Samstag kommt Kurhaus Lambertz Aachen • Sonntag zum Kölner THC Stadion Rot-Weiss Publikumsunterstützung nötig • Ziel ist 1000 plus • Paderborns Spitzen-Squasher sind dabei

Paderborn. Es ist ein Finish und wer letztlich ins Ziel kommt bzw. unmittelbar davor ins Straucheln gerät, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Am bevorstehenden Wochenende in der 1. Tennis-Point-Bundesliga der Herren steht ein Doppelspieltag am Samstag und am Sonntag an. Das Einzige was nach sieben Spieltagen feststeht, ist der erste von zwei Absteigern: Tabellenletzter Blau-Weiß Aachen. Gesucht wird die zweite Mannschaft, die die Kaiserstädter in die zweite Liga begleiten muss. Und wer wird Deutscher Mannschaftsmeister 2019? Diese Frage dürfte noch am ehesten entschieden sein, denn die mit 12:2 Punkten führenden Mannschaften spielen am Samstag gegeneinander. Spitzenreiter BW Timberland Finance Krefeld muss zum Titelverteidiger Grün-Weiss Mannheim und der Sieger dieser Auseinandersetzung wird aller Voraussicht nach der nächste nationale Champion sein.
Bereits sieben Mal trugen sich die Kurpfälzer, die auf ihrer Anlage am Neckarplatt zum samstäglichen Duell mit einem Besucheransturm rechnen können, in die Siegerliste ein. Der HTC Blau-Weiss Krefeld, im Jahr 1923 am dortigen Stadtwald gegründet, hat bis dato lediglich zweimal den Deutschen Meistertitel bei den Senioren (1978/1985) gewonnen. Mit den Herren, die bereits im Gründungsjahr der Bundesliga 1972 dabei waren, bisher Fehlanzeige. Dies soll sich nun ändern. Mit dem neuen Haupt- und Namenssponsor, dem Finanzdienstleister Timberland Finance, ist ein dreijähriges Projekt geplant. Natürlich ist das Ziel des finanziellen Engagements der Gewinn des Titels. Dass dies bereits am Ende der laufenden 48. Bundesliga-Saison erreicht werden kann, kommt zweifelsohne überraschend und zudem recht schnell!
Während an der Tabellenspitze zwei Teams das Rennen unter sich ausmachen, ist die Findung nach dem zweiten Absteiger offen und extrem spannend. Bundesliga-Spielleiter Oliver Weber hat für die Zielgerade Spielpaarungen parat, in die gleich fünf von zehn Mannschaften verwickelt sind. Das beginnt mit dem Tabellensechsten Team Hämmerling TuS Sennelager (6:8 Punkte), gefolgt von beiden punktgleichen Teams TC Großhesselohe und fläsh TC Weinheim (beide 5:9) auf den Rängen sieben und acht. Mit einem Punkt weniger auf dem Konto liegt dahinter der Kölner THC Stadion Rot-Weiss (4:10). Ohne Punktgewinn mit 0:14 Zählen sind die Aachener Tabellenzehnter.
In einer gefühlten komfortablen Situation befinden sich die Paderborner, die in ihrem vierten und letzten Heimspiel am Samstag (Beginn 11.00 Uhr) den zweiten Aachener Bundesligaclub >Kurhaus Lambertz< empfangen. Ein Verein mit großer Tennistradition, die als Lawn Tennisklub im Jahr 1890 begann. Der ging später in TK Kurhaus – der Name bezog sich auf die damaligen Kureinrichtungen an der Monheimsallee, wo sie auch heute noch beheimatet sind – auf. Maßgeblich hat in den sechziger Jahren Hermann Bühlbecker den Tennisklub geprägt, der als Präsident 1968 das Clubhaus gebaut hat. Diese Tennisleidenschaft hat sich auf seinen heute 69-jährigen Sohn Dr. Hermann Bühlbecker übertragen. Der wiederum ist Alleingesellschafter der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG und die Lambertz-Gruppe ist der führende deutsche Hersteller für Backwaren und zugleich Weltmarktführer für Weihnachtsgebäck. Ob die Gäste für den ostwestfälischen Aufsteiger Geschenke dabei haben, ist eher unwahrscheinlich.
