden Tschechen Zdenek Kolar (ATP 232) und Jonas Forejtek (ATP 314) Dahinter kommen die beiden französischen Neuzugänge Antonie Cornut-Chauvinc (ATP 495) und Daniel Cukierman (ATP 745). Des Weiteren sind Jan Zielinski (ATP-Doppel 159) und Daniel de Jonge (ATP 1152) dabei.

Ein Donnerhall verursachte am gestrigen Mittwoch Hämmerlings Nummer eins, der 24-jährige Hubert Hurkacz (ATP 18), in Wimbledon. Im Viertelfinale triumphierte er über sein Kindheitsidol Roger Federer mit 6:3, 7:6(4), 6:0 und steht im Halbfinale. „Als ich den Platz verließ und mir bewusst war, dass ich gegen Roger gewonnen habe, merkte ich, es wurde ein Traum wahr, besonders hier auf dem Rasen in Wimbledon“, so der überglückliche Sieger. Die Frage, tritt er in dieser Saison auch für das Team Hämmerling TuS Sennelager an, beurteilt Marc Renner eher skeptisch: Nach meinem Kenntnisstand fliegt er von London zurück nach Polen und bereitet sich dort auf Olympia vor. Ich werde ihn aber nochmals kontaktieren.“