Das Lambertz-Team spielt seit 2004 in der ersten Tennis-Bundesliga und sie gewannen in den Jahren 2008/2009 sowie 2011 bis 2013 fünfmal die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Zudem haben sie sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell immer klangvolle Spielernamen parat, die die Erfolge ermöglichen. So gehörte früher unter anderem Philipp Kohlschreiber ebenso dazu, wie aktuell der Spanier Roberto Bautista-Agut (ATP 13), Jan-Lennard Struff (ATP 35) und Pablo Cuevas (ATP 49). Von diesem Trio wird aber niemand auf der Anlage des Paderborner TC Blau-Rot aufschlagen, denn die haben sich bereits im Hinblick auf die US Open zu ihren Vorbereitungsturnieren nach Kanada bzw. USA aufgemacht. Gleichwohl ist das was Teamchef Alexander Legsding aufbieten kann, so spielstark, dass abermals die Ostwestfalen als Außenseiter anzusehen sind. So könnte der belgische Davis Cup-Spieler Steve Darcis (ATP 195), war bereits die Nummer 38 der Welt, das Team mit dem Deutschen Cedrik-Marcel Stebe (ATP 258), Filippo Baldi (ATP 145), Carlos Taberner (ATP 347), Martin Cuevas (ATP 400) sowie dem Davis-Cup-Spieler Tim Pütz (ATP-Doppel 65) und Nils Langer anführen. Wer letztlich aufschlagen wird, entscheidet sich in den nächsten 48 Stunden, denn sie sind allesamt noch in Turnieren involviert.
Dass sich die >Hämmerlinger< auch vor etablierten Namen nicht verstecken müssen und ihnen davor auch nicht bange ist, haben sie eindrucksvoll bewiesen. Sechs Punkte auf der Habenseite, vor Saisonbeginn hat man ihnen sozusagen keine Chancen eingeräumt, sind der Beweis für couragiertes Auftreten. „Wir glauben immer an unsere Chancen“, so Namensgeber Ralf Hämmerling, „und da wir ganz dicht vor der Realisierung unseres Traums stehen, den Klassenerhalt zu ermöglichen, müssen wir Samstag noch einmal alles mobilisieren.“ Dabei hat der Paderborner Unternehmer nicht nur seine Tennisprofis im Blick, gemeint sind auch die Besucher: „1000 plus“, ist das Ziel, „denn wenn wir weiterhin Tennisspitzensport in Paderborn haben wollen, benötigen wir die entsprechende Unterstützung unserer Zuschauer.“ Bei den bisherigen Begegnungen war diese Besucherzahl stets gegeben und mit verschiedenen Aktionen der Medien, des Vereins bzw. der Sponsoren sollen die Ziele erreicht werden: Klassenerhalt sowie 1000 Zuschauer und mehr!
Unterstützung bekommt das Team Hämmerling TuS Sennelager am Samstag vom renommierten Paderborner Squash Club, der mit 15 Titeln Deutscher Rekordmeister ist. „Paderborn ist eine Sportstadt und dass dies so bleibt, unterstützen wir als Verein mit unseren Sportlern auch die anderen Sportarten. Wir stehen zusammen und wir zeigen das auch in der Öffentlichkeit“, so Geschäftsführerin Anna Wedegärtner, die mit ihre prominenten Squashern Simon Rösner, Nicolas Müller, Lennart Osthoff, Lucas Wirths und Cederic Lens bei der entscheidenden Bundesliga-Partie auf der Anlage an der Hermann-Kirchhoff-Straße dabei sein wird. Die sportliche Herausforderung wollen Teamchef Marc Renner und Coach Marius Kur mit einer spielstarken Formation bestehen und demzufolge werden um 11.00 Uhr bei der Mannschaftspräsentation auf der roten Asche des Centre Courts Frederico Ferreira Silva (ATP 277), Dragos Dima (ATP 353), Ivan Gakhov (ATP 222), Arthur Rinderknech (ATP 319), Jan Zielinski, David Pel, Philipp Scholz und der frühere Doppel-Weltranglisten-Siebte Marcin Matkowski stehen.
Zweifelsohne werden die Zuschauer ihren Blick auf die Partien auf der Blau-Rot-Anlage richten, aber genauso interessiert werden sie die übrigen Spielansetzungen im Tabellenkeller verfolgen. So muss der aufgestiegene Südmeister TC Großhesselohe zum Absteiger Blau-Weiß Aachen reisen und fläsh TC Weinheim ist Gastgeber für Badwerk Gladbacher HTC. Und die Kölner Domstädter, zu denen müssen die Paderborner am Sonntag reisen, wollen beim benachbarten Rivalen Allpresan Rochusclub Düsseldorf die Punkte gegen den Abstieg holen.

Einschwören auf das Ziel Klassenerhalt beim Team Hämmerling TuS Sennelager vor den letzten Spieltagen in der 1. Tennis-Point Bundesliga mit (von links) Dragos Dima, Marius Kur (Coach), Julius Hillmann, Marc Renner (Teamchef), Jan Zielinski, Frederico Ferreira Silva undPhysiotherapeut Sascha Naerger.© Agentur Klick